Waghäusel in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Koordinaten: 49° 15′ N, 8° 31′ O
Höhe: 104 m ü. NN
Fläche: 42,84 km²
Einwohner: 20.185
Bevölkerungsdichte: 471 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 68743–68753 (alt: 6833)
Vorwahl: 07254
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 106
Adresse der
Stadtverwaltung:
Gymnasiumstraße 1
68753 Waghäusel
Webpräsenz: www.waghaeusel.de
Bürgermeister: Walter Heiler (SPD)

Die Stadt Waghäusel liegt am Nordrand des Landkreises Karlsruhe in Baden-Württemberg.

Geografie

Geografische Lage

Waghäusel liegt in der Oberrheinischen Tiefebene, etwa in der Mitte zwischen den Städten Karlsruhe und Mannheim.

Gliederung

Zu Waghäusel gehören neben der Kernstadt (1.241 Einwohner) die Stadtteile Kirrlach (9.365 Einwohner) und Wiesental (9.625 Einwohner) [Stand: 31.08.2006].

Der flächenmäßig größte Stadtteil ist Wiesental mit 2.124 ha, gefolgt von Kirrlach mit 1.938 ha und Waghäusel mit 222 ha. Die Gesamtfläche der Gemarkung beträgt somit 4.284 ha. Hiervon sind 550 ha bebaut, 1.036 ha landwirtschaftlich genutzt, sowie ca. 2.300 ha mit Wald bewachsen.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Waghäusel ist durch Schenkungen der Salierkaiser Heinrich III. und Heinrich IV. zwischen 1056 und 1063 an das Hochstift Speyer gekommen, wo es bis zur Säkularisierung der Fürstbistümer aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses 1806 blieb. Anschließend kam das Gebiet an das Großherzogtum Baden.

Die Gemeinde Waghäusel selbst hat ihren Ursprung in einem 1616 von Kapuzinermönchen auf Einladung von Fürstbischof Philipp Christoph von Sötern gegründeten Kloster nebst Wallfahrtskirche. Aber erst mit dem Bau der Eremitage 1724 bis 1729 durch Fürstbischof Hugo Damian von Schönborn siedelte sich eine größere Anzahl von Menschen an. Trotzdem blieb die Siedlung lange unselbständig, seit 1847 gehörte sie zu Oberhausen.

Im Gefecht bei Waghäusel am 21. Juni 1849 standen sich badische Revolutionstruppen unter Franz Sigel und eine Invasionsarmee unter preußischer Führung gegenüber. Die badischen Truppen konnten die Invasoren an diesem Tag zwar schlagen, doch sie setzten nicht konsequent genug nach, so daß sich Preußen reorganiseren konnten und die Revolutionäre schließelich aufrieben.

Erst 1930 wurde Waghäusel selbständig. Es gehörte bis 1973 zum Landkreis Bruchsal und ging dann mit diesem im Landkreis Karlsruhe auf. Die Erhebung zur Stadt erfolgte 1984.

Ortsteile

Kirrlach

Kirrlach wurde erstmals 1234 erwähnt, es gehörte damals (und bis 1806) zum Hochstift Speyer.

Wiesental

Die Gründung von Wiesental erfolgte 1297 auf Anweisung von Fürstbischof Friedrich von Bolanden. Aufgrund der Säkularisierung fiel es ebenfalls 1806 an Baden.

Religionen

Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an. Waghäusel ist Sitz des Dekanats Philippsburg des Erzbistums Freiburg. Auch heute gibt es in allen drei Teilorten eine römisch-katholische Kirche. Durch die Bevölkerungsentwicklung gibt es heute auch eine evangelische Gemeinde, eine Kirche der Zeugen Jehovas sowie eine Moschee in der Stadt.

Politik

Bürgermeister

  • 1975-1999: Robert Straub, CDU
  • seit 1999: Walter Heiler, SPD

Stadtrat

Die Stadtratswahl am 13. Juni 2004 führte zu folgendem Ergebnis:

  • CDU 44,4% (+2,7) - 13 Sitze (+1)
  • SPD 30,7% (-3,6) - 8 Sitze (-2)
  • FWG 15,1% (+1,0) - 4 Sitze (=)
  • JL 9,8% (+0,6) - 2 Sitze (-1)
  • Andere 0,0% (-0,7) - 0 Sitze (=)

Wappen

Blasonierung: In gespaltenem Schild vorn in Gold eine rote Kapelle, hinten in Blau ein durchgehendes geschliffenes silbernes Kreuz.

Die Kapelle stellt die namensgebende Wallfahrtskirche Waghäusel dar. Das Speyrer Kreuz weist auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer hin.

Partnerschaften

Waghäusel hat Städtepartnerschaften mit folgenden Städten im Ausland:

  • Caldicot in Wales (Großbritannien)
  • Flattach in Kärnten (Österreich)
  • Szigetujfalu in Ungarn

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Schließung der Produktionsstätte der Südzucker AG 1995 war ein schwerer Schlag für die Stadt Waghäusel. Jedoch hat sich in den insgesamt acht Gewerbegebieten der Stadt, einschließlich des ehemaligen Südzucker-Geländes, welches die Stadt zu dem symbolischen Preis von damals 1 DM erwerben konnte, eine gesunde Mischung von Unternehmen angesiedelt. Vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum international tätigen Großunternehmen, vom Architekturbüro über Fahrzeugtechnik und Software bis zum Zentralheizungsbau finden sich hier zahlreiche kleine und mittlere Betriebe.

Verkehr

Waghäusel liegt sehr verkehrsgünstig. Die fünf Kilometer entfernte Anschlussstelle Kronau/Waghäusel der A 5 bindet die Stadt an das Fernstraßennetz an. Die Bundesstraße B 36 (Mannheim - Lahr/Schwarzwald) durchquert die Stadt.

Der Bahnhof Waghäusel liegt an der Rheinbahn (Mannheim - Karlsruhe) . Waghäusel wird ebenso durch die KVV-Linien 125, 126, 127, 128 und 193 mit dem Umland verbunden.

Bildung

In der Kernstadt gibt es die Johann-Peter-Hebel-Realschule und die Wilhelm-Busch-Grundschule. Kirrlach verfügt mit der Schillerschule über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und mit der Goetheschule über eine reine Grundschule. Die Bolandenschule in Wiesental ist ebenfalls eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Der Besuch des Gymnasiums ist in Philippsburg oder Bruchsal möglich.

Sehenswürdigkeiten

  • Marienwallfahrtskirche im Stadtteil Waghäusel
  • Eremitage im Stadtteil Waghäusel (erbaut von Johann Michael Ludwig Rohrer)
  • Taglöhnerhaus im Stadtteil Kirrlach
  • Gotischer Holzschnitzaltar in der katholischen Kirche in Kirrlach
  • Altdeutsche Weinstube mit Schanklizens seit dem 15. Juli 1700 im Stadtteil Kirrlach
  • Die Hagkapelle in Wiesental am oberen Hagweg
  • Katholische Pfarrkirche St.Jodokus erb.1846 im Stadtteil Wiesental
  • Heimatstube im Museum des Alten Rathauses im Stadtteil Wiesental
  • Revolutionsdenkmal von 1849 im Stadtteil Wiesental

Sport und Freizeit

Waghäusel bietet eine Vielzahl von Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Vereine

  • Musikverein Kirrlach 1906 e.V.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Valentin Brenzinger (1910-1986), Geistlicher Rat, Pfarrer in Wiesental von 1947 bis 1980
  • Friedrich Müller, * 1922 in Kirrlach, deutscher Politiker (SPD), MdL (Baden-Württemberg), Landrat des ehemaligen Landkreises Bruchsal von 1961 bis 1973
  • Emil Groß, (1923-2006), Bürgermeister der Gemeinde Wiesental von 1962 bis 1974
  • Ernst Oechsler, (1912-1997), Bürgermeister der Gemeinde Kirrlach von 1948 bis 1974
  • Robert Straub, (* 1935 in Kirrlach), Bürgermeister der Stadt Waghäusel von 1975 bis 1999
  • Dr. med. Friedrich Osswald, (*1914 in Wiesental), Arzt in Wiesental

Söhne und Töchter der Stadt

  • Monika Knoche (* 1954) deutsche Politikerin (GRÜNE, Linke), MdB
  • Louise Hoffner (* 1963), deutsche Schlagersängerin
  • Walter Heiler (* 1954), Bürgermeister und Jurist, MdL (SPD) Baden-Württemberg von 1992 bis 2001 und wieder seit 2006

Weitere bekannte Persönlichkeiten

  • Pater Martin von Cochem, Ordenspriester und Volksschriftsteller zahlreicher religiöser Bücher, die eine weltweite Verbreitung fanden.

Literatur

  • Artur J. Hofmann / Peter Disson / Klaus Schwabelland: Waghäusel. Kirrlach – Waghäusel – Wiesental. Hrsg. von der Stadt Waghäusel. Ubstadt-Weiher, verlag regionalkultur 2005. ISBN 978-3-89735-250-6. 96 S. mit über 330, meist farbigen Abb. , Texte deutsch/englisch, Großformat, fester Einband.
  • Heimatvereinen Kirrlach und Wiesental (Hrsg.): Stadtführer Waghäusel. Ubstadt-Weiher, verlag regionalkultur 1997. ISBN 978-3-929366-29-7. 80 S. mit 35, meist farbigen Abb., fester Einband.
  • Heimatverein Kirrlach / Heimatverein Wiesental / Stadt Waghäusel (Hrsg.): Waghäuseler Fotoalbum. Alte Bilder aus Kirrlach, Waghäusel und Wiesental bis zur Gemeindefusion 1975. Ubstadt-Weiher, verlag regionalkultur 2006. ISBN 978-3-89735-468-5. 168 S. mit ca. 300 Abb., fester Einband.



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Informationsportal über Waghäusel in Baden-Württemberg - 26.5.2012