Tessin in Mecklenburg-Vorpommern


Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Bad Doberan
Amt: Tessin
Koordinaten: 54° 1′ N, 12° 28′ O
Höhe: 15 m ü. NN
Fläche: 24,52 km²
Einwohner: 4086
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18195
Vorwahl: 038205
Kfz-Kennzeichen: DBR
Gemeindeschlüssel: 13 0 51 077
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alter Markt 1
18195 Tessin
Webpräsenz: www.tessin.de
Bürgermeister: Fred Ibold
Lage der Stadt Tessin im Landkreis Bad Doberan

Tessin ist eine Stadt im Landkreis Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist seit 1. Januar 2005 Sitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere acht Gemeinden angehören. Von 1990 bis 2004 war die Stadt Tessin amtsfrei und Sitz des Amtes Tessin-Land für die umliegenden Gemeinden.

Geografie

Die Stadt liegt am Westufer der mittleren Recknitz zwischen den Städten Rostock, Laage, Gnoien und Bad Sülze. Die obere Recknitz fließt in einem Urstromtal in nordöstliche Richtung; auf einer Länge von fast 20 km ist das Tal als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Ortsteile

  • Helmstorf
  • Klein Tessin
  • Neu Gramstorf
  • Vilz

Geschichte

Als wendische Fliehburg wurde der Ort 1121 erstmalig erwähnt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts siedelten sich deutsche Handwerker und Kaufleute an, in diese Zeit fiel auch die Errichtung der Burg. Seit 1323 gehört Tessin zu Mecklenburg, nachdem kurz zuvor das Stadtrecht gewährt wurde. Die St. Johanneskirche wird 1350 geweiht. In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt völlig zerstört. Nach allmählichem Wiederaufbau verwüsteten 1728 und 1741 Feuersbrünste einen Großteil des Ortes. Tessin enwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer typischen mecklenburgischen Ackerbürgerstadt. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts setzte mit der Industrialisierung in Deutschland auch in Tessin der wirtschaftliche Aufschwung ein. 1893 wurde eine Molkerei errichtet und mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Rostock - Tessin 1895 folgten weitere Industrieansiedlungen des ländlichen Raumes, wie der Bau einer Zuckerfabrik im selben Jahr. 1908 wurde eine Gasanstalt errichtet und 1912 das Krankenhauses eröffnet. Auf dem Alten Markt wurde 1935 an der Stelle des alten Rathauses ein neues Rathaus gebaut.

In der Zeit zwischen 1958 und 1975 wurden die Schule in der Camminer Chaussee, die Wohngebäude am Helmstorfer Weg, eine Konsum-Kaufhalle sowie die Wohnanlage „Am Rosengarten” errichtet. Ende der 1980iger-Jahre verfiel die Altstadt von Tessin immer mehr und wie in der DDR üblich, wurde statt aufwändiger Sanierungen eine Plattenbau-Wohnanlage gebaut, um den Wohnungsbedarf zu decken.

Nach der Wende 1990 wurde die Stadt Tessin in das Städtebauförderprogramm aufgenommen und die Altstadt zum Sanierungsgebiet erklärt. In der Folgezeit wurde die Straßen, Plätze, Häuser und öffentliche Gebäude saniert und die Baulücken in der Altstadt durch moderne Wohn- und Geschäftshäuser geschlossen. Die gesamte Infrastruktur wurde erneuert und modernisiert.

Neben der seit 1990 durchgeführten Altstadtsanierung, die 2006 fast beendet war, wurde das Gewerbegebiet „Am Tannenkopp”, neue Wohngebiete („Gauswisch”, „An der Quelle”), aber auch Sozialwohnungen und altersgerechte Wohnungen gebaut. Viele Baulücken konnten geschlossen werden. Es wurde ein Seniorenzentrum errichtet und das Krankenhaus zu einer Klinik für Geriatrie umgebaut. Vielfältige Sport- und Freizeitanlagen, wie ein Freizeit- und Wellnesscenter mit Hallenbad, Minigolfanlage und Tennisplätzen, ein modernes Fußball- und Leichtathletikstadion und durch die Sanierung der „Alten Zuckerfabrik” eine Eis- und Kletteranlage entstanden.

Verkehrsanbindung

Tessin ist an die Ostseeautobahn A 20 mit zwei Abfahrten angebunden und liegt an der Bundesstraße 110 von Rostock über Tessin nach Demmin. Die Regionalbahn RE 8 fährt vom Endpunkt Tessin über Rostock weiter nach Wismar. Mit der Regionalbahn erreicht man in ca. 30 Minuten den Rostocker Hauptbahnhof. Der See- und Fährhafen Rostock (Fähren in Richtung Skandinavien) ist direkt durch die Autobahn erreichbar. Der Flughafen Rostock-Laage ist ca. 30 km entfernt.

Städtepartnerschaften

  • Großhansdorf im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein
  • Postomino bei Slupsk in der Woiwodschaft Pommern in Polen

Sehenswürdigkeiten

  • Das Mühlenhaus am Alten Markt als ältestes Fachwerkhaus der Stadt wurde 1742 gebaut. Es wurde 1993 von der Stadt Tessin gekauft und saniert. In diesem unter Denkmalschutz stehenden Haus befindet sich ein Trauzimmer, die Heimatstube, und das Heimatmuseum. Das Mühlenhaus ist Sitz des Tessiner Heimatvereins.
  • Die Stadtbiblothek ist im Anbau des Rathauses, dem Bürgerhaus, untergebracht
  • Im Jahr 2003 wurde ein neuer Aussichtsturm auf dem Prangenberg eingeweiht. Von hier aus hat man einen Blick auf die Stadt Tessin und auf das Recknitztal. Der Turm ist 14 m hoch.
  • An der Kirche wurde am 8. Mai 2005 ein Gedenkkreuz für die Opfer des Zweiten Weltkrieges eingeweiht.
  • Tessiner Freizeit- und Wellnesscenter
  • Tessiner Eis- und Kletterwelt (saisonale Eisbahn: 32 x 13 m Eislauffläche, Kletterwand: 12 m Höhe und 300 qm Fläche)

Söhne und Töchter der Stadt

  • Ernst Heydemann (1876-1930) war ein deutscher Politiker und 1919 bis 1930 Bürgermeister und Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock.
  • Carl Heydemann (1878-1939) war der letzte Oberbürgermeister in der Hansestadt Stralsund vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten.



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Informationsportal über Tessin in Mecklenburg-Vorpommern - 26.5.2012