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Sömmerda ist Kreisstadt des gleichnamigen Kreises Sömmerda in Thüringen. Die Stadt liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Erfurt, ist ein Mittelzentrum und Standort der Elektroindustrie (Fujitsu Siemens Computers). GeografieGeografische LageSömmerda liegt im Thüringer Becken, an der mittleren Unstrut. NachbargemeindenAngrenzende Gemeinden sind Griefstedt, Großneuhausen, Großrudestedt, Kleinneuhausen, Kölleda, Schillingstedt, Schloßvippach, Sprötau, Vogelsberg, Weißensee, Werningshausen und Wundersleben. Stadtgliederung
(1) in Leubingen enthalten Stand: 31. Dezember 2006 GeschichteSömmerda wurde 876 erstmalig urkundlich erwähnt. Etwa 1350 erhielt der Ort vermutlich das Stadtrecht, was aber nicht eindeutig belegt werden kann. Das 1395 erbaute Erfurter Tor und sechs Stadtmauertürme stellen die ältesten noch erhaltenen Bauwerke der Stadt dar. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) sank die Einwohnerzahl der Stadt auf Grund von militärischen Aktivitäten, Plünderungen und Epidemien stark. Während des Mittelalters und der frühen Neuzeit gehörte Sömmerda politisch zu Erfurt und damit zu Kurmainz. Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt stand die Stadt unter napoleonischer Herrschaft, bevor sie 1813/14 wieder zurück an Preußen kam, zu dem sie seit 1802 gehörte. Nach dem Wiener Kongress begann man in Preußen mit der Schaffung von Landkreisen, wodurch die Stadt Sömmerda zum Landkreis Weißensee kam dem sie dann bis 1952 angehörte. Der in Sömmerda geborene Erfinder des Zündnadelgewehrs Johann Nikolaus von Dreyse gründete 1817 zusammen mit dem Fabrikanten Kronbiegel eine Metallwarenfabrik, die den Beginn der Industrialisierung in der Stadt markiert. 1840 kam es zum Bau einer Gewehrfabrik im Auftrag Dreyses, 1858 folgte die Gründung einer Handstrichziegelei, die sich zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der größten und modernsten Ziegeleien Deutschlands entwickelte. 1874 erhielt Sömmerda Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1876 gründete Carl Böttner in Sömmerda eine Brauerei am Stadtring. Auf dem Gelände befand sich bis Anfang der 1970er-Jahre noch eine Kartoffelflockenfabrik. Das Stromnetz erreichte Sömmerda im Jahr 1900. Die Gewehrfabrik wurde 1901 durch die Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik Düsseldorf übernommen. Die Belegschaft wächst durch die Rüstungsproduktion während des Ersten Weltkriegs auf 10.000 Beschäftigte an. Nach der Wirtschaftskrise der 1920er-Jahre erfuhr der mittlerweile unter den Namen Rheinmetall-Borsig firmierende Rüstungshersteller in den 1930er-Jahren im Zuge der erneuten Aufrüstung einen Aufschwung. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Sömmerda bis zu 14.600 Menschen beschäftigt, davon rund 6.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die in zahlreichen Lagern in und um Sömmerda untergebracht wurden. Am 11. April 1945 wurde Sömmerda von amerikanischen Truppen besetzt. Kurz darauf wurde Thüringen Teil der sowjetischen Besatzungszone. Die Stadt blieb vom Zweiten Weltkrieg weitestgehend unversehrt. Am 7. Oktober 1949 wurde Sömmerda Teil der neu gegründeten Deutschen Demokratischen Republik. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Beschäftigtenzahl der nun Büromaschinen herstellenden Werke stetig, infolgedessen stieg auch die Einwohnerzahl der Stadt stark an. 1989 lag sie bei über 23.500. Nach der Wende wurde sowohl das Büromaschinenwerk als auch die Ziegelproduktion stillgelegt. Aus dem zu DDR-Zeiten gegründeten Elektrotechnik-Kombinat Robotron entwickelte sich das heute bestehende Computerfertigungswerk von Fujitsu-Siemens. EingemeindungenAm 6. Mai 1993 wurde Schallenburg eingemeindet, am 8. März 1994 folgten Frohndorf, Leubingen, Orlishausen,Tunzenhausen und Stödten. EinwohnerentwicklungEntwicklung der Einwohnerzahl (ab 31. Dezember 1960):
1 29. Oktober PolitikStadtratDer Rat hat 30 Sitze und eine Stimme des Bürgermeisters Kraft seines Amtes.
BürgermeisterBei der Kommunalwahl 2006 ist der hauptamtliche Bürgermeister Hans-Wolfgang Flögel (Linkspartei) mit einem Anteil von 76,1% der Stimmen gewählt worden. WappenDas Stadtwappen zeigt einen quergeteilten Schild, im oberen Feld auf silbernem Grund ein schwarzer rotbezungter rechts blickender Adler, im unteren Feld auf rotem Grund ein sechsspeichiges silbernes Rad. Bedeutung: Das Rad, welches das Erfurter Wappen zeigt, deutet auf die wechselvolle Geschichte Sömmerdas, da die Stadt mehrfach im Besitz der Stadt Erfurt war. Städtepartnerschaften
Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerkeUm 1368 Errichtung einer Ortsbefestigung bezeichnet als „mitliln Tor”. Ein Stadttor (Erfurter Tor von 1395) und sechs Stadtmauertürme sind heute noch erhalten. Das älteste Tor, welches nicht mehr erhalten ist, datiert aus dem Jahre 1389 und wurde als „Wenigensömmersches Tor” bezeichnet. Die komplette Stadtmauer (1.300 m lang, 4 m hoch und 0,85 m dick) gab es erst im 16. Jahrhundert mit 5 Toren und einer „Werrchenpforte”, einem einflügeligen Tor, während die anderen als Torhaus gebaut wurden. Parks
Regelmäßige Veranstaltungen
Wirtschaft und InfrastrukturDer wichtigste Wirtschaftszweig Sömmerdas ist die Elektroindustrie. Hier besteht ein Werk zur Herstellung von Computerteilen der Firma Fujitsu-Siemens. Außerdem gibt es verschiedene Unternehmen, die landwirtschaftliche Produkte aus der Umgebung verarbeiten. VerkehrSömmerda liegt an der B 176, die Straußfurt im Westen mit Kölleda im Osten verbindet. Sömmerda ist derzeit noch Endpunkt eines Autobahnabschnitts der A 71, der bis nach Erfurt-Nord führt. Wenn diese Autobahn fertiggestellt sein wird, wird sie die Stadt an den Raum Halle im Norden und den Raum Erfurt im Süden anbinden. Seinen Bahnanschluss erhielt Sömmerda 1881 an der Bahnstrecke Erfurt-Sangerhausen, die heute eingleisig und elektrifiziert ist. Per RegionalExpress besteht Anschluss nach Erfurt und Magdeburg. Eine zweite Eisenbahnstrecke durch Sömmerda ist die im Jahre 1874 eröffnete Pfefferminzbahn, die im Westen nach Straußfurt, im Osten nach Kölleda, Großheringen und Naumburg führt. Am Kreuzungspunkt der beiden Strecken liegt der Bahnhof Sömmerda, welcher der einzige Turmbahnhof Thüringens ist. Öffentliche Einrichtungen
Bildung
Persönlichkeiten
SonstigesMundart Sömmerda liegt im Verbreitungsbereich der zentralthüringischen Mundart, die zu den thüringisch-obersächsischen Mundarten zählt. Literatur
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