Sieversdorf-Hohenofen in Brandenburg


Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Neustadt (Dosse)
Koordinaten: 52° 50′ N, 12° 24′ O
Höhe: 28 m ü. NN
Fläche: 19,83 km²
Einwohner: 869
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16845
Vorwahl: 033970
Kfz-Kennzeichen: OPR
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 409
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Amtsverwaltung:
Bahnhofstraße 6
16845 Neustadt (Dosse)
Webpräsenz: www.sieversdorf-hohenofen.de
Bürgermeister: Hermann Haacke

Sieversdorf-Hohenofen ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Nordwesten Brandenburgs (Deutschland). Die Gemeinde entstand am 31. Dezember 1997 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Sieversdorf und Hohenofen. Sieversdorf zeichnet sich unter anderem durch mehrere denkmalgeschützte Fränkische Ernhäuser aus, die saniert und wieder mit traditionellen Reetdächern gedeckt wurden.

Geografische Lage

Die Gemeinde Sieversdorf-Hohenofen liegt zwischen Neustadt (Dosse) und Rhinow im Rhin-Dosse Luch.

Geschichte

Die erste Nachricht über Sieversdorf

Die erste Nachricht über Sieversdorf war vom Jahre 1334 in einer Urkunde (Riedel, Cod. dipl., 1. Hauptabth. Bd. IV, S.50). Die Grafen von Lindow und Herren von Ruppin Günther und Ulrich, Brüder, und Adolph und Busso, Brüder, bekennen, dass sie von ihrem Fürsten, dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg die Stadt Wusterhausen/Dosse mit allen Dörfern und Gütern, welche dazu gehören, und namentlich die Dörfer "Brunne (Brunn), Driplatz (Trieplatz), Syuerdestorp (Sieversdorf), Blankenburg, Plonitz (Plänitz), Cernitz (Zernitz), Gardiz (Garz/Temnitztal) und Dannenuelde (Dannenwalde)", und außerdem Stadt und Land Gransee mit allen Dörfern und Gütern, für eine Forderung von 7000 Mark Brandenburgisch zum Pfand erhalten haben und besitzen.

Die Geschichte Hohenofens

Die Geschichte Hohenofens geht zurück auf die Gründung einer Eisenhütte im Jahre 1693, die der im brandenburgischen Diensten stehende Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg hier anlegen ließ. Der Landgraf hatte von seinem Besitzvorgänger, dem Grafen von Königsmark, den Rittmeister Liborius Eck als Amtsverweser übernommen. Dieser untersuchte die Gegend, welche bis dahin Vierhütten hieß, und fand in vier Schlackenbergen den Beweis, dass daselbst Eisenhütten gestanden haben müssten. Eine Eisenverhüttung in Vierhütten hatte schon zur "Slawenzeit" vor 1250 stattgefunden. Der Name Vierhütten hatte das angedeutet. Eck entdeckte bald auch den Eisenstein, den roten Eisenschlamm in den Wiesen, und der Landgraf beschloss, das Eisenwerk wieder herzustellen. Es musste eine Wasserkraft zum Betrieb der Gebläse gewonnen werden. Dazu wurde auch ein Kanal von Neustadt aus angelegt, der dann zum Hauptlauf der Dosse wurde. Für den ”Hohen Ofen” wurde der bis zu sechs Fuß mächtige Raseneisenstein benötigt. Nach zehn Jahren waren die Raseneisenstein-Vorkommen und die Holzvorräte in der näheren Umgebung erschöpft. 1702 wurde die Eisenhütte Hohenofen in ein Seiger-Hüttenwerk umgewandelt (Silber-Kupfer-Scheidung). Die Kupfer Erze und Brennstoffe wurden nun auf dem Wasserweg aus dem Magdeburgischen transportiert. Im Jahre 1836 wurde aus dem Hüttenwerk eine Papierfabrik, welche die Königliche Seehandlung anlegte.

Hexenverfolgung

Sieversdorf wird noch heute als Hexendorf bezeichnet. Eigentlich zu Unrecht. In fast alle Dörfern der Region wurden damals Hexen verbrannt. Tatsächlich gab es mehrere Hexenprozesse die nicht nur Sieversdorf zugeordnet werden können. Ein nachweisbarer in Brunn fällt in das Jahr 1620, also in die Anfangszeit des dreißigjährigen Krieges. Später, 1660, war die 60jährige Hedwig Müller verehelichte Berendt, Bauerfrau in Köritz, in Köritz verbrannt worden. Maria Müller, Verwandte von Hedwig Müller kam 9 Jahre später, 1669 als Hexe auf dem Rhinowberg in Sieversdorf durch das Feuer um. Der Rhinowberg, am alten Lehmweg, wurde später abgetragen. Der Sand wurde in den damals trocken gefallenen, angrenzenden Dossearm zur Landgewinnung verbracht. Heute ist dort das Hexenwäldchen.

Alte Ortsteile

1622 gab es zwei Dörfer mit zwei Schulzen: Das Kleine- Sieversdorf und Gross- Sieversdorf. Die Dörfer trennte ein Dossearm, an dem eine Wassermühle bis 1673 stand, der heutige Mühlengraben. Noch 1841 teilte sich das heutige Sieversdorf in Klein- Sieversdorf, Gross- Sieversdorf und den Büttner- Sand auf.

Literatur

  • Die Hofbesitzer in den Dörfern des Landes Ruppin 1491 bis 1700, von Joh. Schultze 1937.
  • Die Herrschaft Ruppin und ihre Bevölkerung nach dem 30jähr. Krieg, von Joh. Schultze 1925.
  • Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 1: Die Grafschaft Ruppin von Theodor Fontane



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Informationsportal über Sieversdorf-Hohenofen in Brandenburg - 26.5.2012