Süßen in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Koordinaten: 48° 41′ N, 9° 45′ O
Höhe: 364 m ü. NN
Fläche: 12,78 km²
Einwohner: 10.140
Bevölkerungsdichte: 793 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73079
Vorwahl: 07162
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 049
Adresse der
Stadtverwaltung:
Heidenheimer Straße 30
73079 Süßen
Webpräsenz: www.suessen.de
Bürgermeister: Wolfgang Lützner

Süßen ist eine Stadt in Baden-Württemberg und gehört zum Regierungsbezirk Stuttgart. Sie liegt im Filstal im Landkreis Göppingen.

Geschichte

Süßen wurde 1071 als Siezun erstmals im Lorscher Codex erwähnt. Großsüßen gehörte zunächst den Grafen von Helfenstein, die es 1382 an Ulm verpfändeten. Kleinsüßen gehörte hingegen den Herren von Rechberg. Nach dem Tod von Philipp von Rechberg fiel der Ort 1529 an die Familie Pappenheim, die es 1553 an die Herren von Bubenhofen weitervererbten.

Im Rahmen der Mediatisierung nach dem Reichsdeputationshauptschluss kam Großsüßen 1802 an Bayern. 1810 wurde es nach einem Gebietstausch württembergisch, was Kleinsüßen seit der Mediatisierung schon war. Beide Orte wurden dem Oberamt Geislingen zugeordnet.

Mit Eröffnung der Filsbahn 1847 erreichte die Eisenbahn Kleinsüßen. 1933 wurden Groß- und Kleinsüßen zur neuen Gemeinde Süßen vereinigt. Die Kreisreform 1938 führte zur Zugehörigkeit zum Landkreis Göppingen. Am 1. Juli 1996 wurde Süßen zur Stadt erhoben.

Religionen

Während im zu Ulm gehörenden Großsüßen 1539 die Reformation eingeführt wurde, blieb das pappenheimische Kleinsüßen römisch-katholisch.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung zwischen 1837 und 2004.

Datum Einwohner
1837 1.440
1907 2.425
17. Mai 1939 3.925
13. September 1950 5.946
27. Mai 1970 8.258
31. Dezember 1983 8.433
31. Dezember 2005 10.140

Politik

Gemeinderat

(Wahl am 13. Juni 2004)

  • CDU 32,6 % (-2,4) – 6 Sitze (=)
  • FDP/AFW 27,4 % (+3,5) – 5 Sitze (+1)
  • SPD 23,8 % (-6,8) – 4 Sitze (-2)
  • GRÜNE 16,1 % (+5,3) – 3 Sitze (+1)

Bürgermeisterwahl vom 22. Oktober 2006

  • Wolfgang Lützner 95,77 %
  • Edmund Albrecht 0,63 %
  • Dieter Hellmuth 2,56 %
  • Sonstige 1,04 %

Wahlbeteiligung: 46,03 %

Wappen

Das Wappen zeigt eine erniedrigte schwarz-weiße Schildteilung und darüber drei rote Zickzackbalken (der unterste angeschnitten) auf weißem Hintergrund. Das heutige Wappen wurde nach dem Zusammenschluss von Groß- und Kleinsüßen im Jahre 1933 angenommen. Es verbindet die Zickzackbalken der Herren von Bubenhofen, die einst Kleinsüßen besessen haben, mit der schwarz-weißen Schildteilung, die auf den ehemaligen Besitz von Großsüßen durch die Reichsstadt Ulm hinweist. Die rot-weiße Flagge wurde am 13. März 1958 vom Innenministerium verliehen.

Partnerstädte

Städtepartnerschaft mit der ungarischen Stadt Törökbálint/Großturwall. Diese Beziehung ergab sich da am 26. Februar 1946 der erste Gruppentransport mit 266 Ungarndeutschen von dort nach Süßen kam.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Süßen ist durch die Bundesstraßen B 10 (Lebach–Augsburg) und B 466 (nach Schwabach) an das überregionale Straßennetz angeschlossen.

Die Filsbahn (Stuttgart–Ulm) bindet Süßen an das Streckennetz der Bahn an. Die früher nach Weißenstein führende Lautertalbahn ist hingegen stillgelegt.

Bildung

Neben der Geschwister-Scholl-Realschule und der J.-G.-Fischer-Grund-, Haupt- und Werkrealschule gibt es mit der Hornwiesenschule noch eine reine Grundschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Der „historische” Brunnen in der Ortsmitte ist eigentlich kein historischer Brunnen im Sinne von „alt”. Er wurde im September 1981 errichtet und stellt Episoden aus der Geschichte Süßens dar. Entworfen wurde er von Emil Jo Homolka, einem 1925 in Stuttgart geborenen Künstler. Er verwendete dabei Begebenheiten aus der Ortsgeschichte, die bei dem Festzug zur 900-Jahr-Feier 1971 nach Vorgaben vom Kreisarchivar des Landkreises Göppingen, Walter Ziegler, einem gebürtigen Süßener, dargestellt wurden. Eine Beschreibung der einzelnen Stationen findet sich an der Rückseite der nahebei stehenden Bushaltestelle.
  • Die gotische Ulrichskirche, deren Turm ein Zwiebeldach aus der ersten Hälfte des 18. Jh. trägt. Besonders sehenswert ist der Ölberg an der Nordfassade, der früher der Werkstatt Jörg Syrlins zugeschrieben wurde. Diese Zuschreibung ist durch die neuere Forschung nicht mehr haltbar. Der Ölberg wurde um 1510–1520 von der Bildhauerwerkstatt des Klosters Adelberg gestaltet. Die Arbeit trägt deutliche Züge der Werkstatt von Tilman Riemenschneider, wie besonders an der Behandlung der Haare erkennbar ist.
  • Die gotische alte Marienkirche.
  • Die stark dem Expressionismus verpflichtete neue Marienkirche, welche 1929 fertig wurde (die farbige Ausmalung wurde übertüncht) und bei der zur Zeit (Sommer 2006) versucht wird, den Farbeindruck wieder zu rekonstruieren. Die Künstler halten sich an Vorlagen von Otto Linder, der die Kirche entworfen hat.
  • Das Denkmal für den Dichter Johann Georg Fischer an der Heidenheimer Straße

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Ostermarkt (Ostermontag, Veranstalter: Stadtverwaltung Süßen)
  • Schützenfest (2. Juni-Wochenende, Veranstalter: Schützenverein Süßen)
  • Stadtfest (2. Juli-Wochenende, Veranstalter: Stadtverwaltung Süßen)
  • Weihnachtsmarkt (Samstag vor dem 2. Advent, Veranstalter: Beirat Süßener Vereine)

Persönlichkeiten

  • Johann Georg Fischer, Dichter und Mitbegründer der Schillergesellschaft
  • Hermann Kellenbenz, Wirtschaftshistoriker (* 1913 in Süßen, † 1990)



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Informationsportal über Süßen in Baden-Württemberg - 26.5.2012