Spiegelau in Bayern


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Koordinaten: 48° 55′ N, 13° 22′ O
Höhe: 734–820 m ü. NN
Fläche: 40,42 km²
Einwohner: 4031
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94518
Vorwahl: 08553
Kfz-Kennzeichen: FRG
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 149
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Spiegelau
Konrad-Wilsdorf-Str. 5
94518 Spiegelau
Webpräsenz: www.gemeinde-spiegelau.de
Bürgermeister: Josef Luksch (SPD)

Spiegelau ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau.

Geografie

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald inmitten des Bayerischen Waldes.

Es existieren folgende Gemarkungen: Oberkreuzberg, Klingenbrunn.

Geschichte

Der Ort, dessen Geschichte mit der Glaswirtschaft eng verbunden ist, entstand aus einer Siedlung um eine ehemalige Glashütte. 1521 wird die Glashütte Spiegelau urkundlich erwähnt und im Jahr 1568 in der ”Karte von Bayern” des Philipp Apian als Spiegelfabrik eingezeichnet. Nach fast einem Jahrhundert zieht die Glashütte um nach Klingenbrunn. Das nahezu verwaiste Anwesen wird nun Spiegelaumühle genannt.

Erst im 19. Jahrhundert gibt es in Spiegelau selbst wieder eine Glashütte. Industrielle aus Bayern und Sachsen errichten in Spiegelau Fabriken für Glas- und Holzverarbeitung. Nach der Jahrhundertwende geht der Aufschwung weiter. 1901 wird die evangelische, 1916 die katholische Kirche eingeweiht. Für den Transport des reichlich vorhandenen Holzes wird eigens eine Schmalspurbahn, die Spiegelauer Waldbahn, gebaut.

Spiegelau, das zunächst Ortsteil von Oberkreuzberg und dann von Klingenbrunn war, beginnt die älteren und zunächst auch größeren Orte der Umgebung zu überholen. Eine Namensänderung und die Gemeindegebietsreform sorgen dafür, dass Spiegelau zum Hauptort wird und diese Gemeinden heute Ortsteile der neu entstandenen Großgemeinde sind.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1970 4383
1987 4064
2000 4212
2005 4119

Politik

Bürgermeister ist Josef Luksch (SPD). Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2004 umgerechnet 347.000 €.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber ein blauer Balken, im Ganzen belegt mit einem rot gerahmten silbernen Handspiegel mit rotem Griff.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe 569 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 239 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1354. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 42 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 399 ha. Davon waren ha Ackerfläche und 391 ha Dauergrünfläche.

Nachdem die Holzindustrie nahezu verschwand, leben Großteile der Bevölkerung sowohl von der Glasindustrie als auch vom Tourismus. Die Spiegelauer Kristallglasfabrik ist dabei auch eine Attraktion des Ortes. Bundeskanzler Helmut Kohl eröffnet 1997 in Spiegelau die Glasstraße. Diese neue deutsche Ferienstraße führt von Neustadt an der Waldnaab über Spiegelau bis nach Passau und zeigt die Vergangenheit und Gegenwart des Glases entlang dieser Fahrtroute.

Bildung

Im Jahr 2004 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 110 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 240 Schülern
  • Zivildienstschule Spiegelau

Aufgrund sinkender Schülerzahlen wird ab dem Schuljahr 2006/07 die Volksschule aufgelöst und in eine Grundschule umgewandelt. Die Hauptschüler sollen dann auf die Hauptschule in Riedlhütte gehen, im Gegenzug werden Grundschüler aus Riedlhütte an die Grundschule nach Spiegelau gehen.

Verkehr

Spiegelau ist durch die Staatsstraße 2132 mit Grafenau und Frauenau verbunden.

Spiegelau ist in das „Igelbus”-System des Nationalparks „Bayerischer Wald” eingebunden. Daneben besitzt die Gemeinde Anschluss an die Bahnstrecke von Zwiesel nach Grafenau, die im Zwei-Stunden-Takt bedient wird.

Literatur

  • Hermann Beiler: Kleine Spiegelauer Geschichte, Spiegelau 1998, vergriffen
  • Hermann Beiler: Grob Glaswerck und gemeine Waldgläser, Spiegelau 2003 ISBN 3-937067-00-0



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Informationsportal über Spiegelau in Bayern - 26.5.2012