Sankt Ingbert in Saarland


Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Saarpfalz-Kreis
Koordinaten: 49° 18′ N, 7° 7′ O
Höhe: 215–402 m ü. NN
Fläche: 49,95 km²
Einwohner: 38.798
Bevölkerungsdichte: 777 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66386
Vorwahl: 06894
Kfz-Kennzeichen: IGB
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 12
66386 St. Ingbert
Webpräsenz: www.st-ingbert.de
Oberbürgermeister: Georg Jung (CDU)

Die Mittelstadt St. Ingbert zählt rund 38.800 Einwohner und ist die fünftgrößte Stadt im Saarland.

Ihr Stadtgebiet umfasst die Stadtteile St. Ingbert-Mitte (mit Sengscheid), Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach (mit Reichenbrunn und Rittersmühle) und Rentrisch.

Geographie

Fläche

Das Stadtgebiet umfasst mit allen fünf Stadtteilen zusammen eine Fläche von zirka 50 Quadratkilometern. Auf die Stadtteile - aufgelistet nach der Bevölkerungsgröße - entfallen somit folgende Flächen:

  • St. Ingbert-Mitte: 2.473 ha
  • Rohrbach: 745 ha
  • Hassel: 926 ha
  • Oberwürzbach: 552 ha
  • Rentrisch: 208 ha

Nach der Nutzung gesehen, verteilen sich die 50 km² Gesamtfläche der Mittelstadt folgendermaßen:

  • 22% Gebäude- und Freiflächen,
  • 8,2% Verkehrsfläche,
  • 14,2 landwirtschaftliche Flächen
  • 52,3% Waldfläche

Natürliche Grundlagen

St. Ingbert liegt in den Ausläufern des Pfälzer Waldes. So ist der größte Teil des Stadtgebietes von naturnahem Mischwald und sanften Hügeln geprägt (etwas mehr als die Hälfte der Fläche, s. Schaubild). Der Ort wird vom Rohrbach durchflossen, aus dem es auch einen großen Teil seines Trinkwassers bezieht.

Geologisch wird die Stadt vom Trias geprägt. Der Trias besteht aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper. Die waldigen Bereiche St. Ingberts liegen im Buntsandsteingebiet. Südlich von St. Ingbert beginnt das Muschelkalkgebiet, das durch seine lehm- und tonhaltigen Böden meist durch eine landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichnet ist. Nordwestlich von St. Ingbert fängt der saarländische Kohlegürtel an, auf dem Stadtgebiet gibt es Steinkohlevorkommen.

Lage

St. Ingbert liegt an der Achse Saarbrücken - Homburg/Saar, die für das Saarland von zentraler Bedeutung ist, da sie die meiste Wirtschaftskraft des Landes bündelt. International gesehen liegt St. Ingbert an der Linie, die das Pariser Becken mit dem Rhein-Main-Gebiet um Frankfurt am Main verbindet. Bemessen nach dem Gradnetz der Erde liegt St. Ingbert (Messpunkt Engelbertskirche in der Stadtmitte) bei 7° 6' und 45" östlicher Länge sowie 49° 16' und 47" nördlicher Breite.

Nachbarkommunen

Die Mittelstadt hat sieben Nachbarkommunen. Im Uhrzeigersinn sind das Spiesen-Elversberg und Neunkirchen (Saar) (Landkreis Neunkirchen), Kirkel, Blieskastel und Mandelbachtal (Saarpfalz-Kreis), Saarbrücken und Sulzbach/Saar (Stadtverband Saarbrücken).

Geschichte

Die Anfänge

Vom ersten nachchristlichen Jahrhundert an sind römische Siedlungen auf dem Stadtgebiet belegt. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich am 28. Juni 888 in einer Schenkungsurkunde König Arnulfs, damals noch als Lendelfingen. Um 580 weilte der Heilige Ingobertus auf dem Gebiet des heutigen St. Ingberts.

Der Ortsname

Der Name der Stadt geht auf den Heiligen Ingobertus zurück. Ingobertus oder Ingbert soll auf dem heutigen Stadtgebiet als Einsiedler gewirkt haben. Nach Vermutungen könnte es der Bereich um den Heiligenbrunnen am Alten Friedhof gewesen sein. Bislang sind allerdings keinerlei Hinterlassenschaften wie z. B. Reliquien oder ein Grab gefunden worden; auch historisch klar belegte Beweise für seine Tätigkeit in der Stadt existieren nicht. Bevor Ingobertus sich auf dem Gebiet des heutigen St. Ingbert niederließ, siedelte er in Trier zu Zeiten des Bischofs Magnerich in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts. Er kannte Wandalin ("St. Wendel"), Disibod, Banto (fränkischer Feldherr) und Wulflaich (Säulenheiliger aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.) persönlich.

Nach dem Wegzug Ingoberts benannte man vermutlich eine Kapelle nach dem Heiligen, der erst Jahrhunderte später dem ganzen Ort seinen Namen geliehen hat.

888 wurde St. Ingbert erstmals als Lendelfingen urkundlich erwähnt - 300 Jahre, bevor überhaupt erst der Name St. Ingbert auftauchte. Zuerst bezeichnete Lendelfingen ("Lantolvinga") ein Königsgut und einen bei einer Landnahme gegründeten Ort der Alemannen. Unter Lendelfingen verstand man einen mitten im Tal liegenden Ortsteil des Ortes. Erst später übertrug er sich auf den ganzen Ort. Zwar kam 300 Jahre später der Name St. Ingbert auf, Lendelfingen wurde jedoch gleichbedeutend mit dem neuen Namen noch sieben Jahrhunderte weiter verwendet. Erst mit dem Dreißigjährigen Krieg gerät Lendelfingen in Vergessenheit - zusammen mit den Ursprüngen des Namens "St. Ingbert".

10.–14. Jahrhundert

Im Jahre 960 fällt St. Ingbert zusammen mit dem Bliesgau an das Bistum Metz. 1174 wurde zum ersten Mal der heutige Ortsname durch "St. Ingebrehtum" wiedergegeben. 6 Jahre später wurde St. Ingbert als "St. Engilbertum" urkundlich erwähnt. Ab dem Jahr 1329 wurden die ersten Einwohner namentlich genannt.

Am 15. Juli 1339 kommt St. Ingbert mit Blieskastel zum Erzstift Trier. Kirchlich bleiben beide jedoch beim Bistum Metz.

15.–17. Jahrhundert

1475 wird der St. Ingberter Bann (Herrschaftsgebiet) zum ersten Mal bestimmt. Im Jahr 1487 kommt Johann von der Leyen durch Heirat in den Besitz von einigen Rechten bezüglich St. Ingbert.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts (1553) wütete auch in St. Ingbert die Pest. Während dieser Zeit gehörte der Ort zu Kurtrier. In den folgenden Jahrzehnten bis 1634 gehörte er als Pfandbesitz zu Nassau-Saarbrücken. Während dieser Zeit, gerade um 1561, gab es immer wieder Streitigkeiten über das Geleitsrecht und um den St. Ingberter Wald – oftmals zwischen den Kurfürsten von Trier, den Herzögen von Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken.

Um das Jahr 1564 wurden die Grenzen des Bannes St. Ingbert detailliert festgelegt. Mit einer Karte beschrieb Tilemann Stella die Grenzen – gerade im Hinblick auf die Nachbardörfer Hassel und Rohrbach.

Zwei Jahre später erschien das erste richtige Einwohnerverzeichnis, das 25 Haushalte umfasste. In den Jahren von 1573 und 74 wurde die Gegend nochmals von der Pest heimgesucht. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es gehäuft zu Weidestreitigkeiten zwischen St. Ingbert und Rohrbach.

1634 wurde St. Ingbert zusammen mit Blieskastel wieder aus nassau-saarbrückische Herrschaft durch Kurtrier eingelöst. 1637 wurde St. Ingbert – bis vermutlich auf die Kirche – durch einen Brand vollständig zerstört. 1662 wurden die Kohlegruben wieder in Betrieb genommen, die während des Dreißigjährigen Krieges zerfallen waren. Außerdem wurde in den folgenden Jahrzehnten Eisenerze aus St. Ingbert verhüttet und Holz aus dem St. Ingberter Wald vermarktet.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts (1698) zählte St. Ingbert 21 Haushalte mit 88 Einwohnern.

18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert begann in St. Ingbert langsam die industrielle Entwicklung. So kam es im Jahr 1700 zu ersten Überlegungen bezüglich des Baus eines Alaunwerkes und einer Vitriolfabrik. Außerdem wurde in den nächsten Jahren Eisenerze und der Wald über die Grenzen des Ortes vermarktet, bis zum Niederrhein und nach Holland. Es entstand 1725 eine Mühle. 1732 wurde ein Pachtvertrag zwischen dem Consortium Lehn-Gottbill-Loth und Graf Caspar von der Leyen bezüglich der Errichtung eines Eisenwerkes abgeschlossen. Im Frühsommer 1733 war es schließlich soweit und eine Hütte mit Schmelze und Hammerwerk konnte ihren Betrieb aufnehmen.

In den 30er, 40er und 50er Jahren des 18. Jahrhunderts gab es Waldprozesse in St. Ingbert zwischen dem gräflichen Fiskus und der Gemeinde St. Ingbert. In der ersten Instanz verlor die Gemeinde die Waldrechte. Auch in der zweiten Instanz wurde dieses Urteil bestätigt. Um am Reichskammergericht Wetzlar durchzukommen, ließ die Gemeinde Urkunden fälschen. Im Juli 1775 griffen die Kurfürsten von Trier in den Prozess ein und schlugen sich auf die Seite der Gemeinde. Nach einem Gutachten eines kurtrierischen Oberförsters, endete der Waldprozess mit einem ergebnislosen Vergleich. Die Folge war ein Interventionsschritt Kurtriers im Prozess zugunsten der Landesherrschaft.

1739 wurde eine kaiserliche Poststation in St. Ingbert errichtet.

1755 wurde die katholische St. Engelbertskirche vollendet. Damit bekam der mittlerweile 400 Einwohner starke Ort eine eigene Kirche. Vorher fanden die Messen nur in einer Kapelle statt. Ursprünglich sollte die Kirche Ingobertuskirche heißen. Weil aber damals schon die Existenz Ingobertus' nicht als gesichert angesehen werden konnte, einigte man sich auf den Kompromiss Engelbert.

In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde die Kohleförderung nach und nach erschlossen. Außerdem gab es in diesem Zeitraum die erste amtliche Untersuchung über den Bergbau in St. Ingbert. Man rang mit der Idee, die vielen Privatgruben zu verstaatlichen. Dies sollte 1777 Realität werden, als Gräfin Marianne von der Leyen dem Unternehmer Johann Wolfgang Falck den St. Ingberter Bergbau übergab und alle St. Ingberter Gruben entschädigungslos eingezogen wurden.

Die Kohle wurde mit Schiffen bis nach Koblenz und Mainz transportiert.

Im gleichen Jahr wurde durch die Eröffnung einer Rußhütte auch Koks hergestellt. Zwei Jahre später wurde der Versuch unternommen, die "Praschenfeuerung" wieder einzuführen, die schon 1773 versucht worden war. Im gleichen Jahr zeichnete sich auch der Ruin des Eisenwerkes ab, das jedoch von der gräflichen Rentkammer (Finanzverwaltung) selber übernommen wurde.

Mit der industriellen Entwicklung kam es 1773 schließlich zur Einstellung der ersten fremden Bergleute. 1785 wanderten die ersten protestantischen Bergleute ins rein katholische St. Ingbert ein. Eine Auswirkung war z.B. der Bau der Martin-Luther-Kirche in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

1784 wurde in St. Ingbert die Mariannentaler Glashütte durch Marianne von der Leyen gegründet. Diese Glashütte erhielt sogar das Recht eigene Kohlegruben zu betreiben. 1786 wurde per Vertrag die Gründung einer neuen Alaunhütte beschlossen.

Am 12. März 1788 erließ Gräfin Marianne von der Leyen einen Erlass, wonach auch die Verwendung der Steinkohle in den Wohnhäusern möglich wurde. Hintergrund der Entscheidung war die Abnahme des St. Ingberter Holzes. Im gleichen Jahr noch übernimmt der Protestant Philipp H. Krämer Teile des Hüttenwerks sowie die Gesamtleitung der Schmelze. Zu dieser Zeit gab es 18 Schmelzarbeiter und 13 Erzgräber und Kohlebrenner.

Am 18. September 1789 gab es Aufstände einiger Gemeinden im Herrschaftgebiet der Grafen von der Leyen. Am 9. Oktober wurden die Schmelz, die Kohlegruben und der Wald durch Bürger besetzt. Die Folge war die Neuwahl revolutionärer Gemeindevorsteher. Vom 6. Dezember 1789 bis zum Januar des Folgejahres wurde die Reichsexekution über den Ort verhängt. Infolgedessen wurde St. Ingbert durch kurpfälzische und kurmainzische Truppen besetzt.

1792 wurde nach heftigen Tumulten ein Freiheitsbaum vor das Portal der Engelsbertskirche gesetzt. 1793 kam es zum Ende der Herrschaft der Grafen von der Leyen. Die Gräfin Marianne floh aus Blieskastel. Die Gemeinde erhielt daraufhin die Rechte, die vorher den Grafen gehörten. Zwischen 1793 und 1795 waren die Kohlegruben abwechselnd in französischer und deutscher Hand.

Am 22. September 1797 wird die Freie Republik St. Ingbert ausgerufen, die einen Bestand von acht Tagen haben sollte.

Schließlich wurde St. Ingbert 1798 dem Saardepartement zugeteilt.

19. Jahrhundert

1801 wurde St. Ingbert wegen des Konkordates zwischen Papst Pius V. und Napoleon vom Bistum Metz getrennt und dem Bistum Trier zugeschlagen, wo es bis 1821 blieb.

1804 kaufte die Witwe von Philipp Heinrich Krämer, Sofie Krämer, das Eisenwerk. Zwischen 1806 und 1813 durchquerte Napoleon mit seinen Truppen den Ort sieben Mal.

Zwischen 1814 und 1816 kam St. Ingbert zusammen mit Blieskastel unter bayerisch-österreichische Verwaltung. Ab 1816 wurde St. Ingbert dem Königreich Bayern zugeschlagen. Ebenso ging das Bergwerk in bayerischen Staatsbesitz über.

1821 wurde die Pfarrei St. Ingbert infolge der bayerischen Herrschaft dem Bistum Speyer zugeschlagen, dem es bis heute angehört.

Im Jahre 1829 bekam die Gemeinde St. Ingbert die Stadtrechte verliehen, was jedoch keine größeren Neuerungen mit sich brachte, da der Ort schon vorher Marktrechte hatte. Von 1816 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts stand St. Ingbert unter der Verwaltung des Königreiches Bayern. Zeugnisse davon sind alte Grenzsteine, das Wappen von St. Ingbert (mit bayerischem Blau-Silber), sowie die Zugehörigkeit zum Bistum Speyer, das wiederum zum Erzbistum Bamberg in Bayern gehört.

1838 wurde in St. Ingbert die erste Straßenbeleuchtung eingeführt, damals noch mithilfe von Petroleum. 1849 wurde der Ort Rohrbach von St. Ingbert abgetrennt und wurde eine eigene Bürgermeisterei. Später, 1852, wurde auch Oberwürzbach abgetrennt und der Bürgermeisterei Ommersheim angegliedert.

Wegen des Bergbaus und der damit verbundenen Einwanderung vieler Protestanten in das katholische St. Ingbert war der Bau einer protestantischen Kirche notwendig geworden.

1864 wurde die erste Feuerwehr gegründet, ein Jahr später die erste Ortszeitung.

Mit der Errichtung eines Gaswerkes wurde die Gasbeleuchtung 1866 eingeführt.

Am 1. Juni 1867 wurde die Stadt ans Eisenbahnnetz über die Strecke Hassel - Schwarzenacker - bis nach Homburg (Saar) und weiter nach Ludwigshafen angeschlossen. Drei Jahre später wurde dann die Bahnlinie in Richtung Saarbrücken fertiggestellt. Der Zugverkehr von Homburg nach Saarbrücken lief weiter über Neunkirchen (Saar). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zählte die Stadt etwa 10.000 Einwohner.

Nachdem die Kirche St. Engelbert zu klein geworden war, legte man 1890 den Grundstein für die Kirche St. Josef, die drei Jahre später eingeweiht werden sollte.

20. Jahrhundert

Am 1. Januar 1904 wurde die die neue Verbindungsbahn von St. Ingbert über Rohrbach– nach Hassel fertig gestellt. Die direkte Verbindung zwischen St. Ingbert und Hassel legte man still, weil ein kleinerer Tunnel einsturzgefährdet war. Zum gleichen Termin ging die direkte Strecke von Rohrbach/Saar über Kirkel und Limbach nach Homburg/Saar in Betrieb.

Während des Ersten Weltkrieges wurde St. Ingbert 1915 mehrmals von feindlichen Flugzeugen angegriffen. Einige Einwohner kamen dabei ums Leben.

Durch den Versailler Vertrag 1919 wurden St. Ingbert sowie Homburg von der Pfalz ans neu geschaffene Saargebiet abgetreten. Dies stand unter der Verwaltung des Völkerbundes, war aber wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen. 1922 wurde in St. Ingbert in Teilen die erste elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt. Bis zum Jahr 1923 wuchs die Bevölkerung aufgrund der boomenden Kohleförderung, Eisenverarbeitung und Glasindustrie stark an.

1935 fand eine Volksabstimmung statt, bei der die Beibehaltung des Status Quo (Völkerbundsmandat), die Eingliederung des Saarlandes nach Frankreich oder Deutschland zur Wahl stand. 91,4 Prozent der St. Ingberter waren für eine Rückgliederung ins Deutsche Reich.

1936 wurde Sengscheid von Ensheim abgetrennt und St. Ingbert zugeschlagen. 1939 stieg die Einwohnerzahl durch Rückwanderer auf 28.000. Infolge der Kriegsereignisse des Zweiten Weltkrieges lebten zweitweise bis zu 40.000 Menschen in der Stadt. 1940 fand der erste britische Luftangriff auf St. Ingbert statt. Schon 1941 gab es den 100. Fliegeralarm. Ein Jahr später wurden die Glocken der Kirchen zu Kriegszwecken abgenommen.

Am 11. Mai, 29. Juni, 16. Juli und 18. September des Jahres 1944 erfolgten Bombenangriffe auf die Stadt, bei denen 21 Menschen ihr Leben verloren und 35 Wohnungen zerstört wurden. Zwischen dem 8. und dem 17. Dezember 1944 lag die Stadt unter amerikanischem Artilleriefeuer.

Wie 1944, so gab es auch 1945, am 1. Januar, 14. Januar, 13. Februar und dem 15. Februar weitere Bombenangriffe auf die Stadt. Ebenso kam es am 5. März bis zum 7. März zu Artilleriebeschuss, dann wieder im Wechsel zu weiteren Bombenangriffen.

Am 20. März 1945 marschierten Truppen der 3. US-Armee von Ensheim her ein, fünf Tage später wurden die Amerikaner von den Franzosen abgelöst, die gleichzeitig auch die Verwaltung über St. Ingbert übernahmen. Im 2. Weltkrieg fielen 1.052 Einwohner von St. Ingbert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland erneut französisch verwaltet. Erst nach einer erneuten Volksabstimmung 1955 erfolgte 1957 zur Rückgliederung in die Bundesrepublik Deutschland.

In den 1950er-Jahren kam der Steinkohleabbau in St. Ingbert langsam zum Erliegen. Die Grube wurde geschlossen. In den 70er-Jahren wurde auch die Glashütte stillgelegt. Das machte in St. Ingbert einen starken Strukturwandel hin zum Dienstleistungssektor erforderlich.

Im Jahre 1974 wurde die Stadt St. Ingbert durch die saarländische Gebiets- und Verwaltungsreform aufgehoben und zusammen mit den Gemeinden Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach und Rentrisch zur Mittelstadt St. Ingbert fusioniert. Ebenso wurde der Kreis St. Ingbert mit dem Kreis Homburg zum Saarpfalz-Kreis zusammengelegt. St. Ingbert verlor seinen Kreissitz an Homburg. Als Ausgleich wurde der Stadt der Status einer Mittelstadt zuerkannt, der St. Ingbert mehr Rechte als einer gewöhnlichen Stadt zugestand. Obwohl St. Ingbert im Saarpfalz-Kreis gelegen ist, wird die Gemeindeaufsicht nicht durch den Kreis, sondern direkt durch das saarländische Ministerium des Innern durchgeführt. Diese Sonderstellung wird auch im Kfz-Kennzeichen deutlich.

21. Jahrhundert

Seit wenigen Jahren gibt es in St. Ingbert eine negative Einwohnerentwicklung, die die Einwohnerzahl von 41.000 auf rund 39.000 drückte. Der Status einer Mittelstadt geriet dadurch nicht ins Wanken, nachdem die Verwaltung des Saarlandes die diesbezügliche Einwohnergrenze schon vor Jahren von 40.000 auf 30.000 neu festgesetzt hatte.

Wirtschaft

Situation

Nachdem die traditionelle Industrie in den Bereichen Glas, Kohle und Stahl fast nicht mehr existiert, sind es heute vor allem Unternehmen auf dem High-Tech- und Dienstleistungsbereich, die Arbeitsplätze schaffen. Wichtige Unternehmen sind SAP, Festo, Laboratorien Dr. Latza & Partner, Chephasaar, Drahtwerke St.Ingbert und Voit. Außerdem ist die Stadt Standort für wissenschaftliche Einrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik. Wegen der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung wird die Stadt St. Ingbert die Gewerbesteuer bis 2008 von 450 Punkten auf 270 Punkte senken, was dann - nach derzeitigem Stand - den niedrigsten Gewerbesteuersatz Deutschlands bedeuten würde. Davon erhoffen sich die Kommunalpolitiker Unternehmensansiedlungen und neue Arbeitsplätze. Gewerbeflächen stehen in St. Ingbert in erheblichem Umfang zur Verfügung.

Gewerbegebiete

In St. Ingbert gibt es 12 Gewerbegebiete:

  • St. Ingbert West - Dudweilerstraße (mit der bundesweit agierenden Baufirma Peter Gross KG/Albert Bau GmbH)
  • St. Ingbert West - Am Grubenstollen
  • St. Ingbert West - Güterbahnhof
  • St. Ingbert Mitte - Innovationspark am Beckerturm
  • St. Ingbert Mitte - Im Schiffelland/Pottaschwald
  • St. Ingbert Mitte - Oststraße
  • St. Ingbert Mitte - Glashüttengelände
  • St. Ingbert Rohrbach - Mühlstraße
  • St. Ingbert Rohrbach - Geistkirch
  • St. Ingbert Rohrbach - Süd/Industriegelände
  • St. Ingbert Hassel
  • St. Ingbert Oberwürzbach

Außerdem wurde 1994 im Kastanienweg der Gewerbe- und Technologiepark gebaut, in dem inzwischen 13 Existenzgründer unter günstigen Rahmenbedingungen Büroräume gemietet haben und über 50 Arbeitsplätze entstanden sind.

St. Ingbert-Mitte

Die ersten Gewerbegebiete waren und sind entlang der Saarbrücker Straße („Alte Schmelz”, Drahtwerk) und das Grubengebiet, das heute Kleinbetriebe beherbergt.
Das erste moderne Gewerbegebiet der Stadt wurde zu Beginn der 50er Jahre im „Pottaschwald” auf einer Fläche von 20 Hektar geschaffen. Kurz darauf entstand das in der Nähe gelegene Gewerbegebiet „Schiffelland”, das vorher landwirtschaftlich genutzt wurde und nur mit Mühe von der Stadt erworben werden konnte.
Das Gewerbegebiet „DNA” (Drahtwerk Nord Areal, 23 ha) wird seit 2004 neu erschlossen.

Rohrbach

Das größte Gewerbegebiet liegt zwischen St. Ingbert und Rohrbach auf einer Fläche von 390.000 Quadratmeter. Das ehemalige Gelände der Kléber Colombes, Reifen und Technische Gummiwaren AG, das verkehrsgünstig angebunden ist, soll laut Entwicklungsplan eine Fläche für klein- und mittelständische Unternehmen werden.
Zwischen 2001 und 2004 wurden in Rohrbach-Süd, Poensgen-und-Pfahler-Str. und Im Reihersbruch von der Städtischen Gewerbegeländeentwicklungsgesellschaft ca. 50.000 Quadratmeter Gewerbegelände erschlossen und verkauft. Inzwischen sind dort etliche neue Firmen angesiedelt und viele neue Arbeitsplätze entstanden.
Weitere Gewerbegebiete sind „Rohrbach-Mühlstraße” und „Rohrbach-Geistkirch” mit der Autozubehörhersteller Festo als größtes Unternehmen.

Hassel

Auch in Hassel gibt es seit dem Jahre 1960 ein kleines Gewerbegebiet. Es wurde zwischen der Autobahn und der Saarstraße errichtet und erhielt den Namen „Gewerbegebiet im Stangenwald”.

Oberwürzbach

Das „Gewerbegebiet Oberwürzbach” entstand am Kesselwald auf privatem Grundbesitz und ist ein sehr kleines Gewerbegebiet mit wenigen Unternehmen.

Verkehr und Infrastruktur

Individualverkehr

St. Ingbert liegt direkt an der Bundesautobahn A 6 zwischen Paris und Mannheim mit den Anschlussstellen Rohrbach, St. Ingbert-Mitte und St. Ingbert-West/Flughafen (von Ost nach West). Des Weiteren führt die Bundesstraße B 40 durch das Stadtgebiet.

Öffentlicher Personennahverkehr

Nur wenige Kilometer entfernt befinden sich die internationalen Flughäfen Saarbrücken-Ensheim und Zweibrücken.

Außerdem liegen im Stadtgebiet vier Bahnhöfe bzw. Haltepunkte. An der Kursbuchstrecke 670 Saarbrücken - Kaiserslautern - Mannheim (von West nach Ost): Rentrisch, St. Ingbert, Rohrbach/Saar und an der Kursbuchstrecke 674 (Saarbrücken - Pirmasens): Hassel/Saar. Auf allen Bahnhöfen halten Regionalbahnen. St. Ingbert selbst, einst Schnellzughalt, wird von Regionalbahnen und Regionalexpress-Zügen frequentiert.

Seit 1. Januar 2007 gilt die Verbund-weit eindeutige, dreistellige Nummerierung.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) versorgt die RSW (Regionalbus Saar-Westpfalz). Seit September 2003 werden von dieser in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung eigene Stadtbuslinien unter dem Begriff „Ingo” mit Midibussen betrieben. Dieses Stadtbuskonzept brachte eine erhebliche Verbesserung des ÖPNV in der Stadt. Besonders das Neubaugebiet Hobels konnte an den schon vorher für Kleinstadtverhältnisse in St. Ingbert gut ausgebauten Busverkehrs angeschlossen werden.

Dieses Konzept brachte nach Angaben der Stadtverwaltung durch erhebliche Ausweitung der Verkehrszeiten bis 22:30 Uhr einen Zuwachs von 50 Prozent mehr Fahrgästen in den roten Stadtbussen. „Ingo” beruht auf drei ringförmigen Linien. Kernpunkt des Stadtbusses ist am Rendezvous-Platz, einer neugebauten Haltestellenanlage auf dem Gelände des vorherigen Busbahnhofes, wo sich die Linien alle 30 Minuten treffen und untereinander Anschlüsse bieten.

Stadtbuslinien

  • 521: Fliederstraße - Rendezvous-Platz - Rohrbach Nord (frühere Liniennummer: 1a)
  • 522: Schmelzerwald - Rendezvous-Platz - Rohrbach Süd (frühere Liniennummer: 1b)
  • 523: Rendezvous-Platz - Hobels- Mühlwald - Roter Flur - Rendezvous-Platz - Josefstal - Rischbach - Rendezvous-Platz (frühere Liniennummer: 2a)
  • 524: Rendezvous-Platz - Rischbach - Josefstal - Rendezvous-Platz - Roter Flur- Mühlwald - Hobels - Rendezvous-Platz (frühere Liniennummer: 2b)
  • 525: Rendezvous-Platz - Hassel - Oberwürzbach - Rendezvous-Platz (frühere Liniennummer: 3a)
  • 526: Rendezvous-Platz - Oberwürzbach - Hassel - Rendezvous-Platz (frühere Liniennummer: 3b)

Über die Stadtgrenzen hinaus

fahren die RSW-Buslinen (alle über den Rendezvous-Platz)

  • R 6: St. Ingbert - Elversberg - Speisen - Neunkirchen (Saar)
  • 160/170: St. Ingbert - Universität Saarbrücken (Linie 170 verkehrt ab St. Ingbert Bahnhof)
  • 506: Saarbrücken - Rentrisch - St. Ingbert - Rohrach - Hassel - Niederwürzbach - Blieskastel
  • 507: St. Ingbert - Assweiler - Bliesgau (Bliesgau: Fahrten in nahezu alle Orte je nach Tageszeit) Abfahrt stundlich, in der Mittagszeit zwischen 12:00 und 14:00 Uhr verdichtet auf insgesamt 12 Fahrten. Nach 16:00 Uhr kein Verkehr mehr in Richtung St. Ingbert von Orten über Aßweiler hinaus; letzte Fahrt ab St. Ingbert um 19:00 Uhr.

Bildung und Wissenschaft

Grund- und weiterführende Schulen

St. Ingbert ist einer der wichtigsten Schulstandorte im Saarpfalz-Kreis mit einem großen Einzugsgebiet. Neben elf Grundschulen verteilt im gesamten Stadtgebiet hält die Mittelstadt ein großes weiterführendes Schulangebot bereit. So gibt es zwei allgemeinbildende Gymnasien, drei Realschulen sowie ein Berufsbildungszentrum mit einem beruflichen Gymnasium, hauswirtschaftlich-sozialpflegerischen Schulen, kaufmännische Schulen und technisch-gewerblichen Schulen.

Zu den Gymnasien zählen das Albertus-Magnus Gymnasium und das Leibniz-Gymnasium (gesplittet in zwei Gebäudekomplexe). Beide Gymnasien verfügen über einen mathematischen und einen sprachlichen Zweig.

Daneben gibt es eine Musikschule, die das Unterrichtsangebot der allgemeinbildenden Schulen unterstützt.

Fortbildung

In der Erwachsenenbildung bietet die Städtische Volkshochschule Kurse in den unterschiedlichsten Themenbereichen an. Im Weiteren existiert noch eine Volkshochschule des Saarpfalz-Kreises, die in St. Ingbert berufliche Weiterbildungen anbietet. Außerdem gibt es noch die Akademie der Saarwirtschaft e. V., ein Bildungszentrum der Bundesagentur für Arbeit, die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz e. V. sowie die Stadtbücherei.

Forschung

St. Ingbert ist Sitz des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT). Im Jahr 2004 wurde außerdem diskutiert einen Lehrstuhl der Universität des Saarlandes nach St. Ingbert zu verlegen.

Hotspot-Verbund St. Ingbert

Im Rahmen der Initiative "Saarland Unwired" des saarländischen Wirtschaftsministeriums und der Deutschen Telekom AG ist in St. Ingbert ein Hotspot-Verbund eingerichtet worden. Seit Juli 2005 wird in großen Teilen der Fußgängerzone drahtloser Internetzugang über WLAN angeboten.

Politik

Mittelstadt

Der Oberbürgermeister ist seit 5. Juli 2004 Georg Jung (CDU). Als Beigeordnete fungieren Rainer Hoffmann, Jürgen Schmidt (beide CDU) und Adam Schmitt (Bündnis 90/Die Grünen). Der Stadtrat hat 45 Sitze, davon hat die CDU 22 Sitze, die SPD 13 Sitze, die Familien-Partei 4 Sitze, die Grünen 3 Sitze und die GAS (seit Februar 2006 Mitglieder der FWG) 3 Sitze (Wahl vom 13. Juni 2004).

St. Ingbert-Mitte

Der Ortsrat St. Ingbert-Mitte hat 21 Sitze. Davon hat die CDU 9, die SPD 6, die Grünen 2, die Familienpartei 3 und die FDP 1 Sitz. Ortsvorsteher ist Klaus Tussing (CDU).

Wappen

Das Wappen der Mittelstadt St. Ingbert wurde durch den Innenminister des Saarlandes am 12. Mai 1976 verliehen. Da nach der kommunalen Neugliederung die Stadt St. Ingbert aufgelöst worden war und zusammen mit weiteren vier Gemeinden zur Mittelstadt St. Ingbert fusioniert wurde, war auch das Recht auf das bisher verwendete alte Wappen erloschen. Man verlieh der Mittelstadt jedoch das ältere Wappen wieder - mit ein paar kleinen heraldischen Änderungen. So fehlt die Mauerkrone.

Das bis 1947 gültige Wappen wurde auf Beschluss des Stadtrats am 7. Juli 1886 erstmals geführt. Vorausgegangen war die Genehmigung von König Ludwig II. von Bayern. Das Bayerische Staatsministerium des Innern formulierte die Beschreibung des Wappens so:

„Drei schräg geteilte Felder. Im mittleren Teil die Bayerischen Rauten (silber und blau) mit schreitendem Löwen in Gold. Im schwarzen Feld, links oben, ein silbernes Kammrad mit zwei gekreuzten silbernen Hämmern. Im roten Feld, rechts unten, wachsend ein schwarz gekleideter Bergmann, den Schachthut mit Nackenleder und silbernen Schlägel.”

Im Jahre 1947 wurde das Wappen von der französischen Militärbehörde außer Kraft gesetzt und gegen ein neues ersetzt. Da das alte Wappen formal nie abgeschafft worden war, führte St. Ingbert nach 1947 zwei Wappen. Das neue Wappen bildet seit 1974 das Wappen für den Stadtteil St. Ingbert-Mitte.

Die offizielle Beschreibung des Wappens lautet:

„Schild in Schwarz und Rot, durch ein durchgehendes goldenes Kreuz geviertelt. Im rechten oberen Feld zwei schräggekreuzte silberne Schlägel. Im linken oberen roten Felde drei goldene Lilien. Im rechten unteren roten Felde auf grünem Dreiberg eine silberne Kapelle. Im linken unteren schwarzen Felde ein silbernes Zahnrad.”

Bürgermeister

Bis zum Jahr 1956 waren die Bürgermeister meist alle ehrenamtlich tätig. Seitdem sind die Bürgermeister hauptamtlich tätig.

Bürgermeister der Stadt St. Ingbert seit 1945:

  • Dr. Norbert Schier (1945)
  • Dr. Gelzleicher (1946)
  • Karl Forster, CVP (1946 - 1948)
  • Georg Bleif, CVP (1948 - 1956)
  • Dr. Anton Saur, CVP (1956 - 1960)
  • Dr. Bernhard Kokott, CDU (1961 - 1971)
  • Dr. Werner Hellenthal, CDU (1971 - 1973)

Oberbürgermeister der Mittelstadt St. Ingbert

  • Dr. Werner Hellenthal, CDU (1974 - 1984)
  • Dr. Winfried Brandenburg, SPD (1984 - 2004)
  • Georg Jung, CDU (seit 2004)

Städtepartnerschaften

Sankt Ingbert unterhält eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Saint-Herblain (seit 1991), dem sächsischen Radebeul (seit 1987), die noch zu DDR-Zeiten entstanden war, sowie zu Rhodt unter Rietburg seit dem 17. Oktober 1959. Gemeinsam mit der französischen Partnerstadt Saint Herblain existiert ein Kooperationsabkommen mit der senegalesischen Landgemeinde N'Diaganiao.

Früher gab es außerdem eine Partnerschaft mit Diedesfeld und dem lothringischen Saarburg, wegen der Kriegsereignisse wurden sie jedoch nicht mehr aufrechterhalten. Außerdem hatte Rohrbach eine Partnerschaft mit der Gemeinde Kahl am Main von 1964 bis 1970, bis es kein Interesse mehr daran gab.

Kultur, Gesellschaft und Sport

Jugendzentrum

Das St. Ingberter Jugendzentrum, kurz Juz, gehört zu den ältesten in Deutschland, die selbstverwaltet sind. Die Anfänge des Trägervereins "Jugendzentrum St. Ingbert in Selbstverwaltung e. V." reichen bis in die frühen 1970er Jahre. Anfang 1976 konnte als erstes Domizel des Juz Räume in der Paul-Dohrmann-Schule an der Kohlenstraße bezogen werden. Als dieses Gebäude zum Abriss stand, drohte dem Juz das Aus. Eine der größten Demonstrationen in St. Ingberts Geschichte veranlasste die Städtväter in Absprache mit der Martin-Luther-Kirche die alte Synagoge an der Josefstaler Straße als vorübergehendes Domizil nutzen zu können. Am 1. Oktober 1980 wurde die renovierte Pfarrgassschule an der Pfarrgasse dem Juz zur Nutzung übergeben. Auch andere Vereine aus dem Jugendbereich finden dort bis heute eine Heimat. Schon von Beginn an machte sich das Juz durch viele Konzerte, aber vor allem der "Kinowerkstatt" über St. Ingbert hinaus einen guten Namen. Dort gelangen meist anspruchsvolle Filme außerhalb des Mainstreams zur Aufführung.

Vereine

In St. Ingbert existieren um die 365 Vereine und vereinsähnliche Organisationen. Darunter fallen 68 Sportvereine. Das Angebot reicht von Karnevalsvereinen über Kirchenchöre bis hin zu Seniorenvereinen.

Fußballvereine

FC Viktoria St. Ingbert

Geschichte

Der erste Versuch im Mai 1909 eine Versammlung zur Gründung eines Fußballvereins einzuberufen, scheiterte an zu wenig Teilnehmern. Ein zweiter Versuch, mit dem Turnverein in St. Ingbert ein Bündnis zu schließen, und in einer eigenen Abteilung den Fußballsport zu betreiben, scheiterte ebenfalls nach kurzer Zeit. Die aufgetretenen Unstimmigkeiten ließen sich nicht beseitigen und so berief man zum 19.August 1909 eine Generalversammlung ein, in der die Gründung eines selbstständigen Fußballclubs angestrebt werden sollte. Nach kurzer Beratung erklärten sich die Anwesenden schließlich dazu bereit und so wurde einstimmig unter dem Namen Fußballclub Viktoria 09 St.Ingbert ein neuer Fußballverein ins Leben gerufen.

Der 19. August 1909 ist demnach das eigentliche Gründungsdatum des FCV.

Nach wechselnden Trainingsplätzen in St.Ingbert (Schlachthofplatz, Rohrbach, Wallerfeld) gelang es im August 1919 ein Ackergelände im Betzental zu erwerben. Dieser bedurfte viel Eifer und Fleiß der Vereinsmitgleider , um ihn für den kommenden Spielbetrieb spielbereit zu machen. Dieser Hartplatz war lange Zeit der einzige Sportplatz des FC Viktoria St.Ingbert. Im Oktober 1980 gab der Stadtrat grünes Licht für den Bau eines Rasensportplatzes. Zur Einweihung des Rasenplatzes im Sommer 1983 wurde ein Freundschaftsspiel gegen den damals amtierenden Meister aus Ungarn Raba Vasa Eto Gyõr angesetzt. Bis heute zählt die Sportstätte des FC Viktoria St.Ingbert mit ihren beiden Sportplätzen und ihrer Hanglage im Wald zu den Schönsten der Region.

Mannschaften

Die erste Mannschaft spielt seit 1999 in der Landesliga/Nordost. Ihr bestes Saisonergebnis erzielte sie mit einem 7. Tabellenplatz in der Saison 03/04.

Die zweite Mannschaft spielt in der Kreisliga B/Nordost.

Besondere Daten
  • 19. August 1909 Gründung des FC Viktoria St.Ingbert
  • 31. August 1919 Erwerb des Geländes im Betzental
  • 13. Juli 1983 Fertigstellung der neuen Rasensportanlage
  • 1983 Deutsche Nationalmannschaft absolviert ein Training im Betzental
  • 14. September 1984 Festveranstaltung zum 75-jährigen Vereinsjubiläum in der Stadthalle
  • 4. September 1986 A-Jugend Länderspiel Deutschland-Frankreich

Museen

Museum St. Ingbert

Auf 485 Quadratmetern gibt das Museum einen Überblick über das Leben und Werk des St. Ingberter Impressionisten Albert Weisgerber. Weisgerber hinterließ ein umfangreiches Werk, das nach seinem frühen Tod zunächst in Vergessenheit geriet. Mit über 70 Gemälden und vielen weiteren Werken Weisgerbers besitzt das Museum einen großteil seiner Werke, die zwischen dem deutschen Impressionismus und dem beginnenden Expressionismus einzuordnen sind. Das Museum verfügt über eine zusätzliche Fläche von ca 450 Quadratametern, die für hochkarätige Wechselausstellungen vorgesehen ist, sowie weiteren Räumlichkeiten. Zunächst in städtischer Hand wurde das Museum St. Ingbert in die 1991 neu gegründete Albert Weisgerber Stiftung überführt, deren ideelle und finanzielle Träger die Stadt St. Ingbert und der Saarpfalz-Kreis sind.

Heimatmuseum St. Ingbert

Das Heimatmuseum beschäftigt sich mit der industriellen Vergangenheit in der Stadt. Seit 1991 läuft eine Dauerausstellung mit dem Titel „Kohle - Eisen - Stahl”. Es befindet sich im Museum St. Ingbert. Beide Museen sind im Gebäude des ehemaligen Landratsamtes des Kreises St. Ingbert am Markt untergebracht, das in den fünfziger Jahren im damals typischen Nachkriegsbaustil der Wirtschaftswunderjahre errichtet wurde.

Besucherbergwerk Rischbachstollen

Der Rischbachstollen ist Teil der ehemaligen Steinkohlengrube St.Ingbert, die 1959 ihre Tore schloss. Der heute zugängliche Teil (ca. 700 Meter Hauptstollen plus mehrere Nebenstollen) wird seit ca. 1990 von engagierten ehemaligen Bergleuten wieder mit Leben erfüllt. Während der Besichtigung des Stollens erhält der Besucher Einblicke in die Arbeit und das Leben der Bergleute von vor über 100 Jahren, als noch Handarbeit vorherrschte und Grubenpferde die Kohlenwagen zogen - eine Zeit, die der franz. Schriftsteller Emile Zola (1840-1902) in seinem zeitgenössischen Roman "Germinal" (1885) beschrieb. Die Besucher dürfen selbst Maschinen bedienen und mit "Schlägel und Eisen" arbeiten. Nach der Befahrung geht es erneut ins ehemalige Zechenhaus, wo Waschkaue, Lampenstube, Kaffeeküche und ein kleines Museum zum Verweilen einladen.

Saarländisches Fastnachtsmuseum

Das Fastnachtsmuseum wurde am 26. August 1995 eröffnet. Es umfasst alte Mützen, Uniformen, Kostüme und Orden, sowie weitere Gegenstände aus der saarländischen Fastnacht. Nach einem Umzug hat es sich am Innovationspark am Becker-Turm niedergelassen.

Veranstaltungen

Das Holzstock

Das Holzstock ist ein jährlich im August stattfindendes Open-Air-Festival im Betzental. Hier wird lokalen Bands die Gelegenheit geboten zusammen mit bekannteren Acts aufzutreten. Der Schwerpunkt liegt dabei bei härterer Rockmusik, doch Ausnahmen bestätigen hier immer wieder die Regel. Ausgerichtet wird das kostenlose Spektakel vom Rockförderverein St. Ingbert e.V. Seit 2005 findet das Festival an 2 Tagen statt - es fand eine Erweiterung um ein Kurzfilmfestival am Vorabend zum Open-Air statt. Das Festival ist ein wesentlicher Beitrag zur lokalen Kultur- und Jugendförderung und wird von ehrenamtlichen Helfern organisiert.

St. Ingberter Pfanne

Seit mittlerweile 20 Jahren findet in St. Ingbert die Woche der Kleinkunst statt. Im Rahmen dieses Wettbewerbs wird die "St. Ingberter Pfanne" als Preis verliehen. Das Festival ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Der prominenteste Preisträger der St.Ingberter Pfanne ist übrigens Rüdiger Hoffmann.

Theater

In der Stadthalle finden in unregelmäßigen Zeitabständen Theateraufführungen statt. In der Saison 2004/2005 werden es insgesamt 6 Veranstaltungen sein. Zudem gibt es eigene Kindertheaterstücke, die in der Stadthalle aufgeführt werden. Veranstalter ist das Kulturamt St. Ingbert.

Internationales Jazz-Festival

Im Jahre 2006 jährt sich diese Veranstaltung zum zwanzigsten Mal. Anfang bis Mitte März jeden Jahres findet von Donnerstag bis Samstag diese hochprofessionelle Veranstaltung statt. Auftakt der diesjährigen Session mit Blasmusik a "Coal Jazz", bei der scheinbar unversöhnliche Klänge miteinander konkurrieren. Dabei wird eine Brücke geschlagen zu der Tradition der regionalen Musikkultur mit seinen Bergmannskapellen.

Ingobertusmesse

Die Ingobertusmesse ist eine Leistungsschau einer selbstbewussten regionalen Wirtschaft, veranstaltet vom Verein Handel & Gewerbe St.Ingbert. Mit ca.50.000 Besuchern ist sie eine der größten Messen in der Region. Sie findet jedes Jahr am ersten Oktoberwochenende statt Im Jahr 2007 zum 29. Mal. Diesmal vom 5. bis 7.Oktober. Die Messe umfasst ein riesiges Angebot an Waren, Investitionsgütern und Dienstleistungen, gepaart mit besten Informationen vom Fachmann. Ansprechpartner ist: Herbert Kneib, Tel.06894-8142,e-mail:Herbert.Kneib@superkabel.de

St. Ingberter Nachtleben

Das St. Ingberter Nachtleben findet in der und um die Fußgängerzone statt. Nachdem legendäre Gaststätten und Discos wie Eye und Rendez-Vous schon lange geschlossen sind, findet sich ein unterhaltsames Abendprogramm vor allem für Schüler und Twens oder Feierabendtrinker. Fans von Clubs oder Disco sollten sich in das naheliegende Saarbrücken begeben. Trotzdem ist die St. Ingberter Fußgängerzone nicht zu unterschätzen: Vor allem im Sommer ist dort ein reges Treiben zu beobachten, wenn Jung und Alt ihr Lieblingsgetränk im Freien genießen.

Zu den ältesten und auch schon legendären Gaststätten gehören Eisler's Bierstubb (über 100 Jahre alt), die Schmidd, wo sich heute Jung und Alt treffen. In der Fußgängerzone sind noch das Coyote Café mit mexikanischem Einschlag und Küche und die auch über die Stadtgrenze bekannte bürgerliche Speisegaststätte Die grüne Laterne zu erwähnen.

Sport

In St. Ingbert existieren derzeit etwa 68 Sportvereine, die sich zahlreichen verschiedenen Sportarten widmen. Mit Unterstützung der Vereine gelingt es Sportveranstaltungen zu organisieren und ein Sportangebot für die Bürger zu schaffen. Im November 2005 gründen 24 St. Ingberter Sportvereine den Sportbund St. Ingbert als Dachorganisation. Gründungsvorsitzender des Sportbundes ist Prof. Dr. Horst Wagner.

Sehenswürdigkeiten

Alte Schmelz

Die Alte Schmelz ist ein 1733 gegründetes Eisenwerk. Der Komplex der Alten Schmelz umfasst das Eisenwerk selber, sowie die Arbeitersiedlungen. Sie ist ein einzigartiges Zeugnis der Sozial- und Industriegeschichte. Heute lassen sich noch alle entwicklungsgeschichtlichen Vorgänge nachvollziehen. Sie beherbergt zudem das älteste noch erhaltene Industriedenkmal des Saarlandes, die 1750 entstandene Möllerhalle.

Der gesamte Komplex mit vielen historischen Gebäuden steht heute unter Denkmalschutz.

Alte Baumwollspinnerei

Die Alte Baumwollspinnerei wurde 1885 von Max Schuler aus Wetzikon (Schweiz) als erstes Textilunternehmen in St. Ingbert gegründet. Die Fabrikation der Baumwollspinnerei bestand in der Herstellung roher, einfacher und feiner Baumwollgarne und Zwirne, die später in Futterstoffwebereien, Strumpfwebereien, Nähfaden- und Spitzenfabriken, sowie Trikotagebetrieben weiterverarbeitet wurden. Die einzelnen Arbeitsgänge erfolgten ausschließlich maschinell. Im Schnitt produzierten 230 Mitarbeiter monatlich 35.000 kg Garn. Die Produktionsgebäude wurden im Laufe der Jahre mehrfach erweitert bzw. um- und rückgebaut. Im Oktober 1964 wurde die Produktion wegen der schlechten Ertragslage, ausgelöst durch die zollfreie Einfuhr billiger Garne aus dem Ausland, eingestellt. In der Zeit von 1964-1997 wurde die ehemalige Baumwollspinnerei von der Bundeswehr als Sanitätsdepot genutzt. Untergebracht waren 3 Reservelazarettgruppen mit jeweils einer Kapazität eines 1000-Betten Krankenhauses, sowie 5 Krankentransportzüge. Im Sommer 1997 wurde im Rahmen der Reduzierung der Truppenteile der Bundeswehrstandort in St. Ingbert aufgelöst. Historisch stellt die Baumwollspinnerei ein Dokument des sachlichen Funktionalismus im Industriebau der Jahrhundertwende dar. Der Gebäudekomplex wurde 1992 unter Denkmalschutz gestellt. Eine neue ganzheitliche Nutzung, die die auratische Struktur der Gebäude erhalten wird, soll in den nächsten Monaten umgesetzt werden. Dann werden in der Baumwollspinnerei authentische Räume für kulturelle und künstlerische Aktivitäten und mit dem Zunft[viertel] Alte Baumwollspinnerei der Die Zunft AG Flächen für wertige manufakturelle und regionale Produkte und Slow-Food-Gastronomie entstehen.

Kirche St. Engelbert

Die Kirche St. Engelbert stammt aus dem Jahre 1755 und wurde durch Freiherr Ferdinand von der Leyen und seiner Frau errichtet. Am selben Platz stand früher schon eine im Jahre 1696 errichtete Kirche. Bis ins 19. Jahrhundert umgab sie ein Friedhof. Sie steht in der zu einer Fußgängerzone umgestalteten Kaiserstraße. Berühmt ist vor allem das Eingangsportal, das zwei alte Wappen abbildet.

Martin-Luther-Kirche und Christus-Kirche (evangel.)

Die 1859 erbaute Martin-Luther-Kirche war über Jahrzehnte die einzige protestantische Kirche in der Stadt. Sie liegt etwas erhöht von der Josefsthaler Straße hinter dem Pfarrhaus und wird derzeit von Grund auf renoviert. Erst 1995 wurde die Gemeinde geteilt. Die in Ost-West-Richtung verlaufende Kaiserstraße (B 40) markiert die Grenze. Hinzu kam 1971 in der Wolfshohlstraße die Christuskirche, die ein sehr reges Gemeindeleben besitzt. Am 3. Oktober 2004 wurde zur Vollendung des Kirchenbaues ein Glockenturm eingeweiht, dessen archetektonische Gestaltung aus Stahl und Glas an die Tradition der "Schmelz" und der Glashütte anknüpft. Die fünf Glocken waren schon auf den Kirchentagen 1995 in Hamburg und 1997 in Leipzig zu hören.

Alle Ortsteile außer Rentrisch gehören zur Evangelischen Kirche der Pfalz. Das 1974 eingemeindete Rentrisch gehörte im Gegensatz zum Rest der Stadt zu Preußen und damit zur Evangelischen Kirche im Rheinland (der ehemaligen Rheinprovinz). Umgekehrt verhält es sich mit dem Saarbrücker Stadtteil Ensheim. Er ist der einzige, der zur Pfälzischen Landeskirche gehört, während das übrige Stadtgebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland angehört. Bis 1974 gehörte Ensheim zum Kreis St. Ingbert.

Kirche St. Josef

Die Kirche St. Josef wurde in den Jahren 1890 bis 1893 von Christian Hocke errichtet. Die Kirche bildet eine große Anlage in neugotischen Formen und liegt am Hang über der Kaiserstraße. Die Einrichtung stammt überwiegend noch aus der Erbauungszeit. Sie ist nach dem Kaiserdom zu Speyer die größte Kirche im Bistum Speyer.

Auf dem großen Stiefel

Der Stiefel

Der Stiefel (im Ortsteil Sengscheid) ist ein eigenartig von Wasser und Wind verformter Buntsandsteinfelsen, der wohl schon in keltischer Zeit Gegenstand religiöser Verehrung gewesen sein mag. Die Form des Naturdenkmals ähnelt einem umgedrehten Schuh oder Stiefel.

Der untere Teil des Stiefels ist zu einer natürlichen Säule ausgewittert und trägt die obere Steinmasse, auf der wiederum ein wuchtiger Stein liegt.

Dieser Stiefel hat dem ganzen Berg seinen Namen verliehen.

Der Teufelstisch

Der Teufelstisch steht auf derselben Plattform wie der Stiefel. Der drei Meter hohe und fünfeckige Stein diente der Sage nach dem Riesen Kreuzmann als Tisch, wenn er die gefangenen Menschen verspeiste. Für eine Opferstätte war dieser Ort wie geschaffen. Steil erhebt sich der 364 Meter hohe Bergvorsprung aus den Tiefen der Wälder.

Das Stiefler Schloss

Unter Stiefler Schloss sind die Überreste einer mittelalterlichen Burg gemeint, die vermutlich nicht als Adelssitz diente, sondern eher der Grenzsicherung (Grenzgemarkung=scheid).

Nach historischen und archäologischen (Ausgrabungen von 1897, 1898 und 1900) Erkenntnissen wurde die Burg sehr wahrscheinlich schon um 450 n. Chr. erbaut und ab dem 10. Jahrhundert diente es vermutlich zur Grenzsicherung. Nach Beendigung der Grenzsicherung (da Zweibrücken und Saarbrücken zusammenkamen) zerfiel es wohl im 12. Jahrhundert (?).

Die archäologischen Ausgrabungen ergaben, dass die Burg aus einem rechteckigen Steinbau bestand. Er hatte ein Ausmaß von 8,4 m zu 11,4 m. Die Mauern bestanden aus massigen Quadern und hatten einen Breite von 1,8 m bei einer Höhe von vermutlich 2 m. Mit der Erbauung im 10 Jahrhundert ist das Stiefeler Schloss eine der ältesten Burgen der weiteren Umgebung.

Das Schloss befindet sich wie der Stiefel auf dem fast 400 m hohen Stiefelberg in der Nähe der Stiefelhütte.

„Hänsel und Gretel”

Im Sengscheider Wald findet man am Ende eines kleinen Tals, in einem hohen Buchenhain gelegen, ein gallorömisches Figurenrelief, das in einen Felsblock eingehauen ist. Da es eine männliche und weibliche Gestalt darstellt wird es im Volksmund auch „Hänsel und Gretel” genannt. Das Relief stammt vermutlich aus dem 3. Jh., über die Bedeutung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Vermutlich handelt es sich um gallorömische Waldgottheiten.

Das Relief steht zwar im Stadtgebiet der Landeshauptstadt, ist aber am besten von Sengscheid aus zu erreichen. Es steht im Wald gegenüber dem Stiefelberg.

Der Spellenstein

Der Spellenstein ist ein Menhir im Vorgarten des Hauses "Am Spellenstein 12" im Stadtteil Rentrisch. Der Stein steht an seinem ursprünglichen Platz, nur der Ort hat ihn umschlossen. Der Legende nach hat der Riese Kreuzmann, der am Stiefel residierte, aus Wut, weil die Einwohner Rentrischs seinen Berg angezündet hatten, den Spellenstein bis hinunter ins Rentrischer Tal geworfen.

Beckerturm

Der 1927 fertiggestellte Turm der ehemaligen Brauerei Becker ist ein Wahrzeichen St. Ingberts. Auf dem Gelände befindet sich heute ein Innovations- und Technologiepark. Die Sudkessel sind erhalten geblieben, im Sudhaus befindet sich heute eine Gaststätte.

Wallburg

Die Wallburg befindet sich auf dem Mittleren Kopf zwischen Rothenkopf und Hochscheid. Sie ist eine noch einigermaßen erhaltene keltische Fliehburg. Der gesamte Berg ist von einem künstlichen Steinwall umgeben, wobei noch Spuren eines Grabens erkennbar sind.

Alter Friedhof und Kapelle

Der Alte Friedhof wurde im Jahre 1820 angelegt und besitzt eine Reihe bemerkenswerter Grabdenkmäler von wichtigen St. Ingberter Bürger, die bis 1820 zurückreichen.

Sehenswert ist ebenfalls die 1740 errichtete Kapelle, die im Jahre 1857 erweitert wurde.

Hinter dem Alten Friedhof liegt noch der 1886 angelegte Jüdische Friedhof, der etwa 30 Grabdenkmäler umfasst.

Am besten erreicht man den Alten Friedhof über die Straße "Neunkircher Weg", die parallel zur Kaiserstraße verläuft.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Peter Hartz (* 9. August 1941), ehemaliger deutscher Manager
  • Phillipp Humm , deutscher Manager
  • Heinrich Kraus (* 9. Juni 1932), Schriftsteller, Mundartdichter
  • Bernd Schneider, (* 20. Juli 1964), deutscher Automobil-Rennfahrer
  • Karl Becker (* 3. September 1853; † 1938; Brauereibesitzer)
  • Werner Schramm (* 18. August 1933; † 1. September 2004), Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (1988 bis 1998)
  • Albert Weisgerber (21. April 1878; † 10. Mai 1915), Maler
  • Karl Uhl (* 30. November 1886 in St. Ingbert; † 15. Dezember 1966; Heimatdichter)
  • Walther Weis (* 11. September 1890; † 9. Januar 1968), Maler, Expressiver Realismus
  • Christina Weiss (* 24. Dezember 1953), Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien von 2001 bis 2005

Ehrenbürger

  • Friedrich von Rudolph (* 4. Mai 1860 in Speyer; † ?, Bergmeister)
  • Heinrich Kraemer (* 3. August 1829 in St. Ingbert; †15. Februar 1912 in St. Ingbert; Hüttenwerksbesitzer)
  • Pater Cyprian Fröhlich (* 20. März 1853 in Herzogaurach; † ?; Geistlicher)
  • Otto Brauner (Pfarrer)
  • Karl Becker (* 3. September 1853; † 1938; Brauereibesitzer)
  • Peter Eckhard (* 19. Dezember 1886 in Quirnheim; † 29. Dezember 1971 auf Maria Rosenberg; Dekan, Geistlicher Rat und Päpstlicher Hausprälat)
  • Prof. Dr. Wolfgang Krämer (* 16. Juli 1885 in St. Ingbert (Schnappach); † 31. Oktober 1972 in Gauting bei München; Historiker)
  • Adolf Rickert (Rechtsanwalt)
  • Sr. Maria Spiridion (* 23. Oktober 1871 als Maria Keller in Pfronten; † 15. Oktober 1965, Krankenschwester)
  • Karl Uhl (* 30. November 1886 in St. Ingbert; † 15. Dezember 1966; Heimatdichter)
  • Georg Bleif (Bürgermeister)
  • Franz Josef Kohl-Weigand (* 26. Dezember 1900 in Ludwigshafen; † ? ; Kunstsammler)
  • Gustav Lauer (* 15. Mai 1889 in St. Ingbert; † 29. Mai 1964 in St. Ingbert; Geistlicher (Pfarrer))
  • Peter Josef Oberhauser (* 13. August 1899 in Rohrbach; † ?; Geistlicher (Pfarrer))

Literatur

  • Winfried Brandenburg und andere: „175 Jahre Stadt St. Ingbert - die letzten 25 Jahre”, Westpfälzische Verlagsdruckerei, St. Ingbert 2004, ISBN 3-9807001-4-3
  • Markus Gestier: „Der Beginn des politischen Lebens in St. Ingbert nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges”. In: „Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend”. 36 (1988)
  • Werner Hellenthal (Hrsg.): „150 Jahre Stadt St. Ingbert (1829 - 1979). Eine Festschrift aus Anlass des 150. Geburtstages der Stadtwerdung St. Ingberts”. Stadtverwaltung St. Ingbert, St. Ingbert 1979
  • Herbert Kneib: "75 Jahre FC Viktoria e.V. 09 St. Ingbert" Festschrift zum 75-jährigen Vereinsjubiläum. St. Ingbert 1984
  • Wolfgang Krämer: „Geschichte der Stadt St. Ingbert. Von den Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Eine Heimatkunde aufgrund archivalischer Quellen.” 2. Auflage (vollständig umgearbeitet und wesentlich ergänzt). Selbstverlag der Stadt St. Ingbert, St. Ingbert 1955, 2 Bände
  • Gudrun Stark, Hans-Werner Krick: „St. Ingbert - Alte Bilder erzählen” Sutton-Verlag, Erfurt 1998, ISBN 3-89702-071-8
  • Erwin Stein (Hrsg.): „Das Buch der Stadt St. Ingbert”, Deutscher Kommunal-Verlag, Berlin-Friedenau 1933
  • Petra Weber: „Spuren der Vergangenheit : zwei historische Lehrpfade auf der Gemarkung von St. Ingbert” Westpfälzische Verlags-Druckerei, St. Ingbert 1986
  • Dieter Wirth, Günther Ricke: „Gruß aus St. Ingbert. Ein Rundgang durch und um das alte Dengmert anhand alter Ansichtskarten, anläßlich der 1100-Jahrfeier der ersten urkundlichen Erwähnung von St. Ingbert” Demetz, St. Ingbert 1988



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Informationsportal über Sankt Ingbert in Saarland - 14.12.2017