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Weinstadt ist eine Stadt etwa 15 km östlich von Stuttgart in Baden-Württemberg. Die erst im Rahmen der Gebietsreform zum 1. Januar 1975 neu gebildete Gemeinde ist seit 9. März 1976 Stadt und seit 1. Januar 1979 Große Kreisstadt. Heute ist sie die sechstgrößte Stadt des Rems-Murr-Kreises und bildet ein Unterzentrum im Mittelbereich Waiblingen/Fellbach der Region Stuttgart. GeografieDas Stadtgebiet Weinstadts erstreckt sich zu beiden Seiten der Rems, die hier vom Remstal kommend in das Neckarbecken fließt, um bei Remseck am Neckar zu münden. Der Stadtteil Großheppach liegt nördlich des Flusses, die anderen Stadtteile südlich. Im Süden des Stadtgebiets ziehen sich die Weinberge an den Hängen der Ausläufer des Schurwaldes hoch. In allen Stadtteilen wird Weinbau betrieben, daher leitet sich der Name der Stadt ab. NachbargemeindenFolgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Weinstadt. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt: Kernen im Remstal, Waiblingen, Korb, Waiblingen (eine Exklave der Stadt), Remshalden und Winterbach (alle Rems-Murr-Kreis) sowie Baltmannsweiler und Aichwald (Landkreis Esslingen). StadtgliederungWeinstadt gliedert sich in die Stadtteile
Darüber hinaus gibt es weitere Wohngebiete bzw. Wohnplätze mit eigenem Namen, deren Grenzen zum Teil nicht festgelegt sind. Hierzu gehören Burg, Schönbühl und Benzach in Beutelsbach, Gundelsbach und Wolfshof (früher auch Pfahlbühlhof) in Großheppach sowie Baach und Saffrichhof in Schnait. Der hinter Großheppach liegende Ort Kleinheppach gehört zur Gemeinde Korb. RaumplanungWeinstadt, vor allem der Stadtteil Endersbach, bildet ein Unterzentrum für etwa 50.000 Einwohner im Mittelbereich Waiblingen/Fellbach der Region Stuttgart, deren Oberzentrum die Landeshauptstadt Stuttgart ist. Geschichte
Weinstadt entstand bei der Gemeindereform zum 1. Januar 1975 durch Vereinigung der vier ehemals selbstständigen Gemeinden Beutelsbach, Endersbach, Großheppach und Schnait. Bereits am 1. Januar 1973 war Strümpfelbach nach Endersbach eingemeindet worden. Daher gibt es auch heute noch fünf verschiedene Ortskerne, wobei die Stadtteile Beutelsbach und Endersbach inzwischen ein städtisches Gepräge haben. Die neu gebildete Gemeinde hatte bereits bei ihrer Gründung mehr als 20.000 Einwohner. Doch stellte die Gemeindeverwaltung erst 1978 den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1979 beschloss.
Die ehemaligen Gemeinden sind alte württembergische Orte, die eine lange Geschichte haben.
Bei der Kreisreform 1973 wurden alle fünf Gemeinden dem neu gebildeten Rems-Murr-Kreis zugeordnet, bevor sie sich 1975 zur neuen Gemeinde Weinstadt vereinigten. ReligionenInfolge der Zugehörigkeit zur Grafschaft bzw. zum Herzogtum Württemberg wurden in allen fünf heutigen Stadtteilen Weinstadt die Reformation eingeführt. Über Jahrhunderte waren die Orte fast ausschließlich protestantisch. Die fünf evangelischen Kirchengemeinden gehören wegen der früheren Zugehörigkeit der Gemeinden zu den Oberämtern Waiblingen und Schorndorf bis heute zu diesen beiden Dekanaten innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Endersbach, Großheppach und Strümpfelbach gehören zum Dekanat Waiblingen, Beutelsbach und Schnait gehören zum Dekanat Schorndorf. Durch Zuzug von Katholiken in der Zeit des Eisenbahnbaus aus Bayern und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden auch katholische Kirchengemeinden und eigene Kirchen. So wurden 1956 in Beutelsbach die Kirche St. Anna und in Endersbach die Kirche St. Andreas erbaut. Schnait erhielt 1971 seine eigene katholische Kirche Heilig Kreuz, wobei die Gemeindeglieder zur Pfarrei Beutelsbach gehören. Großheppach erhielt 1974 seine eigene katholische Kirche St. Stephanus, wobei die Gemeindeglieder – wie auch die Gemeindeglieder aus Strümpfelbach – zur Pfarrei Endersbach gehören. Alle Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Waiblingen, das zusammen mit dem Dekanat Backnang den Katholischen Dekanatsverband Rems-Murr innerhalb des Bistums Rottenburg-Stuttgart bildet. Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Weinstadt auch Freikirchen, wie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde e. V. (Baptisten), die Missionsgemeinde Weinstadt e. V. und das Christus-Zentrum Weinstadt. Ferner sind auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas in Weinstadt vertreten. EinwohnerentwicklungDie Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
¹ Volkszählungsergebnis PolitikGemeinderatDer Gemeinderat der Stadt Weinstadt hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 26 Mitglieder. Sie gehören folgenden Parteien an:
BürgermeisterAn der Spitze der Gemeinde Weinstadt stand zunächst der Bürgermeister. Mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. Januar 1979 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Er hat einen Beigeordneten als allgemeinen Stellvertreter, der die Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister” trägt. Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister:
WappenDas Wappen der Stadt Weinstadt zeigt unter goldenem Schildhaupt, darin eine liegende schwarze Hirschstange, in Schwarz eine goldene Traube. Die Stadtflagge ist gelb-schwarz. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde Weinstadt am 3. Mai 1976 vom Landratsamt Rems-Murr-Kreis verliehen. Die Weintraube symbolisiert den Weinbau, welcher der Gemeinde ihren Namen gab. Die württembergischen Hirschstangen deuten auf die lange Zugehörigkeit der Stadtteile zu Württemberg hin. StädtepartnerschaftenWeinstadt unterhält seit 1980 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Parthenay und seit 1990 mit der polnischen Stadt Miedzychod. Kultur und SehenswürdigkeitenKulturelle Veranstaltungen gibt es vor allem in den verschiedenen Hallen im Stadtgebiet, Halle Beutelsbach, Jahnhalle Endersbach, Prinz-Eugen-Halle Großheppach, Schnaiter Halle und Strümpfelbacher Halle. Ferner gibt es in Strümpfelbach die „Alte Kelter”, die als Veranstaltungsort genutzt werden kann. In den Weinbergen von Strümpfelbach gibt es einen Skulpturenpfad. 29 Skulpturen und Plastiken aus Bronze und Stein, Werke aus drei Künstlergenerationen, säumen den Skulpturenpfad durch die Strümpfelbacher Weinberge: Bronzearbeiten von Professor Fritz Nuss und dessen Sohn Karl Ulrich Nuss, sowie die Steinskulpturen von Christoph Traub, dem Enkel von Professor Fritz Nuss. Bei einem Spaziergang durch die Weinberge auf dem Skulpturen- und Weinlehrweg Schnait lassen sich die Steinskulpturen vom Schnaiter Hobbykünstler und Wengerter Ludwig Heeß betrachten, wie beispielsweise die Weinpresse, der Traubenwagen, die Skulpturen „Gölte” und „Ablässe”, der steinerne „Weintisch”, „Wengerterfrau” und „Traubenzuber”. Museen
BauwerkeDas bedeutendste Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt ist die Stiftskirche in Beutelsbach, die ehemalige Grablege des Hauses Württemberg. Die heutige Kirche wurde um 1522 erbaut, ist im Kern jedoch älter. Die Pfarrkirche in Endersbach entstand in spätgotischer Zeit. Das Schiff wurde 1730 barockisiert. Die Endersbacher Kirche ist eine ehemalige Wehrkirche, deren Schiff 1468 erbaut wurde. Chor und Sakristei stammen von 1491, der Turm wurde 1769 erbaut. Die Schnaiter Kirche ist im Vergleich verhältnismäßig jung. Sie wurde erst 1748 als so genannter „Emporensaal” erbaut. Die Pfarrkirche in Strümpfelbach ist eine spätgotische Chorturmanlage, die 1784 erweitert wurde. In Großheppach ist besonders das Schloss der Familie von Gaisberg sehenswert, dass eines der wenigen Schlösser in Baden-Württemberg ist, das sich noch im Privatbesitz befindet. Neben dem Großheppacher Schloss, ist auch das Schnaiter Schloss, dass von den Herren von Gaisberg gebaute wurde, für Fachwerkliebhaber ein sehr schönes Ausflugziel. Regelmäßige VeranstaltungenIm Weinstadt-Beutelsbach findet jährlich im Frühjahr der Frühjahrsmarkt und im Herbst der Kirbemarkt statt. Das Weindorf in Beutelsbach in der Zeit um den 1. Mai lockt Besucher aus nah und fern an. In Endersbach gibt es am zweiten Mittwoch im Mai den „Fensterblümlesmarkt”, im September das Weinfest mit Krämermarkt und im Dezember den Weihnachtsmarkt. In Schnait gibt es jährlich den Martinimarkt. In Großheppach gibt es im September bei der Häckermühle das Fest der 100 Weine. Besonders hervorzuheben ist die Nacht der Keller, bei der die verschiedenen Weingüter der Stadt ihre Weine in ihren Gewölbekellern präsentiert. In Strümpfelbach findet jährlich das dreitägige Kelterfest statt. Des Weiteren findet in zwei- bis dreijährigem Abstand das Bacchusfest statt, wobei sich die Ortsteile als Ausrichter reihum abwechseln. Im Mai bzw. Juni finden Weinproben in den Weinbergen von Großheppach bzw. Endersbach statt. Regional bekannt sind die Beutelsbacher Kirbe (im Oktober) und die Schnaiter Kirbe (im August). Wirtschaft und InfrastrukturDie Stadtteile Weinstadts lebten früher hauptsächlich vom Weinbau. Heute haben sich auch einige mittelständische Unternehmen niedergelassen. Darüber hinaus pendeln viele Arbeitnehmer in die umliegenden Städte, vor allem auch nach Waiblingen und Stuttgart. VerkehrDurch das Stadtgebiet führt die Bundesstraße B 29 Stuttgart–Schwäbisch Gmünd–Aalen. Weinstadt liegt an der Remsbahn Stuttgart–Aalen (–Nürnberg). Auf dieser Strecke verkehrt auch die S-Bahn Linie S2 (Schorndorf–Stuttgart–Flughafen–Filderstadt). Die folgenden Haltestellen liegen im Stadtgebiet von Weinstadt: Stetten-Beinstein, Endersbach und Beutelsbach. Innerhalb des Stadtgebiets verkehren mehrere Buslinien. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) zu benutzen. MedienÜber das Tagesgeschehen Weinstadts berichten als Tageszeitungen die „Waiblinger Kreiszeitung”. Das amtliche Mitteilungsblatt „Weinstadt Woche”, das wöchentlich erscheint, erhält jeder Haushalt kostenlos. Außerdem erscheint wöchentlich das „Blättle” (bzw. „s´Blättle”), in dem neben kirchlichen Terminen, Vereins- und anderen Veranstaltungen auch Berichte über (hauptsächlich kulturelle) Ereignisse der vergangenen Woche zu finden sind. Sowohl die „Weinstadt Woche” als auch „s´Blättle” werden kostenlos an alle Haushalte verteilt. Öffentliche EinrichtungenWeinstadt hat zwei Notariate in Beutelsbach. BildungIn Weinstadt gibt es ein Gymnasium (Remstal-Gymnasium), eine Realschule (Reinhold-Nägele-Realschule), eine Hauptschule mit Werkrealschule (Erich Kästner-Schule) und eine Förderschule (Vollmarschule), die sich im Bildungszentrum befinden. Ferner gibt es in jedem Stadtteil eine Grundschule, wobei die Schulen in Endersbach (Silcherschule) und Großheppach (Friedrich-Schiller-Schule) jeweils einen besonderen Namen tragen. Die beiden privaten Schulen, „Fachschule für Sozialpädagogik” und „Fachschule für Altenpflege” der „Großheppacher Schwesternschaft” runden das schulische Angebot in Weinstadt ab. Die Volkshochschule Unteres Remstal e. V. hat ihre Zweigstelle im Haus WABE in Weinstadt. PersönlichkeitenEhrenbürgerDie Stadt Weinstadt und ihre früheren Gemeinden haben unter anderem folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die hier gewirkt haben
Literatur
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