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Übach-Palenberg ist eine Stadt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen an der Grenze zu den Niederlanden. GeografieGewässer
NaturschutzgebietIm Westen des Stadtgebietes liegt ein Teil des Naturschutzgebietes Teverener Heide. StadtgliederungDie Stadt besteht überwiegend aus den Ortsteilen Übach, Palenberg, Scherpenseel, Boscheln, Windhausen, Siepenbusch, Marienberg, Frelenberg, Zweibrüggen und Rimburg. Einwohner(jeweils zum 31. Dezember)
Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2005:
GeschichteUrsprüngeDie Via Belgica, eine römische Hauptverkehrsstraße, überquert etwa bei Schloß Rimburg die Wurm. Etwa anderthalb Kilometer flußabwärts wurden beim Bau der Eisenbahnlinie die Grundmauern eines römischen Gutshofs gefunden. Die zu dem Hof gelegene Therme wurde zum Teil rekonstruiert und ist im Wurmauenpark zu besichtigen. Vom Mittelalter zur NeuzeitPalenberg wird 867 erstmalig urkundlich erwähnt. Um 1000 gehört der Ort vermutlich zur Herrschaft Geilenkirchen, welche im 12. Jahrhundert in den Besitz der Herren von Heinsberg gelangt. Das Heinsberger Land kommt schließlich zum Herzogtum Jülich, und Palenberg liegt im Jülicher Amt Geilenkirchen. Die erste Erwähnung von Übach erfolgt 1172. Eine Adlige, die den Namen Übach führt, ist seinerzeit Ministerialin der Abtei Thorn an der Maas. Die Abtei übt später die Landesherrschaft über den Ort aus. 1794 wird die Mairie (Bürgermeisterei) Übach gebildet. Im Jahr 1827 hat Palenberg 98 Einwohner und Übach 1.268 Einwohner. IndustrialisierungSeit 1852 liegt Übach-Palenberg an der Eisenbahnlinie Aachen-Mönchengladbach. Von 1917 bis 1962 wurde Steinkohle auf der Grube Carolus Magnus abgebaut. In diesem Zeitraum entwickelt sich parallel zum Wachstum der Steinkohlengrube das zusammenwachsende Übach-Palenberg. Die Besiedlung Palenbergs beginnt gegenüber der Betriebsfläche entlang der Carlstraße und dehnt sich bis zur Wurm aus. In diesen etwa 50 Jahren wächst der Weiler Palenberg von rund 400 Einwohnern auf 4.436 Einwohner und Übach von rund 1.600 Einwohnern auf 5.570 Einwohner. In Boscheln entsteht zu Beginn der 1920er Jahre eine weitere Bergmannssiedlung. Diese ist allerdings nicht für die Grube Carolus Magnus bestimmt, sondern für die im benachbarten Baesweiler liegende Grube Carl Alexander. Nationalsozialimus1935 entsteht die Großgemeinde Übach-Palenberg aus den bis dahin selbständigen Bürgermeistereien Scherpenseel und Übach. 1936 wurden von der Stadtverwaltung der Großgemeinde 14 Übach-Palenberger als Juden erfasst, deren Spuren sich in den folgenden Jahren verlieren. Zwei mit Nichtjuden verheiratete Frauen überlebten den Holocaust, während der Jude Baruch Dellman 1938 nach Polen ausgewiesen wurde und nachweislich 1940 den Tod im Konzentrationslager Sachsenhausen fand.[1] Nach 19451967 erhält die seit 1935 Übach-Palenberg genannte Verschmelzung der Orte Übach, Palenberg sowie einiger anderer Ortschaften die Stadtrechte. Im Jahre 1993 erfolgt der Umbau der ehemaligen Verwaltung der Grube Carolus Magnus zum Carolus-Magnus-Centrum für Umwelttechnologie (CMC). ReligionenDie erste Kirche in Palenberg war eine Holzpfostenkirche aus dem 8. Jahrhundert, im 11. Jahrhundert wurde eine kleine Steinkirche errichtet, von dieser ist der Kern heute noch erhalten. Sie ist damit eine der ältesten Kirchen im Kreis Heinsberg. Die St. Petrus Kapelle wird auch Karlskapelle genannt. Im Dekanat Übach-Palenberg werden Gottesdienste in 6 Kirchen (Pfarreien bzw. Weggemeinschaften) abgehalten, und zwar: Übach: Die Kirche in Übach wurde 1172 erstmals erwähnt. Sie ist dem Heiligen Dionysius geweiht. 1303 wurde sie dem Damenstift Thorn inkorporiert. Palenberg: Die Kirche ist der Heiligen Theresia geweiht. Sie wurde im Jahre 1930 nach dem Entstehen der dortigen Bergmannssiedlung erbaut. Boscheln: Die St. Fidelis-Kirche existiert seit 1930 und war die ersten 20 Jahre Rektoratskirche (Bestandteil der Übacher Pfarre). Seit 1951 ist St. Fidelis selbständige Pfarre. Frelenberg: Hier existieren zwei katholische Kirchen, und zwar die alte Pfarrkirche (siehe Sehenswürdigkeiten), die bis zum Jahre 1960 genutzt wurde. Die neue Pfarrkirche, die wie die alte Kirche dem Heiligen Dionysius geweiht ist, ist ein großer und moderner Sakralbau, der seit 1960 für Gottesdienste genutzt wird. Scherpenseel: Im Jahre 1895 wurde die dortige Pfarrkirche (St. Mariä Himmelfahrt) fertiggestellt. Sie ist eine der schönsten Kirchen von Übach-Palenberg. Marienberg: Die Pfarre trägt den Namen St. Mariä Himmelfahrt. Bis zum Krieg existierte eine alte Kirche, die jedoch vollständig zerstört wurde. Im Jahre 1953 wurde an gleicher Stelle (Nähe des Klosters) eine neue und moderne Pfarrkirche erbaut. 1911 ließen sich die Oblaten des Heiligen Franz von Sales in Marienberg nieder. Durch die Ansiedlung von zahlreichen Bergleuten zogen auch evangelische Christen in größerer Zahl zu. Für diese gibt es nach verschiedenen Neuordnungen der Gemeindegrenzen seit dem 1.1.2007 eine evangelische Gemeinde mit vier Kirchen. Es sind dies die Erlöserkirche in Übach (erbaut 1930), die Kreuzkirche in Boscheln (erbaut 1953), die Christuskirche in Frelenberg (erbaut 1954) und die Auferstehungskirche in Marienberg (erbaut 1953). Die Boschelner Kirche hatte vor dem Zweiten Weltkrieg einen provisorischen Vorgängerbau. Von den Freikirchen ist die Apostolische Gemeinschaft mit ihrem Gemeindezentrum in Boscheln und die Neuapostolische Kirche mit ihren Kirchen in Boscheln und Übach vertreten. Ferner existiert eine Moschee für Muslime im Stadtteil Holthausen. PolitikGemeinderat
(Stand: 25. April 2005) WappenWaagerecht geteilter Schild, im oberen blauen Feld gekreuzte Lilienzepter, golden tingiert, darüber schwebend der Buchstabe T in schwarz. Das untere Feld des Schildes gespalten, vorn im gelben Feld ist ein schwarzer, ungekrönter Löwe mit roter Zunge. Im roten Feld ist ein weißer, gekrönter Löwe. Die gekreuzten Lilienzepter und der Buchstabe T weisen auf die Grundherrschaft des Damenstiftes Thorn (Niederlande) hin. Frelenberg und Palenberg gehörten zum Herzogtum Jülich. Daran erinnert der schwarze, ungekrönte Jülicher Löwe. Der silberne Heinsberger Löwe ist dem Wappen der Heinsberger Edelherren entlehnt, weil Scherpenseel ursprünglich zum "Lande" Heinsberg gehörte. StädtepartnerschaftenÜbach-Palenberg ist verschwistert mit den Städten:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Bauwerke
Parks
Stadtansichten
VerkehrSchienenverkehrDer Ort besitzt einen Bahnhof an der Strecke Aachen–Duisburg/Düsseldorf. Dort halten die Rhein-Niers-Bahn und der Wupper-Express. siehe auch : Eisenbahn im Kreis Heinsberg BusverkehrÜbach-Palenberg gehört zum Aachener Verkehrsverbund. StraßenverkehrDie nächsten Autobahnanschlussstellen sind Alsdorf ca. 10 km (A 44), Heinsberg ca. 16 km (A 46) und Eschweiler ca. 16 km (A 4). Die Bundesstraße 221 führt von Alsdorf (Kr. Aachen) kommend durch die Ortsteile Boscheln und Holthausen, vorbei am Gewerbegebiet nach Geilenkirchen. Söhne und Töchter der StadtPeter Melchers (Petrus Melchioris), 12. Mai 1621 in Stegh, Reform-Abt des Klosters Rolduc Abt Leonard Jansen, (* 18. Mai 1681in der Mühle Zweibrüggen; 21. April 1754) war Prior des Klosters von Knechtsteden Thomas Michael Jordan, ( * 15. März 1949 in Aachen) der Leichtathlet war 1970 Deutscher Meister über 400 m und Europameister mit der 4 x 400 m Staffel, Bestzeiten: 45,4 Sec. über 400 m und 20,9 Sec. über 200 m. Er erhielt am 15. Mai 1972 das Silberne Lorbeerblatt. Joseph Van der Velden, (* 7. August1891 in Übach; 19. Mai 1954 in Krefeld) war von 1943 bis 1954 Bischof des Bistums Aachen . Peter Speckens, (* 28. Mai 1935) ist der erfolgreichste Senioren–Leichtathlet in den Wurfdisziplinen mit 2330 Siegen seit 1951, davon 33 Welt–, 25 Europa– und 61 Deutsche Meistertitel. Er war von 1963 bis 1995 Werksleiter einer Maschienbaufabrik und Mitbegründer des seit 1968 bestehenden Leichtathletik Vereins SV Rot Weiß Schlafhorst. Richard Riediger, geb. und wohnhaft in Übach-Palenberg ist Inhaber der größten mittelsteinzeitlichen Sammlung in Deutschland, erfolgreichster Sammler von sog. "Blitzen", er weist mehrere Einträge im Guinness-Buch der Rekorde auf. Thomas Blisniewski, (* in Aachen 1960, aufgewachsen in Übach-Palenberg, lebt in Köln und Berlin), Dr. phil., Kunst- und Kulturhistoriker lehrt Kunstgeschichte und Kulturgeschichte von Textilien an der Universität zu Köln sowie der Freien Universität Berlin. Zahlreiche Publikationen vor allem zu ikonographischen Fragen sowie zur christlichen und jüdischen Sepulchralkultur. Literatur und Quellennachweis
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