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Schieder-Schwalenberg ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Lippe. Die Ortsteile Schieder und Glashütte sind Kneippkurorte. GeografieSchieder-Schwalenberg liegt zwischen dem Teutoburger Wald und dem Weserbergland. Durch die Stadtteile Wöbbel und Schieder fließt der Fluss Emmer, der zum Schiedersee gestaut wird. StadtgliederungDie Stadt Schieder-Schwalenberg entstand 1970 aus dem Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Schieder, Glashütte, Siekholz, Brakelsiek, Lothe, Ruensiek, Wöbbel, Kreienberg und der Stadt Schwalenberg. GeschichteVorzeitFunde im Emmertal deuten auf eine Besiedlung der Region in der Steinzeit hin. Im Lippischen Landesmuseum in Detmold lagern heute Werkzeuge aus Steinen und Geweihen, die im 19. Jahrhundert im Emmertal entdeckt wurden. FrühgeschichteIm Ortsteil Glashütte befindet sich die Herlingsburg. Sie ist eine Fluchtburg der vorrömischen Eisenzeit, von der bis heute noch die Wallanlagen erhalten blieben. Im Emmertal wurden bei Ausgrabungen Scherben entdeckt, die jetzt im Lippischen Landesmuseum in Detmold zu besichtigen sind. Im Ortsteil Siekholz existieren Reste einer Schanzanlage, deren Ursprung bis heute nicht sicher geklärt ist. Frühe Deutungen aus dem 19. Jahrhundert gingen von einem Römerlager aus. Diese Theorie wird heute als falsch angesehen. Sicher ist, dass die Anlage nach der Zeit Karls des Großen errichtet wurde. Ab ca. 1000 n. Chr.Schieder wurde im Jahr 822 erstmals urkundlich erwähnt. In Alt-Schieder am Ortsteil Schieder wurden bei Ausgrabungen Fundamente einer Kirche und einiger Häuser entdeckt. Alt-Schieder besteht aus einer Vorburg und einer Hauptburg, die beide während ihrer Nutzung befestigt waren. Das Alter der Vorburg ist ungewiss, sie könnte bereits aus karolingischer Zeit (822) stammen. Die jüngere Hauptburg, für deren Errichtung ein Teil des Vorburgwalles abgerissen wurde, stammt aus ottonischer Zeit. Im 13. Jahrhundert wurde die Anlage aufgegeben und die Siedlung weiter ins Tal in die Siedlung Barkhof verlegt (heute vom SchiederSee überflutet). Ab dem Jahr 1231 wurde die Stadt und Burg Schwalenberg von Graf Volkwin III. als „Oppidium Sualanberg” gegründet. Volkwin machte Schwalenberg zu seiner Residenz und verließ die Oldenburg bei Marienmünster. Die Schwalenberger Grafen gehörten zu dieser Zeit zu den gefürchtetsten Raubrittern Norddeutschlands und waren unter anderem in der Verschwörung gegen den Erzbischof Engelbert von Köln beteiligt. Nachdem etwa 100 Jahre später Heinrich VII. verstarb, kam der Besitz an die Grafen von Lippe und das Bistum Paderborn. Die Burg verfiel und wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts von Prinzessin Friederike zu Lippe wieder restauriert; seitdem wurde sie verschieden genutzt, zuletzt als Hotel und Restaurant. 1584 wurde das Schloss Wöbbel errichtet. Es war bis 1958 im Besitz der Familie Donop. Nachdem der Renaissancebau im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, ließ sie an der Stelle ein Barockschloss errichten. Am 25. April 1705 wurde das Schloss in Schieder als Sommerresidenz des Lippischen Adels von Graf Rudolf zu Lippe eingeweiht. Die Bauarbeiten wurden von seinem Vater Casimir in Auftrag gegeben. PolitikStadtrat
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004) WappenDie Schwalbe zeigt auf dem roten Hintergrund das Symbol der Stadt Schwalenberg. Auf dem blauen Hintergrund symbolisiert die Krone den Sommersitz des Hauses Lippe, das Schloss in Schieder. Die weiße Linie zwischen den beiden Farben symbolisiert die Emmer. Wirtschaft und InfrastrukturIndustrieDer Hauptwirtschaftszweig ist die Möbelindustrie. Einer der größten Hersteller für Möbel (Umsatz 2005: ca. 1,1 Mrd. Euro, ca. 10.500 Beschäftigte) in Europa ist die Schieder Möbel Holding, die ihren Firmensitz in Schieder (Haupt-, Gründungsstandort) bzw. Herford (Holding) hat. Die meisten Beschäftigten der Schieder-Gruppe arbeiten jedoch inzwischen in Polen, Russland und anderen osteurp. Ländern. Am Standort Schieder sind noch ca. 1.500 Menschen beschäftigt. Die gesamte Möbelindustrie in der Region befindet sich in einer anhaltenden Krise, die durch den Konkurrenzdruck aus den östlichen europäischen Staaten und Russland hervorgerufen wird. Die Anzahl der Beschäftigten nimmt kontinuierlich ab. TourismusNeben der Möbelindustrie ist der Tourismus ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig. Vor allem Urlauber aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden mieten für einige Tage eine Wohnung. Der Schiedersee und der gegenüberliegende Ortsteil Glashütte ziehen viele Tagesgäste und Wassersportler aus der Region an. Besonders hervorzuheben sind hier die Aktivitäten des Rudervereins, des Ponyhofs, des Kanuvereins und der Segelvereine. Einen ganz besonderen Stellenwert hat in diesen Wassersportvereinen die Jugendarbeit. VerkehrDer gesamte Verkehr der ehemaligen B 239 verläuft aus den Richtungen Detmold und Höxter durch die Ortsteile Wöbbel, Schieder, Brakelsiek und Schwalenberg. Die Ostwestfalenstraße B 252 / L 712 ist in einer Entfernung von ca. 8 km vom OT Schieder aus zu erreichen. Der Bahnhof Schieder, an der Eisenbahnstrecke Paderborn-Altenbeken-Hannover gelegen, befindet sich etwa 1 km vom Ortsrand entfernt. Öffentliche EinrichtungenIm Ortsteil Schieder befinden sich eine öffentliche Bibliothek und ein Schwimmbad. Am Schiedersee gibt es einen Freizeitpark. Ansässige Unternehmen
BildungseinrichtungenDie Ortsteile Schieder sowie Schwalenberg verfügen über Grundschulen. In Schieder befindet sich zusätzlich eine Hauptschule. Realschüler und Gymnasiasten besuchen die Schulen in den Nachbarstädten Blomberg (Lippe), Lügde, Steinheim oder Bad Pyrmont. Malerstadt SchwalenbergDie lange Tradition Schwalenbergs als Malerstadt und Künstlerkolonie reicht bis in das ausgehende 19. Jahrhundert zurück, wo die Kleinstadt abseits der von den Metropolen geprägten Moderne aufgrund der Schönheit der Landschaft, der stillen Harmonie und der außergewöhnlichen Lichtverhältnisse zum Geheimtipp der impressionistischen Landschaftsmalerei wurde. Maler aus den großen Städten wie Düsseldorf und Berlin kamen nach Schwalenberg, um hier Freilichtstudien zu betreiben und sorgten dann mit der Präsentation ihrer dort entstandenen Werke in den Großstädten für die Popularität Schwalenbergs, das schon bald als „Malerstadt” und „Malerkolonie” bezeichnet wurde. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts waren besonders die Schwalenberger Gasthöfe Treffpunkte der Künstler, wobei vor allem die „Künstlerklause”, deren Fassade Motive aus dem Leben der Schwalenberger Bevölkerung darstellt, zu Ruhm gelangte. Nach der Blütezeit der Malerstadt folgte, unter anderem bedingt durch den Zweiten Weltkrieg, eine Phase der Stagnation. In diesen Nachkriegsjahren kamen nur noch wenige Künstler in die Stadt. Ansässig war von 1949 bis 1977 allein der Maler Robert Kämmerer-Rohrig. Seit 1978 knüpfen der Landesverband Lippe – Kulturagentur – und die Stadt Schieder-Schwalenberg mit regelmäßigen Kunstausstellungen und Kunst-Events an diese Tradition an. Durch die Setzung zeitgemäßer kultureller Akzente wurde die alte Malerstadt mit neuem künstlerischen Leben erfüllt. Höhepunkte im Kunstbetrieb der Stadt sind die 10-12 Ausstellungen pro Jahr, die in der Städtischen Galerie/Museum und dem Robert Koepke Haus stattfinden. Dabei ist das Robert Koepke Haus der Präsentation zeitgenössischer Kunst von jungen, vielversprechenden Künstlern vorbehalten, während in der Städtischen Galerie/Museum in Anknüpfung an die Tradition der Malerstadt neben den Werken der alten lippischen Maler Kunst aus verschiedenen Stilepochen geboten wird. Kultur und Sehenswürdigkeiten
Regelmäßige VeranstaltungenAm Schiedersee finden in den Sommermonaten regelmäßige Veranstaltungen statt. Die älteste und regelmäßigste ist „Schiedersee in Flammen”. Söhne und Töchter der Stadt
Literatur
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