Speicher in Rheinland-Pfalz


Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Speicher (Eifel)
Koordinaten: 49° 56′ N, 6° 38′ O
Höhe: 330 m ü. NN
Fläche: 15,37 km²
Einwohner: 3134
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54662
Vorwahl: 06562
Kfz-Kennzeichen: BIT
Gemeindeschlüssel: 07 2 32
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Bahnhofstr. 36
54662 Speicher
Webpräsenz: www.vg-speicher.de
Ortsbürgermeister: Erhard Hirschberg

Speicher ist ein Ort nahe der Kyll im Eifelkreis Bitburg-Prüm und Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Geographie

Die Eifelgemeinde liegt in der Natur- und Kulturlandschaft der Südeifel unweit von Bitburg. Speicher befindet sich 20.38 Kilometer nördlich (12.66 Meilen; 11.01 Seemeilen) von Trier und 18.73 Kilometer westlich (11.64 Meilen; 10.11 Seemeilen) der Kreisstadt Wittlich (jeweils Luftlinie).

Geschichte

Erstmals genannt wird Speicher 834 in einer Urkunde als madabodi spicarium (spicarium von lat. spica = Ähre), 1136 taucht der Name Spichera in einer Urkunde auf. Altertumsfunde im Speicherer Wald, die römischen Ursprungs sind, lassen jedoch darauf schließen, dass Speicher noch älter ist.

Kultur

Die Ortsgemeinde beherbergt ein Heimatmuseum.

Sprache

Die Heimatsprache der Speicherer ist Moselfränkisch in seiner lokal gefärbten Art. Zum Moselfränkisch der Nachbargemeinden gibt es kleine aber feine Unterschiede. Das typische Beispiel hierfür ist das "eecht" für die Zahl acht, die von den Nachbargemeinden mit "aacht" übersetzt wird. Während man bspw. in Herforst "oabichten" (arbeiten) geht, gehen die Speicherer "schaffen".

So wie das luxemburgische Moselfränkisch mit einer Vielzahl französischer Begriffe gespickt ist, so ist das Speicherer mit jenischen Ausdrücken durchsetzt, was auf die Tradition der ambulanten Händler zurückzuführen ist. Beispiel: Den Houtz beknäst miaz. (Der Mann versteht nichts.)

Das Speicherer Platt ist keine Schriftsprache, steht aber in enger Verwandtschaft mit der Schriftsprache des Luxemburgischen.

Speicherer Wahlspruch: Wat mir geen, dat geema gär, äwa ma geen neist.

Speicherer Lebensfreude:

Speicha, Speicha hiehen Turm
viel Wasser hoste, winnich Kuar
viel Kreech un winnich Wein
da Deiwel well zu Speicha sein

Religion

Historisch ist Speicher wie nahezu die gesamte Eifel katholisch geprägt. Über viele Jahrhunderte hinweg war die Stadt zum Erzstift und Kurfürstentum Trier gehörig, einem bedeutenden geistlichen Territorium im Heiligen Römischen Reich, dessen Erzbischof traditionell zu den sieben Kurfürsten zählte. Insbesondere wegen des Heiligkeitsanspruchs des Reichs war es nicht hinnehmbar, dass sich einzelne Regionen von der alten römischen Kirche abwandten. Erneuerungsbewegungen wie die Reformation konnten in der Region Trier und damit auch innerhalb Speichers niemals Fuß fassen. Mit "St. Philippus u. Jakobus" unterhält das Bistum Trier auch heute noch ein katholisches Pfarramt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof Speicher liegt an der Eifelbahn (KBS 474), auf der im Schienenpersonennahverkehr

  • der Eifel-Mosel-Express (RE 12) Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier
  • die Eifelbahn (RB 83) Gerolstein–Trier

verkehren.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio Südwest, die für den Rhein-Mosel-Express Wendezüge aus fünf n-Wagen mit Vorspann Diesel-Lok der DB Baureihe 218 für Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h einsetzt und von der DB Regio NRW, die für den Eifel-Express und die Eifel-Bahn Diesel-Triebwagen der DB Baureihe 644 in Ein- bis Dreifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt. Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT).

Literatur

  • Norbert Endres: Zwing Zwu Zwai - Speicherer Dialekt, Eifelverein, Speicher 1998, ISBN 3-921-805-13-9



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Informationsportal über Speicher in Rheinland-Pfalz - 26.5.2012