Saalfeld in Thüringen


Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saalfeld-Rudolstadt
Koordinaten: 50° 39′ N, 11° 22′ O
Höhe: 235 m ü. NN
Fläche: 44,72 km²
Einwohner: 27.861
Bevölkerungsdichte: 623 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 07301–07318
Vorwahl: 03671
Kfz-Kennzeichen: SLF
Gemeindeschlüssel: 16 0 73 077
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
07318 Saalfeld/Saale
Webpräsenz: www.saalfeld.de
Bürgermeister: Matthias Graul (parteilos)

Saalfeld/Saale ist eine Stadt in Thüringen. Sie ist die Kreisstadt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt im Südosten des Bundeslandes und liegt in einem etwa 250 km² großen Verdichtungsgebiet mit 75.000 Einwohnern, zu dem unter anderem auch die Städte Rudolstadt und Bad Blankenburg gehören. Die drei Städte kooperieren im Rahmen des „Städtedreiecks Saalebogen”, der eine Stadtfusion anstrebt, miteinander. Saalfeld liegt an der Saale in der Mitte des Saalebogens. Südwestlich der Stadt beginnt das Thüringer Schiefergebirge. Bekannteste Sehenswürdigkeit sind die Feengrotten, des Weiteren besitzt die Stadt Bedeutung als Eisenbahnknoten. Saalfeld ist als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums eingestuft. Es bildet gemeinsam mit Rudolstadt ein Doppelzentrum.

Geografie

Saalfeld liegt im Tal der Saale, die der Stadt einst ihren Namen gab, in etwa 235 Metern Höhe. Südwestlich der Stadt beginnt das Thüringer Schiefergebirge mit über 500 Meter hohen Bergen am Stadtrand. In südlicher Richtung liegt das Tal der Saale bzw. ihrer Nebenflüsse Loquitz und Sormitz. Diese Täler sind tiefe, enge Täler, die landschaftlich sehr reizvoll sind. Darüber hinaus liegt im Südosten der Stadt das Talsperrensystem „Saalekaskade”, welches sich entlang der Saale bis nach Bad Lobenstein erstreckt und mit der Bleilochtalsperre und der Talsperre Hohenwarte die größten Talsperren Thüringens und zwei der größten Talsperren Deutschlands beinhaltet. Östlich der Stadt beginnt die Orlasenke, eine fruchtbare, breite Talsenke, die sich bis zur 35 Kilometer östlich gelegenen Stadt Triptis erstreckt. Nördlich von Saalfeld die Vordere Heide, der südwestlichste Ausläufer des Thüringer Holzlandes mit dem 481 Meter hohen Kulmberg, dem Hausberg der Stadt, auf welchem sich ein Stahlfachwerkturm befindet, von dem aus man das gesamte Umland überblicken kann. Nordwestlich verlässt die Saale die Stadt; dort liegen auch die Nachbarstädte Rudolstadt und Bad Blankenburg, der Beginn des Schwarzatals.

Die Stadt selbst liegt am westlichen, dem Bergufer der Saale. Die Altstadt liegt auf einem Hügel unweit des Flusses. Sie ist von weiteren Wohngebieten umgeben, während auf der östlichen Seite der Saale rund um den Bahnhof Saalfeld Industrie- und Gewerbeflächen dominieren. Hier liegt auch der Ortsteil Gorndorf mit dem Plattenbaugebiet der Stadt.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Rudolstadt, Arnsgereuth, Kamsdorf, Kaulsdorf, Saalfelder Höhe und Unterwellenborn.

Stadtgliederung

Zu Saalfeld gehören die Stadtteile:

  • Altsaalfeld
  • Aue am Berg
  • Beulwitz
  • Crösten
  • Garnsdorf
  • Gorndorf
  • Graba
  • Köditz
  • Obernitz
  • Remschütz
  • Südstadt
  • Wöhlsdorf

Geschichte

Saalfeld wurde im Jahre 899 erstmals urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Gründungen Ostthüringens. Als 1071 (andere Angabe: 1074) der Kölner Erzbischof Anno II. hier ein Benediktinerkloster gründete, entwickelte sich der Ort schnell zum kirchlichen Machtzentrum des östlichen Thüringens. Über die Gründung des Klosters berichtet der Geschichtsschreiber Lampert von Hersfeld, der mehrere Wochen im Saalfelder Kloster verweilte. Schon 1180 erhielt Saalfeld als vierter Ort in Thüringen das Stadtrecht. 1363 wurde die Stadtmauer errichtet, ein erstes Rathaus gab es 1389.

Bei der Erfurter Teilung 1572 gelangte Saalfeld an Sachsen-Weimar, 1603 an Sachsen-Altenburg und 1673 an Sachsen-Gotha. Zwischen 1680 und 1735 war die Stadt Residenz der Herzöge von Sachsen-Saalfeld, welches nach 1735 zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld wurde. Nachdem die Linie Sachsen-Gotha und Altenburg 1825 ausgestorben war, kam Sachsen-Gotha zu Sachsen-Coburg-Saalfeld (deshalb umbenannt zu Sachsen-Coburg und Gotha), das dafür Saalfeld und den größten Teil Sachsen-Hildburghausens an Sachsen-Meiningen abgab. Friedrich von Sachsen-Hildburghausen wird Herzog des wiedergegründeten Sachsen-Altenburg.

Bei Saalfeld fand am 10. Oktober 1806 das Gefecht bei Saalfeld statt, welches mit einem Sieg der 14.000 französischen Soldaten über das 9.000 Mann starke Heer der Preußen endete.

Nach dem Ersten Weltkrieg werden die Monarchien abgeschafft und der neue Freistaat Thüringen gegründet. Saalfeld wurde nun die Kreisstadt des Landkreises Saalfeld, der noch bis 1994 bestand. Vorher war die Stadt bereits seit 1868 der Verwaltungssitz des Kreises Saalfeld im Herzogtum Sachsen-Meiningen, der jedoch einen wesentlich anderen Gebietszuschnitt als sein Nachfolger hatte.

In der Zeit von 1936 bis 1945 war Saalfeld Garnisionsstadt der Wehrmacht. Die Stadt wurde bei Bombardements gegen Ende des zweiten Weltkriegs beschädigt, Angriffsschwerpunkt waren hierbei die umfangreichen Eisenbahnanlagen. 1994 wurden die Kreise Saalfeld und Rudolstadt zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zusammengelegt, dessen Kreissitz Saalfeld wurde.

Eingemeindungen

Am 6. April 1994 wurde Beulwitz eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1833 bis 1950

  • 1833 – 4.604
  • 1890 – 9.801
  • 1905 – 13.242
  • 1910 – 14.347
  • 1925 – 17.960
  • 1933 – 19.148
  • 1939 – 22.903
  • 1946 – 26.387
  • 1950 – 27.673

1960 bis 1997

  • 1960 – 26.876
  • 1970 – 33.643
  • 1981 – 34.256
  • 1984 – 33.586
  • 1985 – 33.614
  • 1994 – 32.349
  • 1995 – 31.922
  • 1996 – 31.983
  • 1997 – 31.489

1998 bis 2005

  • 1998 – 30.299
  • 1999 – 29.868
  • 2000 – 29.511
  • 2001 – 29.060
  • 2002 – 28.759
  • 2003 – 28.393
  • 2005 – 27.918
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

29. Oktober
31. August

Politik

Wappen

Blasonierung: „In Grün zwei gegeneinandergekehrte, aufgerichtete silberne Fische (Barben) und zwei silberne sechsgezackte Sterne, die einzeln in halber Höhe neben jedem Fisch angeordnet sind.”

Städtepartnerschaften

Saalfeld unterhält Städtepartnerschaften mit:

  • Stains (Frankreich) seit 1964
  • Sokolov (Tschechien) seit 1974
  • Kulmbach (Bayern) seit 1988
  • Samaipata (Bolivien) seit 1996
  • Zalewo (Saalfeld) (Polen) seit 2001

Städtedreieck „Saalebogen”

Die Städte Saalfeld/Saale, Rudolstadt und Bad Blankenburg arbeiten seit 1997 als Städteverbund „Städtedreieck am Saalebogen” zusammen. Eine Diskussion über einen möglichen festen Zusammenschluss der drei Städte zu einer neuen großen Stadt verlief in der Öffentlichkeit schnell im Sande. Auf Verwaltungsebene werden jedoch sinnvolle mögliche Teilkooperationen weiter diskutiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Hoher Schwarm
  • Stadttore
  • Innenstadt („Steinerne Chronik Thüringens”)
  • Johanneskirche
  • Park und Villa Bergfried
  • Rathaus
  • Markt-Apotheke, um 1180 erbauter gotischer Wohnturm, früherer Sitz des Stadtvogts. Bis zur Enteigenung war sie im Besitz der Familie Arndt.
  • Schlösschen Kitzersteins
  • Kulmberg (Stahlfachwerk-Aussichtsturm nahe Saalfeld mit Blick über die Stadt und das Saaletal sowie die Orlasenke)
  • Stadtmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster
  • Ehemaliges Residenzschloss (beherbergt heute das Landratsamt)
  • Katholische Kirche Corpus Christi
  • Gertrudiskirche in Graba

Naturdenkmäler

Bedeutendste Sehenswürdigkeit sind die „Feengrotten”, ein ehemaliges Alaunschieferbergwerk, in dem die Natur ein faszinierendes Wunderwerk aus Tropfsteinen und vielfarbigen Mineralen geschaffen hat. Durch die nachträgliche Anlage von kleinen Wasserbecken in der Grotte wirken die Farben und Spiegelungen besonders effektvoll. Im Guinness-Buch der Rekorde sind sie als „die farbenreichsten Schaugrotten der Welt” vermerkt. Die Feengrotten sind auch eine der ältesten touristisch erschlossenen Höhlen der Welt. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg haben hier Führungen stattgefunden.

  • Bohlenwand (Schiefer-Steilwand im engen Saaletal südlich von Saalfeld)

Sport

Es gibt den auf Landesebene erfolgreichen Saalfelder Leichtathletik-Verein, die Fußballvereine VfL 06 Saalfeld und FC Lokomotive Saalfeld sowie den Sportverein 1. SSV Saalfeld.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft Saalfelds wird von Klein- und Mittelstandsbetrieben dominiert, die fast das gesamte Branchenspektrum abdecken. Der größte Arbeitgeber der Stadt ist die Samag Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH, ein Maschinenbauunternehmen mit 400 Mitarbeitern. Das zweitgrößte Unternehmen in Saalfeld ist die Trumpf Medizin Systeme GmbH mit etwa 280 Mitarbeitern, die medizinische Geräte herstellt.

Historisch bedeutend ist auch die Maxhütte Unterwellenborn im Nachbarort Unterwellenborn, in der viele Saalfelder Arbeit fanden und finden. Sie firmiert heute als Stahlwerke Thüringen und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter.

Ein weiteres bekanntes Unternehmen aus der DDR-Zeit war der Schokoladenhersteller Rotstern. Heute wird die Süßwarenindustrie der Stadt durch die Feengrotten Schokoladenmanufaktur repräsentiert. Des Weiteren gibt es in der Stadt eine große Brauerei, die Bier der Marke Saalfelder produziert.

Verkehr

Straße

Saalfeld ist über die Bundesstraßen 85 (Weimar–Kronach) und 281 (Eisfeld–Gera) an das Bundesstraßennetz angebunden. Nahe der Stadt verlaufen auch die B 88 (Ilmenau–Jena) und die B 90 nach Hof. Eine Ortsumgehung als Schnellstraße nördlich der Stadt ist bereits teilweise fertiggestellt. Sie ist Teil des Ausbaus der B 85/B 281 Rudolstadt–Saalfeld–A 9 AS Triptis. An das Autobahnnetz ist die Stadt nicht angebunden, der Bau einer Zubringerautobahn zur A 71 nach Arnstadt wurde diskutiert, dann aber wieder verworfen. Stattdessen wird der Bau der Bundesstraße 90n Saalfeld–Stadtilm–A 71 geplant. Zur A 9 sind es 35 km nach Osten, die A 4 verläuft 40 Kilometer nördlich und die A 71 30 Kilometer westlich von Saalfeld.

Eisenbahn

Saalfeld ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Die Stadt verfügt über den Bahnhof Saalfeld als wichtigsten Knotenpunkt Ostthüringens. Von hier besteht per ICE/IC Anschluss an Jena, Leipzig und Berlin im Norden und Bamberg, Nürnberg und München im Süden. Regionalexpresse verkehren von Saalfeld nach Erfurt, Gera und Bayreuth und Regionalbahnen nach Arnstadt, Naumburg, Lichtenfels, Gera, Bad Lobenstein–Blankenstein und über Rottenbach nach Katzhütte. Die Bahnstrecke nach Sonneberg über Probstzella wurde 1997 stillgelegt und die Bahnstrecke nach Hof 1945 von der innerdeutschen Grenze unterbrochen. Sie wird heute nur noch bis Blankenstein befahren, der fünf Kilometer lange Abschnitt im Grenzgebiet (Höllentalbahn) ist stillgelegt, allerdings ist ein Wiederaufbau in der Diskussion.

Medien

Saalfeld verfügt als eine der wenigen Thüringer Städte über einen Bürgerfernsehsender. Hier können interessierte Bürger ein eigenes Programm gestalten und aussenden. Die erforderliche Technik wird kostenfrei bereitgestellt. Träger des Offenen Kanals ist ein eingetragener Verein. Ein weiterer Sender ist der Saale Info Kanal, oder SIK. Er zeigt Bilder von Veranstaltungen und Kleinanzeigen der Bürger und Firmen der Stadt sowie einen wöchentlichen Bericht.

Bildung

Es gibt in Saalfeld zwei Gymnasien, das Heinrich-Böll-Gymnasium und das Erasmus-Reinhold-Gymnasium in Gorndorf (dessen Zusammenlegung mit dem Heinrich-Böll-Gymnasium durch einen Landtagsbeschluss verhindert wurde). Außerdem gibt es zwei staatliche Regelschulen sowie drei Grundschulen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Clara Döhring (* 13. März 1899, † 7. Juni 1987), deutsche Politikerin (SPD), MdB
  • Hugo Eberlein (* 4. Mai 1887, † wahrscheinlich 12. Januar 1944), Politiker, Mitbegründer der KPD
  • Ludwig Engelhardt (* 18. August 1924, † 21. Januar 2001), Bildhauer
  • Johann Philipp Kirnberger (* 24. April 1721, † 27. Juli 1783 in Berlin), Komponist
  • Casper Pfreund (* 1517, † 16. Juni 1574), Apotheker und Bürgermeister von Wittenberg
  • Erasmus Reinhold (* 22. Oktober 1511, 19. Februar 1553), Mathematiker und Astronom, einer der ersten Verfechter des kopernikanischen Weltbilds
  • Richeza (* um 995), Königin von Polen
  • Ror Wolf (* 29. Juni 1932), Schriftsteller



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Informationsportal über Saalfeld in Thüringen - 25.5.2012