Wagenfeld in Niedersachsen


Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Koordinaten: 52° 32′ N, 8° 34′ O
Höhe: 40 m ü. NN
Fläche: 117,35 km²
Einwohner: 7251
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49419
Vorwahlen: 0 54 44
Kfz-Kennzeichen: DH
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 044
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pastorenkamp 25
49419 Wagenfeld
Webpräsenz: www.wagenfeld.de
Bürgermeister: Wilhelm Falldorf

Wagenfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Diepholz in Niedersachsen.

Geografie

Geografische Lage

Wagenfeld liegt östlich ungefähr in der Mitte zwischen Bremen im Norden und Osnabrück im Südwesten am südöstlichen Ausläufer des Kellenbergs. Durch die Gemeinde fließt die Wagenfelder Aue, ein südöstlicher Zufluss der Hunte, durch ihr südöstliches Gebiet bei Ströhen fließt die Große Aue, ein Nebenfluss der Weser. Im bzw. am Rand des Gemeindegebiets befinden sich diese größeren Moorgebiete: Großes Moor, Neustädter Moor, Oppenweher Moor und Rehdener Geestmoor.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Die Entfernung zwischen den äußersten Grenzpunkten beträgt von Nord nach Süd 9,5 km und von West nach Ost 18 km. Zudem ist Wagenfeld das größte Dorf Deutschlands und das flächenmäßig drittgrößte der Welt.

Gemeindegliederung

Die Einheitsgemeinde Wagenfeld besteht aus den ehemals selbständigen Gemeinden Wagenfeld und Ströhen.

Geschichte

Der Name Wagenfeld taucht zum ersten Mal um 1280 in einem Verzeichnis der gräflichen ravensbergischen Lehnsgüter auf. Durch das Dorf fließt die Wagenfelder Aue, ein kleiner Nebenfluss der Hunte. Dort ließen die Grafen von Diepholz Ende des 15. Jahrhunderts eine Schutzfeste mit dem Namen Auburg errichten. Diese Wasserburg, auf einer Insel zwischen einem abgezweigten Arm der Aue und der Wagenfelder Aue gelegen, sollte die benachbarten Mindener, die damals regelmäßig in das Gebiet einfielen, abschrecken. Diese fühlten sich jedoch gerade durch den Bau der Auburg provoziert und zerstörten sie in der Folgezeit mehrere Male.

Als im Jahre 1585 der noch nicht einmal 30 Jahre alte Graf Friedrich II. von Diepholz verstarb, brach ein Rechtsstreit über die territoriale Zugehörigkeit des Amtes Auburg aus. Am Ende huldigten noch im gleichen Jahr die Auburger dem Landgrafen von Hessen als ihrem neuen Landesherrn.

Erst 230 Jahre später - am 23. September 1815 - kamen im Zuge der Verhandlungen über den Zweiten Pariser Frieden Preußen, Hannover und Hessen überein, dass das Amt Auburg an Hannover abzutreten sei. Fünf Jahre später wurde die Amtsvogtei Auburg wieder dem Amte Diepholz angegliedert.

1937 erwarb die damalige Samtgemeinde Wagenfeld, die 1909 aus den Gemeinden Bockel, Förlingen, Haßlingen und Neustadt gebildet worden war, das Gebäude der Auburg sowie 26 Morgen Land. Während des NS-Regimes wurde die Jüdin Johana Kugelmann sel. A. (siehe Jad waSchem, The Central Database of Shoah Victims' Names) von den Nazis ohne Gegenwehr der Bevölkerung nach Riga ins Konzentrationslager deportiert.

Im Jahre 1974 wurde aus der Gemeinde Wagenfeld und der Gemeinde Ströhen eine Einheitsgemeinde gebildet, die den Namen "Wagenfeld" erhielt.

Heute befindet sich auf dem Gelände der Auburg nur noch das Herren- und Gesindehaus. Nach 1945 wohnten dort zunächst acht Jahre lang Flüchtlingsfamilien. Danach dienten die Gebäude bis 1967 als landwirtschaftliche Berufsschule.

In den Jahren 1998/1999 wurde das historische Gebäude der Auburg restauriert. Seither bietet der "Kulturkreis Auburg" in seinen Räumlichkeiten ein abwechslungsreiches Kulturprogramm an.

Erwähnenswert ist auch, dass Wagenfeld von 1961 bis 2002 Bundeswehrstandort war: Die Luftwaffe unterhielt dort die 3. Batterie des Flugabwehrraketenbattallions 25 (3. Batt./FlaRakBtl. 25), das der 4. Luftwaffendivision (Aurich) zugeordnet war. Dazu waren in dem Ort bis 1988 Soldaten der 42. US-Artillerie-Abteilung stationiert, die die kleine Zahl Atomsprengköpfe bewachten, die im Verteidigungsfall - nach Freigabe durch die Amerikaner - durch Bundeswehrsoldaten abgeschossen worden wären. Als Waffensystem wurden anfangs konventionelle Nike Ajax-Raketen, danach über viele Jahre Nike Hercules-Raketen (mit sowohl konventionellen als auch nuklearen Sprengköpfen) verwendet, die schließlich ab 1989 durch die MIM-104 Patriot (konventionell) abgelöst wurden. Die Umrüstung auf das Patriot-System machte die kleine US-Garnison überflüssig. Im Zuge ihrer Verkleinerung nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes hat die Bundeswehr ihren Standort Wagenfeld schließlich aufgelöst. Zu sehen sind bis heute die leer stehende Kaserne, die geräumte Raketen-Abschussstellung (Bunker) sowie der ehemalige Feuerleit-Bereich (frühere Radarstellung).

Politik

Gemeinderat

Die 21 Sitze des Gemeinderates einschließlich des Bürgermeisters verteilen sich wie folgt:

  • CDU 10 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • FDP 3 Sitze
  • UWG 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 9. September 2001)

Bürgermeister

Seit 1997 vertritt Wilhelm Falldorf als erster gewählter hauptamtlicher Bürgermeister die Gemeinde Wagenfeld.

Städtepartnerschaften

  • Canton de Vibraye (Frankreich)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Im Wagenfelder Freilichttheater wird alljährlich im Sommer plattdeutsches Laientheater von höchster Güte gezeigt.

Tierpark

Im ganzjährig geöffneten Tierpark Ströhen kann man Tiere aus aller Welt finden. Im Tierpark befindet sich außerdem das Vollblut Araber Gestüt Ismer.

Regelmäßige Veranstaltungen

Seit über 400 Jahren findet am letzten Freitag im August der Wagenfelder Großmarkt statt. Aus dem anfänglichen Tanzvergnügen und Handel der bäuerlichen Bevölkerung ist im Laufe der Zeit ein Vergnügungsmarkt entstanden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

Die Grundschule Wagenfeld mit Schulkindergarten und die Grundschule in Ströhen, sowie die weiterführenden Schulen Haupt- und Realschule (Schulzentrum) stellen das Schulangebot der Gemeinde dar.

LITERATUR

  • Julius Hummel, Chronik der Gemeinde Wagenfeld und des Amtes Auburg. Hrsg. von der Gemeinde, Wagenfeld 1972, 209 S. mit zahlr. Abb.
  • Wilhelm Falldorf, Wagenfeld und Ströhen. Ein geschichtlicher Überblick, 1988.
  • Gerold Schmidt, Die Familie Scheide. Teil I: Die Herkunft aus Wagenfeld (Kreis Diepholz) und Ausdehnung nach Oldenburg. Oldenburgische Familienkunde, Heft 1/2, Jahrg.38/1996, 106 S.



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Informationsportal über Wagenfeld in Niedersachsen - 26.5.2012