Wallwitz in Sachsen-Anhalt


Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Jerichower Land
Verwaltungsge-
meinschaft:
Möckern-Fläming
Koordinaten: 52° 7′ N, 11° 55′ O
Höhe: 60 m ü. NN
Fläche: 5,67 km²
Einwohner: 181
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39291
Vorwahl: 039221
Kfz-Kennzeichen: JL
Gemeindeschlüssel: 15 3 58 066
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
August-Bebel-Straße 37
39291 Wallwitz
Bürgermeister: Hans-Joachim Sens

Wallwitz ist eine Gemeinde im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Wallwitz, postalischer Zusatz „bei Burg bei Magdeburg”, ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde an der Bundesstraße 246a zwischen den Kleinstädten Gommern und Möckern. Die Kreisstadt Burg, dort auch Autobahnanschluss, ist 31 Kilometer entfernt, zur Landeshauptstadt Magdeburg sind es 22 Kilometer. Der nächste Bahnhof befindet sich in Zeddenick an der Strecke Magdeburg - Loburg, drei Kilometer nördlich von Wallwitz. Der Ort liegt im westlichen Ausläufer des Flämings inmitten landwirtschaftlicher Flächen mit mäßigem Ertragswert.

Geschichte

Im Gegensatz zu vielen anderen Orten des Magdeburger ostelbischen Gebiets findet Wallwitz relativ spät eine offizielle Erwähnung. Diese erfolgt 1322 in einer Urkunde des Erzbischofs von Magdeburg Burchard III., mit der er den Ort dem Kloster Plötzky übereignet. Da der Ortsname ist slawischen Ursprungs ist, ist sicher schon vor der Christianisierung der Region im Raum des heutigen Wallwitz gesiedelt worden.

Mit der Übereignung an das Kloster Plötzky kam Wallwitz zugleich in den Einflussbereich von Kursachsen, das mit mehreren Orten um die Stadt Gommern eine Enklave im magdeburgisch-brandenburgischen Herrschaftsbereich gebildet hatte. Im 16. Jahrhundert wurde daraus das sächsische Amt Gommern. Die Zugehörigkeit zu Sachsen dauerte bis zum 9. April 1808. An diesem Tage überließ der mit Napoleon verbündete sächsische König Friedrich August das Amt Gommern den Franzosen, die es als Kanton in ihr Königreich Westfalen eingliederten.

Doch bereits fünf Jahre später, am 30. April 1813, eroberten preußische Truppen das Gebiet. Fortan gehörte nun auch Wallwitz zum preußischen Königreich und wurde mit der Verwaltungsreform von 1815 dem Kreis Jerichow I mit der Kreisstadt Burg zugeordnet. Da die im 19. Jahrhundert errichteten Chausseen und Eisenbahnstrecken Wallwitz nicht direkt berührten, blieb der Ort weiterhin eng mit der Landwirtschaft verbunden. Um 1910 lebten 236 Menschen im Ort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich Flüchtlinge aus den verlorenen deutschen Ostgebieten in Wallwitz nieder. Dadurch entstand mit der Friedensstraße ein neuer Straßenzug. Mit der DDR-Gebietsreform kam der Ort 1952 in den neugebildeten Kreis Burg. Zur Verbesserung der sozialistischen Großfelderwirtschaft wurde Anfang der 1960er Jahre der in der Gemarkung Wallwitz verlaufende Fluss Ehle im großen Umfang begradigt. Im Jahre 1964 wurden in Wallwitz 339 Einwohner registriert. Nach der durch die deutsche Wiedervereinigung bedingten Gebietsreform kam der Ort in den Landkreis Jerichower Land.

Kommunale Selbstverwaltung

Wallwitz wird durch einen neunköpfigen Gemeinderat geleitet, dem auch der Bürgermeister angehört. Das Bürgermeisteramt wird ehrenamtlich versehen. Der derzeitige parteilose Bürgermeister Hans-Joachim Sens wurde erstmals am 6. Mai 2001 gewählt und erhielt dabei 85,9 Prozent der Wählerstimmen. Seit dem 1. Januar 2005 gehört Wallwitz zur Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Fläming.

Sehenswürdigkeiten

Die evangelische St.-Timothei-Kirche ist ein spätromanischer Bau, bestehend aus dem Kirchenschiff, einem etwas schmaleren Altarraum und einer vieleckigen Apsis. Über dem westlichen Giebel wurde ein Dachreiter in Fachwerkbauweise errichtet. Die Außenmauern sind aus Bruchsteinen gemauert, wobei in der Nordmauer noch die romanischen Fenster vorhanden sind. Der Innenraum wird durch eine flache Holzdecke abgeschlossen, die mit historistischen Malereien versehen ist. Eine auf Renaissancepfeilern ruhende L-förmige Empore verläuft an der Nord- und Westwand. Der noch aus der romanischen Zeit stammende Taufstein ist das älteste Inventarstück der Kirche neben dem holzgeschnitzten Altarschrein, der aus Anfang des 16. Jahrhunderts stammt. Im 19. Jahrhundert wurden an der Kirche umfangreiche Umbauten vorgenommen.




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Informationsportal über Wallwitz in Sachsen-Anhalt - 26.5.2012