
|
Die Stadt Rerik, bis 1938 Alt-Gaarz, ist ein Ostseebad im Landkreis Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Stadt liegt zwischen Salzhaff und Mecklenburger Bucht. Rerik wird zusammen mit sechs weiteren Gemeinden im Amt Neubukow-Salzhaff mit Sitz in Neubukow verwaltet. GeografieRerik liegt am nordöstlichen Ende des Salzhaffes, einem Teil der Wismarer Bucht zwischen dem Festland und der Halbinsel Wustrow. Großräumig gesehen liegt die Stadt ca. 35 km westlich von Rostock und 35 km nordöstlich von Wismar. Östlich schließt sich die Kühlung an, ein waldreicher Höhenzug. Ortsteile
WappenBlasonierung: „Das Wappen zeigt in Rot eine dreimastige goldene Kogge mit je einem Kastell auf dem Vorder- und Achterdeck, die Masten mit geblähten Segeln, Mastkörben und Krönchen auf den Spitzen, der Hauptmast mit langem Wimpel.” GeschichteRerik hieß ehemals Alt Gaarz. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet Burg. Die geschützte Lage hinter der vorgelagerten Halbinsel Wustrow sorgte schon für eine frühe Besiedlung an diesem Ort. Alt Gaarz wurde erstmals 1238 urkundlich erwähnt, die Burg wurde vermutlich durch ein Sturmhochwasser zerstört. 1273 wurde die Halbinsel Wustrow erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurde Wustrow als Besitz der Familie von Moltke genannt, war dann bis 1590 Eigentum der Familie von Oertzen. Gaarz war wohl schon im Mittelalter ein wohlhabendes Dorf mit mehreren Höfen, in dem neben der Landwirtschaft auch dem Fischfang und der Seefahrt nachgegangen wurde. Am 10. Februar 1625 wurde die Halbinsel durch eine große Sturmflut überflutet. Seit 1648 war Wustrow im Eigentum von Erich Hansson Ulfsparre, dem königlich-schwedischen Oberst und Kommandanten von Wismar. Die Herrschaft der Schweden dauerte bis 1803. Im Jahr 1838 erfolgte die Gründung von Neu Wustrow mit drei Erbpachthöfen. Das Ostseesturmhochwasser 1872 richtete auf Wustrow große Schäden an. Um 1900 begann in Alt Gaarz der Badebetrieb. In der Zeit des Nationalsozialismus sollte die slawische Vergangenheit vergessen gemacht werden und es erfolgte mit der Verleihung des Stadtrechts am 1. April 1938 eine Umbenennung des Ortes Alt Gaarz nach der damals hier vermuteten ehemaligen Wikingersiedlung Reric in Rerik. Die Halbinsel Wustrow wurde gleichzeitig ein Ortsteil von Rerik. Die Siedlung der Wikinger befand sich jedoch, wie in den 1990er Jahren herausgefunden wurde, vor der Insel Poel. Die Einwohnerzahl stieg auf ca. 2.000 Einwohner. Wustrow wurde am 17. Februar 1933 an die Reichswehr verkauft und die Flak-Artillerieschule 1 mit ausgedehnten Kasernenanlagen für über 3.000 Personen und Übungsplätze angelegt. 1943 bis 1945 waren die Anlagen wegen ihrer militärischen Bedeutung oft ein Ziel für Luftangriffe, die zahlreiche Opfer und große Zerstörungen forderten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Anlagen kampflos an die sowjetischen Streitkräfte übergeben und anschließend zum Teil durch Sprengungen zerstört. In Rerik wurde die Bodenreform durchgeführt. Die Kasernen auf Wustrow dienten ab 1949 bis zum 18. Oktober 1993 der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland als Standort. Das Gelände ist wegen Munitionsrückständen bis heute für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach 1945 erfolgte der Aufbau des staatlichen Erholungswesens der DDR, es entstanden Betriebsferienheime, Heime des Feriendienstes der Einheitsgewerkschaft FDGB und Campingplätze. KircheDie Kirche ist ein frühgotischer Backsteinbau auf einem Feldsteinsockel. Sie wurde nach 1250 errichtet. Die zweijochige Hallenkirche ist der Stadtkirche von Neubukow sehr ähnlich. Der quadratische Chor besitzt ein Kreuzgratgewölbe, das Kirchenschiff ein Kreuzrippengewölbe auf kreuzförmigen Pfeilern. Die farbenprächtige Ausmalung der Kirche stammt aus dem Jahr der Renovierung 1668. Sie wurde durch einen Hinrich Greve aus Wismar durchgeführt. Bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1975 wurden Teile der Originalbemalung aufgedeckt, die um 1300 entstanden sind. Die Inneneinrichtung ist gut erhalten und stammt aus der Barockzeit, wie der Altar von 1754/55 und die Kanzel von 1751/52 mit prunkvollen Ornamentschnitzereien. 1780 entstand der Orgelprospekt und die Empore mit geschwungener Brüstung, mit Zopfornamenten verziert. Reich mit Schitzereien verziert sind die Brüstungen der vier Logenemporen. Weiterhin gibt es noch einen spätgotischen Schnitzaltar mit Kreuzigungsgruppe, darüber das ehemalige Triumphkreuz. Hinter dem Altar befindet sich die Grabplatte einer Familie von Oertzen (gestorben 1465) mit fast lebensgroßen Figuren der Verstorbenen. Kultur und Sehenswürdigkeiten
VerkehrDas Osteseebad Rerik ist an mehrere Landstraßen angebunden. In den nahegelegenen Städten Neubukow (13 km entfernt) und Kröpelin (14 km) bestehen Bahnanschlüsse in Richtung Rostock und Schwerin / Lübeck. Beide Bahnhöfe sind von Rerik aus per Bus in wenigen Minuten erreichbar. SonstigesIn dem Roman Sansibar oder der letzte Grund von Alfred Andersch wird die gerade erst entstehende Stadt Rerik zur Grundlage einer ganzen Region an der Ostseeküste zur Zeit des Nationalsozialismus herangezogen. Bildergalerie
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
