Salem in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Koordinaten: 47° 46′ N, 9° 18′ O
Höhe: 440 m ü. NN
Fläche: 62,70 km²
Einwohner: 11.218
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88682 (alt: 7777)
Vorwahlen: 07553,07554,07544,07556
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 052
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Leutkircher Straße 1
88682 Salem
Webpräsenz: www.salem-baden.de
Bürgermeister: Manfred Härle

Salem ist eine Gemeinde im Bodensee-Hinterland, etwa 9 km östlich von Überlingen und 10 km bis Meersburg. Der Gemeinde wurde das Prädikat "Erholungsort" verliehen.

Geschichte

Für eine ausführliche Geschichte des Klosters siehe den Artikel Reichsabtei Salem.

Die Örtlichkeit war mindestens seit der Bronzezeit besiedelt. Ab dem 3. Jahrhundert gründeten Alemannen, später auch zuziehende Franken, mehrere Dörfer, darunter die kleine Siedlung Salemanneswilare (später Salmannsweiler).

Hier gründete 1137 der Orden der Zisterzienser das Kloster Salem. Es wurde schnell in den Rang einer Reichsabtei erhoben und gewann 1178 noch größere Unabhängigkeit, als es durch Papst Alexander III. direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt wurde.

Das Kloster brachte es durch Zuwendungen, Schenkungen und eigenen Handel bald zu Grundbesitz und außergewöhnlichem Wohlstand und gewann weit über die Region hinaus an Bedeutung.

Von etwa 1285 bis 1425 wurde das bis heute erhaltene hochgotische Salemer Münster errichtet. 1595 wurde der Abtei das Generalvikariat über alle Zisterzienserklöster in Süddeutschland übertragen. 1637 erhielt sie durch einen Vertrag mit dem Fürstenhaus Fürstenberg auch die Grafschaftsrechte und damit die volle Landeshoheit über das Salemer Gebiet.

Im 17. Jahrhundert musste das Kloster schwere Rückschläge verkraften. Vom Dreißigjährigen Krieg, der Tod und Verwüstung über ganze Landstriche brachte, erholte es sich nur langsam. 1697 vernichtete ein Feuer nicht nur die meisten Gebäude, sondern zudem zahlreiche im Besitz der Abtei befindliche Kunstschätze.

In der Folgezeit entstanden unter dem Baumeister Franz Beer aus Vorarlberg die bis heute erhaltenden Barockbauten, und das Reichsstift erlebte eine glanzvolle Renaissance. Unter anderem gründete Abt Anselm II. Schwab 1749 eine Waisenkasse, die als erste Sparkasse Deutschlands gilt. Anselm ließ auch die Wallfahrtskirche Birnau am Bodenseeufer errichten.

Die große Zeit des Klosters endete mit dem Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803. Es wurde säkularisiert und das Territorium fiel an die Markgrafschaft Baden. Fortan war Salem politisch nur noch von regionaler Bedeutung.

Politik

Salem hat sich mit den Gemeinden Frickingen und Heiligenberg zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.

Wirtschaft

Die Wirtschaft in Salem ist durch kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe geprägt. Ein bedeutender Anteil der Arbeitnehmer arbeitet nicht in Salem, sondert pendelt in die grösseren Städte der Region. Durch den Gewerbepark Salem wird versucht neue Arbeitsplätze in der Gemeinde zu schaffen.

Mit der Sparkasse Salem-Heiligenberg verfügt die Gemeinde über die älteste Sparkasse Deutschlands. Sie wurde 1749 von Abt Anselm II. gegründet. Zum 1. August 1975 wurde die damalige Bezirkssparkasse Salem mit der Bezirkssparkasse Heiligenberg zur heutigen Sparkasse Salem-Heiligenberg fusioniert.

Verkehr

Seit 1901 ist Salem an das Eisenbahnnetz (Bodenseegürtelbahn) angeschlossen. Es bestehen stündliche Verbindungen nach Markdorf und Friedrichshafen im Osten und Überlingen und Radolfzell im Westen. Die Gemeinde gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

In Salem hat sich eine bekannte Privatschule etabliert. Das Internat Schule Schloss Salem wurde am 14. April 1920 durch den Reformpädagogen Kurt Hahn und Prinz Max von Baden gegründet und steht unter der Schirmherrschaft des jeweiligen baden-württembergischen Kultusministers.

Direkt am Schlosssee befindet sich das 1976 eröffnete Bildungszentrum Salem. Hier befindet sich eine Realschule und eine Hauptschule mit Werkrealschule.

Die Teilorte Mimmenhausen, Neufrach und Beuren haben jeweils eine eigene Grundschule.

In Stefansfeld befindet sich eine öffentliche Förderschule mit angeschlossener Beratungsstelle für Frühförderung.

In Buggensegel ist der Sitz der Sonnenbergschule «Schule für geistig Behinderte».

Freizeit- und Sportanlagen

Im Sommer zieht das Freibad am Schlosssee Badegäste aus der ganzen Region an. Auf dessen Gelände findet alljährlich das Schloßseefest Salem, eine der größten Open-Air-Veranstaltungen der Bodenseeregion, statt.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet gliedert sich in elf Teilorte

  • Salem (Stefansfeld)
  • Mimmenhausen
  • Neufrach
  • Buggensegel
  • Mittelstenweiler
  • Tüfingen (wozu auch der Teilort Baufnang gehört)
  • Rickenbach
  • Weildorf
  • Grasbeuren
  • Oberstenweiler
  • Beuren

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die 17 Hektar große historische Klosteranlage, heute Schloss Salem, mit dem hochgotischen Salemer Münster beherbergt neben dem Internat Schule Schloss Salem mehrere Museen, darunter ein Feuerwehrmuseum, ein Brennerei- und Küfereimuseum, eine historische Schmiede und einen Weinkeller.
  • Die barocke Stefansfeld-Kapelle im Ortsteil Stefansfeld wurde von Franz Beer errichtet, dem Architekten der Klosterbauten
  • Das Feuchtmayer-Museum im Ortsteil Mimmenhausen zeigt Ausstellungsstücke zu Leben und Werk des Barockbildhauers und Stukkators Josef Anton Feuchtmayer, der in Mimmenhausen lebte und arbeitete.
  • Eine weitere Attraktion der Gemeinde ist der Affenberg, ein für Besucher zugängliches, fast 20 Hektar großes Waldstück, in dem rund 200 Berberaffen frei herumlaufen. Zum Gelände gehören außerdem ein großer Karpfen-Weiher, ein Freigehege für Damwild und eine Aufzucht- und Fütterungsstation für Weißstörche.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Joseph Anton Feuchtmayer (1696–1770), Stukkateur und Bildhauer des Rokoko
  • Johann Baptist von Keller (1774–1845), Bischof von Rottenburg
  • Arthur Raither (1911–1988), Landwirt und Agrarpolitiker
  • Monika Müller (*18. Februar 1959), Malerin und Künstlerin
  • Georg Freundorfner (* 1. April 1964), Künstler und Bildhauer
  • Markus Baur (* 22. Januar 1971), Handball-Nationalspieler



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Salem in Baden-Württemberg - 25.5.2012