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Schöneiche bei Berlin ist eine amtsfreie Gemeinde im Norden des Landkreises Oder-Spree in Brandenburg. Geografie & TopografieNachbargemeindenSchöneiche grenzt an das Land Berlin (Bezirk Treptow-Köpenick), sowie an die Gemeinden Hoppegarten (Ortsteil Münchehofe), Neuenhagen bei Berlin, Fredersdorf-Vogelsdorf, Rüdersdorf bei Berlin und Woltersdorf. Schöneiche schmiegt sich in ganz besonders deutlicher Weise an den Berliner Stadtforst: Die unmittelbare Berliner Nachbarschaft ist ausschließlich bewaldet, während die Siedlung Schöneiche direkt an den Stadtrand grenzt. Man wechselt also von besiedeltem Gebiet zu Waldgebiet, wenn man von der Gemeinde aus in die Großstadt kommt. Ortsteile/EingemeindungenDie heutige Gemeinde Schöneiche besteht aus den früheren Dörfern "Schöneiche" und "Kleinschönebeck" sowie den Kolonien "Fichtenau", "Grätzwalde", "Hohenberge" und "Birkenheim". PolitikGemeindevertretungDie Gemeindevertretung der Gemeinde Schöneiche besteht aus 22 Gemeindevertretern und Bürgermeister.
(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003) WappenIn Grün auf silber (vorn), in silber auf grün (hinten) eine bewurzelte Eiche mit 15 Blättern und vier Früchten. Wirtschaft und InfrastrukturVerkehr
Die Straßenbahn fährt noch in der heutigen Zeit. In den Jahren 1994 bis 1998 wurden das Schienennetz, die Fahrleitungsmaste, der Wagenbestand durch Ankauf gebrauchter Fahrzeuge und der Betriebshof modernisiert. GeschichtePrähistorikAuf dem Gebiet des heutigen Schöneiches scheinen seit der Jungsteinzeit in wohl ungebrochener Folge Siedlungen bestanden zu haben. Um 1930 werden bei Erdarbeiten bei der Kleinschönebecker Mühle Funde aus der Zeit von ca. 4500 v. Chr. bis 2000 v. Chr. geborgen. Bei Ausgrabungen des Berliner Märkischen Museums 1936/37 wird beim Weidensee eine Siedlung der Lausitzer Kultur gefunden. Außerdem wird ein Urnenfeld aus derselben Zeit (800 v. Chr.) auf einem Gelände zu Kleinschönebeck und Woltersdorf gehörend gefunden. Weiterhin werden Funde aus der späten römischen Kaiserzeit gefunden. Aus dem 5. Jahrhundert gibt es slawische Siedlungen am Fredersdorfer Mühlenfließ. Mittelalter1250 wird auf dem Gebiet von Fichtenau durch Zisterziensermönche die erste Wassermühle angelegt. Schöneiche1376 wird Schöneiche als Schoneyke und Schoneyche erstmals urkundlich im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt. Besitzer des Dorfes sind der Berliner Bürger Schlegel (Slegel) sowie Hans und Peter Lietzen (Litzen). Der Ort besteht aus einem Rittersitz (12 Hufen) sowie 12 Bauerngütern und 3 Kossätenstellen. 1429 ist Schlegels Besitzteil im Besitz der Erben der Lietzen. Klaus Lietzen vertauscht seinen Schöneicher Besitz mit dem eines Stofenow (auch Stavenow; Biesow auf dem Oberbarnim). Als dieser kurz darauf stirbt, verkauft seine Witwe das Gut Schöneiche an den Berliner Bürger Jacob Heidecke. 1450 gehört Schöneiche zum Teil der Stadt Berlin (bis 1451) und Friedrich II.. 1480 gehört Schöneiche einem Mann namens Hobeck, danach der Familie von Quast. Obwohl die Bewohner Schönebecks nicht an den Kämpfen des Bauernkrieges teilgenommen haben, sind sie nach der Niederwerfung von der vermehrten Ausbeutung durch ihre Besitzer betroffen. Kleinschönebeck1375 wird (Klein)Schönebeck als Schonebeke und Schonenbeke erstmals urkundlich im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt. Besitzer Kleinschönebecks (45 Hufen; 10 Kossätenstellen) ist der Cöllner Bürger Glase (Glasow). 1450 befindet sich Kleinschönebeck im Besitz des Landesherrn Friedrich II.. 1480 ist das Dorf im Besitz eines Schulboth, einem Lehnsdiener des Markgrafen. Danach geht der Ort in den Besitz der Stadt Altlandsberg über. Wann das ist, ist unklar, möglicherweise schon zu Beginn des 16. Jahrhundert, als Markgraf Jost von Mähren Altlandsberg an die von Krummensees verkaufte. Obwohl die Bewohner Schönebecks nicht an den Kämpfen des Bauernkrieges teilgenommen haben, sind sie nach der Niederwerfung von der vermehrten Ausbeutung durch ihre Besitzer betroffen. Frühe NeuzeitSchöneiche1527 erhält die Witwe des Hans von Krummensee das Dorf Schöneiche mit allen Rechten als Witwensitz vom Kurfürsten Joachim I.. Zwei Jahre später wird die Familie von Krummensee mit dem Ort belehnt. Die Krummensees errichten das erste feste Haus, einen mit einer Feldsteinmauer umgebenen Rittersitz gegenüber der Kirche. Seit 1541 heißt der Ort in den Quellen Schöneiche. 1610 bestätigt Kurfürst Johann Sigismund die Belehnung der Krummensees in Person der Brüder Hans und Hartwich von Krummensee. Im Dreißigjährigen Krieg wird Schöneiche, anders als etwa das Nachbardorf Woltersdorf kaum in Mitleidenschaft gezogen. 1655 zieht Georg Grätz von Seeberg nach Schöneiche. Durch Einheiratung kommt er in den Besitz eines Bauernhofes, der heute das älteste erhaltene Bauernhaus und Heimatmuseum ist. 1690 müssen die Krummensees aus finanziellen Gründen (Folgen des Dreißigjährigen Krieges) Schöneiche verkaufen. Käufer ist "auf Widerruf" durch die Krummensees ihr Verwandter, der polnische und kursächsische General Christian Dietrich von Röbel auf Hohenschönhausen. Nach Aufzeichnungen des späteren Pfarrers Babick ist jedoch seine Frau Maria Ludmilla von Kupfer die Käuferin. Röbel scheint ein strenges Regiment zu führen, unter anderem untersagt er den Verkauf von Bier im Krug vor 16 Uhr (außer an Reisende) und nach 21 Uhr, wofür auch der Krüger haftbar gemacht würde. Auch verbietet er, Holz zu schlagen oder zu sammeln. Da Hans Adam von Krummensee auf einen Rückkauf verzichtet, geht das Dorf 1701 endgültig in den Röbelschen Besitz über. Nach 2 Jahren im Besitz des Hake auf Rangsdorf erwirbt der Geheime Rat Severin Schindler das Gut Schöneiche. Er lässt schon ab diesem Jahr die Kirche erneuern, die im Stile des Barock ausgebaut wird und einen Turm bekommt. Auch eine Schule lässt Schindler einrichten. 1726 stellt er mit Johann Friedrich den ersten Schulmeister für die 35 schulpflichtigen Kinder an. Zudem stiftet er eine wertvolle Bibliothek christlicher und erbaulicher Literatur, die der Pfarrer zu verwalten hat und die in der Schlosskirche aufgestellt wurde. Noch heute ist ein Drittel des Bestandes erhalten, darunter mehrere Bibeln aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit Titelholzschnitten von Lucas Cranach. 1725 erlässt Schindler mehrer Verordnungen, unter anderem eine detaillierte Schulordnung und eine Armenverordnung, die das Betteln im Ort untersagte. 1730 richtet Schindler ein Waisenhaus ein. Nach seinem Tod (1737) und dem Tod seiner Witwe 1746 geht ein Großteil des beträchtlichen Vermögens in einer Stiftung zugunsten des Waisenhauses auf. Zum Kapital gehört auch das Dorf Schöneiche. Jedoch verlegen die Kuratoren der Stiftung das Waisenhaus nach Berlin und veräußern das Dorf Schöneiche 1747 an den Bankier Segebarth. 1749 wird auf Anordnung von Friedrich II. ein Raufutterspeicher für die Kavallerie errichtet. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Die Witwe Ann Regina Segebarth verkauft Schöneiche 1753 an die ebenfalls verwitwete Auguste von Oerzen. Da diese 1756 ihren Zahlungsverpflichtungen nur zum Teil nachgekommen war, versuchte sie, Kapital aus den reichen Holzbeständen Schöneiches zu machen. Das missfällt jedoch der Vorbesitzerin, die das gerichtlich untersagen lässt. Daraufhin verkauft sie das Gut Schöneiche 1759 an den Amtmann Puhlmann. Am 7. Juli 1761 erwirbt der Hofbankier Friedrich Wilhelm Schütze, einer der reichsten Bürger Berlins, das Dorf Schöneiche. Schütze lässt ein neues Schloss errichten und einen Park anlegen. Er lässt eine Wachsbleiche errichten, wo Kerzen hergestellt werden, die vor allem an den Berliner Königshof gehen, aber auch an die Königshöfe von Portugal, Spanien und Italien. 1760 setzt er gegen den Widerstand der Schöneicher die Aufteilung der Gemeinheiten (Weiden, Wiesen) durch, wobei der weitaus größere Teil ihm zufällt. 1794 stirbt Schütze. Er wird in der Schloßkirche bestattet, wo ihm Johann Gottfried Schadow ein Grabmal errichtet. KleinschönebeckIm 15./16. Jahrhundert wird die Dorfkirche errichtet. 1541 heißt der Ort Klein schonbecke, 1624 wird er als Klein Schönebeck erwähnt, 1683 wieder nur Schönebeck, jedoch mit dem Hinweis, dass der Ort im allgemeinen Klein Schönebeck genannt wird. In einem Gesamtbelehnungsbrief des Kurfürsten Johann Georg wird das Dorf 1572 erneut als Besitz der Krummensees ausgewiesen. 1592 kaufen die Krummensses auch noch die Kleinschönebecker Mühle. Im Dreißigjährigen Krieg wird Schöneiche, anders als etwa das Nachbardorf Woltersdorf kaum in Mitleidenschaft gezogen. 1621 zieht die Familie Grätz von Seeberg nach Kleinschönebeck. Sie wird in der Folgezeit über Jahrhunderte die Dorfschulzen stellen und bis zum Ende des Jahrtausends immer wieder hervortun. Im selben Jahr stirbt mit Georg Schmidt der erste namentlich bekannte Pfarrer des Ortes. Am 21. Dezember 1643 verkaufen die Krummensees Kleinschönebeck an Georg Friedrich Lotho von Trotten, der es 1651 an Erasmus Seydel verkauft. Dieser verkauft das Dorf wiederum am 3. Juli 1654 an den Reichsfreiherrn Otto von Schwerin. 1708 geht die Baronie und Herrschaft Altlandsberg in den Besitz von König Friedrich I. über. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts gehört Kleinschönebeck als Domäne nun zum Amt Altlandsberg. 1778 wird mit Raymund Dapp eine der bedeutendsten Gestalten der Ortsgeschichte Pfarrer in Kleinschönebeck und den dazugehörigen Außenstellen Schöneiche und Münchehofe. Von ungefähr 1784 bis 1837 sind erst Johann Heinrich Lübke und anschließend sein Sohn Johann Friedrich Lübke Schulmeister der Dorfschule. Seit 1793 wird auf die Initiative von Pfarrer Dapp hin eine Industrieschule errichtet. Unterstützt wird er dabei vom Küster Lübke und dessen Frau. Die Schule vermittelt nicht nur theoretisches, sondern auch praktisches Wissen wie Gartenbau, Spinnen und Stricken. Jedoch soll das nur Erziehung zur Arbeit sein, nicht Erwerbsarbeit in der Schule. So weist er das Ansinnen der Schulbehörde zurück, die Schule solle sich aus den Arbeitserlösen selbst tragen. Unterstützt wurde er dabei vom Dorfschulzen Grätz und dem königlichen Minister Otto von Voss. Auch eine Maulbeerbaumplantage geht auf die Initiative Dapps zurück, von denen auch heute noch zwei Bäume stehen. 20. Jahrhundert bis heuteZur Zeit des Nationalsozialismus wurden von den damals etwa 5000 Einwohnern des Ortes, die 170 Juden unter Mithilfe der örtlichen Behörden vertrieben. Es ist belegt, dass der damalige Bürgermeister, das Finanzamt und viele weitere von der Vertreibung profitierten. Einem Viertel gelang die Emigration, die restlichen Juden wurden in Ghettos oder Konzentrationslager deportiert. Von den Überlebenden oder Emigrierten ist keiner wieder in den Ort zurückgekehrt. Dennoch lebten 2005 wieder etwa 70 jüdische Flüchtlinge aus der GUS im Ort, die den Verein "Schtetl" gründeten, welcher in der ehemaligen Feuerwache eingerichtet wurde.[1] Siehe auch:
Pfarrer von Kleinschönebeck und FichtenauDie Pfarrer von Kleinschönebeck waren gleichzeitig Pfarrer der Zweigstellen Schöneiche und Münchehofe.
EinwohnerentwicklungSiehe: Einwohnerentwicklung Schöneiches bei Berlin KulturSehenswürdigkeitenSchöneiche
Kleinschönebeck
Fichtenau
Prominente SchöneicherEinzelpersonenIm Ort lebten und wirkten:
Familien
MusikSeit 1970 gab es in Schöneiche ein Jugendblasorchester. Dieses vereinigte sich 1990 mit dem Fürstenwalder Jugendblasorchester zum 1. Brandenburgisches Garde-Blasmusikkorps Fürstenwalde. Heute gibt es in Schöneiche eine eigene Musikschule, an der die verschiedendsten Instrumente unterrichtet werden. Sie ist im Helga-Hahnemann-Haus untergebracht. Sie gestaltet zahlreiche kulturelle Höhepunkte in Schöneiche. Literatur
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