Tamm in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Koordinaten: 48° 55′ N, 9° 7′ O
Höhe: 259 m ü. NN
Fläche: 8,78 km²
Einwohner: 12.155
Bevölkerungsdichte: 1384 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71730–71732
Vorwahl: 07141
Kfz-Kennzeichen: LB
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 071
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 100
71732 Tamm
Webpräsenz: www.tamm.org
Bürgermeister: Roland Zeller

Tamm ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg mit etwa 12.000 Einwohnern. Damit ist Tamm die größte nichtstädtische Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg.

Geographie

Tamm liegt etwa 20 km nördlich der Landeshauptstadt Stuttgart in 240 bis 300 Meter Höhe am Fuße des Hohenasperg. Fläche: 877 ha

Koordinaten: 9 Grad 7' 26'' östl. Länge 48 Grad 55' 23'' nördl. Breite

Gliederung

Das Gemeindegebiet Tamm besteht aus dem Ort Tamm und dem in den 1970er Jahren erschlossenen Gebiet Hohenstange. Innerhalb der Gebiete werden teilweise auch noch verschiedene Wohngebiete unterschieden, so z.B. "Länderrain", "Egelsee" und "Brächter".

Geschichte

Tamm verdankt seine erste (1287, 1291 & 1293) urkundlich Erwähnung dem Ortsadel: Anselm & Eberhard von Damme. Graf Eberhard der Scheerer verkaufte 1298 seine Vogteirechte an das Zisterzienser-kloster Bebenhausen. Ab 1300 gehörte der Ort zur Reichsstadt Markgröningen. 1351 kam Tamm durch Schenkung an die Grafen von Württemberg. In Württemberg gehörte Tamm zunächst zum Amt Markgröningen, bevor es im 18. Jahrhundert dem Oberamt Ludwigsburg zugeordnet wurde, aus dem 1934 der Landkreis Ludwigsburg wurde.

Nach der Niederlage der protestantischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen 1634 wurde Tamm von den kaiserlichen Truppen zerstört und war lange Zeit nahezu unbewohnbar.

Religionen

Tamm wurde ursprünglich von Markgröningen aus geistlich betreut, besaß aber seit 1331 eine eigene Pfarrstelle. Mit Einführung der Reformation 1534 in Württemberg wurde auch Tamm evangelisch. Auch heute noch ist der Ort überwiegend durch den Protestantismus geprägt. Erst durch den Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg kam es wieder zu einer nennenswerten Anzahl römisch-katholischer Einwohner, die seit 1974 eine eigene Pfarrgemeinde besitzen. Daneben gibt es nunmehr auch eine neuapostolische Gemeinde und die Zeugen Jehovas.

Bevölkerungsentwicklung

  • 1741: 543
  • 1800: 843
  • 1939: 1.762
  • 1950: 2.803
  • 1961: 3.935
  • 1970: 4.917
  • 1975: 5.903
  • 1980: 8.005
  • 2001: 11.992

Politik

Bürgermeister

  • 1907-1935: Karl Mammele (bis 1930 Schultheiß, danach Änderung der Bezeichnung in Bürgermeister)
  • 1935-1945: Ernst Schmid
  • 1945-1946: Wilhelm Schüler (nur Ortsvorsteher)
  • 1946-1948: Hans Zimmermann
  • 1948-1966: Gustav Sieber
  • 1966-1994: Dieter Lehmann
  • 1994-2006: Gerd Maisch
  • 2006-2007: Roland Zeller

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 36,0% (-2,2) - 7 Sitze (=)
  2. AWV¹ 29,4% (-2,1) - 5 Sitze (-1)
  3. SPD 22,9% (+2,3) - 4 Sitze (=)
  4. GRÜNE 11,6% (+2,0) - 2 Sitze (+1)

¹ Allgemeine Wählervereinigung Tamm entspricht andernorts der FWV

Wappen und Flagge

Das Gemeindewappen zeigt in Rot einen goldenen Schräglinksbalken, darüber einen goldenen Pflug, darunter ein vierspeichiges goldenes Zahnrad. Das Wappen wurde 1924 festgelegt. Der Schräglinksbalken soll einen „Damm” und damit den Ortsnamen symbolisieren. Die gelb-rote Gemeindeflagge wurde vom Landratsamt Ludwigsburg am 8. April 1980 verliehen.

Partnerschaften

Seit 1984 bestehen eine Partnerschaft mit der Kärntner Stadtgemeinde Althofen in Österreich.

Wirtschaft und Infrastruktur

Seit dem Spätmittelalter wurde in Tamm Weinbau betrieben.

Seit 1918 produziert in Tamm die Firma Marabu Zeichengeräte und Künstlerfarben und zählt heute zu den weltweit führenden Herstellern von Siebdruck- und Tamponfarben.

Verkehr

Durch Tamm führt die Frankenbahn (Stuttgart–Würzburg). Am Bahnhof selbst hält alle halbe Stunde (im Berufsverkehr jede viertel Stunde) die auf der Frankenbahn verkehrende Linie S5 (Bietigheim-Stuttgart) der S-Bahn Stuttgart. Im Nahverkehr gelten Fahrscheine des VVS.

Die Autobahn A 81 ist über die Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord (15) in kurzer Zeit erreichbar. Über die Landesstraße L 1133 angebunden ist die Bundesstraße B 27 Ludwigsburg-Heilbronn. Die Landesstraße L 1110 verbindet Tamm mit den Nachbarorten Bissingen und Asperg. Über die Kreisstraße K 1671 sind Markgröningen und Bietigheim erreichbar.

Bildung

Bereits seit dem 16. Jahrhundert verfügt Tamm über eine Schule, in der seit 1648 auch Mädchen unterrichtet wurden. Heute gibt es neben der Gustav-Sieber-Schule, einer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, auch eine Realschule und die Grundschule Hohenstange.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Durch die ca. 30 örtlichen Vereine werden vielfältige Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung geboten. Sport- und Tennisanlagen sowie eine vereinseigene Turnhalle können das ganze Jahr genutzt werden. Das Zentrum des kulturellen Lebens bildet die ehemalige Kelter, die 1985 zum Bürgerhaus umgebaut wurde.

Bauwerke

In unmittelbarer Nähe der Kelter im alten Ortskern befinden sich auch das alte Rathaus, die um 1450 erbaute spätgotische Bartholomäuskirche [1] und das historische Gasthaus Ochsen.

Weitere Wahrzeichen des Orts sind der in Glas gefasste Bahnhofsvorplatz mit dem denkmalgeschützten Bahnhof sowie die weithin sichtbaren Wassertürme auf dem Gebiet Hohenstange.

Sport

Die größten Vereine sind der VfB Tamm, dessen Basketballabteilung in der Landesliga spielt, und der TV Tamm.

Die erfolgreichste Abteilung des TV ist die Karateabteilung. Sie hat u.a. aktuell drei Karateka, die in der deutschen Nationalmannschaft des DJKB (Deutscher JKA-Karate Bund) kämpfen. Abteilungsleiter und Trainer der Oberstufe ist Jürgen Breitinger. Außerdem ist Tamm der Ausrichter des 2007 stattfindenden Gasshuku, einem einwöchigen Lehrgang mit Weltklasse-Trainern aus aller Welt (z. B. Japan, Südafrika, usw). Dieser Lehrgang ist der größte Karatelehrgang in ganz Europa. Dieser Lehrgang wurde von Shihan Hideo Ochi ins Leben gerufen.

Einzelnachweise




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Informationsportal über Tamm in Baden-Württemberg - 26.5.2012