Schömberg in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Koordinaten: 48° 13′ N, 8° 46′ O
Höhe: 676 m ü. NN
Fläche: 23,27 km²
Einwohner: 4667
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72352–72355
Vorwahl: 07427
Kfz-Kennzeichen: BL
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 057
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alte Hauptstraße 7
72355 Schömberg
Webpräsenz: www.stadt-schoemberg.de
Bürgermeister: Karl-Josef Sprenger

Schömberg ist eine Stadt 10 km südwestlich von Balingen Balingen und 10 km nordöstlich von Rottweil, ca. 100 km südlich von Stuttgart.

Geografie

Geografische Lage

Schömberg liegt an der Bundesstraße 27 ca. 10 km nordöstlich von Rottweil und ca. 10 km südwestlich von Balingen bzw. ca. 80 km südlich von Stuttgart und 90 km nördlich des Bodensees.

Schömberg bildet das Zentrum des Oberen Schlichemtals und liegt in landschaftlich reizvoller Lage an der Traufe der höchsten Berge der Schwäbischen Alb. Das sind, östlich von Schömberg gelegen, der Plettenberg (1002 m) und im Südwesten der Oberhohenberg (1010 m), sowie der höchste Berg der Alb, der Lemberg mit seinen 1015 m Höhe über NN. Nördlich des Stadtzentrums fließt die Schlichem, die später in den Neckar mündet.

Nachbargemeinden

(im Uhrzeigersinn von Norden; die Gemeinden gehören zum Zollernalbkreis, sofern nicht anders angegeben)
Dautmergen, Dormettingen, Dotternhausen, Ratshausen, Weilen unter den Rinnen, Deilingen ¹, Wellendingen ², Rottweil ², Zimmern unter der Burg.

¹ Landkreis Tuttlingen, ² Landkreis Rottweil

Stadtgliederung

Zur Stadt gehört neben Schömberg der Stadtteil Schörzingen (eingemeindet 1971).

Geschichte

  • 1255: Schömberg wird zum ersten Mal erwähnt. Graf Friedrich von Zollern verlieh seinem Freund Konrad von Tierberg "auf dem Felde bei Schömberg" (Campo oput Shonberc) die Kirche in Balingen.
  • 1267 wird Schömberg, hervorgehend aus dem zollern-hohenbergischen Konflikt, hohenbergisch.
  • 1394 lässt sich durch die älteste bekannte Steuererhebung die Einwohnerzahl Schömbergs auf ca. 500 schätzen.
  • 1410 wird Schömberg an die Reichsstädte verpfändet(bis 1454).
  • 1633 und 1635 wird Schömberg von Schweden und Kaiserlichen schwer geschädigt. 42 Häuser werden schwer zerstört. Nur kurze Zeit später, im Jahre 1644, werden weitere 60 Häuser zerstört.
  • 1750 (9. Dezember) zerstört der große Stadtbrand die komplette Stadt. Durch die beispiellose Hilfsaktion der Bürger wird die Stadt bis 1753 wieder komplett aufgebaut.
  • 1806 wird Hohenberg, und somit auch Schömberg, württembergisch. Während den Napoleonischen Kriegen fallen 26 Schömberger Soldaten.
  • 1850 wird Schömberg dem Oberamt Rottweil zugeteilt.
  • 1896 und 1897 wird die erste Hauswasserleitung gebaut. Vierzehn Jahre später (1910) gehen 80 Schömberger Haushalte an das Elektronetz.
  • 1911 wird die Bahnlinie Balingen-Schömberg eröffnet.
  • Im Ersten Weltkrieg gehen 257 Schömberger Soldaten an die Front. 39 Soldaten fallen in der Zeit von 1914 bis 1918.
  • 1928 wird 17 Jahre nach der Eröffnung der ersten Bahnlinie, die Strecke Rottweil-Schömberg fertiggestellt.
  • 1938 wird Schömberg dem Landkreis Balingen zugeteilt.
  • 1939 wird Schömberg besser bekannt als Kuhlada.
  • In der Zeit des Nationalsozialismuses wird die Schlichemtalsperre für die Kühlwasserversorgung des Zementwerkes errichtet, die 1944 fertiggestellt wird.
  • 1944 wurden Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof im Zuge des "Unternehmens Wüste", um Öl aus Schiefer zu gewinnen, aufgebaut (siehe KZ Bisingen). Auch bei Schömberg befand sich eine solche Außenstelle. Dabei mussten die Häftlinge unter schwerster Arbeit Öl aus dem vorhandenen Ölschiefer gewinnen, was völlig unrentabel war, jedoch von der Spitze gefordert wurde, da die gesamten Ölfelder (z.B. in Rumänien) nicht mehr von deutschen Truppen besetzt waren.
  • 1971 wird Schörzingen bei der Gemeinde- und Kreisreform Schömberg eingemeindet.
  • 2005 fand die große 750-Jahr Feier statt.

Religionen

Schömberg ist mehrheitlich katholisch.

Kirchen

  • St. Peter und Paul (kath.)
  • Wallfahrtskirche Palmbühl (kath.)
  • Evangelisches Gemeindezentrum (ev.)
  • Moschee

kath. Priester in Schömberg

  • 1268-1278 Heinrich Ussar von Hohenberg, Dekan
  • 1293 Gnüh, Dekan
  • 1304 Heinrich Kirschner
  • 1308 Gerung
  • 1324-1345 Graf Albert V. von Hohenberg, Kirchherr
  • 1365 Peter von Ehingen (nur Kleriker, kein Priester)
  • 1366-1376 Heinrich Ergazinger aus Rottenburg
  • 1376-1379 Berthold Keller
  • 1391-1400 Hugo von Schabenhausen
  • 1400-1412 Berthold Füge
  • 1412-1414 Heinrich
  • 1414-1430 Hans von Neidlingen
  • 1430-1436 Johann Mauz
  • 1436-1475 Berthold Tod
  • 1475-1482 Dietrich Tod, Dekan
  • 1482-1483 Georg Kräutle
  • 1483-1500 Erhard Kräutle
  • 1500-1505 Mag. Werner Biter (Bytter)
  • 1505-1520 Meister Wernher
  • 1520-1552 Simon Wurer
  • 1553-1570 Johann Hellin
  • 1570-1574 Johann Wurer
  • 1574-1612 Jakob Hellin
  • 1612-1624 Peter Lippus
  • 1625-1630 Jacob Wurer
  • 1630-1638 ?
  • 1638-1660 Mathias Schmalzlin (Schmolzlin)
  • 1660-1661 Gelasius Franz
  • 1661-1693 Mag. Jacob Andreas Anfang
  • 1693-1698 Mathias Ramsberger
  • 1698-1726 Johann Conrad Hauser
  • 1726-1744 Franz Xaver Bröchin
  • 1744-1781 Mathias Kutterer (Ketterer)
  • 1781-1792 Franz Conrad Daschner
  • 1792-1794 Johann Michael Blattmann
  • 1794-1815 Jacob Mathes (während der Messe an Schlaganfall gestorben)
  • 1815-1844 Alois Schleicher
  • 1844-1848 Bapistwan Mayhöfer, Dekan
  • 1849-1869 Hieronymus Wahl, Dekan
  • 1870-1875 Johan Evangelist Bock
  • 1876-1888 Franz Xaver Urnauer
  • 1889-1892 Adelbert Berger
  • 1892-1906 Josef Wenger
  • 1907-1916 August Aicher
  • 1917-1919 Benz
  • 1919-1925 Gregor Wäschle
  • 1925-1934 Johan Evangelist König
  • 1934-1953 Franz Lakner, Dekan
  • 1953-1966 Otto Kopp
  • 1966-1980 Karl Zink
  • 1980-1988 Wigbert Neidert
  • 1989-1992 Vladimir Bukovic
  • 1993-1997 Werner Bayer
  • 1997-heute Dr. Johannes Holdt

Eingemeindungen

  • 1971: Schörzingen

Politik

Gemeinderat

  • CDU: 7 Sitze
  • FW: 8 Sitze

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Karl-Josef Sprenger endet 2013.

  • 1973 - 2005 Berthold Waizenegger
  • seit 2005 Karl-Josef Sprenger

Städtepartnerschaften

Der GVV Oberes-Schlichemtal ist in einer Partnerschaft mit der französischen Region Val d'Oison (Normandie).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Stadt besitzt einen Stausee, die Schlichemtalsperre, und gehört zum Naherholungsgebiet Oberes Schlichemtal.

Museen

  • Narrenmuseum der Narrenzunft Schömberg

Regelmäßige Veranstaltungen

Fasnet

Schömberg ist eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Fransennarren und Fuchswadel bestimmen als Hauptfiguren das Bild, vor allem beim „Bolones”, einem traditionellen Narrentanz. Unablässig „jucken” (das Springen der Narren) die Narren dabei zum Narrenmarsch auf dem Marktplatz und lassen dabei ihre Schellen erklingen.

Interessante Einzelfiguren sind der Alte Harzer von 1812, der neue Harzer, die Ordnungsfiguren der Husaren, der Halbschwarze, der alte Blätzle, die Warz' und ursprünglich noch die abgegangenen Figuren der Erase und Sauglocke.

Weitere Besonderheiten und traditionsreich sind der Narrensprung am Fastnachtsmontagmorgen und das anschließende Narrenlied, zu welchem ein Reigen getanzt wird. Abschluss jedes Umzuges bildet ein Walzer.

Stauseetriathlon

Jedes Jahr trifft sich Mitte Juni die Triathlonelite in Schömberg. Folgende Strecke müssen die Triathleten absolvieren:

  • 1,4 km Schwimmen im Stausee
  • 43 km Radfahren: Rundkurs durch das Stadtzentrum Schömbergs, den Stadtteil Schörzingen, über den Oberhohenberg nach Deilingen und über den Albaufstieg wieder hinab nach Schömberg. Diesen Kurs müssen die Teilnehmer dreimal fahren.
  • 10 km Laufen "Rund um den Stausee"

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schömberg liegt an der Bundesstraße 27, die nächstgelegene Autobahn ist ca. 15 km entfernt (A 81 bei Rottweil). Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 334. Ebenfalls ist die Stadt an das Busnetz der SBG (SüdbadenBusGmbH) angeschlossen. Die Linien 7440 (über Neukirch) und 7445 (über Schörzingen & Wellendingen) verbinden Schömberg mit Rottweil bzw. Balingen. Schömberg ist Endpunkt einer Eisenbahnstrecke von Balingen (bis 1971 bestand eine Fortsetzung nach Rottweil); im Sommer bietet die Hohenzollerische Landesbahn an Wochenenden einen Ausflugsverkehr an ("Rad-Wander-Shuttle"), ansonsten findet auf der Strecke nur Güterverkehr statt.

Bildung

  • Grund-, Haupt- und Werkrealschule Schömberg
  • Realschule Schömberg

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Gerhard Weng, (* 25. Mai 1916, † 16. September 1988 in Konstanz), war ein deutscher Politiker der CDU.

Literatur

  • Casimir Bumiller: Geschichte der Stadt Schömberg. 2005
  • Wulf Wager: Fasnet in Schömberg. 2001, ISBN 3-9807995-0-6
  • Waldemar Lutz, Jürgen Nebel, Hansjörg Noe & Adolf Klek: Kennzeichen BL. 1987, ISBN 3-12-258310-0

Sonstiges

Für andere Orte mit diesem Namen, siehe Schömberg.

Quellen

  • Homepage der Stadt Schömberg (siehe Weblinks)
  • Buch "Geschichte der Stadt Schömberg" von Casimir Bumiller



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Informationsportal über Schömberg in Baden-Württemberg - 26.5.2012