Weilheim in Baden-Württemberg


Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Koordinaten: 48° 37′ N, 9° 32′ O
Höhe: 385 m ü. NN
Fläche: 26,51 km²
Einwohner: 9670
Bevölkerungsdichte: 365 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 73231–73235
Vorwahl: 07023
Kfz-Kennzeichen: ES (früher Nürtingen, NT)
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 070
Stadtgliederung: 3 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 6
73235 Weilheim
Webpräsenz: www.weilheim-teck.de
Bürgermeister: Hermann Bauer (parteilos)

Weilheim an der Teck, die schwäbische Zähringerstadt am Fuße der schwäbischen Alb, hat eine über 1200-jährige Geschichte. Sie gehört zum Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg.

Geografie

Weilheim liegt nördlich des Albtraufs und im Vorland der mittleren Schwäbischen Alb. Zu den Erhebungen gehört die markante Limburg (598 m ü. NN), der "Hausberg" von Weilheim, der Egelsberg (428 m ü. NN), welcher im Volksmund auch „Bürrle” (Bergchen) genannt wird, und der Tuchbleiche (390 m ü. NN). Auf dem östlich der Stadt befindlichen Albausläufer Wolfscherre (573 m ü. NN) befindet sich auf 480 m ü. NN ein Trinkwasserreservoir mit einem 4000 m² fassenden Hochbehälter. Ein weiterer Ausläufer der Alb ist der südöstlich gelegene Egenfirst (536 m ü. NN).

Der größte Bach, der mitten durch den Ort fließt, ist die Lindach. Sie entspringt in der Nähe der etwa 7 km entfernten Burgruine Reußenstein beim Nachbarort Neidlingen. Nach insgesamt etwa 15 km fließt sie im Stadtgebiet von Kirchheim unter Teck in die Lauter und mündet schließlich in Wendlingen am Neckar in den Neckar. Nebenbäche sind der Kohlesbach, der Schmiedbach und der Federnbach. Außerdem gibt es noch den Ehnisbach, der in den Windbach fließt, der über den Grießnaubach in Kirchheim-Nabern in die Lindach mündet. Ein weiterer Bach, der Lachenbach mündet in den Seebach, fließt nach Holzmaden in den Trinkbach und mündet schließlich ebenfalls in die Lauter.

Die außerstädische Gegend Weilheims ist durch das für das Albvorland typische Landschaftsbild geprägt und wird rege landwirtschaftlich genutzt: Äcker und Felder, Streuobstwiesen, Wiesen und, an den Hängen der Limburg, Weingärten. Daneben gehören einige Waldgebiete und Baumschulen zur Gemarkung.

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt besitzt Weilheim als einzigen Stadtteil den ca. 3,5 km südlich gelegenen Ort Hepsisau (ca. 750 Einwohner), welcher am 1. Januar 1972 eingemeindet wurde. Etwa 3,5 südöstlich des Stadtgebiets befindet sich der kleine Weiler Häringen. Weitere Weiler sind der östlich gelegene Reutenberg und der südöstlich gelegene Pfundhardt.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Weilheim an der Teck, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Esslingen bzw. zum Landkreis Göppingen¹: Holzmaden, Aichelberg¹, Gruibingen¹, Neidlingen, Bissingen an der Teck und Kirchheim unter Teck.

Geschichte

Funde aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit weisen auf eine sehr frühe Besiedlung des Weilheimer Raumes hin. Die älteste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich 769 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch. Von 1050 bis 1070 gründet der Herzog Berthold mit dem Bart aus dem Geschlecht der Zähringer die Burg Limburg und eine Probstei in Weilheim. Weilheim wurde für etwa 20 Jahre der Hauptsitz der Zähringer.

Im Jahre 1319 wurde Weilheim zur Stadt erhoben, befestigt und gewann durch das Marktrecht rasch an Bedeutung. 1334 wurde der Ort württembergisch. 1461 verwüstete ein Stadtbrand den Siedlungskern. 1489 wurde anstelle der Kirche von 1089, die Peterskirche mit ihrer reichhaltigen Ausstattung im spätgotischen Stil erbaut.

In den Jahren 1634 bis 1638 wütete die Pest in der Stadt, 1505 Personen sterben. 1647 wurde der Ort während des Dreißigjährigen Kriegs von schwedischen Truppen geplündert.

1777 entstand am Marktplatz das heutige Rathaus.

Ende des 19. Jahrhunderts setzte zögernd die industrielle Entwicklung ein. 1858 wurde die Post Kirchheim-Weilheim eingerichtet, 1884 entstand mit einer Weberei der erste größte Industriebetrieb und im Jahre 1908 wurde die Eisenbahnstrecke Kirchheim-Weilheim in Betrieb genommen (heute nicht mehr in Betrieb). Von 1922 bis 1924 entstand die städtische Wasserversorgung durch Wasserleitungen.

1934 bis 1937 wurde die nahe gelegene Autobahn A 8 gebaut. Von 1938 an gehörte Weilheim zum Landkreis Nürtingen, mit dem es 1973 im Landkreis Esslingen aufging. Im Jahre 1975 entstand eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Bissingen, Holzmaden, Neidlingen und Ohmden.

Eingemeindungen

  • 1. Januar 1972: Hepsisau

Politik

Bürgermeister

  • Georg Kandenwein
  • Hermann Bauer, 1972 bis heute (* 1945)

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 94,2 % ±0 17 Sitze ±0
SPD 5,8 % ±0 1 Sitz  ±0

Wappen

Blasonierung: Unter dem goldenen Schildhaupt, belegt mit einer liegenden, schwarzen Hirschstange, in Silber ein blauer Schlüssel.

Das Wappen ist seit etwa 1600 überliefert und in der jetzigen Form mindestens seit 1907 gültig. Die Hirschstange (halbes Geweih) weist auf die Zugehörigkeit der Stadt zu Württemberg hin. Der Schlüssel erinnert an das Symbol des Patrons St. Peter der Weilheimer Peterskirche. Die weiß-blaue Flagge wird mindestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts rechtens geführt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weilheim ist der südöstlichste Ausläufer des Anbaugebietes Württemberg, dessen Lage zur Großlage Hohenneuffen im Bereich Remstal-Stuttgart gehören.

Ansässige Unternehmen

  • Eurotramp liefert Trampoline in die ganze Welt auch für Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften.
  • Fischer, Erdarbeiten, überregional tätig
  • Die Wilhelm Kächele GmbH ist ein führender Hersteller von Spezialgummis (u. a. für Erdölförderung) und Gummi-Metall-Verbindungen.

Bildungseinrichtungen

Neben der Realschule und der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule gibts mit der Limburg-Schule auch noch eine reine Grundschule in der Stadt. Eine Förderschule rundet das Schulangebot ab. Der Besuch des Gymnasiums erfolgt in Kirchheim unter Teck. Für die Kleinsten gibt es fünf städtische Kindergärten, die Einrichtung "Freier Kindergarten Weilheim e. V." und den Waldkindergarten Weilheim e. V.

Freizeit- und Sportanlagen

  • Das Lindachstadion, Heimstätte des Turn- und Sportvereins Weilheim mit angrenzenden Tennis- und Fußballplätzen, einem Basketballfeld und einer Skateranlage.
  • Sportplatz Egelsberg (Bolzplatz)
  • Reitanlage (Egelsberg)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Die Peterskirche
  • Das Kapuzinerhaus
  • Das Bürgerhaus
  • Das Rathaus
  • Die Löwenscheuer

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Das Städtlesfest, jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli
  • Das Reiterfest
  • Das Dorffest in Hepsisau, jedes Jahr am ersten Sonntag im September

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Georg Kandenwein, ehemaliger Bürgermeister
  • Karl Gottlob Dreher, Rektor a.D.,(1886-1979), Autor des Heimatbuches "Weilheim/Teck, einst und jetzt", Band I+II

Söhne und Töchter der Stadt

  • 1864, 13. Juni, Richard Döcker, † 9. November 1968 in Stuttgart, deutscher Architekt

Sonstiges

Kulinarische Spezialitäten

In Weilheim und Umgebung wird – neben den für Schwaben obligatorischen Maultaschen und Spätzle – gerne der Bätscher gegessen. Der Bätscher ist ein pizzaähnliches Gebäck, das mit einer Sauerrahmmischung beschichtet und mit Kümmel und Speckstücken garniert wird. Vom Weilheimer Waldkindergarten e. V. gibt es seit diesem Jahr die Weilheimer Wald Wätscher. Dieser hat einen sehr dünnen Rand und der Teig wird nach einem Geheimrezept gefertigt. Belegt wird er mit einer Schmand-Sahne-Zwiebel und Speckmischung.

Literatur

  • Marstaller: Die Peterskirche in Weilheim. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, ISBN 3-8062-0436-5



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Informationsportal über Weilheim in Baden-Württemberg - 26.5.2012