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Tübingen ist eine traditionsreiche Universitätsstadt in Baden-Württemberg, etwa 40 km südlich von Stuttgart gelegen. Sie ist die Kreisstadt und größte Stadt des Landkreises Tübingen, Sitz des Regierungspräsidiums des gleichnamigen Regierungsbezirks und bildet gemeinsam mit der östlichen Nachbarstadt Reutlingen eines der 14 Oberzentren des Landes. Seit 1. April 1956 ist Tübingen Große Kreisstadt. Das städtische Leben wird dominiert von den rund 24.000 Studierenden, von denen schätzungsweise etwa 15.000 auch in Tübingen ihren Wohnsitz haben. Daher ist Tübingen die Stadt mit dem niedrigsten Altersdurchschnitt in Deutschland (höchster Altersdurchschnitt in Deutschland: Baden-Baden). Laut einem Ranking des Nachrichtenmagazins Focus hatte Tübingen im Jahre 1995 die höchste Lebensqualität aller deutschen Städte. GeografieGeografische LageTübingen liegt im Neckartal, etwa 40 km südlich von Stuttgart. Die Schwäbische Alb beginnt etwa 20 km weiter südöstlich. In Tübingen mündet der Goldersbach in die Ammer. Die Ammer und die Steinlach münden in den Neckar. Im Zentrum der Stadt liegen der Schlossberg und der Österberg, an den Stadträndern sind unter vielen anderen der Schnarrenberg mit den neuen Universitätskliniken und der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik, der 475 m hohe Spitzberg (Hausberg des Stadtteils Hirschau), der Herrlesberg und die Härten. Im Norden Tübingens beginnt der Naturpark Schönbuch. Der niedrigste Punkt des Tübinger Stadtgebiets befindet sich mit 305 m ü. NN im östlichen Neckartal, der höchste ist der Kohlhau im Schönbuch nördlich des Stadtteils Bebenhausen mit etwas mehr als 500 m Höhe. NachbargemeindenFolgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Tübingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: StadtgliederungDie Stadt Tübingen ist in 20 Stadtteile eingeteilt, darunter acht sogenannte Äußere Stadtteile, die erst bei der jüngsten Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliedert wurden und heute zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung sind. Das heißt, sie haben einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze. Ferner gibt es jeweils eine Verwaltungsstelle. Die beiden bereits 1934 eingemeindeten Orte Derendingen und Lustnau haben einen Ortsbeirat und eine Geschäftsstelle der Stadtverwaltung. Verwaltungsstellen bzw. Geschäftsstellen sind quasi Rathäuser „vor Ort”, bei denen man die wichtigsten städtischen Angelegenheiten erledigen kann. In einigen Stadtteilen gibt es teilweise weitere Unterteilungen, die sich im Laufe der Geschichte eingebürgert haben. Dabei handelt es sich meist um Neubausiedlungen oder Wohngebiete, deren Grenzen durchaus auch fließend sind. Diese sind in der nachfolgenden Übersicht hinter dem jeweiligen Stadtteil eingerückt genannt. Jeder Stadtteil bzw. deren Untergliederungen tragen für statistische Zwecke eine dreistellige Nummer.
RaumplanungTübingen liegt im Süden des Verdichtungsraums Stuttgart (Umfang siehe unter Stuttgart). Die Stadt bildet mit der Nachbarstadt Reutlingen das Oberzentrum der Region Neckar-Alb, dem die Mittelzentren Albstadt, Balingen, Hechingen, Metzingen, Münsingen und Rottenburg am Neckar zugeordnet sind. Für die Städte und Gemeinden Ammerbuch, Bodelshausen, Dettenhausen, Dußlingen, Gomaringen, Kirchentellinsfurt, Kusterdingen, Mössingen, Nehren und Ofterdingen des Landkreises Tübingen übernimmt Tübingen auch die Aufgaben des Mittelbereichs. GeologieDer oberflächennahe geologische Untergrund Tübingens wird überwiegend von den Gesteinen der Mittleren Keuper (km) gebildet. Auf die steilen Keuperhänge folgen Schichtflächen, die von den Tonsteinen der Schwarzen Jura gebildet werden. Die Schichtflächen liegen zwischen 440 und 500 m ü. NN und weisen meist eine gering mächtige Löss-Überdeckung auf, die während der Kaltzeiten dort abgelagert wurde. Folgende Schichtenabfolge ist aufgeschlossen:
Die von Alluvium und Stubensandstein gebildeten Verebnungen haben eine wichtige Bedeutung als stabiler Baugrund und auch für die Anlage große Flächen in Anspruch nehmender Gebäude. Universität und Gewerbe wurden auf der alluvialen Schwemmlandebene angesiedelt. Neue Kliniken, das Neubaugebiet Waldhäuser Ost und die Naturwissenschaftlichen Fakultäten auf der Morgenstelle entstanden auf Stubensandstein. Hinderlich für die Bebauung, und deshalb für die bauliche Entwicklung hemmend, ist der Knollenmergel. Beispielsweise der Nordhang des Österbergs ist deswegen frei von Bebauung. KlimaGeschichte
Von einer ländlichen Vorgänger-Siedlung ist auszugehen, die im Bereich des hochflutsicheren Sattels zwischen Schloss- und Österberg zu verorten ist. Darauf gibt allein schon der Ortsname den Hinweis: der Name des Ortsgründers Tuwo in der Vorsilbe und die Namensendung auf -ing(en) deutet auf Gründung während der Völkerwanderungszeit hin. Die Tübinger Unterstadt hat dort ihren Ursprung. Die Oberstadt entstand erst später als Erweiterung der Burgmannensiedlung unterhalb der Burg.
Über Jahrhunderte war der Weinbau in Tübingen der wirtschaftlich bedeutendste Erwerbszweig der Bevölkerung. Die damaligen Weingärtner wurden als Gogen (siehe auch Gogen-Witz) bezeichnet und verspottet. Noch heute erzählt man sich sogenannte Gogenwitze, die besonders derb sind und das harte und beschwerliche Leben der damaligen Bevölkerung ausdrücken. Heute spielt der Weinbau in Tübingen nur noch eine geringe Rolle. Die die Tübinger Weinlage Sonnenhalde zählt zum Bereich Oberer Neckar des Weinbaugebietes Württemberg. Seit 2004 gibt es wieder ein privates Weingut in der Stadt. Bis in die 1990er Jahre bleibt Tübingen französische Garnisonsstadt. Die französischen Soldaten prägen das Stadtbild mit. Die Kasernen beanspruchen größere Teile des Stadtgebietes. Geschichte der Stadtteile bzw. Ortschaften und Wohnplätze mit eigenem NamenDie Orte, die als Folge der Eingemeindung in den 1970er Jahren eine Ortschaftsverfassung (mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher) haben, werden als Ortschaft bezeichnet, sind aber laut Hauptsatzung der Stadt ebenso Stadtteile, wie die früher eingemeindeten Stadtteile. Ferner gibt es noch einen Wohnplatz, der nie eine selbständige Gemeinde war.
ReligionenTübingen gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „vor dem Wald” (Kapitel Sülchen) zugeordnet. Infolge der Zugehörigkeit zum Herzogtum Württemberg wurde hier, wie im übrigen Württemberg, ab 1535 die Reformation eingeführt. Die in der Stadt tätigen Reformatoren waren Ambrosius Blarer und Balthasar Keuffelin. Danach war Tübingen über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. 1559 trat die große Kirchenordnung in Kraft. Tübingen wurde auch bald Sitz eines Dekanats innerhalb der Württembergischen Landeskirche, das zunächst zur Generalsuperintendentur Bebenhausen gehörte. Ab 1692 gab es ein Dekanat Lustnau. 1806 wurde Tübingen Sitz einer eigenen Generalsuperintendentur (heute Prälatur). Seit 1911 gehört das Dekanat Tübingen zur Prälatur Reutlingen. Die evangelische Hauptkirche Tübingens ist die Stiftskirche, die wohl aus einer um 1188 erwähnten Kapelle hervorging. Die St. Georg, später St. Georg und Maria geweihte Kirche wurde 1476 zur Stiftskirche erhoben, nachdem das Chorherrenstift Sindelfingen an die Tübinger Pfarrkirche übertragen worden war. Die heutige Kirche wurde ab 1470 errichtet. Der Turm stammt von der Vorgängerkirche. Die zweite alte Kirche der Stadt ist die 1337 erstmals erwähnte Jakobuskirche. Auch sie war ursprünglich eine Kapelle, die nach der Reformation mit dem Spital verbunden wurde. Die im Kern romanischer Kirche wurde im 16. Jahrhundert gotisch umgestaltet. An ihr wurde 1910 eine Pfarrei errichtet. Weitere evangelische Kirchen sind die Eberhardkirche aus dem Jahr 1911 (Pfarrei ab 1911), die Martinskirche von 1955 (Pfarrei ab 1957), die Stephanuskirche von 1968 (Pfarrei ab 1965), die Albert-Schweitzer-Kirche (Baujahr ?) und die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche (erbaut 1983/85). Diese sieben Kirchengemeinden der Kernstadt Tübingen bilden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Tübingen. Aus dem im 13. Jahrhundert gegründeten Augustinerkloster ging nach der Reformation das Evangelische Stift hervor. Das um 1272 gegründete Franziskanerkloster wurde nach der Reformation in das Collegium Illustre umgewandelt. Hier zog 1817 das katholische theologische Seminar aus Ellwangen (Jagst) ein. Seither wird es als Wilhelmsstift bezeichnet. In den Stadtteilen Tübingens (außer Bühl und Hirschau) wurde infolge der überwiegenden Zugehörigkeit zu Württemberg ebenfalls die Reformation eingeführt. Daher gibt es dort bis heute meist auch eine evangelische Kirchengemeinde oder zumindest eine evangelische Kirche. Derendingen hatte bereits um 1189 eine Kapelle. Die heutige Kirche wurde 1514 erbaut. Die evangelische Kirche Hagelloch wurde 1904 im neoromanischen Stil erbaut. Eine Pfarrei gab es in Hagelloch jedoch bereits seit 1545. In Kilchberg wurde die Reformation durch Georg von Ehingen eingeführt. Die Pfarrkirche in Kilchberg hat verschiedene Bauphasen. Der älteste Teil ist wohl romanisch. Zur Gemeinde Kilchberg gehören auch die Protestanten in Bühl. Die Kirche St. Martin in Lustnau wurde Ende des 15. Jahrhundert erbaut, doch gab es bereits im 12. Jahrhundert eine Kirche und Pfarrei. Von der Pfarrei Lustnau wird auch die Kirchengemeinde Bebenhausen betreut. Doch hat die Gemeinde mit der ehemaligen Klosterkirche auch eine eigene Kirche. Pfrondorf war zunächst eine Filiale von Lustnau. 1833 erhielt der Ort eine eigene Pfarrei und auch eine eigene Kirche. Unterjesingen hatte schon im 11. Jahrhundert eine Pfarrei und eine der Hl. Barbara geweihte Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Die heutige Kirche wurde 1470 bis 1494 erbaut. In Weilheim gab es eine dem Hl. Nikolaus geweihte Kirche. Die heutige Kirche wurde 1499 bis 1521 im spätgotischen Stil erbaut. Zur Gemeinde gehören auch die Protestanten aus Hirschau. Alle genannten Kirchengemeinden gehören ebenfalls zum Dekanat Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bereits 1750 errichtete das Kloster Marchtal im Weiler Ammern eine katholische Gemeinde, die 1806 aufgehoben wurde, als die katholische Stadtkirchengemeinde Tübingen gegründet wurde. Die Gottesdienste wurden in der Jakobskirche (ehem. Spitalkirche) gehalten. Der Direktor des Wilhelmsstifts war ab 1817 zugleich katholischer Stadtpfarrer. 1818 konnte die Gemeinde ihr eigenes Gotteshaus, die Kirche St. Wilhelm in der Nähe des Wilhelmsstifts bauen. Die 1806 gegründete Gemeinde gehörte zunächst noch zum Bistum Konstanz, dann ab 1808 zum Generalvikariat Ellwangen und ab 1821 zum neu gegründeten Bistum Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart). Die heutige Tübinger Pfarrkirche St. Johannes Evangelist wurde 1875 bis 1878 erbaut. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden weitere katholische Gemeinden und Kirchen in Tübingen und zwar St. Michael (1949, Pfarrei ab 1958) und St. Paulus (1974, Pfarrei ab 1975). Ein Klinikkirche wurde 1961 gebaut (eine Pfarrei war dort bereits 1896 errichtet worden), das Hochschulpfarramt wurde 1933 errichtet. Zur Gemeinde St. Johannes Evangelist gehören auch die Katholiken aus Hagelloch und Unterjesingen. Die Katholiken aus Weilheim werden von der Gemeinde St. Michael betreut. Im Stadtteil Bühl wurde 1275 eine Kirche und Pfarrei genannt. Da Bühl über verschiedene Herrschaften schließlich unter die Oberhoheit Österreichs gelangte, blieb der Ort katholisch. Dennoch wurde durch Georg von Ehingen und David von Stein im 16. Jahrhundert vorübergehend die Reformation eingeführt, doch 1609 wieder rückgängig gemacht. Die heutige Pfarrkirche St. Pankratius in Brühl wurde 1902 erbaut, der Turm stammt noch vom Vorgängerbau 1599. Zur Gemeinde gehören auch die Katholiken aus Kilchberg. Die Einwohner aus Hirschau gehörten zunächst zur Sülchenpfarrei bei Rottenburg, teilweise auch zu Wurmlingen. 1461 wurde die Kapelle St. Ägidius in Hirschau zur Pfarrei erhoben. Die heutige Kirche St. Ägidius ist im Kern gotisch, wurde aber 1851/52 überwiegend neu erbaut. In Lustnau wurde 1956 die Kirche St. Petrus erbaut und 1961 zur Pfarrei erhoben. Dazu gehören auch die Katholiken aus Pfrondorf. Alle katholischen Kirchengemeinden im Tübinger Stadtgebiet gehören heute zum Dekanat Rottenburg des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Tübingen auch eine Griechisch-orthodoxe Gemeinde sowie Freikirchen, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Friedenskirche), eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten – Kreuzkirche),die TOS-Gemeinde, eine Freie Christliche Gemeinde und eine Selbständige Evangelisch-Lutherische Gemeinde (Philippus-Gemeinde). Auch die Neuapostolische Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Christengemeinschaft sind in Tübingen vertreten. EingemeindungenIn die Stadt Tübingen wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen eingegliedert:
EinwohnerentwicklungSiehe auch Einwohnerentwicklung Tübingens Im Mittelalter und der frühen Neuzeit hatte Tübingen nur wenige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So forderten Pestepidemien 1348 und während des Dreißigjährigen Krieges 1634/35 zahlreiche Todesopfer. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1818 erst 7.500 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 15.000. Bis 1939 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 30.000. Durch die Eingemeindung von acht kleineren Nachbargemeinden Anfang der 1970er Jahre wuchs die Bevölkerung von 55.000 im Jahre 1970 auf 70.000 im Jahre 1973. Am 30. Juni 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl” für Tübingen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 83.557 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). PolitikBürgermeisterIn Tübingen ist seit etwa 1300 ein Rat und ein Gericht nachweisbar, wobei der Rat das Gericht einschloss. Beide Gremien vertraten die Bürgerschaft gegenüber der Herrschaft. Nach dem Übergang an Württemberg gab es zunächst nur ein Gericht. Ein Rat wurde erst wieder 1477 eingerichtet, doch hatte er völlig andere Aufgaben. Im 16. Jahrhundert wurden beide Gremien auch als „Magistrat” bezeichnet. Mit der Einführung der württembergischen Gemeindeverfassung 1819 gab es keinen Unterschied mehr zwischen Gericht und Rat. Das nunmehrige Gremium wurde als Stadtrat bezeichnet. Das Stadtoberhaupt hieß dann zunächst Oberbürgermeister, ab 1823 Stadtschultheiß und ab 1903 erneut Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Bürgern für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Verwaltung. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister” sowie der 2. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister”. Bei der Wahl des Oberbürgermeisters am 22. Oktober 2006 wurde Boris Palmer mit 50,4 % der Stimmen zum neuen Oberbürgermeister gewählt. Er hat sein Amt am 11. Januar 2007 angetreten.
GemeinderatSeit der Wahl am 13. Juni 2004 hat der Gemeinderat (48 Sitze) folgende Zusammensetzung (berücksichtigt ist der Wechsel einer Gemeinderätin im Herbst 2006 von der AL/GRÜNE-Fraktion zur SPD):
WappenDas Wappen der Stadt Tübingen zeigt in Gold an drei roten Trageringen die dreilatzige rote Fahne der Pfalzgrafen. Auf dem Schild zwei schräg gekreuzte, mit roten, golden geschlitzten Puffärmeln bekleidete Männerarme, die zwei mit Spitzen aufwärts zeigende Hirschstangen halten. Die Stadtflagge ist Rot-Gelb. Das älteste Siegel der Stadt stammt aus dem Jahr 1272 und zeigt bereits die Fahne der Pfalzgrafen, die auch in den Wappen von Böblingen und Herrenberg abgebildet ist. Auch nachdem die Stadt württembergisch wurde, blieb das Wappensymbol erhalten. Doch verlieh Herzog Ulrich von Württemberg am 18. August 1514 als besonderes Ehrenzeichen für die Treue der Stadt beim Aufstand des „Armen Konrad” das so genannte „Oberwappen”, die Hirschstangen mit den beiden Landsknechtarmen. StädtepartnerschaftenTübingen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrStraßenverkehrIn Tübingen kreuzen sich zwei wichtige Bundesstraßen: Die B 27 Schaffhausen–Donaueschingen–Tübingen–Stuttgart–Heilbronn und die B 28 Straßburg–Freudenstadt–Tübingen–Reutlingen–Ulm. Die B 27 ist in Richtung Norden autobahnähnlich ausgebaut, so dass die Bundesautobahn A 8 bei Stuttgart schnell erreicht werden kann. Der vierspurige Ausbau ab Derendingen bis Dußlingen wurde im Herbst 2006 fertig gestellt. Zur Entlastung der Südstadt fehlt dazwischen noch der Schindhau-Basistunnel. EisenbahnDer Tübinger Hauptbahnhof ist ein Eisenbahnknotenpunkt mehrerer Bahnen. Auf der „Neckar-Alb-Bahn” (Stuttgart–Plochingen–Reutlingen–Tübingen) fährt neben RB und RE ein stündlicher IRE mit nur einem Halt in Reutlingen und stellt in Stuttgart Verbindung zum Fernverkehr her. Im Zuge des Großprojektes Stuttgart 21 soll eine direktere Linienführung über den Flughafen ohne den Umweg über Plochingen zu einer deutlichen Verbesserung der Anbindung nach Stuttgart sowie zum Fernverkehr führen. Von Tübingen aus verkehren außerdem die „Obere Neckarbahn” nach Horb, die „Ammertalbahn” nach Herrenberg sowie die „Zollernalbbahn” über Sigmaringen nach Aulendorf. RegionalstadtbahnSeit einigen Jahren planen einige Personen aus der Stadt Tübingen die Einrichtung einer Regionalstadtbahn Neckar-Alb nach dem Karlsruher Modell ([1]). Hierzu soll insbesondere eine Stadtbahnstrecke vom Hauptbahnhof über Universität und Universitätskliniken zum Wohngebiet Waldhäuser Ost entstehen, die mit dem regionalen Zugverkehr durchgebunden wird. Eine Machbarkeitsstudie ergab eine äußerst positive volkswirtschaftliche Nutzen-Kosten-Relation von 2,0 [2]. ÖPNVDer Öffentliche Personen Nahverkehr (ÖPNV) wird durch die Stadtwerke Tübingen GmbH (Stadtbus „TÜBus”) organisiert. Die einzelnen Stadtbuslinien werden ausgeschrieben und für einen bestimmten Zeitraum an ein Busnternehmen vergeben. Es gibt ein gut ausgebautes Nachtbussystem, das nicht nur in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag, sondern auch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag verkehrt. Der Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) eingebunden. Für Studenten der Eberhard-Karls-Universität wird ein Semesterticket angeboten, das im gesamten NALDO-Netz gültig ist. MedienÜber das lokale Geschehen im Raum Tübingen berichtet das Schwäbische Tagblatt , die Lokalzeitung mit der Südwest-Presse als Mantelteil. Der Südwestrundfunk betreibt in Tübingen ein Landesstudio, aus dem unter anderem auch das Regionalprogramm „Radio Tübingen” innerhalb von SWR4 Baden-Württemberg produziert und ausgestrahlt wird. Weitere Hörfunkprogramme sind die Uniwelle Tübingen, das Radio der Universität Tübingen und die Wüste Welle, das Freie Radio für Tübingen und Reutlingen. Aus dem Raum Reutlingen/Tübingen sendet auch das private Regionalfernsehen RTF.1. Behörden, Gerichte und EinrichtungenTübingen ist Sitz des Regierungspräsidiums und des Landratsamts Tübingen. Ferner gibt es hier ein Land- und ein Amtsgericht, die zum Bezirk des Oberlandesgerichts Stuttgart gehören, sowie Notariate. Außerdem hat Tübingen ein Finanzamt. Neben dem Uniklinikum gibt es die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik (seit 1957, 327 Betten) und das Paul-Lechler-Krankenhaus für Tropenkrankheiten (seit 1916, 101 Betten). In Tübingen ist der Sitz der Baden-Württembergischen Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte, einer dem Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg nachgeordneten Dienststelle. Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. BildungUniversität Die Eberhard-Karls-Universität in Tübingen ist eine der ältesten und renommiertesten deutschen Universitäten und wurde 1477 gegründet. Der Universität ist ein Klinikum mit 17 verschiedenen Kliniken und ca. 1500 Betten angeschlossen. Seit 1998 wird das Klinikum als eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts geführt. Das Tübinger Stift der Evangelischen Landeskirche in Württemberg existiert seit 1536. Des weiteren befindet sich hier die Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, die 1999 von Esslingen am Neckar hierher umgezogen ist. Einen bedeutenden und bundesweit einmaligen Beitrag zur Studienorientierung leistet auch das Leibniz Kolleg, eine ehemalige Einrichtung der Universität, die nun von einer Stiftung geleitet wird. Tübingen hat auch ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien). Tübingen ist auch Sitz folgender Institute:
Schulen:
Kultur und SehenswürdigkeitenTheater
Museen
BauwerkeDie Neckarfront mit dem Hölderlinturm ist ein weithin bekanntes Fotomotiv der Stadt und kann somit als Wahrzeichen bezeichnet werden. Das Rathaus und die Altstadt sind vollständig erhalten. Es gibt zahlreiche Fachwerkhäuser und viele enge Gassen. Die Stiftskirche Tübingen von 1470 ist die evangelische Hauptkirche der Stadt. Hier sind die württembergischen Herzöge Eberhard im Bart (gestorben 1496), Herzog Ulrich (1550) und Herzog Christoph (1568) in dem mit dem Lettner abgetrennten Chorraum der Stiftskirche begraben. Die zweite alte Kirche der Stadt ist die 1337 erstmals erwähnte Jakobuskirche, die aus einer Kapelle hervorging. Die im Kern romanischer Kirche wurde im 16. Jahrhundert gotisch umgestaltet. Weitere evangelische Kirchen sind die Eberhardkirche aus dem Jahr 1911, die Martinskirche von 1955, die Stephanuskirche von 1968, die Albert-Schweitzer-Kirche (Baujahr ?) und die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche (erbaut 1983/85). Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Evangelist wurde 1875 bis 1878 erbaut. Weitere katholische Kirchen sind St. Michael (1949) und St. Paulus (1974). Aus dem im 13. Jahrhundert gegründeten Augustinerkloster ging nach der Reformation das Evangelische Stift hervor. Das um 1272 gegründete Franziskanerkloster wurde nach der Reformation in das Collegium Illustre umgewandelt (heute Wilhelmsstift). Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Schloss Hohentübingen, die Eberhard-Karls-Universität, das Goethehäuschen Tübingen, das Kloster Bebenhausen, das Französische Viertel ("Stadt der kurzen Wege") und der Österbergturm. Zu den Kirchen in den Tübinger Stadtteilen siehe den Abschnitt Religionen. ParksSie bilden Ruheorte, Flanier- und Spielplätze im lärmumtosten Stadtzentrum Tübingens und sind stark frequentierte Naherholungsgebiete. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Alte Botanische Garten mit altem und artenreichem Baumbestand und dem Hölderlin-Denkmal. Auf der grünen Neckarinsel befindet sich die bereits 180 Jahre alte Platanenallee sowie Denkmäler Ludwig Uhland und Wildermuth. Ferner gibt es noch den Park am Anlagensee zwischen Bahnhof und Gymnasien. Die Tübinger Parkanlagen sind im Sommer auch Studenten-Treffpunkte und Lernorte. Der Neue Botanische Garten Tübingen auf der Morgenstelle beherbergt verschieden temperierte Gewächshäuser, darunter ein „Fuchsien-Haus” mit einer Sammlung von nach Leonhart Fuchs benannten Pflanzenarten. Zu den innerstädtischen Grünanlagen ist auch der Stadtfriedhof mit den zahlreichen Gräbern prominenter Bürger zu zählen. SportZunächst sind die Basketballer des SV 03 Tübingen, die jetzt als Walter Tigers Tübingen in der 1. Bundesliga spielen, zu nennen. Daneben gibt es auch die „Tübingen Hawks” in der 1. Baseball-Bundesliga Süd, die Leichtathleten (u. a. Dieter Baumann) der LAV ASICS Tübingen und viele weitere bekannte Einzel- und Teamsportler/innen. Seit Oktober 2004 gibt es eine neue Sporthalle („TüArena”) an der Europastraße. Schwimmen kann man in Tübingen in einem modernen Freibad und zwei Hallenbädern; der Neckar eignet sich hierfür eher weniger; Rudern ist aber durchaus möglich. Außerdem hat das Sportinstitut der Universität ein breites Angebot. Regelmäßige Veranstaltungen
Kinos
Persönlichkeiten
EhrenbürgerZahlreiche lokale und überregionale Persönlichkeiten bekamen von der Stadt Tübingen die Ehrenbürgerwürde verliehen, darunter:
Eine vollständige Auflistung seit 1868 findet sich unter Liste der Ehrenbürger von Tübingen. Söhne und Töchter der StadtDie Liste enthält bekannte Personen, die in Tübingen geboren sind. Ob sie später ihren Wirkungskreis in Tübingen hatten oder nicht ist dabei unerheblich.
Die VerbindungenIn Tübingen existieren zur Zeit etwa 30 bis 36 Studentenverbindungen, die insbesondere durch ihre stattlichen Häuser das Stadtbild von Tübingen prägen. Vor allem der obere Österberg und der Schloßberg sind von Verbindungshäusern gesäumt. Die Studentenverbindungen pflegen alte studentische Traditionen wie das Maieinsingen und das alljährlich im Frühsommer stattfindende Stocherkahnrennen. Mehr als ein Viertel sind schlagende Verbindungen. Ein Teil der Studentenschaft befindet sich mit den Verbindungen als Gesamtheit im Dauerkonflikt. Speziell die Teilnahme farbentragender Verbindungsstudenten am Dies Universitatis ruft jedes Jahr wieder Protest linker Gruppierungen hervor, z.B. in Form einer Gegenveranstaltung namens AlDi (Alternativer Dies) oder durch Störungen des Dies Universitatis bis hin zur Sachbeschädigung von Ständen. Das studentische Fechten wird kritisiert. Einige Kritiker unterstellen den Verbindungen ein durch Elitarismus, Sexismus oder Nationalismus geprägtes Menschenbild. Weitere Vorwürfe richten sich gegen zeremoniell begangene, oft ausufernde Trinkgelage, gemeint sind damit Kneipen und Kommerse. Literatur
Siehe auch
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