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Die Gemeinde Weeze liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal. GeografieGemeindegebietDas Gemeindegebiet Weezes hat eine Gesamtfläche von 79,49 km² mit einem Waldflächenanteil von 19 km². In Weeze wohnen 10.404 Einwohner. Die Gemeinde Weeze gliedert sich in den Ortsteil Weeze, den Ortsteil Wemb, den Ortsteil Laarbruch mit dem Flughafen Niederrhein sowie in 16 Bauernschaften. Nachbargemeinden/-städteDie Gemeinde Weeze grenzt im Norden an die Stadt Goch und die Gemeinde Uedem, im Süden an die Stadt Kevelaer sowie im Westen an die Gemeinde Bergen (Provinz Limburg, NL). WappenDer Gemeinde Weeze ist mit Urkunde des Preußischen Staatsministeriums vom 26. April 1928 das Recht verliehen worden, ein Wappen zu führen. Im Wappenschild der Gemeinde nimmt die Gestalt des Ortspatrons und des Patrons der katholischen Kirche St. Cyriakus mit Buch und Palme die linke Hälfte auf blauem Hintergrund ein. Die obere rechte Hälfte zeigt einen schwarzen Drachenkopf auf goldenem Grund, die untere rechte Hälfte auf weißem Grund einen grünen Zweig mit fünf Rosen (Geldrische Rosen/Mispelblüten) und fünf Blättern. Der Zweig und die Blätter sind in grün, die Rosen in rot dargestellt. Das Wappen ist bereits auf dem Weezer Schöffensiegel von 1460 zu sehen. Die Rosen verweisen auf die Zugehörigkeit zum früheren Herzogtum Geldern. GeschichteDie Geschichte Weezes reicht weit zurück. Einzelne Zeugnisse der frühesten Besiedlung dieses Raumes reichen bis in die Alt-/Mittelsteinzeit zurück. Aus den folgenden Epochen stammen ein Gräberfeld mit etwa 1000 Hügeln im Bereich Kalbeck, die berühmte Kupferaxt aus Baal, Siedlungsfunde aus der Hees, Reste der Römerstraße Köln-Nimwegen und ein bedeutender römischer Silbermünzfund. Aus der Zeit um 700/800 n. Chr. sind fränkische Gräberfelder unmittelbar im Ortskern nachweisbar. Der erste urkundliche Nachweis, der sich auf einen Teil des heutigen Gemeindegebietes bezieht, stammt aus dem Jahre 855 n. Chr. , als König Lothar II. dem Pfalzgrafen Ansfried den Höfekomplex "Villa Geizefurt" östlich der Niers, schwerpunktmäßig im Gebiet der heutigen Bauernschaft Kalbeck, als Schenkung übertrug. Auch wenn die Besiedlung Weezes älter ist, wird der Ortsname erstmals urkundlich 1226 genannt, als der Herr zu Alpen, Heinrich III., dem Zisterzienserkloster Kamp einen Hof in der Weezer Bauernschaft Vornick schenkte. Die gemeindliche Entwicklung erlitt den schwersten Eingriff durch den Zweiten Weltkrieg, als 80 Prozent des Weezer Ortskerns zerstört wurden. Doch die Bevölkerung schaffte durch handwerkliches Können und großen Fleiß den Wiederaufbau. Die zerstörten Häuser wurden in den 50er und 60er Jahren wieder aufgebaut. Die städtebauliche Entwicklung wurde kontinuierlich fortgesetzt, deren Höhepunkt die Ortskernsanierung war. Heute ist der Ortskern das Forum für Veranstaltungen unterschiedlicher Art wie Kirmes, Weihnachtsmärkte, Straßenpartys und anderes mehr. Wer den Weezer Ortsteil Wemb im Grenzgebiet zu den Niederlanden besucht, seine schmucken Häuser, die weiten Felder und Weiden sieht, vermag sich kaum vorzustellen, dass dort vor nicht allzu langer Zeit Sumpf und Ödland vorherrschten. Doch Wemb mit etwa 983 Einwohnern ist ein sehr attraktiver Ortsteil der Gemeinde Weeze geworden. Der Charakter des Ortsteiles wird immer noch von der Landwirtschaft geprägt. Man darf von einem ländlichen Idyll in Wemb sprechen. Herzstück und Mittelpunkt des ruhigen Ortsteils Wemb ist die 1889 bis 1893 erbaute dreischiffige Pfarrkirche "Heilig Kreuz", ein kunstvoller Backsteinbau. Wertvolle Kunstgegenstände, die aus dem von den Franzosen im Jahre 1802 säkularisierten alten Weezer Kloster "Marienwater" stammen, sind in ihr beherbergt. Die Geschichte und die Gegenwart sind in Wemb überall spürbar. Im Schatten einer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichteten Windmühle steht das neue Platzhaus auf der gemeindlichen Sportanlage. Das Vereinsleben ist in Wemb von besonderer Bedeutung. Die Veranstaltungen sind mittlerweile so vielfältig, dass ein neues Bürgerhaus gebaut werden musste. Die Bauarbeiten wurden 1992 abgeschlossen. Das Bürgerhaus findet heute bei Vereinen und Jugendgruppen aus der näheren und weiteren Umgebung sehr hohen Zuspruch. Das Gebiet des Baaler Bruches entlang der niederländischen Grenze war wegen seiner tiefen Lage so versumpft, dass dort nur Gestrüpp, Sumpfheide und sauere, unbrauchbare Gräser wuchsen. Die Entwässerung und Kultivierung dieses Sumplandes erfolgten aufgrund eines Meliorationsprojektes, und es entstanden fruchtbare Äcker und gutes Weideland. Verdienstvollen Anteil daran hatten die Arbeiter von der katholischen Arbeiterkolonie St. Petrusheim, das im Jahre 1902 in Baal errichtet wurde. St. Petrusheim gibt heute noch hilfsbedürftigen Personen, die ohne Arbeit, ohne Wohnung und ohne tragfähige soziale Beziehungen sind, Unterkunft, Verpflegung und Arbeit. Unweit des St. Petrusheimes liegt die ehemalige Baaler Dorfschule, die renoviert und den modernen Nutzungsbedürfnissen unserer Zeit angepasst wurde. Die Begegnungsstätte Baal steht heute allen örtlichen Vereinen und auswärtigen Jugendgruppen zur Verfügung, die in der niederrheinischen Weite des Baaler Bruches Ruhe und Erholung finden wollen. Öffentliche InfrastrukturBildungseinrichtungen4 Kindergärten; 2 Grundschulen; Johannes-Hauptschule; Spiel- und Lernstube; Volkshochschulzweckverband Goch-Kevelaer-Uedem-Weeze, Gesamtschulzweckverband Goch-Uedem-Weeze, Schule von 8 bis 1 /13+. Betreuungseinrichtungen1 integrative Kindertagesstätte; Wohnhaus der „Lebenshilfe” für Schwerbehinderte; Jugendtreff „Wellenbrecher”; Petrusheim; Altenheim Clemenshaus; Theresienstift; Altentagesstätten; Sozialstation des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Freizeit- und Sportanlagen5 Sportplätze; 2 Turn- und Sporthallen; Tennisanlage; Reithalle; Schießsportanlagen; 16 Kinderspielplätze; Zeltplatz; Reisemobilstellplatz; Indoorkartbahn; 3 Paddelboot-Vermieter; Fahrradverleih; Rad- und Wanderwege; Nierswanderweg; Tierpark mit Waldlehrpfad und Streichelzoo; Wildschweingatter im Laarer Wald; Grillhütten. Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerkeMit der Ruine von Schloss Hertefeld im Ortskern von Weeze, Schloss Wissen und Schloss Kalbeck kann die Gemeinde gleich mit drei sehenswerten Schlossanlagen aufwarten: Schlossruine Hertefeld Schloss Wissen Schloss Kalbeck Auch das neu erbaute Schloss wurde durch einen Brand im Februar 1945 stark beschädigt, aber in der Nachkriegszeit teilweise wieder aufgebaut. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch ein Rosengarten nach barocken Vorbildern geschaffen, der bis 1997 an den ersten beiden Sonntagen im Juli im Rahmen der „Kalbecker Rosenschauen” für die Öffentlichkeit zugänglich war. Die jetzige Eigentümerin, Antoinette Freifrau von Elverfeldt-Ulm, lässt die komplette Anlage seit Mitte 2001 nach und nach renovieren.
Regelmäßige Veranstaltungen
StädtepartnerschaftenDie Partnerschaft zwischen der Gemeinde Weeze aus dem Kreis Kleve und der Stadt Watton von der Grafschaft Norfolk in Großbritannien wurde mit der Unterzeichnung und dem Austausch von Urkunden am 14. März 1987 offiziell begründet. Das Ziel der Partnerschaft - freundschaftliche Beziehung herzustellen und weiter zu entwickeln, alle gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere die Jugend aus Watton und Weeze zu ermutigen, sich gegenseitig zu besuchen, um die menschlichen, kulturellen und sportlichen Beziehungen zu pflegen und eine gemeinsame Heimat in einem vereinten Europa zu schaffen - wurde in der Partnerschaftsurkunde dokumentiert. In den Jahren danach haben viele offizielle und private Begegnungen, auch im kulturellen und sportlichen Bereich in Watton und Weeze stattgefunden. Die wichtigsten Ereignisse der letzten 17 Jahre: 14. März 1987: Offizielle Begründung der Partnerschaft und Austausch von Urkunden in Watton und Weeze 15. Februar 1987: Aufstellung eines Partnerschaftsschildes an der Kevelaerer Straße in Weeze 1988: Schüleraustausch in Weeze und Watton 1990: Mitglieder des Tambourcorps Weeze besuchen Watton August 1990: Die Weezer Flagge wird anlässlich eines Besuches in Watton vom Vorstand des Partnerschaftsvereins überreicht April 1991: Das Wattoner High School Orchester gibt in Weeze ein Konzert September 1991: Gemeinsamer Staffellauf TSV Weeze/Watton in Weeze 1992: Der Wattoner Partnerschaftsverein überreicht der Gemeinde Weeze die Wattoner Fahne 14. April 1992: Feierlichkeiten zum 5-jährigen Bestehen der Partnerschaft in Watton November 1993: Der Musikverein Wemb gibt ein Konzert in Watton 22. April 1994: Schülerbegegnung von Schülern der Johanneshauptschule Weeze mit Schülern der Wyland High School Watton in Weeze September 1994: Der Partnerschaftsverein Weeze ist festgebender Verein bei der gemeinsamen Weezer Kirmesfeier Januar 1995: Besuch von Weezer Ratsmitgliedern und des Gemeindedirektors in Watton zu den Jubiläumsveranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen aller kommunalen Verwaltungen im Vereinigten Königreich 25. Mai 1997: Feierlichkeiten aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Weeze-Watton in Weeze 30. März 2002: Besuch von Weezer Ratsmitgliedern und des Bürgermeisters zum 15-jährigen Bestehen der Partnerschaft in Watton (www.watton.norfolk.org.uk) 1. Mai 2003: Mitglieder des Partnerschaftsvereins fliegen erstmalig nach Weeze zur Eröffnung des neuen regionalen Flughafens „Airport Weeze” auf dem ehemaligen Gelände der RAF Laarbruch September 2004: Der Partnerschaftsverein Weeze feiert sein 20-jähriges Bestehen VerkehrDer Bahnhof Weeze liegt an der Linksniederrheinischen Strecke, auf der wochentags halbstündlich und am Wochenende stündlich der „Niers-Express” (RE 10) von Kleve über Krefeld nach Düsseldorf verkehrt. Die Strecke ist ab Krefeld in Richtung Kleve nicht elektrifiziert und ab Geldern eingleisig. Innerhalb des Stadtgebiets und in die angrenzenden Kommunen fahren eine Reihe von Buslinien. Weeze ist über die Bundesstraße 9 an die Bundesautobahn 57 (E 31) angebunden. Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Niederrhein in Weeze, an dessen Betreibergesellschaft die Gemeinde einen Besitzanteil von 0,5 Prozent hält, und der Flughafen Düsseldorf. Geschichte des Flughafens in Weeze 1954 Gründung des britischen Militärflughafen Weeze/Laarbruch. Die Royal Air Force stationierte hier u.a. Flugzeuge der Typen Tornado, Buccaneer und Harrier. 1993 Gründung der Flughafen Niederrhein GmbH. Träger sind staatliche Stellen. Die Gesellschaft erarbeitete Nutzungskonzepte für das Flughafenareal mit dem Ziel, Unternehmensansiedlungen und neue Arbeitsplätze zu schaffen, die den absehbaren Wegzug von 5.000 Militärangehörigen ausgleichen können. 1997 Das Nutzungskonzept „Euregionales Zentrum für Luftverkehr, Logistik und Gewerbe” wurde beschlossen, das Genehmigungsverfahren eröffnet. 1999 Nach 45 Jahren verließ die Royal Air Force am 30. November ihre Basis Weeze-Laarbruch. Über 400 zivile Arbeitsplätze gingen verloren. 2001 Eine niederländische Investorengruppe kaufte Laarbruch und übernahm das 620 Hektar große Areal. Am 20. Juni erteilte Verkehrsminister Ernst Schwanhold die luftrechtliche Genehmigung für den zivilen Flugbetrieb. 2002 Der Bau des neuen Passagierterminals und eines neuen Vorfeldes begann. Die Flugbetriebsanlagen wurden komplett renoviert und teilerneuert. Die Deutsche Flugsicherung richtete einen Tower ein. 2003 Am 1. Mai nahm der neue Flughafen Niederrhein den Linienverkehr auf. Die Billigfluglinie Ryanair flog drei mal täglich nach London. Bis zum 1. August wurden die Passagiere in einem provisorischen hergerichteten Hangar abgefertigt, dann wurde das neue, 15.000 m² große Terminal eröffnet. Im Oktober bekam der Flughafen seinen ersten Homecarrier: Die niederländische V-Bird stationierte drei Airbus A 320 und bot Billigflüge zu deutschen und europäischen Flughäfen an. Eine erfolgreiche Klage der Nachbargemeinde Bergen führte zu einer Einschränkung des Flugbetriebs am Wochenende. Nur kurze Zeit flog der niederländische Veranstalter Sudtours mit seinem Ferienflieger Dutchbird; die Vermarktung der Pauschalreisen nach Gran Canaria blieb ohne Erfolg. 2004 Am ersten Mai-Wochenende feierten 80.000 Besucher den ersten Geburtstag des Zivilflughafens. Wenig später wurde der 500.000. Passagier begrüßt. Der Flughafen erweiterte die Parkflächen auf 3.000 Parkplätze. Am 8. Oktober stellte V-Bird den Betrieb ein, Verhandlungen mit neuen Investoren waren gescheitert. Kurz darauf meldete die Gesellschaft Insolvenz an, im Voraus bezahlte Flugtickets von rund 4.000 V-Bird-Passagieren wurden wertlos. Rund 100 Beschäftigte verloren ihren Job am Flughafen. Ryanair erweiterte sein Flugangebot am Niederrhein. Neben London wurden zum Winterflugplan täglich auch Glasgow/Prestwick und Barcelona/Girona angeflogen. 2005 Ryanair erweiterte die Flugziele um Rom/Ciampino und Stockholm/Skavsta.
Söhne und Töchter der Gemeinde
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