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Uhldingen-Mühlhofen ist eine Gemeinde am Nordufer des Bodensees zwischen Überlingen und Meersburg. Die Gemeinde ist ein beliebter Ferienort sowie als Heimat des Unteruhldinger Pfahlbaumuseums und der Wallfahrtskirche Birnau auch ein Ziel für Tagestouristen. GemeindegliederungDie Gemeinde setzt sich zusammen aus den drei Teilorten Unteruhldingen, Oberuhldingen und Mühlhofen. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Seefelden, Maurach, Obermaurach, Gebhardsweiler und Hallendorf. GeschichteDas Bodenseeufer in der Gegend von Unteruhldingen war nachweislich bereits in der Steinzeit und der Bronzezeit besiedelt, wie archäologische Funde belegen. Zur Zeit des Römischen Reiches mag es hier eine Hafenanlage gegeben haben - Münzfunde aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. sprechen dafür. Oberuhldingen lag an einem Römerweg von Meersburg ins heutige Salemer Tal. Dort wurden auch Reste eines römischen Gutshofs gefunden. Die Pfarrei Seefelden wurde möglicherweise bereits im 7. Jahrhundert gegründet (urkundlich erwähnt wird sie erstmals 1165) und gehört mit Bermatingen, Aufkirch und Kloster Reichenau zu den Urkirchen des nördlichen Bodenseegebiets, wäre also ein Zeuge der ersten Christianisierungswelle durch das Fränkische Reich. Sie war dem Bischof von Konstanz unterstellt. Der Ortsname Uhldingen ist 1058 als Oweltinga/Ouweltingen erstmals urkundlich belegt; später Uoldingen und Ueldingen. Der Ort trägt den Namen des Sippenältesten Owalt aus alemannischer Zeit. Mühlhofen wird erstmals 1165 als Mulnhoven erwähnt. Im 12. Jahrhundert begann die Reichsabtei Salem, in Uhldingen und Umgebung gezielt Besitz anzukaufen. Vermutlich in Seefelden wurde 1227 ein Kloster der Zisterzienserinnen gegründet, das unter Salemer Obhut stand. Wenige Jahre später wurde es auf Veranlassung des Salemer Abtes Eberhard von Rohrdorf nach Baindt verlegt. 1348 suchte die Pest die Gegend heim; zwei Bildstöcke im Flurgebiet Herberge erinnern noch daran. Am Hügel Zihlbühl, in der sogenannten Knappenhöhle, wurde im Mittelalter nach Gold gegraben, das sich in dem weichen Molassesand jedoch nur in spärlichen Mengen fand. Auf dem unteren Lichtenberg stand eine Burg, die 1499 im Schwabenkrieg zerstört und 1525 abgetragen wurde. Sie war der Sitz der Herren von Oberrieden. Ab 1264 gehörten die Dörfer Oberuhldingen, Mühlhofen und Seefelden zum Territorium der Reichsabtei Salem. Unteruhldingen lag auf dem benachbarten Gebiet der Grafschaft Heiligenberg, die ab 1516 dem Fürstenhaus Fürstenberg gehörte. Für das Jahr 1175 dokumentiert eine Urkunde von Kaiser Friedrich Barbarossa den bestehenden Schiffsverkehr zwischen Unteruhldingen und Konstanz. Seit 1222 werden die Ortsteile (Unter-) Uhldingen als Hafen und Oberuhldingen unterschieden. Die Hafenorte Maurach und Unteruhldingen waren Warenumschlagplätze für Güter aus dem Salemer Tal und für das Salz, das Salem aus den klostereigenen Salzminen im Salzkammergut importierte. Ein versunkenes Salzschiff liegt heute noch auf dem Grund des Sees vor der Unteruhldinger Schiffslandestelle. Auch der Bischof von Konstanz hatte hier Besitz. Ab 1733 war der Uhldinger Hafen der Hauptausfuhrhafen der Grafschaft Heiligenberg. Nach der Säkularisation 1803/1804 gingen die Orte an das Großherzogtum Baden über und wurden zu den selbständigen Gemeinden Oberuhldingen, Unteruhldingen und Mühlhofen. Von 1939 bis zur Kreisreform 1973 gehörten diese dem Landkreis Überlingen an, seither dem Bodenseekreis. Seit dem 1. Januar 1972 sind Unteruhldingen, Oberuhldingen und Mühlhofen zur Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen zusammengeschlossen. PolitikUhldingen-Mühlhofen hat sich mit der Stadt Meersburg und den Gemeinden Daisendorf, Hagnau und Stetten zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen. GemeinderatDie Wahl vom 13. Juni 2004 ergab folgende Zusammensetzung:
WappenDas Wappen der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen symbolisiert mit drei stilisierten Rosen auf rotem Grund das Aufblühen der drei Ortsteile. Die drei Segmente mit blauen Wellen auf weißem Grund stehen für den Bodensee und die Seefelder Aach, die vom Salemer Tal kommend durch das Gemeindegebiet fließt und bei Seefelden in den Bodensee mündet. Bürgermeister
Wirtschaft und InfrastrukturRund 12 km² des Gemeindegebietes werden noch land- und forstwirtschaftlich genutzt, wobei in der Landwirtschaft der Obst- und Weinbau vorherrscht. Ein Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt in die umliegenden größeren Städte, etwa Überlingen und Friedrichshafen. Vor Ort arbeiten die Einwohner hauptsächlich im mittelständischen Gewerbe, wobei sich der Schwerpunkt seit Jahren kontinuierlich vom produzierenden zum Dienstleistungsgewerbe verschiebt. Insbesondere spielt der Tourismus eine wichtige Rolle. VerkehrUhldingen-Mühlhofen liegt an der Bundesstraße B 31, etwa 7 km östlich von Überlingen und 3 km westlich von Meersburg. Der verkehrsberuhigte Erholungsort Unteruhldingen liegt abgeschieden von der Bundesstraße an der wesentlich weniger befahrenen Meersburger Straße entlang des Seeufers. Die Gemeinde wird auch von den Zügen der Deutschen Bahn AG auf der Bodenseegürtelbahn (Lindau - Radolfzell) angefahren. Der Bahnhof befindet sich im Ortsteil Oberuhldingen. Eine Buslinie verbindet ihn mit Salem und anderen Nachbargemeinden und Ausflugszielen. Die Gemeinde gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Vom See her ist Uhldingen-Mühlhofen mit den Ausflugsschiffen der Bodensee-Schiffsbetriebe zu erreichen. Insbesondere gibt es eine Verbindung zur Insel Mainau. Parallel zum Seeufer führt der Bodensee-Radweg von Meersburg entlang des Ufers bis nach Unteruhldingen, durchquert dann das Naturschutzgebiet vor Seefelden und führt dann weiter nach Überlingen. Der Bodensee-Rundwanderweg führt ebenfalls über Unteruhldingen und weicht teilweise vom Bodensee-Radweg ab. Aber auch der ufernähere Weg von Meersburg nach Überlingen kann von Wanderern benutzt werden. Kultur und SehenswürdigkeitenMuseenDas Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen ist ein Freilichtmuseum, das archäologische Funde und Nachbauten von Pfahldörfern aus der Stein- und Bronzezeit präsentiert. Die Pfahlbauten sind idealisierende Rekonstruktionen aus der Zeit zwischen 1922 und 1941, die auf Grundlage der Ausgrabungen der Wasserburg Buchau am Federsee gestaltet wurden. Die Idee zur Errichtung der ersten beiden Häuser in Unteruhldingen wurde vom Überlinger Landrat Hermann Levinger 1921 gefasst und unterstützt nach einem Vortrag Reinerths über die Ausgrabungen am Federsee. Der umstrittene Archäologe Hans Reinerth leitete nach 1945 das Museum in Unteruhldingen. Erst in jüngster Zeit kamen modernere Rekonstruktionen hinzu. [1] Bauwerke
GedenkstättenWährend der Zeit des Nationalsozialismus wurde von Häftlingen des KZ Dachau in der Nähe von Überlingen eine Außenstelle des Konzentrationslagers (KZ Aufkirch) errichtet. Die Häftlinge arbeiteten in Überlingen von Oktober 1944 bis April 1945 an ausgedehnten unterirdischen Anlagen. So auch am Goldbacher Stollen, in dem Friedrichshafener Rüstungsbetriebe vor Bombardierung geschützt sein sollten. Von den mindestens 168 Häftlingen, die die Bauzeit nicht überlebten, liegen 97 auf einem Friedhof in der Nähe der Wallfahrtskirche Birnau begraben. Die Namen der toten KZ-Häftlinge sind soweit bekannt im Buch von Burger ("Der Stollen") zum Gedenken und zum Nachforschen für unbekannte Angehörige aufgeführt. Durch den Goldbacher Stollen an der Oberen Bahnhofstraße wird einmal im Monat eine Führung durchgeführt. Etwa 200 Meter östlich der Wallfahrtskirche Birnau, oberhalb der B31, befindet sich eine Gedenkstätte und ein Friedhof für KZ-Häftlinge, die beim Bau des Goldbacher Stollens ums Leben kamen. Der KZ-Friedhof Birnau ist ab dem Parkplatz oberhalb der Klosterkirche Birnau und der B 31 zu Fuß zu erreichen. Vereine
PersönlichkeitenEhrenbürger
Literatur/Quellen
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