Schenefeld in Schleswig-Holstein


Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Koordinaten: 53° 36′ N, 9° 49′ O
Höhe: 21 m ü. NN
Fläche: 9,99 km²
Einwohner: 17.852
Bevölkerungsdichte: 1787 Einwohner je km²
Postleitzahl: 22869
Vorwahl: 040
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 044
Adresse der
Stadtverwaltung:
Holstenplatz 3 - 5
22869 Schenefeld
Webpräsenz: www.stadt-
schenefeld.de
Bürgermeisterin: Christiane Küchenhof (SPD)

Schenefeld ist eine Stadt im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr

Die Stadt Schenefeld im Kreis Pinneberg grenzt im Süden, Südwesten und Südosten an die Stadt Hamburg, genauer an die Stadtteile Osdorf, Iserbrook und Lurup; im Nordwesten an die Stadt Pinneberg und im Norden und Nordosten an die Gemeinde Halstenbek.

Der Fluss Düpenau fließt quer durch die Stadt und ist daher auch auf dem Schenefelder Stadtwappen eingezeichnet.

Schenefeld ist in vielfältiger Weise eng mit Hamburg verbunden, so gehört es zum Beispiel telefonisch zum Ortsnetz Hamburg und wird sogar häufig wie ein Stadtteil als Hamburg-Schenefeld bezeichnet.

Geschichte

Das heutige Stadtgebiet liegt in einem uralten Siedlungsraum. Der Heimatforscher Martin Mulsow berichtet von Funden wie Pfeilspitzen, Schabern und Äxten, Resten von Hünengräbern und Urnengrabfunden, die eine Besiedlung schon in der Steinzeit nachweisen. Schenefeld gehört mit großer Wahrscheinlichkeit in den Kranz der ganz alten Orte im heutigen Kreis Pinneberg.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahr 1256. Darin überweist der Dekan der Hamburger Kirche seine Besitzungen in Schenefeld und Sülldorf einem Priester zur Nutzung.

Im Pinneberger-Hatzburger Einnahme- und Ausgaberegister von 1464/1465 wird mit Haye Hardenbach der erste Bewohner Schenefelds namentlich erwähnt.

Über die genaue Einwohnerzahl lassen sich bis zur ersten Volkszählung im Jahre 1803, die eine Bewohnerzahl von 391 ergab, keine verlässlichen Aussagen treffen.

Die Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg prägte das heutige Stadtbild entscheidend. Bis dahin erstreckte sich das Hauptsiedlungsgebiet an der Straße von Hamburg nach Pinneberg, der heutigen Hauptstraße. Ehemalige Pulverschuppen einer Munitionsfabrik, die während des Ersten Weltkrieges angelegt wurde, allerdings nie die Produktion aufnahm, wurden nach 1918 zu Wohnhäusern umgebaut. Dies war die Keimzelle des Ortsteiles Schenefeld-Siedlung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung durch die Ansiedlung ausgebombter Hamburger und Heimatvertriebener stetig. Den größten Schub in der Entwicklung der Einwohnerzahl erlebte Schenefeld zwischen 1960 und 1970 durch Zuzug vieler Hamburger. In dieser Zeit verdoppelte sich die Bevölkerung knapp von 8.719 (1960) auf 15.161 (1970).

Ein Meilenstein war die Verleihung der Stadtrechte am 1. Juli 1972.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1803 391
1840 434
1880 649
1900 909
1925 1.458
1939 3.009
1945 4.470
1950 5.876
1955 6.760
1960 8.719
1965 13.084
1970 15.161
1975 15.747
1980 15.780
1985 16.028
1987 14.985 *
1990 15.210
1995 15.747
2000 17.684
2005 17.873

(*) Richtigstellung durch die Volkszählung 1987.

Politik

Ergebnis der Kommunalwahl vom 2. März 2003

Partei Stimmen Prozent Sitze
CDU 2.816 41,2% 14
SPD 1.935 28,3% 9
Bündnis 90/Die Grünen 658 9,6% 3
STATT Partei 539 7,9% 2
PRO-Schill 483 7,1% 2
FDP 410 6,0% 2

Die Fraktion der PRO-Schill hat sich inzwischen in Offensive D umbenannt.

Inzwischen hat ein FDP-Mitglied Partei und Fraktion verlassen und sich der Offensive D angeschlossen, woraufhin die FDP ihren Fraktionsstatus in der Ratsversammlung verlor.

Gemeindevorsteher und Bürgermeister

Die Bezeichnungen der Verwaltungsleiter haben sich im Lauf der Zeit geändert. Bis 1870 Voigt, ab 1870 Gemeindevorsteher, vom 7. April 1933 bis 3. September 1934 Gemeindeschulze und seitdem Bürgermeister.

Die Gemeindevorsteher und Bürgermeister wurden bis 1950 aus den Reihen der Gemeindevertretung gewählt, leiteten deren Sitzungen und führten die Gemeindeverwaltung ehrenamtlich.

Zwischen 1946 und 1950 führte Karl Matthies als Gemeindedirektor die Verwaltung hauptamtlich.

Seit 1950 führt der Bürgermeister die Schenefelder Verwaltung hauptamtlich. Bis 1998 wurde der Bürgermeister von der Gemeindevertretung / Ratsversammlung gewählt, seitdem direkt von der Schenefelder Bevölkerung.

  • 1866–1876: Joachim Fuhlendorf
  • 1876–1888: Johann Hinrich Timm
  • 1888–1894: Hans Ellerbrock
  • 1894–1908: Johann(es) Timmermann
  • 1908–1917: Martin Wittmark
  • 1917–1925: Cord Ellerbrock
  • 1925–1933: Hinrich Karp
  • 1933–1945: Hermann Ramcke, NSDAP
  • 1945–1946: Paul Hertrich, SPD
  • 1946–1950: Albert Schröder, SPD
  • 1950–1962: Richard Döterling, SPD
  • 1962–1973: Karl-Heinz Thron, SPD
  • 1973–1979: Dr. Uwe Heering, FDP
  • 1979–1985: Albert Burs, SPD
  • 1985–1987: Frank Mudrack, CDU
  • 1988–1994: Albert Burs, SPD
  • 1994–2006: Günter von Appen, parteilos
  • seit 2006: Christiane Küchenhof, SPD

Wappen

Blasonierung: „In Grün ein schräglinker goldener Wellenbalken, begleitet oben von zwei goldenen Pflugscharen, unten von einem goldenen Maschinenrad.”[1]

Städtepartnerschaften

  • Luninez (Weißrussland), seit 8. Oktober 2001
  • Voisins-le-Bretonneux (Frankreich), seit 20. Mai 2006

Wirtschaft

In Schenefeld sind mehrere große Unternehmen ansässig. So wird seit dem März 1963 in Schenefeld Brot von der Harry-Brot GmbH gebacken, nachdem der Standort in Hamburg-Bahrenfeld aufgegeben wurde.

Am 1. Juni 1975 weihte die PVG nach einem Umzug aus Rellingen ihren neuen Betriebshof mit Verwaltungssitz am Osterbrooksweg 73 ein. Seitdem bedienen die Busse von Schenefeld aus den Hamburger Westen und große Teile des Kreises Pinneberg.

1975 fusionieren die Spar Zentralen Hamburg Süd und Hamburg Nord zur Pfeiffer & Schmidt OHG mit Sitz in Schenefeld und bilden die Spar Zentrale Hamburg. In Schenefeld befinden sich die Verwaltung und ein großes Zentrallager. Im September 2005 übernahm Edeka Spar.

Daneben sind noch die Unternehmen Interschalt (Elektronik), Schloss Göhrde (Tiefkühlprodukte) und Hermes Schleifmittel zu erwähnen.

Einen weiteren Aufschwung erhofft sich die Stadt durch den Bau des Röntgenlasers XFEL, den das Forschungszentrum DESY voraussichtlich ab 2007 errichten wird.

Sport

Von größerem Bekanntheitsgrad ist der Sportverein Blau-Weiß 96 Schenefeld (BW96) e.V. Er bietet seit September 2006 u.a. auch die Sportart Unihockey in einer eigenen Abteilung an.

Bildung

Im Schulzentrum Achter de Weiden liegen das Gymnasium, die Realschule und die Hauptschule der Stadt. Außerdem gibt es in Schenefeld zwei Grundschulen, die Gorch-Fock-Schule und die Schule Altgemeinde.

Literatur

  • Dr. Ingo Puder: Chronik Schenefeld, anlässlich des 25. Stadtjubiläums veröffentlicht, Herausgeber: Stadt Schenefeld, 1997

Quellen




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Informationsportal über Schenefeld in Schleswig-Holstein - 26.5.2012