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Die Musik- und Bergstadt Sondershausen ist eine im Norden des Bundeslandes Thüringen gelegene Mittelstadt und die Kreisstadt des Kyffhäuserkreises. Sie liegt im Tal der Wipper zwischen den Höhenzügen Hainleite im Süden und Windleite im Norden. GeographieGeographische LageSondershausen liegt in einem Tal zwischen den Gebirgszügen Windleite und Hainleite und ist vom Fluss Wipper durchzogen. Die Landschaft ist durch Sandsteinboden und Lehmboden gekennzeichnet. Die Vegetation besteht vorwiegend aus Laubwald. StadtgliederungDie Stadt gliedert sich in die Stadtteile Stockhausen, Östertal, Hasenholz, Borntal, Zentrum, Jechaburg, Jecha und Bebra. Zur Stadt gehören die Ortsteile Berka/Wipper (seit 1997), Großfurra und Oberspier. Am 12. Oktober 2006 wurden entsprechende Verträge unterzeichnet, die die Einheitsgemeinde Schernberg als Ortsteil Sondershausens eingemeinden. Wirksam werden die Verträge voraussichtlich ab Oktober 2007. GeschichteSondershausen entwickelte sich aus einer fränkischen Siedlung im 8. Jahrhundert. 1125 wurde Sondershausen erstmals urkundlich erwähnt und zwar als Siedlung, die von zwei Dienstmannen des Mainzer Erzbischofs namens Wydego und Remarus verwaltet wird. Um 1300, unter den Grafen von Hohnstein (seit 1263 auf der Spatenburg ansässig), erhält Sondershausen das Stadtrecht. Die Stadt umfasste damals etwa 400 Häuser, die in einem unregelmäßigen Viereck zu Füßen des Schlosses lagen. Seit 1356 war dieses im Besitz der gräflichen, dann fürstlichen Dynastie Schwarzburg und Residenz des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen (bis 1918). Zwischen 1920 und 1945 war der Landkreis Sondershausen eine thüringische Enklave in der preußischen Provinz Sachsen. Die Stadt war von 1936 bis 1945 Garnisonsstadt der Wehrmacht. 1952 wurde sie Kreisstadt des verkleinerten Kreises Sondershausen, der zum Bezirk Erfurt gehörte. 1994 wurde er um den im ehemaligen Bezirk Halle gelegenen Kreis Artern erweitert und in Kyffhäuserkreis umbenannt. Die Stadt erregte bundesweit Aufsehen, als Mitglieder der „NS-Black-Metal”-Band „Absurd” im April 1993 einen Mitschüler ermordeten, was von der Presse als „Satansmord von Sondershausen” bezeichnet wurde. EinwohnerentwicklungEntwicklung der Einwohnerzahl (ab 1981 31. Dezember):
29. Oktober PolitikWappenBlasonierung: „In Silber ein rotes Hirschgeweih mit drei seitlichen und drei oberen Enden, zwischen den Stangen ein blauer Schild, darin ein nach rechts steigender goldener gekrönter, rot gezungter und bewehrter Löwe.” StädtepartnerschaftenSondershausen pflegt Partnerschaften mit Rolla in den Vereinigten Staaten (seit 1998), mit Pecquencourt im Département Nord in Frankreich (seit 1969) sowie mit der litauischen Stadt Kazla Ra«da im Distrikt Marijampole (seit (2000). Wirtschaft und InfrastrukturWirtschaftlich ist Sondershausen geprägt durch die Elektroindustrie und bis in die 1990er-Jahre durch das Kalibergwerk. In Sondershausen befindet sich der älteste noch befahrbare Kalischacht der Welt. Auch wenn die Kaliproduktion in großem Stil eingestellt wurde, wird in geringem Maße noch Industriesalz (vor allem als Streusalz) gefördert. Das Bergwerk Glückauf dient heute als Versatzbergwerk und wird von der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES) betrieben. Teile der unterirdischen Anlagen wurden Ende der 1990er Jahre zu einem Besucherbergwerk ausgebaut. Größter Betrieb ist die WAGO Kontakttechnik GmbH Co. KG mit über 1000 Beschäftigten. Hergestellt werden Federklemmen und -systeme für die Elektroinstallation. Kultur und SehenswürdigkeitenMuseenIn Sondershausen gibt es ein Schlossmuseum mit umfangreichen Sammlungen, z.B. der „Goldenen Kutsche”, außerdem befindet sich unter der Stadt ein zum Besucherbergwerk umfunktioniertes Kalibergwerk. Unter der Galerie am Schlossberg gibt es ein 1999 ausgegrabenes jüdisches Bad ( Mikwe) aus dem 14. Jahrhundert. MusikSondershausen führt neben dem Beinamen Bergstadt auch den Beinamen „Musikstadt”. Musikalische Traditionen lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Hofkapelle ist erstmals 1637 erwähnt worden und wurde 1918 in Loh-Orchester Sondershausen umbenannt. Hier wirkten Musiker wie Max Bruch, Franz Liszt und Max Reger. Der Musikwissenschaftler Hugo Riemann lehrte ebenfalls in Sondershausen. Der Musikwissenschaftler Philipp Spitta ließ sich 1867 von Tallinn an das Gymnasium in Sondershausen. Außerdem bestehen in der Stadt der Albert-Fischer-Chor und eine Musikschule. Sondershausen ist darüber hinaus auch Namensgeber des Sondershäuser Verbandes Akademisch-Musikalischer Verbindungen (SV) (Dachverband der nichtschlagenden musischen Studentenverbindungen in Deutschland und Österreich). Neben Verbandfesten im fünfjährigen Turnus veranstaltet der SV hier regelmäßig Verbandstagungen und Fortbildungsseminare und ist darüber hinaus mit eigenen Konzerten regelmäßig in Sondershausen anzutreffen. Sondershausen ist Sitz der Landesmusikakademie Thüringen. Parks
AusflugszieleEin Ausflugsziel nahe Sondershausens ist der Freizeit und Erholungspark Possen, der Teil der Hainleite ist. Im Bereich des Possens verändert sich die Hainleite zu einer Hochebene. Hier steht mit dem Possenturm der höchste Fachwerkturm Deutschlands (42 Meter hoch), mit Fernsicht bis zum Brocken. Weiter Ausflugsziele mit Aussicht im Süden Sondershausens sind der Spatenbergturm und das Rondell Sondershausen. Unter Sondershausen erstrecken sich die Stollen eines ehemaligen Kali-Bergwerkes. Heute ist es zum Besucherbergwerk umfunktioniert, welches unter Tage vielfältige Aktivitäten anbietet. Bauwerke
NaturDie Umgebung von Sondershausen bietet mit ihren Wäldern in der Hainleite (hauptsächlich Bucheenwald), südlich von Sondershausen, und der Windleite, nördlich von Sondershausen eine umfangreiche Artenvielfalt von Pflanzen. Besonders Orchideen kann man hier finden, wie den Frauenschuh, Fuchs' Knabenkraut und das Weiße Waldvöglein. Ebenfalls häufig zu finden sind geologische Aufschlüsse. Gelegentlich werden dort Ammoniten gefunden. SportÜber die Stadt hinaus bekannt ist die in Sondershausen geborene Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann. Bekannt sind außerdem der Untertagemarathon und die Untertageradrennen im Besucherbergwerk Sondershausen. Außerdem findet in der Stadt jährlich das „Sparkassenmeeting der Leichtathletik” mit vielen Medaillengewinnern der laufenden Saison statt. Bekanntester Sportverein ist der Fußballverein BSV Eintracht Sondershausen (bis 1990 BSG Glückauf Sondershausen). Der Verein spielte von 1980 bis 1987 in der DDR-Liga (zweithöchste Spielklasse) und wurde 2000 Landesmeister in Thüringen, spielte danach fünf Jahre NOFV Oberliga Süd (4. Liga). Spielstätte des Vereins ist das Sportzentrum „Am Göldner” mit 5.000 Plätzen, davon 1.700 überdachte Sitzplätze. Regelmäßige Veranstaltungen
PersönlichkeitenNicht nur in der Musik gingen Persönlichkeiten hervor. Auch die Schriftsteller Johann Karl Wezel (31. Oktober 1747 - 28. Januar 1819), Stefanie Keyser (30. März 1847 - 30. Januar 1926) und der Mundartendichter Karl Krieghoff (5. Juni 1905 - 22. November 1984) wurden überregional bekannt, ferner Dr. jur. Ludwig Günther Martini (1647-1719), Bürgermeister von Annaberg, Jurist und Kanzleidirektor der Grafen zu Stolberg. In Sondershausen lebte und wirkte auch der verdienstvolle deutsche Geograph Johann Günther Friedrich Cannabich (1777-1859). Seit 1889 lebte Richard D. Volkmann in Sondershausen, als er als Offiziersanwärter in das dortige Regiment eintrat. Volkmann wurde später zu einem reichsweit bekannten Kolonialheld, als er während des Aufstandes im damaligen Deutsch-Südwestafrika nach monatelanger Verfolgungsjagd einen berühmten Häuptling gefangen nahm. Seit 1928 wohnten Volkmann und seine Familie wieder in Sondershausen auf dem Franzberg. 1954 ist Richard Volkmann in Sondershausen gestorben. Hier fand er auch seine letzte Ruhestätte Als berühmteste Tochter der Stadt gilt die erfolgreichste Eisschnellläuferin aller Zeiten, Gunda Niemann-Stirnemann. Sie kam hier am 7. September 1966 als Gunda Kleemann zur Welt. Eng verbunden ist Sondershausen auch mit der Familie des Unternehmers Kurt Lindner (* 10. März 1877 in Großenhain; † 6. April 1966 in Eggolsheim), leitete ab 1902 die von ihm übernommene Porzellanfabrik für elektrisches Zubehör als „Lindner & Co” (heute ELSO). Linder, am 15. Dezember 1909 zum Gemeinderat, 1920 zum Stadtrat und Dezernent des Lebensmittelamtes gewählt, war wegen vieler großzügiger Spenden, so für eine Diakoniestation in Jecha, die Karl-Günther-Schule und die neuen Glocken der Stadtkirche St. Trinitatis, hoch angesehen. Zum 25-jährigen Bestehen seiner Firma wurde ihm 1927 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Sondershausen verliehen. Am 11. März 1946 demontierte die sowjetische Besatzungsmacht den gesamten Betrieb, 1948 folgte die Enteignung des Werkes von Kurt Lindner einschließlich seines gesamten Privatvermögens durch die Sowjets und die neuen SED-Machthaber. Die nun mittellose Familie zog daraufhin nach Eggolsheim, wo seit 1938 ein Zweigbetrieb existierte. Auch Kurt Lindners Sohn, der Unternehmer und Jagdwissenschaftler Kurt Lindner (* 27. November 1906; † 17. November 1987 in Bamberg), wurde in Sondershausen geboren und besuchte dort das humanistische Gymnasium. Literatur
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