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Riesigk ist eine deutsche Gemeinde südlich der Elbe im Bundesland Sachsen-Anhalt und im Landkreis Anhalt-Zerbst. Die Gemeinde ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer Winkel mit Sitz in der Stadt Oranienbaum. Zu Riesigk gehören die Ortsteile Rotehof und Schönitz. GeografieGeografische LageDie Gemeinde ca. vier Kilometer südlich des Elbe-Ufers liegt überwiegend im Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe zwischen Dessau-Roßlau und Wittenberg. Nur drei Kilometer westlich von Riesigk entfernt befindet sich der Wörlitzer Park inmitten des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches. GeologieDas Gebiet um Riesigk ist flach und wird von zahlreichen Altwassern der Elbe sowie Gräben und Bächen durchzogen. Reste von Sanddünen aus der letzten Eiszeit sind die einzigen (nur etwas mehr als zwei Meter hohen) Erhebungen. Größtes Altwasser ist der mehrere Kilometer lange "Schönitzer See", unmittelbar hinter dem alten Hochwasserdeich in Riesigk gelegen. Der See wird durch die "Seedammbrücke" (Damm mit Brücke für die Straße nach Schönitz) und den "Neuen Wall" (Hochwasserdeich vom "Taubenhaus" bis Rehsen) mehrfach zerteilt.
BodenschätzeIn Teilen des Gemeindegebietes kommen Flußsande und -kiese als Ablagerungen aus dem ehemaligem Elbtal vor. Braunkohlevorkommen wurden bei Prospektierungsarbeiten in den 1970-er Jahren unter dem gesamten Gemeindegebiet festgestellt (Fortsetzung des in Bergwitz schon abgebauten Flözes nach Westen). Die Mächtigkeit ist mit 0,5 - 1,5 m bei etwa 30 m Abraum allerdings eher gering. NaturereignisseEntsprechend der geografischen Lage hat Riesigk seit jeher mit Hochwassern der Elbe zu kämpfen. Bauten zum Schutz vor den Hochwassern sind deshalb schon über Jahrhunderte erfolgt. Eines der bislang verheerendsten Hochwasser erreichte Riesigk 2002. Schönitz wurde über mehrere Wochen überflutet. NachbargemeindenDie Gemeinden Rehsen, Gohrau, Kakau, Horstdorf sowie die Stadt Wörlitz der Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer Winkel grenzen an die Gemeinde Riesigk. Die Länge der Grenze der Gemeinde beträgt ca 14 km. GemeindegliederungDie Landvermessung erfolgte mit Hilfe eines trigonometrischen Punktes (TP) auf dem Turm der Kirche. Dieser befand sich auf der Brüstung der Aussichtsplattform in ca. 30 m Höhe und wurde bei den Restaurierungsarbeiten entfernt.
Klima
HausnummernDie Vergabe der ersten Hausnummern (um 1800) in Riesigk erfolgte von der Mitte des Dorfes beginnend in Uhrzeigerreichtung von 1 - 28. Die nächsten Häuser bekamen dann eine Hausnummer in der Reihenfolge ihrer Errichtung. Das erste Haus bekam dann erst 1904 eine Hausnummer mit Zusatzbuchstaben. Diese Art der Nummerierung wurde bis jetzt beibehalten. Die Zuordnung zu Riesigk oder Rotehof ist auch nicht so eindeutig. NaturDer größte Teil des Gemeindegebietes besteht aus landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wald ist im unmittelbaren Gemeindegebiet fast nicht vorhanden, es schließen sich jedoch im Norden große zusammenhängende Auwaldgebiete und Wiesenflächen bis zur Elbe hin an. Während sich im Osten schon die ersten Ausläufer der Dübener Heide zeigen. FaunaAls größere Wildtiere sind Rehe und Wildschweine vertreten. FloraDie Wassernuss wurde im "Schönitzer See" wieder angesiedelt. GeschichteVor der Besiedlung durch den Menschen entstand in den letzten Jahrtausenden nach der Eiszeit durch die Herausbildung der Elbeniederung zwischen Fläming und Dübener Heide in diesem Landschaftsraum ein weites Sumpfgebiet mit einem undurchdringlichen Gewirr von Buchenwäldern, Wasserlachen, Morästen und Elbarmen. Durch den Menschen wurden diese Gebiete der Elbniederung durch Deichbauten, der Anlage von Gräben, durch Ausholzen und dem Zurückdrängen des Waldes zur jetzigen Kulturlandschaft erschlossen. Riesigk
Wahrscheinlich schon vor dem 10. Jahrhundert existierten hier slawische Siedlungen. 1200 - Erste urkundliche Erwähnung von ""Alt"- und "Neu"-Riswig. 1337 - Riesigk wird der Pfarrei Wörlitz geschenkt. 1603 - Dieses Gebiet geht an die Dessauer Linie der Fürsten von Anhalt. 1735 - Es werden umfangreiche Deichbauten vorgenommen, da die Gemeinde im Überschwemmungsgebiet der Elbe liegt. 1745 - Eine erste Kirche aus Holz wird errichtet (nur wenige Jahre später wegen Baufälligkeit wieder abgerissen). Die Glocke wird in der Werkstatt von Meister Martin Heintze in Leipzig gegossen. 1789 - Wallwachhaus, Dorfbäckerei und Schule werden errichtet. In die Schule werden die Kinder von Riesigk, Schönitz, Rotehof, Ziegelei und auch Gohrau eingeschult. Erst 1822 erhält Gohrau eine eigene Schule. 1797 - 1800 Von Georg Christoph Hesekiel (* 1732 † 1818) wird eine neue Kirche im Baustil der Neugotik unmittelbar am Ortseingang Richtung Wörlitz errichtet. Die Glocke der Vorgänger-Kirche wird wiederverwendet. An speziellen Feierabendziegeln mit eingebrannten Jahresangaben kann man den Baufortschritt erkennen. Der Ortseingang ist von der unmittelbar an der Straße liegenden, 1800 eingeweihten, neugotischen Kirche geprägt. In der Kirche befindet sich eine Gruft, in der die Gebeine der Schwester des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (* 1740 † 1817), Agnes von Loen, ruhen. Der Kirchgarten ist als Streuobstwiese angelegt, denn es galt auch hier: "Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden". Nach Norden hin wird der Ort vom alten Hochwasserdeich begrenzt, der den Ort vor den Hochwassern der Elbe schützte. Die ursprüngliche Deichlinie hat sich durch viele Deichdurchbrüche in den vergangenen Jahrhunderten verändert. Eine Kette von Teichen (Grasloch, Schmidt's Teich, der ehemalige Dorfteich, Nickel's Teich, Spanier Kolk, Teich an der Walldurchfahrt) entstand dann an den ausgespülten Stellen. Die Deiche wurden dann um diese Teiche herumgeführt. Unmittelbar hinter dem Hochwasserdeich befindet sich mit dem "Schönitzer See" ein mehrere Kilometer langer ehemaliger Elbarm (Naturschutzgebiet). Der Friedhof der Gemeinde befindet sich weit außerhalb des Ortes auf einer Sanddüne aus der letzten Eiszeit, sicher vor den Hochwassern der Elbe, die das ganze Gebiet in historischer Zeit bis Oranienbaum überfluteten. Teile der Sanddüne wurden schon vor langer Zeit als Bausand abgebaut, so dass sich jetzt neben dem erhöht liegenden Friedhof eine Absenkung befindet. 1901 - Die "alte" Schule (Dorfstr. 12) wird durch eine "neue" Schule (Dorfstr. 37) mit 2 Klassenräumen und Lehrerwohnung in unmittelbarer Nachbarschaft abgelöst. Diese wurde erst 1964 nach dem Schulneubau in Gohrau geschlossen und danach als Gemeindeverwaltung genutzt. 1907 - Die Dorfstraße wird gepflastert. Vorher war der Weg nur durch einen Knüppeldamm befestigt (Reste befinden sich noch unter dem Straßenpflaster). 1928 - Errichtung des "neuen Walls". 1945 - Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stand Riesigk zuerst unter amerikanischer Besetzung. Im Juli 1945 lösten die russischen Truppen dann die amerikanischen ab. In den beiden Weltkriegen wurde Riesigk nicht direkt betroffen. Das Denkmal für die Gefallenen unter der Friedenseiche von 1871 am ehemaligen Dorfteich zeigt jedoch:
2002 - Riesigk wird vom Hochwasser der Elbe heimgesucht. Dies startete am 12. August mit starken Niederschlägen und erreichte am 18. August seinen Höchststand. Am 19. August brach der Elbdeiches bei Seegrehna. Das Hochwasser drang nun auch von Süden nach Riesigk. Nach einem herbeigeführtem Deichbruch bei Rehsen wird auch das Schönitzer Luch überflutet. Schönitz ist damit unmittelbar vom Hochwasser betroffen. Schönitz
1200 - Erste urkundliche Erwähnung von Czeynitz. 16. - 18. Jahrhundert - Schönitz ist nicht mehr bewohnt. Es ist sicher wie "Alt"-Riswig vom Hochwasser zerstört worden. 1787 - Schönitz wird erstmalig wieder erwähnt. Es wird aus Resten eines alten Schlosses (Wasserburg mit Ringwall) erbaut. 1952 - Schönitz wird eingemeindet. Rotehof
1751 - Nieder- und Ober-Förste werden als Vorwerke der Wörlitzer Domäne von Fürst Leopold II. Maximilian (* 1700 † 1751) gegründet. Aus diesen Vorwerken entwickeln sich Rotehaus - später Rotehof - und Grünehof (jetzt Gemeinde Kakau, in den 1970-er Jahren abgerissen). 1952 - Rotehof wird eingemeindet. Religionen
PolitikGemeinderatAktuell setzt sich der 6-köpfige Gemeinderat aus parteilosen Einzelkandidaten zusammen. BürgermeisterBürgermeisterin ist seit 2001 erneut (seit 1979) Silvia Grune (parteilos). Ihr Stellvertreter ist Ernst Kutzer (parteilos). WappenDie Gemeinde Riesigk führt kein eigenes Wappen. PartnerschaftenGemeinde-/Städte-Partnerschaften existieren nicht. Kultur und SehenswürdigkeitenSpracheIn Riesigk wird Anhaltische Mundart gesprochen. Sprachgrenze nach Norden hin ist die Elbe (ick-ich Linie). Hier werden Mark-Brandenburgische Dialekte gesprochen. TourismusWanderungen in die UmgebungVon Riesigk aus kann man reizvolle Fuß- und Radwanderungen unternehmen.
Anschluss besteht ab Wörlitz zum internationalen Radwanderweg R1 (in Richtung Dessau identisch mit dem "Fürst Franz"-Wanderweg; in Richtung Wittenberg durch die Elbaue). BauwerkeBesonders augenfällig und bewusst wurde das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, in dessem östlichem Gebiet sich Riesigk befindet, vor über 200 Jahren gestaltet. Reste der ehemals mit Obstbäumen bestandenen Alleen sind noch zu erkennen und werden als Deutsche Alleenstraße wieder angelegt. Bauten des Hochwasserschutzes sind an den alten Hochwasserdämmen überall vorhanden, werden jedoch jetzt meistens für andere Zwecke genutzt.
Vereine
Hotels und Gaststätten
Regelmäßige VeranstaltungenGartenreichtag 2. Samstag im August Tag des offenen Denkmals 2. Sonntag im September
Dorffest 1. Wochenende im Juni - Freitag, Samstag Oktoberfest 1. Wochenende im Oktober - Freitag, Samstag
Wirtschaft und InfrastrukturBildung
VerkehrÖPNVDer öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und der Schülerverkehr werden mit Bussen abgewickelt:
BundesstraßenRiesigk liegt an der Landesstraße L131 von Dessau über Oranienbaum nach Wittenberg und an der Kreisstraße K2042 von Wörlitz nach Riesigk. Zur Bundesstraße 107 in Wörlitz, die Gräfenhainichen und Coswig verbindet, sind es ca. 4 km. BundesautobahnDer Autobahnanschluss (A 9) „Vockerode” ist ca. 11 km entfernt. EisenbahnDer nächste Bahnhof befindet sich in der Gemeinde Kemberg-Bergwitz (Bahnlinie Wittenberg - Bitterfeld). Der Bahnhof Wörlitz der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn wird nur in der Sommersaison bedient. Der Haltepunkt „Riesigk” (Kilometer 21,8) und der Bahnhof „Gohrau/Rehsen” in Gohrau entstanden 1934 durch die Erweiterung der Dessau-Wörlitzer Eisenbahnlinie von Wörlitz bis nach Gohrau. Am Haltepunk entstand für die Versorgung der Landwirtschaft ein Stützpunkt der „Bäuerlichen Handelsgenossenschaft” (BHG). Der Personenverkehr wird 1968 eingestellt. Das Teilstück wird in den 1970er-Jahren demontiert, die Gebäude der BHG werden abgerissen. Die Strecke nach Wörlitz wird 1982 wieder in Betrieb genommen. Öffentliche Einrichtungen
MedienEin Kabelnetz für den Fernsehempfang existiert nicht. Die Haushalte empfangen im Regelfall die Fernsehprogramme über Satellit und die Radioprogramme über Antenne. Die Sendeanlagen befinden sich in der Nähe von Wittenberg auf dem Gallunberg. Ansässige Unternehmen
Als Feldfrüchte werden vor allem Getreide (Weizen, Gerste, Triticale), Mais, Zuckerrüben, Raps sowie Ackerbohnen und Futtererbsen angebaut. StatistikBevölkerungsentwicklungDie Zahlen geben die Gesamtzahl der Einwohner der drei Ortsteile an:
1548 Riesigk: 1 Schulze, 7 Hüfner, 8 Kossaten
Schönitz: 8 Hüfner, 2 Kossaten
Rotehof: existiert noch nicht
1787 202 (ohne Rotehof)
1818 356
1871 325 (Rotehof 1867)
1905 347 (Rotehof 1867)
1970 324
1980 308
1990 293
2000 228
2005 214 mit weiter sinkender Tendenz.
ab 1990 Statistisches Landesamt, Stand zum 31.12. Altersstruktur0-18 Jahre: 12% 18-60 Jahre: 57% ab 60 Jahre: 31% bezogen auf die Einwohneranzahl von 2005 Gemeindehaushalt
Landesdurchschnitt 2005 FlächennutzungDie Flaechennutzung gliedert sich lt. Liegenschaftsauszug des Katasteramtes wie folgt:
Gesamtfläche: 612,5884 ha
landwirtschaftl. genutzte Fläche: 512,9686 ha
davon Ackerland: 454,6629 ha
Grünland: 54,1083 ha
Gartenland: 4,1974 ha
Obst: 0,0000 ha
Forst: 2,5367 ha
Unland: 4,5592 ha
Wasserfläche: 48,8412 ha
sonstige Flächen: 43,6827 ha.
TierhaltungIn der Gemeinde werden durch die landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt gehalten: Schafe ca. 500 Lämmer bis zu 400 Rinder ca. 30 Kälber bis zu 20 Schweine ca. 800 In den privaten Haushalten werden vor allem noch Hühner, Gänse, Enten, Kaninchen und z.T. auch noch Schafe und Schweine gehalten. Die Anzahl der gehaltenen Nutztiere ist aber in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Literatur
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