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Röbel/Müritz ist eine Stadt im Landkreis Müritz in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland) am Westufer der Müritz. Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Röbel-Müritz, dem weitere 24 Gemeinden angehören. GeschichteRöbel/Müritz entstand bereits im 10. Jahrhundert als suburbane Siedlung vor einer der Hauptburgen des slawischen Stammes der Morizaner und neben einem Tempelberg, den seit dem frühen 13. Jahrhundert eine der beiden Kirchen (Marienkirche) der Stadt krönt. Die Stadt wurde 1226 von Heinrich Borwin II., einem Urenkel Niklots, des Stammvaters der mecklenburgischen Herzöge, gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg Röbel im Jahre 1227. Neben dieser Gründung entstand durch Heinrich Borwins Sohn Nicolaus von Werle im Jahre 1261 die Nova Civitas de Robolein Zusammenlegung der deutschen Villa Nova und der ehemals slawischen Villa Antiqua. Nun entwickelte sich ein Phänomen, das selten anzutreffen ist. Während anderenorts die deutschen und slawischen Siedlungen verschmolzen, trennte sich die Neustadt im späten Mittelalter wieder durch Mauer, Graben und Tor von der ehemals slawischen Altstadt. In Neuröbel hatten sich vor allem Kaufleute und Handwerker angesiedelt, die vom Landesherrn mit Hausäckern belehnt wurden, woraus die Bezeichnung „Ackerbürger” resultierte. In Altröbel verblieb die slawische Bevölkerung - Pachtbauern und Fischersleute. Ein etwa 400 Jahre anhaltender Rechtsstreit beider Ortsteile, der durch die bistümliche Trennung von 1252 (den Südteil und damit die Neustadt erhielt das Bistum Havelberg, den Nordteil erhielt das Bistum Schwerin) noch begünstigt wurde, ließ die Bürger und die Verwaltung kaum zur Ruhe kommen. Prozessakten („Röbel./.Röbel”) von 1585 bis 1886 (im Stadtarchiv vorhanden) belegen den durch soziale und wirtschaftliche Diskriminierung der Altstädter hervorgerufenen Streit, der bereits vor 1500 mit der Ausgrenzung der Altstadt seinen Anfang nahm. Erst ab 1811 übte nur noch ein Bürgermeister dieses Amt für beide Teile aus. Das Übergewicht im Stadtrat stellten allerdings die Neustädter. Mit der Kommunalreform 1919 wurden auch hier erstmals allgemeine Einwohnerwahlen abgehalten. EinwohnerentwicklungVon ca. 7000 Einwohnern im Jahre 1989 leben heute noch knapp 5400 in der Stadt, die Tendenz ist abnehmend. Das neugeschaffene Amt zählt ca. 16.000 Einwohner. ReligionenNach der Reformation war Röbel streng lutherisch. Juden waren bereits seit dem 13. Jahrhundert in Röbel ansässig. Nach dem Sternberger Judenpogrom mussten auch sie das Land verlassen. Erst Ende des 17. Jahrhunderts lebte wieder jüdische Bevölkerung in Röbel. Die Zahl der Juden stieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf 110 Gemeindemitglieder an und nahm danach wieder kontinuierlich ab. Im Jahr 1831 wurde die Synagoge in einer Seitenstraße errichtet. Der jüdische Friedhof lag seit Mitte des 18. Jahrhunderts im Scheunenviertel südlich der Neustadt. Die letzte Bestattung erfolgte dort 1938. In der NS-Zeit wurde er geschändet. In den fünfziger Jahren wurden Teile des Friedhofs abgebaggert und überbaut. Politik2005 erfolgte der Zusammenschluss mit den Gemeinden der Ämter Röbel-Land und Rechlin zum "Amt Röbel-Müritz". Bürgermeister ist seit 2006 der Sozialdemokrat Heinz-Fritz Müller. WappenDas Stadtwappen zeigt in der heraldisch rechten Hälfte unter einer Sonne den Stierkopf des Herrenhauses Werle mit der herausgestreckten Schmähzuge, die Nicolaus von Werle nach einem Sieg gegen die Brandenburger 1276 in sein Wappen aufnahm. Linkshälftig befindet sich der Petrischlüssel als Symbol für die starke kirchliche Präsenz in der Stadt (zwei Bistümer, Kloster). Dieses Wappen geht auf das Stadtsiegel aus der Zeit der Stadtgründung zurück, einem der ältesten Siegel Mecklenburgs. StädtepartnerschaftenEine Partnerschaft besteht zu Wardenburg in Niedersachsen, dazu Freundschaften mit Löhne in Nordrhein-Westfalen und Spittal in Kärnten (Österreich). Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Bauwerke
Parks
Naturdenkmäler
Kulinarische SpezialitätenDeftige mecklenburgische Küche (z.B. gefüllter Rippenbraten), Müritzfisch (Zander, Wels, Maräne, Hecht, Aal). Wirtschaft und InfrastrukturUrsprünglich eine Handels und Handwerkerstadt, waren Fischerei, Landwirtschaft und Viehzucht bis ins 20. Jahrhundert die Einnahmequellen des Großteils der Röbeler Bevölkerung. Fast jeder Bürger hielt bis 1925 noch Feder- und Häutevieh, von dem die Kühe und Schweine entgeltlich in den Wäldern bei Groß-Kelle gemästet wurden. Hühner, Gänse und Enten liefen frei durch den Ort. 1860 gab es einer Zählung zufolge mehrere hundert Schweine, 450 Kühe, 1300 Schafe, 237 Ziegen und 1100 Gänse (Quelle: Stadtgeschichtliche Ausstellung in der Heimatstube im Haus des Gastes in Röbel, Straße der Deutschen Einheit). Zu DDR-Zeiten wurde die Stadt zu einem touristischen Zentrum mit Ferienheimen und Zeltplätzen ausgebaut. Wichtigster Arbeitgeber ist heute die optimal media production GmbH, ein Dienstleistungsunternehmen der Medienbranche, mit mehr als 500 Beschäftigten. Daneben dominieren Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft. Größter Arbeitgeber Röbels ist das CD-Werk Optimal Media Productions mit fast 500 Beschäftigten. Öffentliche Einrichtungen
BildungGymnasium, Haupt- und Realschule, Grundschule, Volkshochschule. VereineÄltester Verein Röbels ist die 1994 wiedergegründete Schützenzunft von 1548. 1845 wurde der Ackerbürgerverein als Reiterverein gegründet, der bis heute noch das traditionelle „Speckreiten”, ein Wettrennen um eine Speckseite, veranstaltet. Zweitältester Verein ist der Männerchor von 1855. Der Sportverein TSV 1890 gehört zu den zahlenmäßig größten Vereinen des Landkreises. Internationale Bekanntheit hat sich der Seglerverein durch die regelmäßige Veranstaltung von namhaften Segelregatten erworben. Regelmäßige Veranstaltungen
Persönlichkeiten
Werner Schinko, Grafiker & Maler Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
