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Steinhausen an der Rottum ist eine Gemeinde im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg. GeografieGeografische LageSteinhausen an der Rottum liegt in 620 bis 705 Meter Höhe in Oberschwaben am Übergang zum Vorallgäu, fünf Kilometer von Ochsenhausen entfernt. GemeindegliederungDie Gemeinde besteht neben Steinhausen an der Rottum selbst aus den Teilorten Bellamont und Rottum. Das Dorf Steinhausen liegt auf der Hochfläche am linken Hang des Tals der Unteren Rottum, das Dorf Rottum im Tal der Oberen Rottum und an dessen Hängen. In für ein Dorf untypischer, nach allen Seiten aussichtsreicher Höhenlage südlich dieser Dörfer liegt Bellamont. GeschichteSteinhausen an der Rottum1128 wurde erstmals ein Ort Obrostetten genannt, später als Oberstetten. 1275 wird eine Kirche und Pfarrei genannt, der Ort war um diese Zeit jedoch nach Auskunft einer kirchlichen Chronik von seinen Bewohnern verlassen. Beim heutigen Ortsteil Schloßberg stand ein Burgstall, der Stammsitz der Herren von Oberstetten. 1392 wurden der Burgstall „zem Stainhuse”, der Ort, 10 Höfe und der Kirchensatz von den Herren von Mundeldingen an das Kloster Ochsenhausen verkauft (1459 wurde die Pfarrei dann vom Kloster inkorporiert). Ebenfalls 1392 soll nach einer Überlieferung die bei der Burg stehende Pfarrkirche abgebrochen worden sein und durch die Kapelle „zum Steinhaus” auf offenem Feld ersetzt worden sein, die ab 1429 der hl. Maria geweiht war. Bereits im 14. Jahrhundert wurde dort eine Pieta-Skulptur von 1350 verehrt. 1672–1673 wurde die Pfarrkirche vom Kloster Ochsenhausen durch eine barocke Wallfahrtskirche ersetzt. Bei der Säkularisierung 1803 kam der Ort wie das Kloster Ochsenhausen zunächst an die Fürsten von Metternich-Winneburg und wurde 1806 staatsrechtlich württembergisch. 1809 wurde das Schultheißenamt Steinhausen gebildet. Bis 1825 hatten die Fürsten von Metternich-Winneburg jedoch die Standesherrschaft inne. Neben zahlreichen Einzelhöfen gehören zum Ortsteil Steinhausen noch die kleineren Dörfer Ehrensberg (1252 erstmals erwähnt) und Englisweiler (1316 erstmals erwähnt). BellamontBellamont wurde 1258 erstmals als Belmunt urkundlich genannt. Ortsadel ist von 1258 bis 1352 erwähnt. Der (räto)romanische Name ist vermutlich auf eine hochmittelalterliche Namensübertragung von dem gleichnamigen Adelssitz in Graubünden zurückzuführen. 1275 wird eine Kirche und Pfarrei genannt, die bis 1470 teilweise von Ellwangen aus versorgt wurde. Ab 1417 gehörte der Ort zur Herrschaft Eberhardzell, die später vom Haus Waldburg ausgeübt wurde. 1580 verkaufte Truchseß Jakob von Waldburg den Ort an Jos Ludwig von Ratzenried, 1595 erwarb das Kloster Ochsenhausen den Ort (das schon 1396/1397 erste Güter im Ort erworben hatte). 1725 errichtete das Kloster eine barocke Pfarrkirche. 1792–1793 wurde der Ort vereinödet, wobei zunächst 16 Einzelhöfe entstanden. Mit dem Klosteramt Ochsenhausen kam der Ort wie Steinhausen an Fürsten von Metternich-Winneburg und später an Württemberg. 1809 wurde ein Schultheißenamt Bellamont eingerichtet. Der Weiler Badhaus entstand an einer schwefelhaltigen Quelle und ist seit 1461 (als Schwaißbad und Klingelbad) belegt, 1529 werden eine Tafern und eine Badstube dort genannt. Der im Mittelalter bereit belegte Weiler Kemnat (der zunächst zum Schultheißenamt Horn-Fischbach gehörte, dann der Gemeinde Ummendorf) kam 1841 zur Gemeinde Bellamont. RottumRottum wurde 1182 als Rothemun erstmals erwähnt. Das Dorf war zunächst im Besitz des Klosters Rot an der Rot, später im Besitz des Klosters Ochsenhausen. 1453 wurde die Kirche St. Mauritius errichtet. 1803 kam Rottum mit dem Klosteramt Ochsenhausen an die Fürsten von Metternich-Winneburg (und 1806 an Württemberg). 1803–1804 wurde der Ort vereinödet. Kirchlich war der Rottum zunächst eine Filialpfarrei von Ummendorf (bei Biberach). Mit der Pfarrei Ummendorf kam die Filialgemeinde 1373 von den Herren von Schellenberg an das Kloster Weißenau bei Ravensburg, das sie aber 1520 im Tausch an das Kloster Ochsenhausen abgab, das schon die Grundherrschaft im Ort innehatte. Seit 1807 ist die Pfarrei St. Mauritius selbständig. ReligionenDie Gemeinde ist wie das Umland römisch-katholisch geprägt. Auf dem Gemeindegebiet gibt es drei katholische Pfarreien, die dem Dekanat Ochsenhausen der Diözese Rottenburg-Stuttgart angehören.
Die evangelischen Einwohner gehören der evangelischen Kirchengemeinde Ochsenhausen an, die zum Kirchenbezirk Biberach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg angehört. Einwohnerentwicklung
PolitikGemeinderatBei der Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
WappenDas 1969 verliehene „redende” Wappen erinnert an die Herkunft des Gemeindenamens, der wohl auf ein herrschaftliches Steinhaus zurückgeht. Wappenbeschreibung: In Rot ein aus dem Unterrand emporkommendes, gemauertes silbernes Steinhaus (Giebelseite) mit rundbogigem schwarzem Tor und sechs schartenartigen Fenstern. Die Flagge der Gemeinde ist Weiß-Rot. StädtepartnerschaftenDie Gemeinde verbindet seit 1984 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Chaponnay. Wirtschaft und InfrastrukturBildungseinrichtungenSteinhausen an der Rottum verfügt über eine eigene Grundschule. Außerdem verfügen Steinhausen und Bellamont über je einen eigenen Kindergarten. Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerke
In Hirschbronn und Kemnat gibt es zwei kleine Kapellen aus dem 19. Jahrhundert. Literatur
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