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Staudt ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz (Deutschland). GeografieGeografische LageDas Gemeindegebiet liegt auf einer Höhenlage von 260 bis 285 m ü. NN. Der Ort liegt im südlichen Westerwald, am Rande der Montabaurer Senke und gehört zum so genannten Kannenbäckerland. Mit seinem südlichen Teil breitet sich Staudt auf dem 286 Meter hohen Hang des Berges Am Hähnchen aus, während sich der Ort mit seiner weiteren Fläche in 265 Meter Höhe nach Osten und Westen in einer Ebene ausdehnt. Im Norden liegt das restliche Wohn- und Neubaugebiet auf den Ausläufern des 277 Meter hohen Krambergs. Die Gemeinde gehört seit 1971 der damals neugegründeten Verbandsgemeinde Wirges an. GeschichteDen Ort Staudt gibt es seit dem Spätmittelalter. Er gehört seit jeher zur Pfarrei Wirges, die ursprünglich eine Tochterpfarrei der Pfarrei Humbach-Montabaur war, sich im Laufe der Zeit aber verselbstständigte. Das Patronatsrecht und der Zehnte (ein Pachtzins) der Pfarrei Wirges wiederum stand dem St. Florinsstift von Koblenz zu. Die erste urkundliche Erwähnung von Stude resultiert aus einer Urkunde des Florinstiftes aus dem Jahre 1367. Genauer gesagt ging es dort um die Verpachtung von Korn, Hafer und Hühnern innerhalb des Bannes Montabaur, zu dem auch Staudt zählte. Im Bann Montabaur übte der Erzbischof von Trier die alleinige Gewalt über die Bewohner aus, die Dörfer waren zu Frondiensten verpflichtet, d.h. die Einwohner waren unfrei, zählten als „Güter” und gingen bei Verkauf oder Tausch in den Besitz des neuen Herren über. Der Bann war in einzelne Verwaltungsbezirke aufgeteilt, zusammen mit sechs weiteren Orten bildete Staudt -mindestens ab 1488- die sogenannte „große Zeche”, bis im Jahre 1653 eine Neuaufteilung erfolgte. Von dort an gab es eine Zeche mit Leuterod, Hosten, Ötzingen und Staudt. Dies war kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs, der auch für Staudt nicht ohne Folgen blieb, da die Familienzahl von 18 im Jahr 1605 auf neun 1684 gesunken war. Es ist anzunehmen, daß es bei Kriegsende noch weniger Einwohner gab, da ein Einwohnerverzeichnis von 1678 lediglich sieben Familien auflistet. Vorbeiziehende Heere brachten Schrecken und Armut in den Bann Montabaur, viele Menschen flüchteten, fast zwei Drittel starben. Vermutlich Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Bann Montabaur aufgeteilt und es entstand ein Bann Wirges (ein genaues Datum ist nicht bekannt), dem auch Staudt angehörte. Der Amtsverwalter Hofrat Linz berichtet 1786 folgendes: „Die Einwohner des Bannes Wirges zeichnen sich merklich aus, sind arbeitsam, mutig (d.h. unternehmungslustig) und doch gelehrig, lieben die Fremde, sind zu Haus bis zum Geiz sparsam und im Wirtshaus zum Prahlen verschwenderisch, können mehr reinlich als unreinlich genannt werden.” Seit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahre 1806 bis zum Deutschen Krieg 1866 zählte der Ort (damals auf der Seite Österreichs kämpfend) zum neu gegründeten Herzogtum Nassau. Nassau wurde annektiert, Staudt war fortan preußisch und zunächst Teil des Norddeutschen Bundes, später dann des Deutschen Reiches. Zwei Weltkriege hat der Ort und seine Bewohner durchlebt. Bei einem Bombenangriff wurden am 18. März 1944 18 Gebäude völlig zerstört. Aber nicht nur diese Häuser sind längst wieder aufgebaut, es gelang den Wandel von einer landwirtschaftlich zu einer von Industrie und Dienstleistung geprägten Siedlung einzuleiten. PolitikGemeinderatDer Gemeinderat besteht aus 17 Ratsmitgliedern, einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters, die bei der Kommunalwahl am 13. Juni 2004 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden. (Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004) Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrStaudt ist nur jeweils zwei Kilometer von den Städten Montabaur und Wirges, sowie von den überregional wichtigen Verkehrsstraßen B 255 und A 3 entfernt. Limburg a. d. Lahn und Koblenz sind per Auto in 20 Minuten, Köln und Frankfurt am Main in einer Stunde zu erreichen. Der ICE-Bahnhof Montabaur ist nur zwei Kilometer entfernt; die Fahrtzeit nach Köln und Frankfurt am Main beträgt nur je 30 Minuten. Familienname StaudtDer Familienname Staudt existiert ebenfalls sehr häufig. Dies hat seinen Ursprung darin, dass es bei der Entstehung der Nachnamen (so wie wir sie heute kennen) unter anderem üblich war, die Menschen ihrem Heimatort zuzuordnen. Oft wurden auch Berufsbezeichnungen oder Spitznamen verwendet. Der Nachname Staudt ist zweifelsfrei eine so genannte „Herkunftsbezeichnung”, d. h., dass die Ur-Ahnen derjenigen, die heute den Nachnamen Staudt tragen auch tatsächlich aus Staudt stammen. Zahlreiche deutschstämmige Emigranten haben den Namen seit dem 18./19. Jahrhundert auch im Ausland verbreitet. Im Jahre 1367 tauchte Staudt als Stude auf, 1388 heißt es Stut, 1448 Stude. 1557 wird ein trierischer Rat Michael Staudt von Limburg erwähnt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hat sich die heutige Schreibweise Staudt etabliert. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
