Seesen in Niedersachsen


Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Goslar
Koordinaten: 51° 54′ N, 10° 11′ O
Höhe: 205 m ü. NN
Fläche: 102,06 km²
Einwohner: 21.540
Bevölkerungsdichte: 211 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38723
Vorwahl: 05381
Kfz-Kennzeichen: GS
Gemeindeschlüssel: 03 1 53 012
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 1
38723 Seesen
Webpräsenz: www.stadtverwaltung-
seesen.de
Bürgermeister: Hubert Jahns (SPD)

Seesen ist eine Stadt in Norddeutschland im Landkreis Goslar am nordwestlichen Harzrand zwischen Göttingen und Hannover im Südosten von Niedersachsen (Deutschland). Sie wurde 974 erstmalig urkundlich erwähnt und hat heute 21.540 Einwohner.

Geographie

Nachbargemeinden

Seesens Nachbargemeinden sind im Norden Bockenem, Lamspringe (beide im Landkreis Hildesheim) und Hahausen, im Osten Lautenthal und Wildemann, im Süden Bad Grund (im Landkreis Osterode am Harz) sowie Bad Gandersheim und Kalefeld (Landkreis Northeim) im Westen.

Stadtgliederung

Zu Seesen gehören die Ortsteile Bilderlahe, Bornhausen, Engelade, Herrhausen am Harz sowie Ildehausen, Kirchberg, Mechtshausen, Münchehof und Rhüden.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1821 8.061
1848 9.936
1871 10.229
1885 11.000
1905 13.114
1925 14.394
Jahr Einwohner
1933 14.721
1939 15.256
1946 24.435
1950 26.533
1956 23.462
Jahr Einwohner
1961 23.112
1968 23.287
1970 23.936
1975 23.577
1980 22.395
Jahr Einwohner
1985 21.898
1990 22.128
1995 22.574
2000 22.499
2005 21.724

(Ab 1968 Stand jeweils zum 31. Dezember)

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat setzt sich nach der Kommunalwahl vom 10. September 2006 zusammen aus:

  • CDU: 17 Sitze (48,86 %)
  • SPD: 15 Sitze (45,38 %)
  • FDP: 2 Sitze (5,74 %)

Bürgermeister

Bürgermeister ist Hubert Jahns von der SPD.

Städtepartnerschaften

Es bestehen Partnerschaften zur englischen Stadt Wantage (seit 7. November 1978), zum französischen Carpentras (seit 10. Juni 1993), zur italienischen Stadt Montecorvino Rovella (seit 14. Juli 2006) und zur Stadt Thale am Nordostrand des Harzes (seit 24. März 1990). Zudem übernahm Seesen 1993 die Patenschaft für das lettische Rauna.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Idyllisch gelegen zwischen leicht hügeligem Harzvorland und dem größten norddeutschen Mittelgebirge versteht es sich auch wegen der günstigen Verkehrslage als das „Tor zum Harz”. 1886 wurde in Seesen der Harzklub gegründet, der heute in rund 90 Zweigvereinen mit rund 16.000 Mitgliedern das Harzer Brauchtum pflegt und Wanderwege im Harz unterhält. So ist der Fremdenverkehr ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.

Bauwerke

  • Die heutige Sankt-Andreas Kirche wurde in den Jahren 1695 bis 1702 nach Plänen des Braunschweiger Festungsbaudirektors Völcker als Gemeinde- und Hofkirche errichtet. Der Vorgängerbau war 1673 durch einen Brand zerstört worden. Wegen ihrer herausragenden Akustik bietet die Sankt-Andreas Kirche regelmäßig den Rahmen für klassische Musik mit oft hochkarätigen Orchestern (wie dem Sinfonia Varsovia) und Einzelkünstlern (wie in der Vergangenheit Ludwig Güttler oder Yehudi Menuhin).
  • In der Innenstadt von Seesen kann man das Hinterhaus des berühmten Klavierbauers Heinrich Engelhard Steinweg besuchen, in dem er sein allererstes Klavier baute, welches heute noch im Städtischen Museum steht.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Sehusa Fest. Alljährlich findet am ersten Septemberwochenende rund um die Burg Sehusa (Mittelteil von 1592) das größte norddeutsche Historienfest statt. (Sehuson, d. h. Seehausen ist der mittelalterliche Name der Stadt – der namenstiftende See ist mittlerweile verschwunden).

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

  • Seesen liegt verkehrsgünstig an der Bundesautobahn 7 sowie den Bundesstraßen 64, 242, 243 und 248
  • In Seesen kreuzen sich die Bahnlinien Herzberg–Braunschweig (s. a.: Bahnstrecke Herzberg–Seesen) und Kreiensen–Bad Harzburg
  • Die Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB) betreibt in Seesen eine aus zwei Routen bestehende Stadtbuslinie sowie mehrere Überlandbuslinien im Umkreis

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1. Dezember 1863: Wilhelm Pockels (1832–1904)
  • 1888: William Steinway (1835–1896) [1]

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Ludwig Carl Zincken (1791–1862), Bergrat, später Ministerialrat für Berg-/Hüttenwesen in Bernburg, Mineraloge und Chemiker
  • Eduard Schott (1808–1895), Hütteninspektor und Kunstgießer in Ilsenburg, Erfinder der Kristallisationsverfahrens
  • Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz (1809–1877), preußischer General
  • Theodor Steinweg (1825–1889), Musikinstrumentenbauer
  • Gustav Stutzer (1839–1921), evangelischer Theologe und Autor
  • Hermann Menge (1841–1939), Altphilologe, Wörterbuchherausgeber, Autor zweier Repetitorien und einer geschätzten Bibelübersetzung
  • Udo Tworuschka (* 1949), Religionswissenschaftler
  • Sabine Töpperwien (* 1960), Sportjournalistin
  • Franziska Busch (* 1985), Eishockeyspielerin

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Israel Jacobson (1768–1828), der hier 1801 eine zunächst jüdische Schule gründete, die bald auch christliche Kinder aufnahm (später wurde aus dieser Schule das Seesener Jacobson Gymnasium). Jacobson gilt als Begründer des Reformjudentums.
  • Louis Spohr (1784–1859), Geigenvirtuose und Komponist, der seine Kinderjahre von 1786–1796 in den Mauern der Vorharzstadt verlebte
  • Heinrich Engelhardt Steinweg / Henry E. Steinway (1797–1871), baute in Seesen 1836 sein erstes Klavier und gründete in den USA die weltbekannte Klaviermanufaktur „Steinway & Sons”
  • Wilhelm Busch (1832–1908), der von 1898–1908 seine letzten Lebensjahre im eingemeindeten Dorf Mechtshausen verbrachte
  • Im Jahr 1886 gründen Heinrich Sieburg und Rudolf Züchner die erste Konservenfabrik in Seesen, in der Bismarckstraße. Im Jahr 1890 werden die ersten Dosen Serienproduktion hergestellt. Heute wird die Firma unter dem Namen Crown Nahrungsmitteldosen Deutschland GmbH, Werk Seesen, weitergeführt.

Literatur

  • Carl Friedrich Bege: Geschichte der Städte Seesen und Scheppenstedt. Holle, Wolfenbüttel 1846 (Nachdruck: von Hirschheydt, Hannover 1974, ISBN 3-7777-0814-3)
  • Gerhard Ballin: Geschichte der Juden in Seesen. Stadt Seesen, Seesen 1979
  • Willy Hartmann: Häuserbuch der Stadt Seesen. Geschichte der Seesener Brau-, Büdner- und Bürgerhäuser von den großen Stadtbränden 1664 und 1673 an. Chronik der Stadtbrände vom 16. bis 19. Jahrhundert. Verzeichnis der Bürgermeister der Stadt. HisChymia, Seesen / Libri Books on Demand, Norderstedt 2000, ISBN 3-935060-06-8
  • K. Knackstedt: Geschichte des Dorfes Bornhausen bei Seesen. Großklaus & Strube, Braunschweig 1899 (Digitalisat)
  • Andreas Safft: Seesen. Sutton, Erfurt 1998, ISBN 3-89702-054-8
  • Ralph Wagner: Geschichte des Dorfes Kirchberg. Stadt Seesen, Seesen 1978
  • Tausend Jahre Seesen. Beiträge zur Geschichte der Stadt Seesen am Harz. 974–1974. Stadt Seesen, Seesen 1974



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Informationsportal über Seesen in Niedersachsen - 26.5.2012