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Remda-Teichel ist eine Stadt und Einheitsgemeinde in Thüringen. Sie liegt im Nordwesten des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt an der Grenze zum Ilm-Kreis und zum Landkreis Weimarer Land. Das Gebiet von Remda-Teichel gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten nördlich des Thüringer Waldes. So wurden im Raum Remda mit Waffen ausgestattete Gräber von germanischen Stämmen aus der Zeit zu Beginn unserer Zeitrechnung gefunden. Älteste urkundliche Erwähnungen reichen in das Jahr 750 in Zusammenhang mit Schenkungsurkunden des Klosters Fulda zurück. Remda erhielt 1286, Teichel 1417 Stadtrecht . Teichel war mit 543 Bewohnern (1994) neben Neumark (Landkreis Weimarer Land) und Ummerstadt (Landkreis Hildburghausen) eine der kleinsten Städte Thüringens. Die heutige Stadt und Einheitsgemeinde entstand mit der Thüringer Gemeindegebietsreform am 1. Januar 1997, nachdem die beiden Städte zusammen mit sechs weiteren Gemeinden bereits seit 1974 einen Gemeindeverband gebildet hatten. Zum Stadtgebiet Remda-Teichel gehören die bis 1. Januar 1997 selbstständigen Städte Remda (mit den Ortsteilen Alt- und Kirchremda) sowie Teichel und die folgenden Ortschaften:
TeichelGeografieUmgeben von steilen Kalkbergen, nimmt das Städtchen Teichel den oberen Teil des zur Remdaer Rinne entwässernden Gornitzbachtales ein. Das Rathaus liegt 314 m ü. NN hoch. GeschichteTeichel zählt zu den ältesten Ansiedlungen im Nordteil des ehemaligen Kreises Rudolstadt. Funde am nördlichen Stadtrand belegen einen Siedlungsplatz bereits in der späten Hallstattzeit (5. Jh. v. Chr.). Die in einer in das Jahr 1076 datierten Fuldaer Urkunde erfolgte Erwähnung von Tucheldi wird allgemein auf Teichel bezogen. Dieser Ortsname geht auf tiuchel = Röhre zurück und bezeichnet einen Ort, dessen Brunnen aus Röhren gespeist wird (Rosenkranz 1982). 1417 wird Teichel als Stadt bezeichnet. Bis 16. Jh. war der Ort eine Rast- und Vorspannstation an der von Nürnberg über Gräfenthal und Saalfeld nordwärts bis Mansfeld und Eisleben führenden Kupferstraße. Die Vorspanndienste brachte aber keine weiteren wirtschaftlichen Impulse, so daß Teichel ein ausgesprochenes Ackerbürgerstädtchen blieb. Teichel gehörte bis 1918 zur Grafschaft bzw. zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, kam mit diesem dann zum neugebildeten Land Thüringen und 1952 als Stadt im Kreis Rudolstadt zum neu gebildeten Bezirk Gera. An der Gemarkungsgrenze mit Neckeroda steht ein Denkmal mit einem plastisch gestalteten Löwen, der zugleich schwarzburgisches und Teicheler Wappentier ist. Die verhältnismäßig große Stadtflur von 900 ha Größe belegt die gegenüber den Nachbardörfer hervorgehobene historische Stellung. Teichel besaß noch im 18. Jh. eine vollständige Stadtbefestigung mit Stadtmauer, vorgelagertem Graben und zwei Toren. Reste dieser ehemaligen Anlage sind vereinzelt noch erkennbar. Ein großer Teil der einst in der Stadtbefestigung enthaltene Steine wurden nach Stadtbränden zum Bau der Häuser verwendet und ist heute vielfach in den Grundmauern von Gebäuden wiederzufinden. RathausDas Bauwerk ist von 1863 bis 1867 nach Entwürfen des Architekten Wilhelm Adolph von Bamberg errichtet wurden. Das Rathaus mit dem kleinen Marktplatz bildet das Zentrum Teichels. Das aus Sandsteinquadern gefügte Haus ist ein Beispiel des Eklektizismus aus der 2. Hälfte des 19. Jh.: halb italienischer Palazzo, halb englische Burg mit vielen kleinen Rundtürmen, mit Fensterformen, die der deutschen Romanik entlehnt wurden. StadtkircheDie neugotische Stadtkirche wurde im Jahre 1848 gebaut und hat heute noch ein erhaltenen Turm aus dem Jahre 1438. WirtschaftIn Teichel gibt es Gaststätten, einige Handwerker und Händler sowie Arzt, Kindergarten, Bibliothek und Bankfiliale einen Sportplatz mit Verein SG Traktor Teichel und Kegelbahn als Versorgungsangebote für die Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Orte. Grundriß und StadtbildDer Grundriß der Stadt geht auf ein seit Jahrhunderten bestehendes Straßennetz zurück. Bestimmend ist die den Ort durchquerende heutige Bundesstraße 85 von Rudolstadt nach Weimar, von der in westlicher Richtung einige Nebengassen abzweigen. Östlich der Bundesstraße münden die Nebenstraßen in eine parallel zu ihr verlaufende schmale Gasse. In den dazwischenliegenden Arealen drängen sich kleine Gehöfte dicht aneinander. LandschaftWärmebegünstige Muschelkalkhänge der Umgebung, auf denen in der Vergangenheit Wein angebaut wurde, tragen heute oft Kirschplantagen. Bei Teichel treffen die von Haufeld und Neckeroda herabkommenden Täler sowie das Wolfstal zusammen. Diese gliedern die Muschelkalksteilstufe in einzelne Berge, die Teichel halbkreisförmig umgeben: Kretzberg, Eichberg, Steinberg und Roter Berg. Nördlich der Stadt an der Straße nach Neckeroda befindet sich an der Ostseite des Eichberges ein ehemaliger Steinbruch, in dem die Sedimentstrukturen des Unteren Wellenkalks gut aufgeschlossen sind. Prielausfüllungen, Wellenrippen und Strömungsmarken auf den Schichtflächen sowie Spurenfossilien beweisen, daß der Muschelkalk in einem Flachmeer mit Gezeiten abgelagert wurde. RemdaGeografieDie weitere Umgebung der Stadt ist im S von bewaldeten Buntsandsteinbergen und im N von steil ansteigenden Muschelkalkhöhen geprägt, die durch den Taleinschnitt der Remdaer Rinne voneinander getrennt werden. GeschichteRemda gehört nach den urkundlichen und archäologischen Quellen zu den ältesten Ortschaften Ostthüringen. Die Existenz einer aus drei Weilern bestehenden germanisch-slawischen Gruppensiedlung tres villulae Remnidi im 8 Jh. geht aus Besitzverzeichnissen der Klöster Fulda und Hersfeld hervor und wird durch zeitgleiche Bodenfunde bestätigt. Inmitten der drei Remda-Dörfer Alt-, Kirch-, und Sundremda wurde im 12. oder 13. Jh., wohl auf Veranlassung der Grafen von Schwarzburg, angelehnt an deren älteren Burg, die etwa 300 m im Quadrat große, mit Mauern und Graben umgebene und mit vier Ecktürmen und drei Toren versehene Stadt Remda angelegt. 1286 und 1288 werden die civitas und ihr Schultheiß, 1319 die Burg, 1367 die Stadtbefestigung erwähnt. 1362 erhielt das Städtchen zwei Jahrmärkte, 1378 einen Wochenmarkt. 1432 gingen Burg, Stadt und Herrschaft Remda in das Eigentum der Grafen von Gleichen über, 1633 zur Verwaltung und Nutzung der Jenaer Universität, die 1690 für ihren Eigenbedarf eine Papiermühle bauen ließ. Nach mehrmaligen Wechsel der sachsen-ernestinischen Länder kam das Amt Remda 1741 an das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Damals zählte der Stadtremda genannte Ort 586 Einwohner, unter ihnen 62 selbständige Handwerker sowie mehrere Arbeiter einer kleinen Strumpfwirkerei. Zur Stadt gehörten drei Mahl-, eine Öl- und eine Papiermühle. Wirtschaftliche Basis der kleinen Stadt war in allen Jahrhunderten ihrer Geschichte die Landwirtschaft in enger Verknüpfung mit dem örtlichen Handwerk und den zentralörtlichen Funktionen für die umliegenden Dörfer. Am Ende des Zweiten Weltkrieges, am 12. und 13. April 1945, beschossen amerikanische Artillerie- und Panzereinheiten die Stadt und zerstörten das Rathaus und weitere 19 Wohngebäude. WirtschaftIn Remda übwiegt die Baubranche mit Heizungsbau, Schornsteintechnik, Trockenbau, Fenster- und Türensystembau und Landschaftsbau, hinzu kommen weiterhin Schuh- und Lampenproduktion, Reifendienst, Recycling und Transportwesen. Remda verfügt über eine gute Ausstattung mit Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen, die auch von der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden genutzt werden. Dazu gehören Arzt, Kinderarzt, Apotheke, verschiedene Kultur- und Sportstätten sowie Gaststätten. VereineZahlreiche Vereine geben Möglichkeiten für ein geselliges Leben in der Stadt. Neben Sport- und Karnevalsvereinen sind der neu gegründete Förderverin für Arbeit und Umwelt sowie Jagd- und Hegegemeinschaft zu nennen. Der traditionsreiche Schützenverein hat auf dem ehemals militärisch genutzten Großen Kalmberg eine Halle für Klein- und Großkaliberschießen errichtet und trägt sich mit Erweiterungsabsichten. Grundriß und StadtbildVon den alten Stadtbefestigungsanlagen aus dem 14 Jh. blieben der 9 m hohe Turm im NW erhalten, der 1976 mit einem neuen Kegeldach versehen wurde, desgleichen Teile der 4m hohen und bis zu 1,35 m starken Stadtmauer. Ein weiterer Turm wurde restauriert. Das Zentrum Remdas bildet der quadratisch angelegte Marktplatz, von dem nördlicher und südlicher Richtung jeweils zwei Straßen ausgehen, eine weitere verläuft nach W. Die enge kleinstädtische Bebauung wird durch mehrere schmale Gassen erschlossen. LandschaftSüdlich von Remda wachsen auf Buntsandstein eichenreiche Laubgehölze mit Massenbeständen an Maiglöckchen und Schattenblümchen. Die Waldränder zieren Hainwachtelweizen, Goldrute, Pechnelke, Heidenelke, Prachtnelke sowie vereinzelt Großblütiger Fingerhut und Fuchssche Kuckucksblume. Wappen
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