Spenge in Nordrhein-Westfalen


Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Herford
Koordinaten: 52° 8′ N, 8° 29′ O
Höhe: 129 m ü. NN
Fläche: 40,244 km²
Einwohner: 15.469 (30. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 384 Einwohner je km²
Postleitzahl: 32139
Vorwahlen: 05225 05223 (Nordosten) 05428 (äußerster Westen) 05206 (Süden, insbesondere das Nagelsholz)
Kfz-Kennzeichen: HF
Gemeindeschlüssel: 05 7 58 032
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lange Str. 52–56
32139 Spenge
Webpräsenz: www.spenge.de
Bürgermeister: Christian Manz (CDU)

Spenge ist eine Kleinstadt im Nordosten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Es gehört zum Kreis Herford in Ostwestfalen-Lippe.

Geografie

Lage:
Spenge liegt im Ravensberger Hügelland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Das Flüsschen Warmenau bildet im Westen und Nordwesten die Grenze zum niedersächsischen Melle. Weitere Nachbargemeinden sind Bünde im Nordosten, Enger im Osten, Bielefeld im Südosten und Werther im Südwesten.

Stadtteile

  • Bardüttingdorf (1.480)
  • Hücker-Aschen (1.465)
  • Lenzinghausen (2.793)
  • Spenge (8.696)
  • Wallenbrück (1.976)

(Stand 31. Dezember 2001)

Ortsteile und Gemarkungen:

  • Affhüpperhöfe
  • Bardüttingdorf
  • Baringdorf
  • Blomeier Hof
  • Bockhorst
  • Bruning
  • Detert-Kriese
  • Diemke
  • Düttingdorf
  • Ellersiek
  • Gehlenbrink
  • Grafahrend
  • Hannighorst
  • Harrenheide
  • Heistersiek
  • Helligen
  • Helliger Heide
  • Hücker
  • Hücker Dorf
  • Hücker Kreuz
  • Hücker-Aschen
  • Hülsmann Hof
  • Kisker
  • Klein Aschen
  • Klockenbrink
  • Lenzinghausen
  • Mantershagen
  • Mark
  • Martmühle
  • Mühlenburg
  • Nagelsholz
  • Neuenfeld
  • Nordspenge
  • Placken
  • Riepe
  • Söttringhausen
  • Spenger Heide
  • Südholz
  • Südspenge
  • Vahrenhölzerhöfe
  • Wallenbrück
  • Werburg
  • Westerhausen
  • Wichlinghauserhöfe
  • Wullbrede

Geschichte

  • 1096: urkundliche Erwähnung auf die evangelische Marienkirche im Ortsteil Wallenbrück
  • im 9. Jahrhundert: Vermuteter Vorgängerbau der Sankt Martinskirche
  • 12. Jahrhundert bis 13. Jahrhundert: Urkundliche Erwähnung der anderen Spenger Ortsteile
  • 1468: urkundliche Erwähnung der beiden Wasserburgen "Mühlenburg" und "Werburg"
  • 16. Jh.: Reformation, Spenge ist seitdem lutherisch, die angrenzenden Orte in Niedersachsen bleiben dagegen überwiegend katholisch.
  • 1596: Bau des Torhauses der Wasserburg Werburg
  • 1625: Plünderung des Landguts Werburg im Dreißigjährigen Krieg
  • 1891 (9. August): sogenannte Spenger Schlacht, eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Sozialdemokraten und Angehörigen konservativer Kreise.
  • 1900 (20. September): die Herforder Kleinbahn nahm ihren Betrieb auf, ab Anfang der 1930er Jahre fährt sie elektrisch
  • 1963 (2. November): Die Strecke zwischen Wallenbrück und Spenge-Siedlung wurde stillgelegt, der Abschnitt Spenge - Herford folgt am 22. April 1966.
  • 1969: (1. Januar)Gemeindereform (kommunale Neugliederung): Gründung der Stadt Spenge aus den Gemeinden Wallenbrück, Hücker-Aschen, Spenge, Bardüttingdorf und Lenzinghausen.
  • 1978: mehrere Demonstrationen gegen den geplanten Regionalflughafen Nagelsholz. Die Planungen hierzu begannen mit einer Konferenz der damaligen Landkreise Bielefeld und Detmold, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bielefeld und der IHK Detmold im März 1960. Dort ging es um Planungen für einen Regionalflughafen für Ostwestfalen-Lippe. 1970 wurde hierzu die Genehmigung für Bau und Betrieb des Flughafens durch den zuständigen Landesminister erteilt. Dagegen klagte die Stadt Spenge. 1971 wurde das Gebiet in die Stadt Bielefeld umgemeindet, jedoch nach dem endgültigen Scheitern des Planungen im Laufe des Jahres 1980 am 1. Juli 1982 wieder der Stadt Spenge zurückgegeben.
  • 1993: Der um 1470 in mittelalterlich-westfälischer Holzbildhauerkunst hergestellte Altar steht wieder in der Sankt Martinskirche.

Entwicklung der Einwohnerzahl

  • 1970: 13.321
  • 1975: 13.846
  • 1980: 14.343
  • 1985: 14.459
  • 1990: 15.554
  • 1995: 16.167
  • 2000: 16.391
  • 2005: 15.490

Politik

Stadtrat seit der Kommunalwahl am 26. September 2004:

  • CDU: 12 Sitze
  • SPD: 10 Sitze
  • UWG: 5 Sitze
  • Bündnis 90 / Die Grünen: 3 Sitze
  • daS (demokratische alternative Spenge): 1 Sitz
  • FDP: 1 Sitz

Bürgermeister:

  • 1946-1948 Heinrich Freese (SPD, Amtsbürgermeister)
  • 1948-1956 Walter Foth (SPD, Amtsbürgermeister)
  • 1956-1964 Heinrich Hildebrand (SPD, Amtsbürgermeister)
  • 1964-1968 Wilhelm Froböse (SPD, Amtsbürgermeister)
  • 1969-1984 Karl Obermann (UWG)
  • 1984-1995 Karl-Heinz Wiegelmann (SPD)
  • seit 1. November 1995 Christian Manz (CDU)

Stadtdirektor:

  • 1954-1966 Josef Roberz (Amtsdirektor)
  • 1968-1995 Günter Hemminghaus (seit 1966 Amtsdirektor, nach der Erhebung des Amtes Spenge zur Stadt 1.1.1969 Stadtdirektor)

Städtepartnerschaften: Spenge hält über den Kreis Herford einige Partnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Aktuell

  • Verkehr:
    • Die Autobahn A30 führt nur wenige Kilometer an der Nordgrenze des Stadtgebietes zur Stadt Bünde vorbei. Vom Stadtzentrum sind es wenige Kilometer.
    • Busverbindungen im Regiotakt bestehen nach Bielefeld (Anschlussverbindung an die Stadtbahn Linie 3), Enger und Herford. Außerdem fahren Busse nach Halle, Bünde (Linienbus & Taxibus). Ein Bürgerbus bedient die Stadtteile Wallenbrück und Bardüttingdorf.
  • Ansässige Unternehmen:
    • Frommholz Hersteller von Polstermöbel, im wesentlichen Sessel und Sofa.
    • Vollmer, Hersteller von Hundenahrung
    • Papierverarbeitungs Gesellschaft mbH (PVG), ein zum Melitta-Konzern gehörendes Unternehmen zur Herstellung von Staubsaugerbeutel aus Papier.
    • Heinze, ein zum Hettich-Konzern gehörendes Unternehmen zur Herstellung von Beschlägen für Möbel.
    • Delius, eine 1924 entstandene mechanische Weberei für Seidenstoffe. Heute (2006) keine Produktion, die Gebäude werden als Lager für Seidenstoffe genutzt.

Geschichtliches

Spenge wurde im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Zigarrenindustrie geprägt. Ferner waren die Holz- und Textilindustrie dominant. Seit Mitte der 1990er Jahre schließen nach und nach alteingesessene Einzelwarenhändler ihre noch in den 1970er Jahren modernisierten und vergrößerten Läden.

Schulen

  • Grundschule Spenge / Hücker-Aschen: Seitdem es die kleine Dorfschule in Hücker-Aschen nicht mehr gibt, besuchen auch die Kinder aus Hücker-Aschen die größte Grundschule in Spenge. Bis 1980 war im heuten Gebäude der Grundschule eine Hauptschule untergebracht, davor eine Volksschule. Seit 2006 Offene Ganztagsschule.
  • Grundschule Wallenbrück - Bardüttingdorf: Sehr kleine Dorfschule in Bardüttingdorf. Seit 2006 Offene Ganztagsschule.
  • Grundschule Lenzinghausen: Grundsteinlegung 1963. Seit 2006 Offene Ganztagsschule.
  • Regenbogengesamtschule: Größte Schule in Spenge, neben der Realschule gelegen. Es ist die einzige Schule in Spenge, an der die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erworben werden kann.
  • Städtische Realschule: Älteste weiterführende Schule in Spenge, in den 50er Jahren entstanden. Seit 2006 Offene Ganztagsschule.
  • Heideschule Sonderschule in Westerenger, wird gemeinsam mit der Stadt Enger unterhalten.

Sehenswürdigkeiten

  • Spenger Sankt Martinskirche aus dem 9. Jahrhundert mit dem um 1470 entstandenen Martinsaltar.
  • Marienkirche im Stadtteil Wallenbrück von 1096, westlich der Stadt
  • Schloß Mühlenburg von 1468. Der nahe vorbeifließende Mühlenbach trieb in der angrenzenden Mühle ein in den 1960er Jahren demontiertes Wasserrad. Die zugehörigen Bauten außerhalb des Schlosses dienen derzeit als Lager für Saatgut.
  • Torhaus der Werburg von 1596, erbaut im Stil der Weserrenaissance am Mühlenbach. In den 1990er Jahren wurde hier das Trauzimmer des Standesamtes untergebracht
  • Erholungsgebiet Hücker Moor, ein Moorsee im Stadtteil Hücker-Aschen im Norden der Stadt
  • Windmühle Hücker-Aschen, die im Jahr 1831 erbaute Wall-Holländer-Windmühle wurde im Jahr 2005 mit neuen Flügeln ausgestattet, 2006 sollen weitere Renovierungsarbeiten folgen.

Persönlichkeiten

In Spenge geborene Persönlichkeiten:

  • Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf (* 1942), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), MdEP
  • Eberhard Werdin (1911-1991), deutscher Komponist

Literatur

  • Wolfgang Mager (Hrsg.) Geschichte der Stadt Spenge, verlegt von der Stadt Spenge, Verlag K. Ramm 1984, ISBN 3-921917-99-9
  • Eberhard Groeger Eine Nacht im Turm. Geschichten aus Spenge und Umgebung und von anderswo., Verlag Ernst Knoth, Melle, ISBN 3-88368-308-6
  • Dieter Meyer (Hrsg.) Franziska Spiegel - Die Stadt Spenge gedenkt eines jüdischen Schicksals - Eine Dokumentation mit Beiträgen zur Erinnerungsarbeit., 2. Auflage 1995, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld, ISBN 3-89534-145-2
  • Werner Freitag Spenge 1900 - 1950: Lebenswelten in einer ländlich-industriellen Dorfgesellschaft, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1988, ISBN 3-927085-10-3
  • A. Wehrenbrecht, Bilder und Geschichten aus sechs Jahrzehnten, Bielefeld 1987
  • A. Wehrenbrecht, Spenge - Anno dazumal, o.O, o.J.
  • Eberhard Groeger Ich will euch von meiner Kindheit in Spenge erzählen, Taschenbuch - 160 Seiten, Erscheinen: 1991, ISBN 3-883682-16-0
  • Christine Hartmann, Gerhard Heining, Ilse Kirchhof Spuren der Geschichte in Wallenbrück und Bardüttingdorf. Ein Geschichtslehrpfad., Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1992, ISBN 3927085-55-3

Sonstiges

Regelmäßige Veranstaltungen:

  • Spenger Poll: Ursprünglich ein Jahrmarkt, heute mit dem Schützenfest zusammengelegt, Anfang Juni
  • Dorfgemeinschaftsfest in Wallenbrück, Reithalle; im Frühsommer
  • Ferienspiele: Freizeitangebot in den Schulsommerferien für Kinder. Bis 2004 durch die Stadt Spenge, seit 2005 durch die evangelische Kirchengemeinde der Stadt Spenge durchgeführt. Drei Wochen vor- und nachmittags in der 2., 3. und 4. Woche der Sommerferien.
  • Spenger Stadtfest: Ausgerichtet von dem örtlichen Einzelhandelsverband, am 2. Septemberwochenende
  • Spenger Filmforum: Vorführung des "besonderen Films" im örtlichen Kino Zentraltheater, jeden 1. Mittwoch im Monat Veranstalter: Kulturamt Spenge und das Zentraltheater, vergünstiger Eintritt.
  • Freibadfete: jährliche Sommerfete des Stadtjugendrings im Werburger Waldbad
  • TuS Spenge: (Handball 2. Bundesliga) trägt seine Heimspiele in der Spenger Großturnhalle vor 1.000 Zuschauern aus.

Öffentliche Einrichtungen:

  • Charlottenburg Jugendzentrum der Stadt Spenge



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Informationsportal über Spenge in Nordrhein-Westfalen - 26.5.2012