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Die Gemeinde Söhrewald liegt in Nord-Hessen im Landkreis Kassel. GeografieLageDie Gemeinde liegt südöstlich von Kassel inmitten der waldbedeckten Höhenzüge des hessischen Mittelgebirgswaldes Söhre. Die Ortsteile von Söhrewald werden unter anderen von Fahrenbach und Mülmisch durchflossen. NachbarorteSöhrewald grenzt im Norden an die Gemeinde Lohfelden, im Nordosten an die Gemeinden Kaufungen und Helsa (alle drei im Landkreis Kassel), im Osten an die Stadt Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis), im Süden an die Stadt Melsungen, im Südwesten an die Gemeinde Körle, sowie im Westen an die Gemeinden Guxhagen (alle drei im Schwalm-Eder-Kreis) und Fuldabrück (im Landkreis Kassel). GliederungDie Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Eiterhagen, Wellerode und Wattenbach. Ortsteil EiterhagenSeit über 700 Jahren liegt im Tal der Mülmisch zwischen bewaldeten Hügeln das Meisterdörfchen Eiterhagen. Die Landschaft lädt ihre Besucher zum Wandern und Verweilen ein. Am Beispiel des grünen Sees zeigt sich der Wandel eines ehemaligen Steinbruches zur Naturidylle. Auch heute wird noch Basalt abgebaut, der seine Verwendung hauptsächlich im Straßen- und Gleisbau findet. Ortsteil WattenbachIm Jahre 1323 wurde Wattenbach erstmals urkundlich erwähnt. Mit der Zeche Stellberg war der Ort früher ein Bergmannsdorf, dessen Traditionen bis zum heutigen Tag gepflegt werden. Aber auch dem Fortschritt ist man nicht verschlossen. So werden durch die fünf Windkraftanlagen Rumpelstilzchen, Schneewittchen, Frau Holle sowie Hänsel und Gretel jährlich 6,8 Millionen Kilowattstunden Strom gewonnen. Das digitale Fernsehprogramm wird via Satellit von der Sendeanlage am Brand in das Kasseler Kabelnetz eingespeist. Ortsteil WellerodeIm Jahre 1351 wurde Wellerode erstmals urkundlich erwähnt; besiedelt wurde es wahrscheinlich von Vollmarshausen aus bereits im 7. und 8. Jahrhundert. In der erwähnten Urkunde finden sich die Brüder Thyle, Heimrad und Werner von Elben bereit, ihre Lehnsrechte auf Wellerode an die Äbtissin Jutta von Katzenelnbogen (1310–1378) vom Kloster Kaufungen zu verkaufen, weshalb die beiden Parteien am 2. Juni 1351 einen Vertrag schließen, der im Hessischen Staatsarchiv Marburg aufbewahrt wird. Nach 1100 trat in Niederhessen ein Mann namens Wenno auf. Nach 1200 war ein Wenno Meister des Schwertbrüderordens in Livland bei Riga. Ihm folgten im Amt Rudolf von Kassel und Graf Volkmar von Naumburg. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass auch Wenno aus Niederhessen stammte. Einer seines Geschlechts könnte Wellerode (in der Urkunde von 1351 Wynebolderode genannt) den Namen gegen haben. Ein Lehrer hatte sich um 1950 als Gründungsfigur des Ortes einen Mönch namens Winibold ausgedacht, was wissenschaftlich zwar unhaltbar, aber unausrottbar ist. Wellerode ist zu drei Viertel von Wald umschlossen. Es war früher ein Bauerndorf und wurde im Zuge der Industriealisierung Kassels nach 1866 allmählich zur Pendlersiedlung. Die Bewohner sind größtenteils im nahen Kassel erwerbstätig. An die am 22. August 1912 in Betrieb genommene und am 30. September 1966 stillgelegte Söhrebahn erinnert neben dem Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen Bahntrasse das heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzte Bahnhofsgebäude. Bemerkenswerte Bauwerke und Anlagen in WellerodeHirtenhaus(Wattenbacher Straße 7) Sofern der nicht mehr gut lesbare Hausstein des Hauses Wattenbacher Straße 7 richtig entziffert wurde, lautet er:
Folgt man Max Beyer, handelt es sich um das Welleröder Hirtenhaus. Obwohl dem Hirten ein wichtiger Teil des bäuerlichen Eigentums anvertraut wurde - Schafe, Ziegen, Schweine und Rinder übergab man der Obhut des Hirten - musste er ein äußerst karges Leben führen und wurde darüber hinaus sozial gering geschätzt. Die verklärende Hirtenidylle des 16. und 17. Jahrhunderts hatte deshalb nichts mit der Wirklichkeit gemein. Das entbehrungsreiche Dasein teilten die Hirten bis weit ins 19. Jahrhundert mit den Schulmeistern, die bisweilen mit ihnen unter einem Dach lebten und ihre ärmlichen Einkünfte oft mit einem Nebenerwerb, wie zum Beispiel Ackerbau, Leinweberei, Abschreiben, Rechnungsführung, Musizieren und Tagelohn aufbesserten. 1353 wurde in Wellerode urkundlich eine bedeutsame Schafhaltung erwähnt. Nach bisheriger Kenntnis wird erstmals 1647 der Hirt Clos Bernnig aus Simmershausen in Wellerode namentlich erwähnt. 1919 wurde in Wellerode das Hüten endgültig eingestellt, weil der Ziegenzuchtverein keinen Hirten mehr fand. Der letzte namentlich bekannte Hirt war Jakob Fißler, genannt „Spaßmann”.[1] KircheDie Kirche wurde 1901 bis 1902 erbaut und am dritten Adventssonntag (14. Dezember) 1912 eingeweiht. Die Baukosten betrugen 31.000 Mark. In den Seitenwänden sind zwölf spitz zulaufende Fenster eingebaut; die Empore umfasst die Weiten- und die Rückwand. An der Rückwand ist auch die Orgel angebracht. Der Altar (Fa. Wachenfeld in Külte/Waldeck), die Kanzel (Eichenteile: Schreinermeister Hahn, Wellerode) und der Taufstein aus Sandstein (Bildhauer Hermann Pohl in Kassel) sind 1970 schlicht und ohne Schmuckwerk, wie im Mitteilungsblatt der Gemeinde Wellerode vom 28. August 1970 zu lesen ist. Der Deckel des Taufbeckens ist im Gegensatz zu der sonst symbolarmen Ausstattung der Kirche an Sinnbildern reich. Der Griff stellt Christuts dar, der den Versinkenden rettet, der ebenfalls über das Wasser wandeln wollte, ohne hierzu den rechten Glauben zu haben. Auf dem Rand findet man die das Wasser betreffenden Geschichten der Bibel:
An der Rückseite des Altarraums befinden sich bemalte Glasfenster. Das vom Betrachter linke neugotische Fenster stellt Paulus mit dem Schwert und Buch, das rechte Petrus mit dem Schlüssel dar, überhöht werden beide von einem Rundfenster mit dem dornengekrönten und den Lebensstab haltenden auferstandenen, triumphierenden Christus. Auf dem Weg in den Glockenturm ist das noch funktionierende Uhrwerk aus dem Jahre 1901 und eine bei der Renovierung im Jahre 1993 entdeckte, gut ausgearbeitete Balkeninschrift, deren lesbarer Teil „Anna Elisabeth...ten Bachmann GR Anno 1775” lautet, zu sehen. Der Balken stammt vermutlich aus einem Fachwerkhaus.
Um die Welleröder Kirche gruppieren sich Fachwerkhäuser, deren älteste aus dem 18. Jahrhundert stammen. Das Ensemble wird allerdings durch einen in der Fahrenbachstraße als Lebensmittelladen erbauten Flachdachbau gestört, der an Stelle von kleineren, 1974 abgerissenen Fachwerkhäusern (u. a. Konsum von Wellerode) errichtet wurde.[3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15] Evangelisches Gemeindehaus(An der Kirche 2) Das heutige Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde wurde 1719 errichtet und diente bis nach dem Zweiten Weltkrieg als Schule. Von 1919 bis 1963 war hier auch das Bürgermeisteramt von Wellerode untergebracht. Der geplante Abriss dieses Fachwerkhauses, das durch einen Neubau ersetzt werden sollte, wurde 1981 nach Einspruch des Landesamtes für Denkmalpflege zum Schutze des Ortskerns verworfen. Das Haus wurde saniert, der Eingang gegenüber der Gaststätte Zur Post an die jetzige Stelle verlegt, wobei wieder ein dritter Giebel hinzugefügt wurde. Im Februar 1983 wurde das Haus seiner jetzigen Bestimmung übergeben. Altes Forsthaus(Fahrenbachstraße 1) Das alte Forsthaus ist nach einer heute nicht mehr zu sehenden Balkeninschrift 1745 als Fachwerkhaus erbaut worden. Der rechte Flügel wurde später angebaut und diente den Landgrafen als Absteigequartier bei den Hof- und Treibjagden. Die Wagen fuhren zu dem einen Tor hinein und zum anderen hinaus. Es ist seit 1960 in Privatbesitz. Schützenhaus(Fahrenbachstraße 5) Das Thomassche Haus gehört zum Ensemble des „alten Forsthauses” (Fahrenbachstraße 1). Es wurde früher „Schützenhaus” genannt. In ihm wohnten die übrigen Jagdteilnehmer. Ehemaliges Haus Neutze(Fahrenbachstraße 11) Dieses Bauernhaus ist beispielhaft für ein Mitteldeutsches Einhaus, auch Mitteldeutsches Ern-Tenn-Haus genannt. Das Ernhaus ist ein zweigeschossiger Wohn-Stall-Speicherbau, der in der Mitte der Traufseite ebenerdig erschlossen wird. Im dreizonig untergliederten Grundriss befindet sich in der mittleren Zone der zentrale Ern, der Flur mit der Treppe ins Obergeschoss und der Herdstelle im hinteren Teil des Gebäudes. Eine Seitenzone ist meist unterkellert. In ihr befindet sich der oft vom Ern aus zugängige Vorratskeller, über dem erhöht die Stube liegt. Darüber sind im Obergeschoss die Schlafkammern. Die andere Seitenzone ist der Wirtschaftsteil mit dem Kuhstall im Erdgeschoss mit Eingang von außen und im Obergeschoss darüber dem Heuboden bzw. Speicher. Das gesamte Dach diente als Fruchtboden. Dieses Haus ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut worden. Der rechte Teil des Hauses ist später angebaut worden (Sandsteinsockel, Ausgleichsschicht aus gebranntem Ziegel, dann die Schwelle des Erdgeschosses). Eckhardsches Haus(Fahrenbachstraße 15) Das Haus wurde laut Hausinschrift im Jahre 1625, also während der 30jährigen Krieges, errichtet. Die Inschrift lautet: „Bauen ist eine Lust, dass es soviel kust habe ich nicht gewusst.” Obermühle(Fahrenbachstraße 4) Das zum Betrieb erforderliche Wasser wurde dem Fahrenbach und dem Rodebach entnommen. Der Antrieb des Werkes erfolgte durch ein oberschlächtiges Wasserrad. Es wurde eine Mahlmühle betrieben. Wehr, Betriebsgraben und Mühlenanlagen sind nicht mehr vorhanden. Die Obermühle wird seit etwa 1887 nicht mehr betrieben. Forsthaus Fahrenbach(Fahrenbachstraße 28) 1909/10 wurde das Forsthaus Fahrenbach erbaut, dessen Forstbezirk vorher „Wellerode Ost” hieß, während sich die Försterei Wellerode damals „Wellerode West” nannte. Bei dieser Försterei am Waldrand von Wellerode (heute: Fahrenbachstraße 28), standen noch um 1963/64 drei gesunde Tulpenbäume (Liriodendron tulipifera) mit einem Umfang von je 1,80 m, 1,20 m und 1,10 m. Sie galten als Naturdenkmäler, waren in den 1963/64 überarbeiteten Naturdenkmalbüchern des Landkreises Kassel eingetragen und wurden auch in Naturdenkmäler Meißner-Kaufunger Wald aufgeführt.[16] Laut Mitteilung des Kreisausschusses des Landkreises Kassel vom 11. Februar 2002 – K 320 – Untere Naturschutzbehörde – 149-53.1 – GE – wurden diese drei Tulpenbäume jedoch durch Verordnung zur Sicherung von Naturdenkmalen im Landkreis Kassel vom 10. August 1971 wegen ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit als Naturdenkmal ausgewiesen, wobei ein Tulpenbaum bereits durch Verordnung vom 2. Juni 1976 aus nicht mehr bekannten Gründen gelöscht wurde. Bei einer Ortsbesichtigung am 11. Juli 1986 wurde jedoch festgestellt, dass die beiden verbliebenen Tulpenbäume trocken waren, weshalb sie noch im gleichen Jahr als Naturdenkmal ebenfalls gelöscht wurden. Im Februar 2002 war noch ein Tulpenbaum vorhanden, der grünt und blüht, kahlt allerdings allmählich von unten aus. Der zweite Tulpenbaum befand sich nebenan auf der derzeitigen kleinen Standfläche eines Handwerksbetriebes, er wurde gefällt. Der Tulpenbaum gehört zur Gattung der Magnoliengewächse mit je einer Art in Nordamerika und China; die sommergrünen Bäume mit vier- bis sechslappigen großen Blättern haben tulpenähnliche Blüten und kiefernzapfenähnliche aufrechte Fruchtzapfen. Die aus dem östlichen Nordamerika stammende Art Liriodendron tulipifera hat gelbgrüne Blüten und wird bei uns als Parkbaum angepflanzt; sie erreicht jedoch bei weitem nicht die Höhe wie in ihrer Heimat, wo sie zu den sehr hohen Waldbäumen gehört. „Tulpenbaum” wird u. a. auch die Magnolie genannt. Hänsel-und-Gretel-Stein(Am Knickchen) Eine alten Welleröderin hatte um 1949 einem Volksschullehrer amlässlich der Welleröder 600-Jahrfeier im Jahre 1951 die Geschichte von einem Stein im Stellbergsgraben, also an entgegengesetzten Stelle im Dorf, erzählt, wo sich ein Geschwisterpaar so gestritten haben soll, dass sie sich gegenseitig umbrachten. Der Lehrer hat das Märchen mit zusätzlichen Details ausgeschmückt und auf den Quarzitfindling im Rodebachtal mit seinen deutungsfähigen Auswaschungen übertragen. Darüber hinaus hat er dem Stein offenbar aus touristischen Gründen den bis dahin ungebräuchlichen Namen „Hänsel- und Gretelstein” verliehen, der Eingang in die topographische Karte 1:25 000 4723 Oberkaufungen des Hessischen Landesvermessungsamtes, Ausgabe 1979 und 1986, gefunden hat, wogegen der von der Fachwelt als sensationell eingestufte Fund des Steinkreuzes im Jahre 1980, das 1982 an der ehemaligen Söhrebahntrasse wieder aufgerichtet wurde, diese Würdigung nicht widerfahren ist. Vor 1980 lag der Quarzitfindling noch in einer Wiese am Waldesrand und war liebevoll von einer kleinen Demarkation aus Birkenästen umgeben; dann zerfiel diese – und weil die kleine Anlage nicht mehr gepflegt wurde, überwucherte bald Gras fast den gesamten Stein. Söhrekampfbahn(Tal des Fahrenbaches) Am 28. August 1955 wurde die Söhrekampfbahn ihrer Bestimmung übergeben. Sie war in Hand- und Spanndiensten von den Wellerödern nach zweijähriger Bauzeit errichtet worden. 25. Arbeitsstunden hatte damals jeder Einwohner zu leisten; selbst die Schulkinder halfen durch Steine sammeln und Handreichungen mit. Alter Sportplatz, die Sülze(zwischen der Unteren Hamböhlstraße, dem Schwarzebachweg und der Schulstraße) Der Erwerb des Geländes in der Flur Sülze für der Errichtung eines Sportplatzes wurde im März 1929 von der Gemeindevertretung beschlossen. Die Grundstücke wurden noch im gleichen Jahr zum Teil von Heinrich Herwig aufgekauft bzw. durch Grundstückstausch mit anderen Eigentümern erworben. Jakob Nolte aus Vollmarshausen führte die Arbeiten am Sportplatz aus. 1931 wird der Sportplatz (Sülze) anstatt mit Draht mit Staketen von der Firma Langhuth in Wellerode eingezäunt. 1934 entschied der Bürgermeister: Um für den Sportplatz einen richtigen Anmarschweg zu gewährleisten, muss für den Bau einer anständigen massiven Treppe gesorgt werden. Nach dem Einmarsch der Amerikaner im April 1945 wurde der Sportplatz von der Besatzungsarmee zeitweise genutzt. Durch Vermittlung des Bäckermeisters Hans Werner, der englisch sprach, wurde später von der U.S.-Army der Sportplatz (Sülze) wieder für den Spielbetrieb freigegeben. Auf dem Fundament des 1980 abgetragenen Feuerwehrschlauch-Trockenturms errichteten sich die Fußballer des TSG 1896 Wellerode einen Geräteschuppen aus Holz. Dorfgemeinschaftshaus(Zum Bahnhof 1) Das Gebäude wurde 1912 als Bahnhof Wellerode-Wald der Söhrebahn errichtet. Gleichzeitig wurde in dem Haus eine Kantinenwirtschaft der Söhrebahn betrieben. Der Wirt Daniel Werner war unter dem Beinamen Amsel im Ort bekannt, weil er seine späten Gäste mit der Redewendung „Geht nach Hause! Draußen pfeifen schon die Amseln” zum Aufbruch gemahnt haben soll. Am 30. September 1966 fuhr der letzte Personenzug. Das Gebäude wurde 1970 von der Gemeinde erworben und dient nach Umbauarbeiten als Dorfgemeinschaftshaus. Der ursprüngliche Eingang zur Straße Zum Bahnhof wurde 1991 nach einem Umbau zum Zechenweg verlegt. Tichhänsches Haus(Wattenbacher Straße 28) Bei diesem Haus handelt es sich um ein Ern-Tenn-Haus, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut worden ist. Das Haus ist allerdings auf Blatt 23 der Niveaukarte des Kurfürstentums Hessen von 1859 noch nicht eingetragen. Entweder stand das Haus ursprünglich an einer anderen Stelle, ist dort nach 1859 abgetragen und dann am heutigen Standort wieder errichtet worden, oder es ist nach 1859 vom Bauherrn im alten Stil errichtet worden. Der Name „Tichhäns” (mundartlich für Teich-Hans) rührt von dem einst oberhalb des Hauses gelegenen Teich her, der als rechteckiger Teich auf Blatt 23 der Niveaukarte des Kurfürstentums Hessen von 1859 eingezeichnet ist und sich etwa auf dem Grundstück der heutigen Geschäftsstelle der Kasseler Sparkasse befand (Teichwiesenweg 1). Er ist auch Namensgeber für den Teichwiesenweg. Wann der Teich angelegt wurde, ist uns nicht bekannt. Er wurde offensichtlich vom Eckebach gespeist und hatte eine beachtliche Größe, er war nämlich ungefähr 55 m lang und 15 m breit ~ 825 m2. Die von etwa 1875 bis 1900 betriebene Gastwirtschaft „Deutscher Kaiser” im „Deutschen Haus”, Wattenbacher Straße 21, das 1970 abgerissen worden ist, erhielt ihr Wasser mittels hölzerner Röhren aus diesem Teich. Da der Teich in der topografischen Karte von 1907 nicht mehr eingetragen ist, wird er vermutlich zwischen ungefähr 1900 und 1905 - womöglich nach dem Bau der Wasserleitungim Jahr 1901 - verfüllt worden sein. Ahlegrebesches Haus(Wattenbacher Straße 22) Das Ahlegrebesche Haus wurde angeblich 1734 von Justus Leuhardt erbaut. Deutsches Haus(Wattenbacher Straße 21) An dieser Stelle stand das „Deutsche Haus”, das seinen Namen von der 1875 erwähnten und vermutlich bis 1900 betriebenen Gaststätte „Deutscher Kaiser” erhalten hat. Das „Deutsche Haus” wurde im Februar 1970 im Zuge des Ausbaus der Landesstraße 3236 abgerissen. Feuerwehrgerätehaus(Schulstraße 4) Im August 1973 wurde das mit 160.000 DM finanzierte Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr übergeben. Schule(Schulstraße 6) Der erst urkundlich nachgewiesen Lehrer in Wellerode heißt Peter Roll. Er hatte seinen Dienst am 29. September 1644 als "Opfermann" (= Küster) angegetreten.[17] Als Schule hatte seit 1719 bis nach dem 2. Weltkrieg das jetzige Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde An der Kirche 2 gedient. Darüber hinaus war 1885 in der Schulstraße 6 ein neues Schulhaus für eine Klasse und eine Lehrerdienstwohnung mit einem Wirtschaftsgebäude und Stallungen errichtet worden. Auf den Grundmauern dieses Gebäudes wurde 1926/27 ein neues Schulhaus errichtet, die erwähnten Wirtschaftsgebäude wurden 1955/56 abgerissen, um einem weiteren 1956 gebauten Schulgebäude mit drei Klassen, einem Vortragssaal und jeweils einem Verwaltungs- und Lehrerzimmer sowie einer Schulküche, in deren Vorbau ein Handarbeitsraum untergebracht war, zu weichen. Vom 15. Januar 1948 bis 1956 diente auch eine 1944 auf den Küsterwiesen errichtete Baracke mit zwei Schulräumen als „Schulbaracke”, in der auch die von den Quäkern vom 22. September 1947 bis zum 30. Juni 1950 gespendeten „Schulspeisungen” stattfanden. Gemeindeverwaltung(Schulstraße 8) Das Bürgermeisteramt befand sich von 1919 bis 1963 im heutigen Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde An der Kirche 2. Das neue Gebäude für die Gemeindeverwaltung wurde nach seiner Fertigstellung 1963 bezogen. Neben der Gemeindeverwaltung nahm das Haus auch zeitweise vier Wohnungen auf. Im Keller befand sich darüber hinaus bis zum Herbst 1996 eine Tiefgefrieranlage. Das Haus hat inzwischen mehrere Renovierungen erfahren, so zum Beispiel 1983 und 2000. Alte Turnhalle/Mehrzweckhalle(Zum Bornhof 2) Die 376 Quadratmeter große Turnhalle (heute: Mehrzweckhalle) wurde im September 1964 ihrer Bestimmung übergeben, nachdem die Turner des TSG 1896 Wellerode insbesondere in den 1950er Jahren sehr erfolgreich gewesen waren und es ihnen an einer geeigneten Übungsstätte gefehlt hatte. Die Turnhalle war von der damals noch selbstständigen Gemeinde Wellerode erbaut worden. Neben der Grundschule und den Turnern wurde die Halle auch zeitweise von den anderen Abteilungen des TSG 1896 Wellerode genutzt. Nachdem die benachbarte Sporthalle im Jahre 1993 in Betrieb gestellt worden war, dient sie als Übungshalle für den Sport sowie dem Blasorchester und der Chorvereinigung 1871/96. Sie gehört jetzt der Gemeinde Söhrewald. Neue Sporthalle(Zum Bornhof 4) Nach einjähriger Bauzeit wurde am 17. Juli 1993 die neue Sporthalle ihrer Bestimmung übergeben. Die Baukosten haben 2,5 Mio. DM betragen, wovon die Gemeinde Söhrewald 1,0 Mio. DM getragen hat. Sie wird von der Grundschule und den Vereinen genutzt. Eigentümer der Sporthalle ist der Landkreis Kassel. 1995 wurden für rund 11.000 DM Bühnenelemente angeschafft, die auch in der alten Turnhalle / Mehrzweckhalle verwendet werden können. Kindergarten(Schulstraße 12) Der von der Gemeinde Söhrewald errichtete Kindergarten wurde im Juli 1975 für seinerzeit 75 Kinder eingeweiht. Das ursprüngliche Flachdach wurde 1987 durch einen Giebel ersetzt. Der Bau wurde 1995 erweitert und hat nun Platz für 100 Kinder. Am 21. Oktober wurde darüber hinaus ein weiterer Kindergarten „Die kleinen Waldwichte” in den Berndtswiesen 2 eingerichtet. Welleröder Sühnekreuz(auf der ehemaligen Söhrebahntrasse) Um 1500, so schätzen Fachleute, ist das Welleröder Sühnekreuz errichtet worden. Nach ihm ist die Flur Steinkreuzer Feld benannt worden. Die schlichte Einritzung auf der Stirnseite zeigt einen Menschen, der wahrscheinlich ein Kreuz oder einen kreuzähnlichen Gegenstand hochhält, eine für Hessen einmalige Darstellung einer menschlichen Gestalt auf Stein. Während der Zeit, als dieses Steinkreuz errichtet wurde, war die Sühne eines Totschlages Privatsache. Um der Blutrache Herr zu werden, hatte die Kirche Sühneverträge angeboten, worin der Mörder bzw. Totschläger unter anderem zur
verpflichtet werden konnte. Letzteres hatte die unselige Folge, dass die Kriminalität bei den seinerzeit noch ziemlich beliebten Pilgerfahrten anwuchs. Erst der Codex Criminalis Carolina von 1553 ersetzte den Sühnebrauch der Kirche durch die weltliche Gerichtsbarkeit. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass unser Welleröder Sünder zum Beispiel nach Rom, Jerusalem, Santiago de Compostela oder einem anderen damals bekannten Wallfahrtsort gepilgert ist. Wegen der ungefügten Form des Kreuzes und der schlichten Einritzung nimmt man an, dass dieses Kreuz von keinem Steinmetz gefertigt wurde. Das Sühnekreuz ist nach einem Wolkenbruch am 11. Juli 1980 im Steinbach freigespült, im April 1982 geborgen und im September des gleichen Jahres an der ehemaligen Söhrebahntrasse oberhalb des Steinbachtales aufgestellt worden. Die 1984 auf Willi Jantzens Anregung beigestellte Erläuterungstafel ist schon längst wieder der Zerstörungswut zum Opfer gefallen. Aller Voraussicht nach ist das hier abgedruckte Märchen über die beiden Geschwister, die sich während eines Streites gegenseitig tödliche Wunden beigebracht haben, mit diesem Steinkreuz in Zusammenhang zu bringen. Der in den 1950er Jahren zur touristischen Attraktion gewordene so genannte Hänsel-und-Gretel-Stein im Rodebachtal ist dagegen ein Quarzitstein mit deutungsfähigen Auswaschungen, dem, da das Steinkreuz als verschollen galt, die Erzähltradition übertragen wurde. Forsthaus EisbergDas Forsthaus Eisberg wurde 1940 gebaut. Die um 1950 gehegte Hoffnung, dass in ihm wieder eine Oberförsterei eingerichtet wird, hat sich nicht erfüllt. Die aufgemalte Balkeninschrift lautet:
Nach der Nazizeit wurde das Wort „Führers” in „Schöpfers” geändert. Gendarmeriedienstgehöft(Goethestraße 1) Am 1. Oktober 1913 wurde der Gendarmeriestandort von Vollmarshausen nach Wellerode verlegt. Die Beamten wohnten bis zum Bau des Gendarmeriedienstgehöftes im Jahre 1931 in privaten Wohnungen. Um 1952-53 wurde es von der Forstverwaltung als Mietgehöft übernommen und 1990 Privat verkauft. Untermühle(Untermühlenweg 6) Das zum Betrieb erforderliche Wasser wurde dem Fahrenbach und dem Schwarzebach entnommen. Der Antrieb des Werkes erfolgte durch ein oberschlächtiges Wasserrad von 5,00 m Durchmesser und 0,60 m Breite. Der Höhenunterschied hat 5,20 m und die nutzbare Kraft ungefähr drei PS (2,208 kW) betragen. Es wurde eine Mahlmühle betrieben. An der Ableitungsstelle lag ein aus Bruchsteinen hergestelltes Wehr. Das Niederschlagsgebiet hat für die Anlage 11 km² betragen. Der Betriebsobergraben war 250 m und der -untergraben 110 m lang. Das Wehr wurde beim Ausbau des Fahrenbaches Ende der 1970er Jahre beseitigt, der Betriebsgraben ist vollständig verfüllt. Die Untermühle wird seit 1916 nicht mehr betrieben. Das Mühlengebäude brannte 1928 ab. Friedhof(Friedhofstraße 8) Wie Knochenfunde bestätigt haben, wurden in älterer Zeit die Toten in der alten Kapelle, die sich bis 1901 an der Stelle der heutigen Kirche befand, bestattet. Erst als keine Begräbnisse in den Kirchen mehr möglich waren und sie ohnehin seit 1726 in der Landgrafschaft Hessen-Kassel grundsätzlich untersagt worden waren, hat man die Toten bis 1857 auf dem früheren Friedhof begraben, der die alte Kapelle umgab und von einer Mauer umfriedet wurde. Dieser alte Friedhof ist beim Neubau der Kirche im Jahre 1901/02 eingeebnet worden. Seit 1858 werden die Toten auf diesem Friedhof bestattet. Die Friedhofshalle wurde 1953 eingeweiht. Mit ihrem Bau trat die Ortsatzung in Kraft, nach der die Verstorbenen bis zur Beerdigung nicht mehr im Trauerhaus verbleiben durften, sondern in die Friedhofshalle gebracht werden müssen. Im Juni 1973 wurde sie erweitert und dient seitdem gleichzeitig auch als Mahnstätte der Kriegsopfer beider Weltkriege. Der 1920 vor der Kirche errichtete Gedenkstein für die Gefallenen des 1. Weltkrieges wurde zu dieser Zeit beseitigt. Die Deutsche Bundespost hat 1983 eine Leitung zwischen der Kirche und der Friedhofskapelle verlegt, so dass seitdem nicht mehr auf „Verdacht”, sondern zeitgerecht geläutet wird, wenn die Trauergäste den Weg zum Grab antreten. Am 6. November 1988 wurde die neue Friedhofshalle eingeweiht, zu deren Bau private Spenden von 33.000 DM beigetragen haben. Alte AutobahnbrückeNach Hitlers der Machtübernahme wurden die Planungen für den Autobahnbau aus den 1920er Jahren wieder aufgegriffen. So war zum Beispiel auch eine Autobahn Kassel–Eisenach geplant, die das heutige Gebiet der Gemeinde Söhrewald durchquerten sollte. Von April bis Oktober 1939 gerodet und ausgekoffert. Gleichzeitig wurde auch die Waldwegeunterführung begonnen, deren Fertigstellung im Frühjahr 1940 erfolgte. Dies war auch der Zeitpunkt, zu dem die Arbeiten an dieser Autobahn eingestellte werden mussten, weil Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie benötigt wurden. Nach der Wiedervereinung Deutschlands begann zur Entlastung hauptsächlich der Bundesstraßen 7 und 27 eine eifrige Planung, die Lücke der A 44 zwischen Kassel und Eisenach zu schließen. Die Schließung dieser Lücke würde auch die Fernstraßenverbindung zwischen den Häfen am Ärmelkanal bis nach Polen gewährleisten. Der Streit zwischen den Planern und dem BUND wegen des Autobahnbaus im Losse- und Wehretal hält weiterhin an.[18][19][20] FernsehturmDer frühere Fernsehturm steht in der Gemarkung Wellerode im Forstort 39 nahe des Franzosentrieschs. Er wurde 1962/63 erbaut. Der Betrieb wurde 1984 eingestellt und 1991 für Privatsender RTL-plus und Sat1 wieder aufgenommen, um 2006 wieder eingestellt zu werden. Der obere Teil des Turmes wurde 2006 abgetragen.[21][22] Wüstgefallene Kapellen in der Umgebung von WellerodeStückkirchen heißt seit dem 19. Jahrhundert die wüstgefallene Kirche rund drei Kilometer südöstlich von Wellerode, die auf einer kleinen Lichtung in West-Ost-Richtung auf einer Erhebung von etwa 25 x 8 m Größe und etwa 1,50 m Höhe liegt. Sie wurde erstmals von G. Landau 1858 bzw. 1842 fälschlich als St. Juliane bezeichnet, was heute noch auf verschiedenen Karten zu lesen ist. Stückkirchen wird in der Überlieferung nie als Julianenkapelle bezeichnet, sondern immer nur als Hessenhainer Kirche. Man erreicht Stückkirchen entweder von Wellerode über die Wanderwege zwölf und elf bzw. vom Parkplatz am Fernsehturm über den Franzosentriesch Richtung Heubruchwiesen. Die Kapelle St. Juliane liegt zwischen Wattenbach, Quentel und St. Ottilien auf dem St. Ottilienberg. Sie wird im Kaufunger Salbuch 1519 erwähnt. Später wird ihr Name in St. Ottilien. Diese Kapelle wird 1304 zuerst genannt. Eine weitere wüstgefallene Kapelle im Umkreis von Wellerode finden wir auf der Höhe von etwa 450 ü. NN auf der Hochfläche zwischen dem Stellberg und dem Schorn auf den Stellberger Trieschwestlich der Wiesefläche am Fernwanderweg X 3 (Spangenberger Pfad).[23] Gewässer in WellerodeDer FahrenbachUnser Fahrenbach, ein Gewässer III. Ordnung nach dem Hessischen Wassergesetz in der Fassung vom 18. Dez. 2002, entspringt am Großen Belgerkopf in einer Höhe von etwa 480 m ü. NN; er speist mit einem Bach ohne Namen den 600 Quadratmeter großen Feuerlöschteich in der Abteilung 63 der Gemarkung Wellerode, der 1979 vom Landrat des Landkreises Kassel als Untere Wasserbehörde dem damaligen Hessischen Forstamt Kaufungen wasserrechtlich erlaubt wurde. Der Teich fasst rund 900 Kubikmeter Wasser und ist etwa 1,80 m tief. Dann durchfließt er ungefähr 2,5 km oberhalb der Welleröder Kirche die bereits 1585 als Forellenteich erwähnten drei Fahrenbachsteiche[24], anschließend die Ortschaften Söhrewald-Wellerode, Lohfelden-Vollmarshausen und -Ochshausen, wird an der Grenze zwischen Lohfelden und Kassel von der Autobahn Frankfurt–Hannover (A 7/E 4) überquert und mündet nach rund 13 km in Kassel-Unterneustadt unterhalb der Hafenbrücke in der Höhe von etwa 137 m ü. NN in die Fulda. Der Höhenunterschied zwischen Quelle und Mündung beträgt also ungefähr 343 m; das Niederschlagsgebiet ist 39,83 Quadratkilometer groß.[25] Eine gesicherte Erklärung des Namens gibt es nicht. Eine Deutung meint auf den früher an den Ufern des Fahrenbaches wachsenden Farn, die andere auf die früher in Ermangelung von Straßen und geeigneten Wegen übliche Benutzung des Gewässerbettes durch Fuhrwerke hinweisen zu müssen. Der Name des Baches wechselt von Ort zu Ort, was auch bei anderen Gewässern nicht ungewöhnlich ist. Der Name eines Gewässers ist selten einzigartig. So heißen zwei Bäche im Werra-Meißner-Kreis ebenfalls Fahrenbach. Der eine entspringt am Langenberg, fließt in südlicher Richtung und mündet am Ostrand von Großalmerode hinter der Bunten Mühle in die Gelster, diese mündet dann in Witzenhausen in die Werra; der andere entspringt ebenfalls im Langenberg, fließt aber in nördlicher Richtung durch den kleinen Ort Witzenhausen-Fahrenbach, und mündet kurz oberhalb von Witzenhausen-Carmshausen ebenso in die Gelster. Außerdem deuten die Ortsnamen 74864 Fahrenbach, Baden, und 64658 Fürth-Fahrenbach, Odenwald, im Landkreis Bergstraße, Regierungsbezirk Darmstadt, auf Gewässer mit dem gleichen Namen hin. Fahrenbach wird auch als Familienname benutzt. Über 250 Eintragungen sind allein im deutschen Telefonbuch verzeichnet (2007). Das aus den Anliegergemeinden des Fahrenbaches anfallende Abwasser wird seit 1979 durch den Abwasserverband Losse-Nieste-Söhre mit Sitz in Kaufungen dem Zentralklärwerk in Kassel zugeführt. Die Wasserqualität des damals übermäßig verschmutzten Fahrenbaches erholte sich daraufhin innerhalb von 14 Tagen sprunghaft auf die Güteklasse II.[26] Während des 2. Weltkrieges wurde am 11. September 1943 vom Gemeinderat de Einbau von Stauanlagen im Fahrenbach für Löschwasserzwecke gebilligt.[27] Der Fahrenbach wurde in Wellerode bis zum Bau von Wasserleitungen um 1900 nicht nur als Trink- und Brauchwasser für Mensch und Tier genutzt. Das Wasser trieb die Ober- und Untermühle an und wurde darüber hinaus auch noch zur Bewässerung von Wiesen oberhalb der erwähnten Mühlen aus den inzwischen beseitigten bzw. verlandeten Mühlgräben als sogenannte „Sabbatsrechte”, das heißt von Samstag 18:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr bei Betriebsruhe der Mühlen, genutzt. Die Fahrenbachsteiche können von Wellerode zu Fuß zum Beispiel ab dem Parkplatz zwischen Tennisplatz und Söhrekampfbahn an der Diebgrabenstraße über den Wanderweg 12 / 17 oder ab dem Parkplatz am Ende der Fahrenbachstraße über den Wanderweg 20 / 19 erreicht werden. Folgt man den angegebenen Wanderwegen bis zur Alten Autobahnbrücke (siehe dort), verbinden sie sich zu einem reizvollen ungefähr 3-4 km langen Rundweg. [28] SteinbachDer Steinbach in Wellerode entspringt an der Ostseite des Warpels, rund 300 nordöstlich der Warpelhütte. Nahe der Gartenanlage westlich der ehemaligen Söhrebahntrasse wurde nach dem schweren Wolkenbruch vom 11. Juli 1980 das 1,40m hohe, 0,76 m breite und rund 0,30 bis 0,40 m dicke Sühne- oder Steinkreuz freigespült, wiederentdeckt und im April 1982 von der Gemeindeverwaltung Söhrewald nahe der Söhrebahntrasse aufgerichtet (siehe dort). Der Bach unterquert die Söhrebahntrasse, danach die nach ihm benannte, fast 1 km lange Steinbachstraße und dann die Kasseler Straße, in deren Durchlass Welleröder während des Zweiten Weltkrieges bei Bombenangriffen der Alliierten auf Kassel Unterschlupf finden konnten. Der Steinbach durchfließt dann die Grundstücke der Häuser Kasseler Straße 15 a (von 1919 bis 1995 Gaststätte Mendel, genannt Knochens, dann Jantzen, später Göttlicher, zur Zeit (2007) Zweigniederlassung Nordhessen Probat) und 17 (Langhuth), um dann gegenüber der Untermühle (jetzt: Untermühlenweg 6) in den Fahrenbach zu münden. Das erwähnte Haus Langhuth zeigt an seiner Fassade das Symbol der Zimmerer. Nur an einem weiteres Haus in Wellerode ist ein Handwerkersymbol (Tischler) angebracht, ohne Werbung für einen Betrieb zu sein: Am Kaninchenberg 22 (Keller). Der Name Steinbach ist als Gewässer- und Familienname anderenorts weit verbreitet. Die Wasserführung des Steinbachs in Wellerode ist unregelmäßig, oft ist er trockengefallen. Der untere Steinbach wurde bis etwa 1900 bis zur jetzigen Steinbachstraße als Feldweg genutzt. In Ermanglung geeigneter Straßen und Wege wurde auch der Fahrenbach vom alten Forsthaus abwärts derart benutzt. Der Feldweg schlängelte sich von der Steinbachmündung durch „Knochen Höhlchen” zum Walde am Eisberg. Es ist überliefert, dass sich die Fuhrleute durch Peitschenknallen ankündigten, wenn sie in den Hohlweg fuhren, denn ein Ausweichen war in ihm nicht möglich. StellbergseeDer Stellbergsee ist ein 1,4 ha großer Tagebausee in der Söhre, also ein künstliches, stehendes Gewässer. Als Ersatz für den auslaufenden Tiefbau am Stellberg war ab 1962 auf dem ehemaligen Abbaugebiet eines Stollens aus dem Jahre 1830 an der Landstraße Wattenbach–Wollrode der Tagebau eingerichtet worden. Der erste Abraum von 110.000 Kubikmetern kam an die Außenkippe - und danach in die ausgekohlten Teile des Tagebaues. Die erste Kohle wurde am 6. März 1964 gefördert und in die Kraftwerke Kassel und Borken transportiert. Als am 30. November 1967 der Tagebau eingestellt wurde, waren am Stellberg 223.000 t Kohle erbracht. Schon ein halbes Jahr später erlaubte das Bergamt dem Betreiber u. a., das zufließende Oberflächenwasser einschließlich einer Quellschüttung zu einem Teich anzusammeln. Als die Grundstücke dem Land Hessen verkauft wurden, ging das Recht an das Land über, das seinerzeit vom Hessischen Forstamt Kaufungen vertreten wurde. Gegenwärtig gehört die Fläche zum Forstamt Melsungen. Zweidrittel der Seefläche (östlicher Teil) gehört zur Gemeinde Söhrewald im Landkreis Kassel, das andere Drittel zu Guxhagen im Schwalm-Eder-Kreis. Nahe des Sees befindet sich ein mehr als 80 Pkw fassender Parkplatz, bei dem eine SOS-Notrufsäule steht (N 51° 12.741' E 009° 32.997'). Die Wasserqualität gilt als befriedigend. Große Liegewiesen umsäumen den Stellbergsee. Die große Grillhütte, die auf dem Grundstück des früheren Gasthauses Stellberg in der Gemarkung Wollrode stand, ist wieder beseitigt worden. Sanitäre Anlagen und Badeaufsicht sind nicht vorhanden. Für den Unterhaltung des umliegenden Geländes ist der Zweckverband Naturpark Meißner-Kaufunger Wald mit Sitz in Witzenhausen zuständig. Nach Plänen der damaligen Bundesbahn wurde die einst unansehnlichen Abraumhalden mit rekultivierungsfähigem Boden aus der Neubaustrecke Hannover–Würzburg modelliert. Allerdings mit sehr viel mehr Boden als planfestgestellt, weswegen auf dem unsicheren Grund die Masse ins Rutschen geriet und etwa ein Drittel des Sees füllte.[29] ChristteichDer Christteich, ein künstliches stehendes Gewässer, liegt in der Söhre auf etwa 340 m ü. NN, ungefähr 1 km nordwestlich des Stellbergsees (siehe oben) zwischen Söhrewald-Wellerode (Landkreis Kassel) und Guxhagen-Wollrode (Schwalm-Eder-Kreis) in der Gemarkung Wellerode. RodebachteichDer Rodebachteich liegt rund 1,5 km Luftlinie südöstlich von Wellerodes Ortszentrum entfernt. Der 3.500 Quadratmeter große Teich wurde mit seinem vorgelagerten 350 Quadratmeter großen Sandfang, der als Ententeich bezeichnet wird, Mitte der 1970er Jahre angelegt. Der 70 Meter lange, 6 Meter hohe und in seiner Krone 6 Meter breite Damm wurde quer durch das Tal aufgeschüttet. Der Teich wird vom Rodebach, einem Nebengewässer des Fahrenbaches, und einer Quelle am Osthang der Anlage gespeist und offiziell als Holzlagerteich der vormaligen Hessischen Forstamtes Kaufungen genutzt. Im wasserrechtlichen Erlaubnisverfahren wurde vom Forstamt Kaufungen gegenüber der Unteren Wasserbehörde (= Landrat des Landkreises Kassel) der Teich ausdrücklich als Erhöhung des Erholungs- und Freizeitwerts für die Welleröder Bevölkerung hervorgehoben. Tatsächlich wird der Teich im Sommer als Badegewässer und im Winter zum Schlittschuhlauf genutzt. Der Rodebachteich kann zu Fuß auf kürzesten Weg über die Wattenbacher Straße und Tiefenrod oder über die Diebgrabenstraße dem rechts abzweigenden Knickchen (Rundwanderweg 21) am sogenannten Hänsel-und-Gretel-Stein Teich an der SchornstraßeEbenfalls Mitte der 1970er Jahre wurde der 25 × 20 Meter (= 500 Quadratmeter) große Teich unterhalb der Schornstraße auf dem frühren Wendeplatz eines Zufahrtsstollens des Karlsstollen angelegt, dessen Wasser für den nordöstlich vor dem Eingang des alten Steinbrauchs liegenden Berieselungsplatzes von der Forstverwaltung zur Holzkonservierung benötigt wird. Die Dammhöhe beträgt nur ein bis zwei Meter. Gespeist wird das kleine Becken durch das bis dahin wild abfließende Wasser aus dem Karlsstollen und aus zwei in unmittelbarer Nähe liegenden gefassten Quellen, die früher zur Trinkwassergewinnung für Wellerode dienten. Der Zulauf beträgt rund zwei Liter pro Sekunde.[31] GeschichteAm äußersten Südosten des Landkreises Kassel liegt die Gemeinde Söhrewald. Sie entstand am 1. Dezember 1970 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Wellerode, Wattenbach und Eiterhagen. Nach vorhandenen Urkunden aus dem Jahr 1289 ist Eiterhagen der älteste Ort. Wattenbach wird im Jahr 1323 erstmalig urkundlich erwähnt. Eine schriftliche Lehensübergabe aus dem Jahr 1351 ist Grundlage für die mehr als 600-jährige Geschichte des Dorfes Wellerode. Während Wattenbach seit seinen Anfängen den Namen nahezu in gleicher Schreibweise beibehielt, fand Eiterhagen über Eyterhayen, Eiterbachhayen, Edderhöhe zu seinem heutigen Namen. Aus Wynebolderohe, Weiderade, Welwolderade und Wellerodt wurde endlich Wellerode. Alle drei Söhregemeinden unterstanden dem "Amt" Oberkaufungen. So mancher Bewohner musste "auf Schusters Rappen" über den "Amtspfad" durch die Wälder der Söhre und des Stiftswaldes zur hohen Obrigkeit marschieren. Die Entwicklung der Söhredörfer litt unter ihrer Weltabgeschiedenheit. Die schlechten Verkehrsverhältnisse beließen sie auf der Stufe von Kleinsiedlerdörfern. Die karge Landwirtschaft und der Wald blieben über Jahrhunderte die Lebensgrundlage ihrer Bewohner. Die Söhrebahn musste im Jahr 1966 wegen mangelnder Rentabilität den Schienenverkehr einstellen. Der Busverkehr auf der Straße hat ihre Aufgabe übernommen. Doch die meisten Berufstätigen aus Söhrewald fahren wie die anderen Umlandbewohner der Stadt Kassel mit ihrem eigenen Auto zum Arbeitsplatz. PolitikGemeindevertretungDie Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab folgende Sitzverteilung:
Gemeidevertreter... Gemeindevorstand... Bürgermeister
WappenEs war lange Zeit nicht üblich, dass Landgemeinden Wappen führten. Nach Gensungen, heute zu Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis (1947), und Bad Salzschlirf im Landkreis Fulda (1948) war Wellerode die dritte wappenführende Landgemeinde im Regierungsbezirk Kassel. Heutzutage führen alle Städte und Gemeinden in Hessen ein Wappen. Anstoß zur Wappenverleihung war auch in diesem Falle die Welleröder 600-Jahrfeier im Jahre 1951. Aus diesem Grunde gab am 8. Januar 1951 der Hessische Minister des Innern im Staatsanzeiger des Landes Hessen bekannt, dass die Gemeinde Wellerode zur Führung eines Wappens berechtigt sei. Seinerzeit war es noch nicht üblich, die Wappenbeschreibung im Staatsanzeiger abzudrucken, dies wurde bei der nachfolgend erwähnten Genehmigung im Jahre 1973 nachgeholt. Den Bürgern wurde das Wappen allerdings erst im Sommer 1951 während eines feierlichen Aktes innerhalb der 600-Jahrfeier vorgestellt. Dieses Wappen wurde auf einstimmigen Beschluss der Söhrewälder Gemeindevertretung vom 18. Oktober 1972 als Wappen der 1971 gebildeten Großgemeinde Söhrewald übernommen und daraufhin vom Hessischen Minister des Innern mit Erlass vom 31. Januar 1973 genehmigt. Als Grundlage des Wappens diente das Wappen der seinerzeit einflussreichen niederhessischen Adelsfamilie von Elben, das in Form eines Siegels auch an der Urkunde aus dem Jahre 1351 zu sehen ist, in der Wellerode erstmals urkundlich erwähnt wird.[33] Die Wappen-Beschreibung lautet: In Rot eine silberne Hirschstange, deren Enden in Lilien auslaufen. Silbern bedeutet in der Sprache der Heraldiker Weiß. Die Heraldik verwendet überhaupt nur sechs Farben, nämlich Gold (Gelb), Silber (Weiß), Rot, Blau, Grün und Schwarz, also die beiden hellsten Farben Gold und Silber, die die Heraldiker ,Metalle' nennen, die aber Gelb und Weiß wiedergeben, und die vier anderen, dunkleren Farben, für die nur volle Farbtöne verwendet werden (Farbtönungen oder Farbmischungen, wie etwa Rosa oder Lila und Braun, werden in guten Wappen nicht verwendet).[34][35] SportWaldschwimmbad im Ortsteil Wattenbach SchuleGrundschule in Wellerode EinzelnachweiseLiteratur
Festschriften
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