Ubstadt-Weiher in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Koordinaten: 49° 10′ N, 8° 38′ O
Höhe: 131 m ü. NN
Fläche: 36,48 km²
Einwohner: 12.783
Bevölkerungsdichte: 350 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76698 (alt: 7526)
Vorwahlen: 07253, 07251
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 084
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bruchsaler Straße 1-3
76698 Ubstadt-Weiher
Webpräsenz: www.ubstadt-weiher.de
Bürgermeister: Helmut Kritzer (CDU)

Ubstadt-Weiher ist eine Gemeinde im Norden von Baden-Württemberg bei Bruchsal.

Geografie

Geografische Lage

Ubstadt-Weiher liegt an der Grenze zwischen Rheinebene und Kraichgau im Norden des Landkreises Karlsruhe. Durch das Gemeindegebiet fließt der Kraichbach (auch „die Kraich”), der hier den Katzbach aufnimmt. Der Ortsteil Weiher liegt in der Rheinebene, der Ortsteil Zeutern im Kraichgau, die Ortsteile Ubstadt und Stettfeld direkt am Kraichgaurand.

Nachbargemeinden

Benachbart sind die Gemeinden Bad Schönborn, Forst, Hambrücken, Kraichtal, sowie die Städte Bruchsal und Östringen

Stadtgliederung

Ubstadt-Weiher besteht aus den vier Ortsteilen Ubstadt, Weiher, Stettfeld und Zeutern.

Klima

Das Klima ist für die Rheinebene und die Region Karlsruhe typisch warm, an den Südhängen der Kraichgauausläufer ist Weinbau möglich, in der Rheinebene wird Spargel angebaut.

Geschichte

Ubstadt-Weiher entstand im Rahmen der Baden-Württembergischen Gemeindereform als Vereinigung der vorher eigenständigen Gemeinden Weiher und Ubstadt am 1. April 1970. Am 1. September 1971 wurde Stettfeld und am 1. Januar 1972 Zeutern eingemeindet. Der Ortsteil Stettfeld ist eine alte Römersiedlung an einer wichtigen Straßenkreuzung, entstanden um 120 n. Chr. bei der Verlegung der Rheintalstraße auf die ersten hochwassersicheren Hügel des Kraichgau („Strata Montana”, „Bergstraße”). Das Gebiet von Ubstadt-Weiher war nachweislich schon in der jüngeren Stein- und Bronzezeit besiedelt.

Bis 1973 gehörte die Gemeinde (und zuvor die einzelnen Ortsteile) zum Landkreis Bruchsal, der dann im Landkreis Karlsruhe aufging.

Ortsteile

Stettfeld

Stettfeld wird 1241 das erste mal genannt, als Bischof Konrad V. für das Hochstift Speyer die Güter des Rudolph von Kißlau im Ort aufkaufte. Wie das gesamte Gebiet kam auch Stettfeld durch die Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das Großherzogtum Baden. Während der Revolutionszeit von 1848 formierten sich nach der verlorenen Schlacht von Waghäusel die unterlegenen Badener in und um Ubstadt neu und lieferten sich ein Gefecht. An die gefallenen preußischen Truppen erinnert heute noch ein Gedenkstein an der B 3 bei Ubstadt.

Ubstadt

Bereits 769 wird im Lorscher Codex Ubstadt erstmals erwähnt. Seit dem Mittelalter gehörte der Ort zum Hochstift Speyer, bevor er 1803 an das Großherzogtum Baden fiel. Im Jahre 1993 wurde in Ubstadt eine Guggenmusik die HARDTSEGUGGA gegründet. Sie ist weit über die Landeskrenze hinaus bekannt. Mit Auftritten in Düsseldorf und Köln auf Prunksitzungen und Faschingsumzügen sowie in Cavallion (Südfrankreich)machen sie die Gemeinde Ubstadt-Weiher bekannt und sind überall eine gerngesehene Guggenmusik.

Weiher

863 wird dann Weiher erstmals im Lorscher Codex erwähnt. Im Laufe der Zeit kam der Ort an die Herren von Kißlau. Ende des 13. Jahrhunderts geriet es unter die Herrschaft des Hochstift Speyer, bevor die Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 zur Zugehörigkeit zum Großherzogtum Baden führte.

Zeutern

Zeutern wurde erstmals als Villa Ziuterna im Lorscher Codex erwähnt, der Eintrag lässt sich auf 769/770 datieren. Zunächst im Besitz des Klosters Odenheim, kam der Ort 1225 an die Herren von Kißlau und 1241 an das Fürstbistum Speyer. Das örtliche Adelsgeschlecht v. Zeutern lässt sich ebenfalls bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen, möglicherweise ist ihm auch Rainmar von Zweter zuzurechnen. Der Ort wurde im Lauf seiner Geschichte immer wieder von Kriegen und Epidemien heimgesucht. 1734 fand am Ortsrand ein Gefecht zwischen Franzosen und Kaiserlichen statt. Der Weinanbau ist im Ort seit 1150 belegt. Die Siedlung Waldmühle diente dagegen früh dem lokalen Gewerbe. Hier hat sich im Rahmen der Industrialisierung die Zuckerfabrik Waghäusel angesiedelt. Heute befindet sich hier eine Metallwarenfabrik. Zeutern erhielt Ende des 19. Jahrhunderts einen Bahnanschluss.

Religionen

Aufgrund der Zugehörigkeit des Gebietes der heutigen Gemeinde zum Hochstift Speyer blieben die Orte von der Reformation unberührt, so daß auch heute noch die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung dem Papsttum anhängt und es in allen vier Ortsteilen je eine römisch-katholische Kirche gibt. Durch den Zuzug von Protestanten gibt es aber inzwischen auch eine evangelische Gemeinde und im Ortsteil Zeuten eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten.

Eingemeindungen

  • 1971: Stettfeld
  • 1972: Zeutern

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU 53,5% (+1,3) - 10 Sitze (-5)
  • SPD 26,0% (-0,0) - 5 Sitze (-2)
  • FW 20,5% (-1,3) - 3 Sitze (-3)

Partnergemeinden

Partnerschaften bestehen zu Montbard in Frankreich, zu Czolnok in Ungarn und zu Nünchritz in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Öffentliche Einrichtungen

  • Hardtsee Ubstadt-Weiher

Sehr schönes angelegtes Freizeitzentrum mit Badesee und Campingplatz. Auf diesem Campingplatz gibt es sogar eine Strasse die durch Funk und Fernseh bekannt ist - Die "Frühlingsstrasse" Wer mehr erfahren will: Hardtsee Ubstadt-Weiher oder Die Frühlingsstrasse

Museen

  • Römermuseum zu den Ausgrabungen der alten Römersiedlung in Stettfeld

Bauwerke

  • St. Marcelluskirche in Stettfeld, neugotischer Stil, mit Ölberggruppe und mittelalterlichem Turm
  • St. Andreaskirche in Ubstadt, Barock
  • renoviertes Fachwerkhaus in Zeutern als Sitz der Musikschule
  • Firstständerhaus in Zeutern, das gerade restauriert wird

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Geißenmarkt in Stettfeld am 1. Maiwochenende
  • Kirchweihfest (Kerwe) in Weiher
  • Fasnachtsumzug in Ubstadt am Fasnachtsdienstag
  • Straßenfest in Stettfeld in den ungeraden Jahren
  • Straßenfest in Ubstadt in den geraden Jahren
  • Straßenfest in Zeutern am 1. Septemberwochenende in den ungeraden Jahren
  • Straßenfest in Weiher alle 2 Jahre im August
  • Schlemmerfest in Weiher im Juli
  • Weiwasitzung im Februar in Ubstadt; Mehrzweckhalle
  • Musiksession beim Hardtsee am letzten Juniwochenende (Festplatz)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Bundesstraße B 3 (Buxtehude - Weil am Rhein) verknüpft den Ort mit dem überregionalen Straßennetz. Auch die nächsten Autobahnauffahrten auf die Bundesautobahn A5 sind nur wenige Kilometer entfernt.

Ubstadt-Weiher liegt an der Baden-Kurpfalz-Bahn. Am Bahnhof Ubstadt-Weiher halten die Linien S 3 und S 4 der S-Bahn Rhein-Neckar.

Durch den Ort führen auch die Katzbachbahn Bruchsal–Odenheim) und die Kraichtalbahn Bruchsal–Menzingen, auf deren Strecken die Linien S 31 bzw. S 32 der Stadtbahn Karlsruhe verkehren. Die Katzbachbahn (S 31) hält im Gemeindegebiet an den Bahnhöfen bzw. Haltepunkten Ubstadt Ort, Ubstadt Uhlandstraße, Stettfeld (Baden), 'Zeutern Sportplatz', Zeutern und Zeutern Ost, die Kraichtalbahn (S 32) in Ubstadt Ort und Ubstadt Salzbrunnenstraße.

Bildung

In Ubstadt gibt es die Alfred-Delp-Realschule und die Hermann-Gmeiner-Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Je eine reine Grundschule gibt es in Stettfeld, Weiher und Zeutern. In Zeutern gibt es außerdem eine Bekenntnisschule der Siebenten-Tags-Adventisten mit Grund- und Realschulzweig. Daneben bestehen noch sechs römisch-katholische Kindergärten.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • um 1200, Reinmar von Zweter (in Zeutern), † nach 1248, deutscher Spruchdichter

Literatur

  • Thomas Adam / Konrad Dussel / Peter Knötzele: Stettfeld. 2000 Jahre Geschichte. Hrsg. von der Gemeinde Ubstadt-Weiher. Ubstadt-Weiher, verlag regionalkultur 2003. ISBN 978-3-89735-238-4. 400 S. mit fast 200 z.T. farbigen Abb., fester Einband.
  • Gemeinde Ubstadt-Weier (Hrsg.), Geschichte der Gemeinde Ubstadt, Verlag Badendruck Karlsruhe, 1979



Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier.

Informationsportal über Ubstadt-Weiher in Baden-Württemberg - 26.5.2012