
|
Wassenberg ist eine Stadt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, direkt an der Grenze zu den Niederlanden, etwa 15 km von Roermond und etwa 25 km von Mönchengladbach entfernt. GeografieLandschaftDie Niederung der Rur liegt in einer Höhe von 32 bis 40 m über NN. Am östlichen Rand steigt die Wassenberger Terrasse mit einem Steilrand von 40 bis 50 m über das Rurtal an, zergliedert von zahlreichen Tälern, das Wassenberger Riedelland, ein Abschnitt dieser Landschaft bei dem Ortsteil Myhl wird auch Myhler Schweiz genannt. NaturparkWassenberg liegt im internationalen Naturpark Maas-Schwalm-Nette. Gewässer
GeologieDer Wassenberger Horst liegt am östlichen Rand des Rurgrabens, im Osten begrenzt der Horst die Venloer Scholle. Diese Verwerfungen bildeten sich im Tertiär. Im Untergrund des Horstes liegen Flöze der Steinkohle aus dem Karbon. Der Steinkohlebergbau der Zeche Sophia-Jacoba, die ihren Sitz in Hückelhoven hatte, ist inzwischen eingestellt. Die Innenstadt von Wassenberg ist aber noch immer von Bergschäden, verursacht durch die ehemaligen Stollen, betroffen. Im Rurtal existieren quartäre Sand- und Kiesvorkommen, die im Grundwasserbereich in Baggerseen abgebaggert werden. StadtgliederungDie Stadt in ihrer heutigen Form ist durch die kommunale Neugliederung 1972 entstanden mit den Ortsteilen:
GeschichteWassenberg wurde im Jahre 1020 erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg Wassenberg besteht allerdings schon deutlich länger; der Vorgängerbau war vermutlich eine römische Wehranlage. Schon 1273 erhielt Wassenberg Stadtrechte, die 1972 bei der kommunalen Neugliederung bestätigt wurden. MittelalterDie Kaiserschlacht bei WassenbergIm März 1196 verkündete Heinrich VI. den sogenannten „Erbreichsplan”, mit dem er versuchte, das geltende Wahlkönigtum in ein Erbkönigtum umzuwandeln. Sein Plan scheiterte am Widerstand vieler bedeutender Reichsfürsten und führte nach seinem Tode schließlich zur Doppelwahl des Jahres 1198, als deren Folge sowohl der Staufer Philipp von Schwaben als auch der Welfe Otto IV. zum deutschen König ausgerufen wurden - es kam zum Deutschen Thronstreit. Im Jahre 1206 bekämpfen sich die beiden Kontrahenten in einer Schlacht in der Rurniederung bei Wassenberg. Ottos Heer wurde geschlagen und Wassenberg von den Truppen Philipps geplündert und verwüstet. NeuzeitIm 16. Jahrhundert boten der Anbau von Flachs und Färberwaid eine wichtige Erwerbsquellle. Bis zum frühen 19. Jahrhundert prägte die Dachziegelherstellung sowie noch bis in das 20. Jahrhundert die Webereien das Wirtschaftsleben. 1911 erhielt Wassenberg mit der Eröffnung der Bahnstrecke Jülich–Dalheim einen Eisenbahnanschluss. 1980 wurde der Personenverkehr endgültig eingestellt. OrtsnecknameVon den Einwohnern der Nachbarorte bekamen die Wassenberger den Ortsnecknamen „Schietschörjer”. Dieser Name bezieht sich darauf, dass die Gärten der Wassenberger vor der Stadtmauer gelegen waren und ihre Besitzer daher gezwungen waren, den "Dünger" mit der Schubkarre hierhin zu befördern. Weltkriege und NationalsozialismusAm Vormittag des 10. Novembers 1938 wurde die Wassenberger Synagoge in Folge der Reichspogromnacht in Brand gesetzt. Nachkriegsentwicklung1978 begann die Zeche Sophia-Jacoba die Steinkohlevorkommen unter dem Ort über eine Schachtanlage im Birgelner Wald zu erschließen. ReligionIm Wassenberger Stadtgebiet gibt es folgende kirchlichen Gemeinden: Katholische Pfarrgemeinden
Im Stadtgebiet liegen auch zwei regional sehr bekannte Wallfahrtsorte:
Evangelische Kirchengemeinde Wassenberg–DalheimZur evangelischen Kirchengemeinde gehören in Wassenberg zwei Kirchengebäude:
Adventgemeindeeine evangelische Freikirche im Stadtteil Myhl Jüdische GemeindeDie jüdische Gemeinde Wassenbergs war eine der vier ältesten Gemeinden am Niederrhein und wurde bereits im Jahre 1500 urkundlich erwähnt. Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerkeÜber der Stadt steht deutlich sichtbar der Bergfried von 1420, darunter die Burg Wassenberg und die Propsteikirche St. Georg. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind das Roßtor, der Verlorenenturm, ein Wehrturm sowie Teile der Stadtmauer erhalten geblieben. Im alten Stadtkern befindet sich die evangelische Hofkirche von 1652, die gemäß dem Friedensvertrag von 1648 im Hinterhof eines Hauses an der Roermonder Straße errichtet wurde. Zwischen Birgelen und Effeld liegt, umgeben von einem alten Baumbestand, das Wasserschloss Elsum. Das Herrenhaus stammt aus dem 15. bis 16. Jahrhundert, die Vorburg aus dem Jahre 1714. Westlich von Effeld liegt das aus dem 15. Jahrhundert stammende Wasserschloss Effeld, das 1606 zur heutigen Gestalt umgebaut wurde. Beide Schloßanlagen befinden sich in Privatbesitz. Die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Maria Himmelfahrt in Ophoven wurde um 1200 gegründet, und war ursprünglich die Kirche des Zisterzienserklosters. Das Birgelener Pützchen, im Wald zwischen Birgelen und Wassenberg gelegen, wurde 1795 als steinernes Bethaus über einem Brunnen (Pütz) errichtet. Der achteckige Altarraum wurde 1933 erbaut. Im Nordwesten von Effeld liegen Hügelgräber. VereineMusik
Sport
Parks
Regelmäßige Veranstaltungen
Kulinarische Spezialitäten
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrStraßenverkehrWassenberg ist über die Landstraße L117 mit der Anschlussstelle „Hückelhoven-West / Wassenberg” der Bundesautobahn 46 (Heinsberg–Düsseldorf) verbunden. Auch die Bundesstraße B221 durchzieht das Stadtgebiet. SchienenverkehrSeit 1911 besaß Wassenberg einen eigenen Bahnhof an der Strecke Dalheim - Wassenberg - Ratheim - Hückelhoven - Baal, die 1980 als „unrentabel” bezeichnet und stillgelegt worden ist. Im Wassenberger Bereich wurden dabei die Gleise entfernt und die Trasse 2006 sogar zugeschüttet; dennoch sieht der Aachener Verkehrsverbund in seinem Zielkonzept 2013 eine Reaktivierung der Strecke (Wassenberg) - Ratheim - Baal vor. Diesen Plänen steht allerdings die Absicht der Stadt Hückelhoven gegenüber, die Strecke zum Bau einer Ortsumgehung teilweise zu überbauen, was eine spätere Reaktivierung verteuern würde. siehe auch : Eisenbahn im Kreis Heinsberg Bildung
Persönlichkeiten
SonstigesNaherholungsgebieteEffelder Waldsee, Rad- und Wanderwege an der Peripherie zu den Niederlanden, u.a. 1,5 km zur Gitstapper Molen (Wassermühle, zwei Ausflugslokale). Literatur
Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
