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Völklingen ist eine Stadt im Stadtverband Saarbrücken (Saarland) mit 41.000 Einwohnern. Sie ist nach Saarbrücken, Neunkirchen und Homburg die viertgrößte Stadt des Saarlands und hat den Status einer Mittelstadt. GeografieVölklingen liegt am Ufer der Saar und ist wenige Kilometer von der Landeshauptstadt Saarbrücken entfernt. Die Stadtteile links der Saar gehören zur Warndt-Region und grenzen an Frankreich. Im Stadtteil Wehrden mündet die Rossel, in Völklingen der Köllerbach in die Saar. GeschichteFrühgeschichte und MittelalterVölklingen wurde am 27. Oktober 822 als "Fulcolingas" erstmals urkundlich erwähnt und war in den folgenden Jahrhunderten eine bäuerliche Siedlung, die der Hochgerichtsbarkeit der Grafen von Saarbrücken unterstand. Im Übergang zur Neuzeit gehörte die "hof und frie hofstadt folckelingen" zu den wohlhabenderen Dörfern in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Eisen- und Kohlefunde führten zu einer frühen Industrialisierung. So entstand im heutigen Geislautern 1572 die älteste Eisenschmelze des Landes. Im Jahr 1616 errichteten die Bewohner des heutigen Stadtteils Ludweiler in Ihrem Dorf eine erste Glashütte. 1621 begann die Steinkohlegewinnung im Tagebau. Während des Dreißigjährigen Krieges 1618 bis 1648 dezimierte sich die Bevölkerung Völklingens um fast 84%. Der französische König Ludwig XIV. hielt die gesamte Grafschaft Saarbrücken von 1679 bis 1697 besetzt. 1697 wurde der Graf von Saarbrücken durch den Frieden von Ryswick wieder in seine alten Rechte eingesetzt. Der inzwischen katholischen Bevölkerungsmehrheit wurde aber die freie Religionsausübung gestattet. 1797 fielen im Frieden von Campo Formio die gesamten linksrheinischen Gebiete des Reiches der französischen Republik zu. Völklingen war seit 1799 eine Mairie im Arrondisement Saarbrücken und profitierte von der im französischen Kaiserreich systematisch betriebenen Förderung von Technik und Forschung. In Geislautern entstand aufgrund einer Anordnung Napoleons aus dem Jahre 1802 die "Ecole Pratique des Mines", eine von zwei Berg- und Hüttenschulen des Kaiserreiches. Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo fiel das Gebiet 1815 an Preußen. Neuzeit1881 kam es zur Übernahme der 1873 gegründeten "Völklinger Eisenhütte" durch die Gebrüder Röchling, deren Hütte über ein Jahrhundert lang die die Stadtentwicklung bestimmte. 1918 wurde Völklingen von französischen Truppen besetzt. Bei der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 stimmten die Völklinger mit 89,8% für die Rückkehr zum Deutschen Reich. Am 1. April 1937 erhielt die bisherige Bürgermeisterei Völklingen die Stadtrechte. 1945 wurde die Stadt wieder von alliierten Truppen besetzt und kam unter französische Verwaltung. 1955 stimmte das Saarland wieder für den Anschluss nach Deutschland. 1962 kam es durch eine Schlagwetterexplosion in der Grube Luisenthal zu einem Grubenunglück, das 299 Menschenleben forderte. 1965 wurde Völklingen der Status einer Mittelstadt verliehen 1974 wurden die Gemeinden Ludweiler und Lauterbach durch die Gebiets- und Verwaltungsreform eingemeindet. Im Juli 1986 wurde die "Völklinger Eisenhütte" geschlossen. 1993 kam es dann auch zum Konkurs der Saarstahl AG. 1995 wurde die "Alte Völklinger Hütte" in die Liste der Kulturdenkmäler der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen. Die Kernstadt tut sich schwer, ihren Ruf als hässlichste Stadt Deutschlands[1] loszuwerden, was auch von vielen Bewohnern selbst eingestanden wird, da viele Geschäfte und auch das Kino leer stehen. In einigen Bereichen um den Saarhafen und die alte Völklinger Hütte wurde inzwischen jedoch in ein schöneres Stadtbild investiert. Völklingen wurde in der ARD-Sendung Kontraste scharf dafür kritisiert, Adolf Hitler und den wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten Hermann Röchling als Ehrenbürger zu führen und nach letzterem einen Stadtteil zu benennen.[2] Die Stadt wurde wegen des Rekordergebnisses der NPD bei den Stadtratswahlen 2004 im Verfassungsschutzbericht von NRW des gleichen Jahres erwähnt.[3] ReligionenDie evangelische Bevölkerung der Stadt gehörte seit der Zwangsuniierung von Lutheranern und Reformierten in Preußen (1817) zur Evangelischen Kirche in Preußen (EKiP). Seit deren Auflösung 1947 gehört sie zur Evangelische Kirche im Rheinland, die zuvor eine Kirchenprovinz der EKiP war. Die Evangelische Akademie im Saarland hat ihren Sitz in Völklingen. Zu den Freikirchen in Vöklingen gehört u.a. die Apostolische Gemeinschaft. Die katholische Bevölkerung der Stadt gehört zum Dekanat Völklingen im Bistum Trier. Stadtteile
Einwohnerzahlen der Ortsteile (Stand: 31. Oktober 2005)
Einwohnerentwicklung
Krankenhäuser1. St. Michael Krankenhaus
2. SHG-Klinik
PolitikBürgermeister und Oberbürgermeister1799-1805 Nessler Wilhelm 1805-1813 Beilstein Joh.Nikolaus 1813-1814 Kunkel Georg 1814-1816 Schaeffer Friedrich 1816-1821 Röchling Jakob 1822-1831 Kunkel Carl 1831 Leber Georg 1831-1849 Schwarz Carl 1849-1851 Flach Georg 1851-1879 Kühlwein Jakob 1879-1903 Stürmer Carl 1903-1907 Cloos Siefried 1908-1919 Sohns Friedrich 1920-1922 Krawutschke Fr.D. 1922-1933 Janssen Karl 1933-1936 Sieberin Josef 1937 Weber Julius 1937-1941 Dr.Eder Helmut 1945 Limburg Wilhelm 1945-1946 Kunkel Ernst 1946-1948 Dr.Tinnes Anton 1949-1956 Trenz Rudolf 1956-1968 Hemmer Otto, OB 1956-1974 Fischer Hans 1968-1989 Durand Raymund, OB 1974-1980 Schüssler Heinrich 1980-1987 Dr. Gemmel Friedrich 1987-2003 Diehl Fritz 1989-2003 Netzer Hans, OB 2003-Heute Dahm Jochen 2003-Heute Lorig Klaus, OB Partnerstädte
Wirtschaft und Infrastruktur
VerkehrVölklingen ist durch die Bundesautobahn A 620 (Saarlouis - Saarbrücken) und die Bundesstraße B 51 (Bremen - Saargemünd) an das überregionale Straßennetz angebunden. Beide Straßen verlaufen in Höhe von Völklingen parallel zum Fluss in Nord-Südrichtung. Die Deutsche Bahn unterhält an der Strecke Saarbrücken -- Trier einen Bahnhof, an dem zurzeit alle Züge (RE und RB) halten. Somit besteht mindestens halbstündlich Verbindung in beide Richtungen. Der ÖPNV wird heute durch Busse, hauptsächlich der Völklinger Verkehrsbetriebe, gewährleistet. Es bestehen Verbindungen z.B. in den angrenzenden Warndt, nach Lebach, Püttlingen und Bous. Die frühere städtische Straßenbahn wurde bereits 1959 stillgelegt, aber bis zum Jahre 2007 soll die Saarbahn durch die Innenstadt über die Trasse der Deutschen Bahn bis hinaus zum Weltkulturerbe fahren. Letzteres wird immer wieder kontrovers diskutiert und ist auch noch nicht wirklich fest. Ortsansässige UnternehmenVölklingen ist Sitz der von der Familie Röchling gegründeten Saarstahl AG. GerichteVölklingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Saarbrücken gehört. MedienAls wöchentliche Zeitung erscheint der "Wochenspiegel Völklingen", der auch amtliches Bekanntmachungsblatt der Stadt ist. Die Saarbrücker Zeitung gibt für Völklingen und den Warndt einen separaten Lokalteil heraus. Einmal im Monat erscheint in Teilen der Stadt die "Völklinger Stadtbrille". Im Stadtteil Wehrden erscheint unregelmäßig die Stadtteilzeitung "Wehrdener Saar-Echo". Und auch die alle zwei Wochen erscheinende "Saar-Zeitung" enthält viele Beiträge über die Hüttenstadt. In den Stadtteilen Lauterbach, Ludweiler und Geislautern erscheint 14-tägig die Zeitung "Warndt aktuell". Theater und Kinos
BildungVölklingen verfügt neben den allgemeinen Grundschulen auch über weiterführende Schulen größeren Ranges.
Zudem beheimatet Völklingen ein großes Berufsbildungszentrum mit verschiedenen Schulenformen: TGSBBZ Völklingen
(*) Für diese Schulformen ist das TGSBBZ Völklingen der einzige Standort im Saarland Weiter Schulen in Völklingen sind:
SportFrüher spielte der SV Röchling Völklingen 06 in der Aufstiegsrunde zur 1. Fußball-Bundesliga mit, derzeit spielt der Verein in der Verbandsliga Saar. Der Verein trägt seine Spiele im heimischen Stadion aus, dem Hermann-Neuberger-Stadion. Die Kapazität beträgt etwa 16.000, das heißt es ist neben dem Saarbrücker Ludwigsparkststadion, dem Neunkircher Ellenfeldstadion und dem Homburger Waldstadion das viertgrößte saarländische Stadion. Sportstätten
Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerke
siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Völklingen Natur
Museen
Sonstige Sehenswürdigkeiten
Regelmäßige Veranstaltungen
PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
QuellenTexte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
