Reinfeld in Schleswig-Holstein


Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Koordinaten: 53° 50′ N, 10° 29′ O
Höhe: 19 m ü. NN
Fläche: 17,36 km²
Einwohner: 8482
Bevölkerungsdichte: 489 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23854–23858
Vorwahl: 04533
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 061
Adresse der
Stadtverwaltung:
Paul-von-Schoenaich-Str. 14
23858 Reinfeld
Webpräsenz: www.reinfeld.de
Bürgermeister: Gerhard Horn

Reinfeld (Holstein) ist eine Stadt im Kreis Stormarn (Schleswig-Holstein) zwischen Bad Oldesloe und Lübeck. Sie ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und bekannt als Karpfenstadt. Reinfeld gehört zur Metropolregion Hamburg.

Geografie

Reinfeld liegt an der Heilsau, die im Stadtgebiet zum Herrenteich gestaut ist.

Geschichte

Reinfelds Gründung geht auf das Jahr 1186 zurück, als auf Veranlassung von Graf Adolf III. von Schauenburg sich Zisterziensermönche aus dem Kloster Loccum hier niederließen und das Kloster Reynevelde gründeten. Die Mönche legten zahlreiche Teiche an, welche sie zur Karpfenzucht nutzten. Die damals bis zu 60 Karpfenteiche reichten jedoch nicht aus, den Fischbedarf des Klosters zu decken, so dass zusätzlich noch größere Mengen Seefisch aus Lübeck hinzugekauft werden mussten, weil die Zisterzienser kein Fleisch essen durften. Das Kloster entwickelte sich Dank der Vorhersicht seiner Äbte rasch zu einem der reichsten und angesehensten in Norddeutschland mit umfangreichem Landbesitz bis hin in das Baltikum und wertvollen Beteiligungen an der Saline Lüneburg. Dies änderte sich aufgrund der Säkularisation im Zuge der Reformation. 1581 wird das Kloster an Herzog Johann d. J. von Plön übergeben. Nachdem das Kloster im 16. Jahrhundert abgerissen wurde, wurde an selbiger Stelle in der Zeit von 1599 bis 1604 ein fürstliches Schloss errichtet. Dabei dienten dem Plönschen Herzog die Überreste des Klosterkomplexes als Baumaterial. Die ansehnliche Klosterkirche wurde 1635 bei einem Dammbruch des gestauten Herrenteichs komplett zerstört. An ihrer Stelle wurde 1636 eine wesentlich kleinere auf dem Eichberg überflutungssicher errichtet. Als die Plöner Linie der Herzöge 1761 ausstarb, fiel das Herzogtum an König Friedrich V. von Dänemark. Das Reinfelder Schloss wurde 1775 abgerissen, die übriggebliebenen Steine fanden Verwendung zum Bau eines Verwaltungsgebäudes, welches als Forstamt verwendet wurde. In den Jahren 1762 bis 1867 stand Reinfeld unter dänischer Herrschaft. Der 1839 errichtete Bau der Alten Schule auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses stammt noch aus dieser Zeit.

Am 1. August 1865 wurde der Bahnbetrieb von der Lübeck-Büchener Eisenbahn aufgenommen, nachdem seit 1863 eine Bahntrasse von Hamburg über Bad Oldesloe nach Lübeck errichtet wurde. Das damals errichtete Bahnhofsgebäude besteht heute noch.

Seit Sommer 2003 gehört Reinfeld zum Bereich des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV).

Politik

Wappen

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Blau. Oben ein hervorkommender, linksgewendeter goldener Abtstab zwischen zwei auswärts geneigten goldenen Ähren; unten ein waagerechter silberner Fisch.”[1]

Flagge

Blasonierung: „Die Flagge zeigt inmitten eines weißen, oben und unten von je einem schmalen roten Streifen begrenzten Feldes das Stadtwappen, etwas zur Stange hin verschoben. Beim Banner wird das Wappen um 90° gedreht.”[1]

Städtepartnerschaften

Reinfeld unterhält Partnerschaften mit Saint-Pryvé-Saint-Mesmin in Frankreich sowie mit Kaliska in Polen und Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern. Am 15. Oktober 2006 jährte sich die französische Städtepartnerschaft zum zehnten Mal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die 1636 erbaute, heutige Matthias-Claudius-Kirche mit mehreren Grabsteinen der Äbte des Klosters aus der 1635 zerstörten Klosterkirche und einer sehenswerten barocken Innenausstattung.
  • Das Hünengrab aus der Jungsteinzeit im Waldgebiet Neuer Hau.
  • Das Heimatmuseum.
  • Die Matthias Claudius Gedenkstätte aus Granit am Ufer des Reinfelder Sees mit dem vollständigen Text des Abendliedes. 1989 erschaffen im Auftrag der Stadt vom Bildhauer Jörg Plickat.

Sportvereine

Der SV Preußen von 1909 e.V. hat rund 2.500 Mitglieder in 23 Sparten. Die Reinfelder Rudergemeinschaft von 1963 e.V. zeichnet sich durch eine überaus erfolgreiche Jugendarbeit aus. Weiterhin ist ein Tennisclub (Tennis-Club Reinfeld e.V.-TCR) mit 5 Tennisplätzen und ca. 200 Mitgliedern aktiv.

Außerdem hat Reinfeld eine kleine Skateanlage.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr und Infrastruktur

Reinfeld bietet eine direkte Anbindung an die Bundesautobahn 1 und liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Lübeck, von dem aus die Bundesautobahn 20 Richtung Rostock/Stettin beginnt. Darüber hinaus liegt Reinfeld an der Bundesstraße 75, sowie an Landesstraßen nach Bad Segeberg, Ratzeburg und Ahrensbök. Zwischen dem Ort und der BAB werden Gewerbegebiete aufgeschlossen. Vom Reinfelder Bahnhof fahren stündlich Züge auf der Vogelfluglinie in Richtung Kiel/Lübeck und Hamburg Hauptbahnhof.

Bildung

  • Matthias-Claudius-Schule (Grundschule), ca. 670 Schüler (Stand: Januar 2006)
  • Joachim-Mähl-Schule (Haupt- und Realschule), ca. 670 Schüler (Stand: Januar 2006)
  • Kooperative Gesamtschule Reinfeld (seit 08/2004)
  • Erich-Kästner-Schule (Sonderschule)
  • Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Schleswig-Holstein mit dem Bereich Rentenversicherung

Persönlichkeiten

  • 1740, 15. August, Matthias Claudius, † 21. Januar 1815 in Hamburg, deutscher Dichter („Der Wandsbeker Bothe”)
  • Paul Freiherr von Schoenaich, * 16. Februar 1866 in Klein Tromnau (Lkr. Rosenberg in Westpreußen); † 7. Januar 1954 in Reinfeld (Holstein)) war ein deutscher Generalmajor und später Pazifist.
  • Der plattdeutsche Dichter Joachim Mähl war 1854 – 1889 Lehrer in Reinfeld.

Sonstiges

Reinfeld ist in der Karpfensaison ein beliebtes Ausflugsziel.

Es gibt in Reinfeld die kleine Privatbrauerei Kloster Volker Bräu.

Literatur

  • Unvergessene Heimat. 50 Jahre Vereinigte Landsmannschaften und Heimatbund Ortsverband Reinfeld (Holstein) 1950-2000. Texte Thea Buhr und Günter Graf. 100 S., 3.2002. Masuhr Druck- und VerlagsGmbH, Reinfeld.
  • Bodo Zunk: Reinfeld im 20.Jahrhundert 1900-1999. Chronik einer kleinen Stadt. 300 S., 2001., Masuhr Druck- und Verlags GMBH, Reinfeld.
  • Bodo Zunk: Reinfeld im Wandel der Zeit (von den Anfängen bis 1900). 100 S., 1996.
  • Erich Katzschke: Reinfelder Geschichte. Veröffentlichungen von 1951-1990. Zusammengestellt von Hannelor Kramer. 188 S. 1995.
  • Reineke Voss von Joachim Mähl, Bilder von A.Paul Weber. Nachdruck der Ausgabe von 1878. HRSG. Wilfried Burkhardt. 192 S., 1986.
  • Infobroschüre Stadt Reinfeld (Holstein).

Quellen




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Informationsportal über Reinfeld in Schleswig-Holstein - 25.5.2012