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Die Wedemark ist eine Gemeinde in der Region Hannover, Niedersachsen mit dem Verwaltungssitz im Ortsteil Mellendorf. Wedemark ist eine historische Landschaftsbezeichnung für das Gebiet. Die Gemeinde gilt als vornehme Wohnregion und liegt im nördlichen Einzugsbereich der Landeshauptstadt Hannover. Sie belegt beim durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen in Niedersachsen einen Platz unter den ersten drei und gilt als eine der attraktivsten Wohnstandortgemeinden in Niedersachsen. Bestehend aus einigen Dörfern (Ortsteilen), die durch gute Verkehrserschließung S-Bahn Hannover, Nähe zu den Autobahnen A2 und A7 und gute Naherholungsmöglichkeiten (Nähe zur Lüneburger Heide, relativ schnelle Erreichbarkeit von Harz und Nordsee/Ostsee) eine hohe Attraktivität besitzt. GeographieDie Wedemark grenzt an Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen, Garbsen und Neustadt am Rübenberge sowie an Lindwedel (Landkreis Soltau-Fallingbostel) und Wietze (Landkreis Celle) (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten). StadtgliederungDie Wedemark gliedert sich in die Ortsteile
Ortsteil MellendorfDer Verwaltungssitz der Wedemark liegt im Ortsteil Mellendorf. Der Ort wird 1225 als Mellingedorpe erstmals urkundlich genannt. Den Siedlungskern bildete ein Meierhof, den die „Herren von Melliendorff” bewirtschafteten. Eine zweite Siedlung lag am Jürmerhof, den man später mit Mellendorf vereinigte. Mit 128 Einwohnern im Jahre 1823 behielt Mellendorf seinen bäuerlichen Charakter. Die Einwohnerzahl Mellendorfs war von 1895 bis 1939 von 604 auf 1.121 gestiegen. Mit dem Bau des Autobahnabschnitts Berkhof–Gailhof–Altwarmbüchen der BAB 7 1960 hatten die Wedemarker Gemeinden einen direkten Anschluss an das überregionale Straßennetz erhalten. Mellendorf verlor seinen bäuerlichen Charakter. Es entwickelte sich zum regionalen Zentrum für gewerbliche und industrielle Unternehmen sowie zahlreicher Schulen (Volkshochschule). Nachdem Neubaugebiete 1975 entstanden waren, stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde Wedemark von 1969 bis 1980 von 4.108 auf 5.534. Die rege Bautätigkeit begünstigte hier den Zuzug von Familien aus der gesamten Bundesrepublik. WirtschaftUm die Jahrhundertwende hatte man in Mellendorf Sand und Kies gefördert, der im benachbarten Hannover verkauft wurde. 1925 ließ sich im Ort ein Emaillierwerk nieder. Eine Kartonagen- und Elektronikfirma sowie zahlreiche mittelständische Einzelhandelsbetriebe boten damals Arbeitsplätze an. Durch die überaus rege Bautätigkeit gewann vorübergehend die Sand- und Kiesförderung wieder an Bedeutung. Die Gemeinde Wedemark ist heute nicht nur Industrie- und Gewerbestandort, sondern auch Wohngemeinde in unmittelbarer Nähe zum Industriezentrum Hannover. Spezialisierte Firmen mit z. T. europäischer Marktgeltung haben hier ihren Sitz. Das bekannteste Unternehmen mit Sitz in der Wedemark ist heute Audiotechnikhersteller Sennheiser. SportDas Mellendorfer Eisstadion „Icehouse” gilt als der Ursprung der in der Deutschen Eishockey-Liga etablierten Eishockeymannschaft Hannover Scorpions unter der Federführung des ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten Jochen Haselbacher. Bekanntester Eishockeyprofi ist Leonard Soccio. Heute spielt der EC Wedemark Farmers in der Verbandsliga Nord-Ost. Mehrere hundert Zuschauer besuchen regelmäßig die Spiele. Wedemark ist Sitz des Bundesverbandes für klassisch-barocke Reiterei Deutschland e. V.. Bauwerke
GeschichteMittelalterDie heutige Gemeinde Wedemark ist durch den freiwilligen Zusammenschluss mehrerer Siedlungen für gegenseitige Schutz- und Hilfeleistung entstanden. Der Name „Wedemark”, der auf eine „Mark”, einen Grenzbereich hinweist, geht auf die Adelsfamilie der Billunger zurück, die zwischen 950 und 1106 in den sächsischen Gauen herrschte. Mitte des 16. Jahrhunderts hatte man im östlichen Teil der Wedemark die Amtsvogtei Bissendorf eingerichtet. Sie und die Amtsvogtei Burgwedel unterstanden der herzoglichen Vogtei in Celle. In Brelingen, auf dem Brelinger Berg und in Mellendorf hielten die herzoglichen Vögte Gericht. Die Lüneburger Amtsvogtei Bissendorf grenzte im Süden und Westen an das Fürstentum Calenberg; hier an das Amt Langenhagen sowie an die Ämter Ricklingen und Neustadt am Rübenberge. Im Norden und Osten lagen die Vogteien Burgwedel, Essel und Winsen. Die Wietze bildete die natürliche Grenze zwischen den Amtsvogteien Bissendorf und Burgwedel sowie zwischen den Bistümern Minden und Hildesheim. Wirtschaft und LandwirtschaftLandwirtschaftlich war der sandige, moorige und sumpfige Boden (Bissendorfer Moor) um Mellendorf kaum ertragreich. Nur anspruchsloser Buchweizen konnte angebaut werden. Pferde-, Ochsen- und Honighandel waren Erwerbsgrundlage. Im Jahre 1854 errichtete man in Mellendorf eine Windmühle; Wind- und Wassermühlen prägten im 19. Jahrhundert das Landschaftsbild der Wedemark. Am Mellendorfer „Lönssee” war eine Ziegelei aufgebaut worden, die den hier lagernden Ton verarbeitete. Die Wirtschaftsentwicklung der strukturschwachen Wedemark begann mit der Anlage der Eisenbahnstrecke Langenhagen–Schwarmstedt, die 1889 in die Flurräume von Bissendorf und Mellendorf gelegt wurde. Zwei Jahre später legte man die Bahnhöfe in Bissendorf, Mellendorf, Bennemühlen, Lindwedel und Hope an. Kirchengeschichte
VerwaltungszugehörigkeitMit dem Gesetz zur Bildung des „Großraumes Hannover” von 1962 gliederte man den Landkreis Burgdorf, zu dem seinerzeit die heutigen Wedemarker Ortsteile gehörten, in diesen Zweckverband ein. Durch das „Hannover-Gesetz”, eine Gebietsreform vom 1. März 1974, wurden die vorher 16 selbständigen Gemeinden (Auflistung siehe Stadtgliederung) zur Gemeinde Wedemark zusammengefasst, die seither deren 16 Ortsteile bilden. Der Name „Wedemark” wurde gewählt, weil es eine historische und naturräumliche Landschaftsbezeichnung ist, in der die Ortsteile liegen. Ein gleichnamiger Ort existiert nicht. Als Verwaltungszentrum wurde das zentral gelegene Mellendorf bestimmt. Seit dem 1. Januar 2005 gehört die Wedemark zur Region Hannover. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
