Weißensee in Thüringen


Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Koordinaten: 51° 11′ N, 11° 4′ O
Höhe: 143 m ü. NN
Fläche: 46,55 km²
Einwohner: 3770
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99631
Vorwahl: 036374
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 058
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 26
99631 Weißensee
Webpräsenz: www.landgrafenstadt.de
Bürgermeister: Peter Albach (CDU)

Weißensee ist eine Stadt im Landkreis Sömmerda im deutschen Bundesland Thüringen.

Geografie

Geografische Lage

Weißensee liegt im Thüringer Becken und ist umgeben von fruchtbarem Ackerland.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Sömmerda, Tunzenhausen, Wundersleben, Straußfurt, Gangloffsömmern, Greußen, Herrnschwende, Nausiß, Günstedt, Riethgen, Griefstedt.

Stadtgliederung

Die Dörfer Ottenhausen, Scherndorf und Waltersdorf gehören zur Stadt Weißensee

Geschichte

Von wirtschaftlicher Bedeutung für die Stadt war zum einen der nahegelegene See, zum anderen die fruchtbaren Ländereien.

Im 6. Jahrhundert wurde im heutigen Weißensee eine Wallanlage als Grenzbefestigung erbaut. Um 1100 errichtete man erste Steinbauten auf der alten Wallburganlage. Ab 1168 ließ die Ländgräfin Jutta Claricia v. Thüringen, eine Halbschwester von Kaiser Friedrich Barbarossa, die Runneburg von Weißensee zu einer Residenz der Landgrafen von Thüringen ausbauen. Erstmalig wurde der Ort und die Burg als „Wyssense” 1174 in einer Urkunde von Landgraf Ludwig III., dem Frommen v. Thüringen erwähnt. In den Blickpunkt deutscher Geschichte geriet Weißensee 1180, als Heinrich der Löwe in der Schlacht bei Weißensee den thüringischen Landgrafen Ludwig III. und seine Ritter besiegte. Nach dem hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg fielen die thüringischen Landesteile und somit auch Weißensee an Markgraf Heinrich III. v. Meißen. Die Wettiner Markgrafen weilten häufig und regelmäßig auf der Burg und in der Stadt. 1382 kam Weißensee wieder in den Besitz der Thüringer. Im Mai 1440 starb der letzte Landgraf von Thüringen, Friedrich IV., der Friedfertige auf der Runneburg zu Weißensee, die danach in den Besitz der Herzöge von Sachsen kam. Während des Bauernkrieges wurde [1525 den aufständischen Bauern der Einlass in die Stadt und die Burg verweigert. Von 1656 bis 1746 gehörten Weißensee und die Runneburg zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels. Nach dem Wiener Kongress kamen Stadt und Burg 1815 an das Königreich Preußen. Die Stadt wurde Verwaltungssitz für den preußischen Landkreis Weißensee.

1434 wurde in der damaligen Landgrafenstadt eine Statuta thaberna (Wirtshausgesetz) genannten Verordnung verfasst. Deren zwölfter Artikel legte unter anderem fest, dass zum Brauen lediglich Hopfen, Malz und Wasser zu verwenden sind. Für den Fall der Zuwiderhandlung werden zwei Mark Strafe und ein vierwöchiges Verbot, die Stadt zu betreten, angedroht. Aufgrund seiner Ähnlichkeit zum späteren bayerischen Reinheitsgebot wird dieses Schriftstück auch als Weißenseer Reinheitsgebot bezeichnet. Es wurde 1998 bei den Vorbereitungen für den 800. Jahrestag des Weißenseer Marktrechts im historischen Teil des Stadtarchivs gefunden, das sich in der mittelalterlichen Runneburg befindet, nachdem es über Jahrzehnte am Standort Wernigerode des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt deponiert worden war.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Runneburg

Regelmäßige Veranstaltungen

Kurz vor Weihnachten findet jährlich der traditionelle Weihnachtsmarkt statt. Jeweils am 3. Oktober findet der Cross der deutschen Einheit statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Neben vielen Mittelständischen und Kleinbetrieben gibt es im Gewerbegebiet einige größere Firmen wie z.B:

Muhr und Bender(mubea), König und Neurath, Büromöbelfabrikant; RC Umwelttechnik, fabriziert Teile für Windräder; Phönix Stahlhandel; TOTAL Tanklager Weißensee;

Verkehr

Weißensee liegt an der Bundesstraße 86 zwischen Straußfurt und Artern. Die Entfernung zur Bundesautobahn 71 beträgt 11 km. Weißensee liegt an der Eisenbahnlinie Straußfurt - Sömmerda.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Christian von Schreber (* 17. Januar 1739; † 10. Dezember 1810 in Erlangen) deutscher Mediziner und Naturforscher
  • Otto Posse (* 29. Juli 1847; † 13. November 1921 in Dresden) Archivar und Historiker
  • Uwe Weidemann (* 14. Juni 1963) Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Ludwig II., der Eiserne (* 1128; † 14. Oktober 1172 in Neuenburg bei Freyburg/Unstrut) Landgraf von Thüringen von 1140 bis 1172
  • Jutta Claricia von Thüringen (* ca.1133/1134; † 7. Juli 1191; auch Judith von Schwaben) Landgräfin
  • Ludwig III., genannt der Fromme oder der Milde (* 1151 oder 1152; † 16. Oktober 1190) Landgraf von Thüringen von 1172 bis 1190
  • Friedrich IV. der Friedfertige (*1385; † 4. Mai 1440 auf der Runneburg in Weißensee in Thüringen) Landgraf von Thüringen
  • Johann Jakob Leitzmann (*1798; † 1877) Pfarrer und Numismatiker, Herausgeber der ersten deutschen numismatischen Zeitung 1834 bis 1873
  • Oskar Brüsewitz (* 30. Mai 1929 in Willkischken, Memelland; † 22. August 1976 in Halle (Saale)) evangelischer Pfarrer

Literatur

  • Jörg Sauerbier: Ein Rundgang durch die Stadt Weissensee, ISBN: 3861890283
  • Michael Kirchschlager: Die Geschichte der Stadt Weissensee von den Anfängen bis zur Gegenwart, 2001, Hartmann, Günter, ISBN: 3932875184



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Informationsportal über Weißensee in Thüringen - 26.5.2012