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Wipperfürth ist eine Stadt im Oberbergischen Kreis im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) und älteste Stadt im Bergischen Land. GeographieGeographische LageWipperfürth liegt etwa 40 km nordöstlich von Köln, an der Wupper, welcher im Oberlauf östlich der Stadt als Wipper bezeichnet wird. NachbargemeindenAn die Stadt grenzen die Nachbargemeinden und Nachbarstädte Lindlar, Kürten, Wermelskirchen, Hückeswagen, Radevormwald, Halver, Kierspe und Marienheide.
StadtgliederungDie Stadt Wipperfürth gliedert sich in 8 Bezirke:
Ortschaften und Ortsteile
BevölkerungWipperfürth hat am 30. Juni 2006 exakt 24.062 Einwohner. Davon sind ca. 1.800 ausländische Einwohner (ca. 7,6 %). Die größten Gruppen bilden dabei türkische (ca. 600) und italienische Staatsbürger (ca. 400). Von den etwa 7.000 versicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern sind 45,7 % im Dienstleistungssektor, 53,6 % im produzierenden Gewerbe und 0,7 % in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Arbeitslosenquote beträgt für den Bereich der Arbeitsagenturgeschäftsstelle Wipperfürth (d.h. Gebiet der Städte Wipperfürth, Hückeswagen, Radevormwald) im März 2006 10,5 %. Einwohnerentwicklung(jeweils zum 31. Dezember)
¹ Zahlen einschließlich der ehemals selbständigen Gemeinden Klüppelberg und Wipperfeld. ReligionenLaut Institutionsschematismus 2005 des Erzbistums Köln leben in Wipperfürth 13.247 Katholiken. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von etwa 56 %. Eine erste evangelische Gemeinde bestand ab Beginn des 17. Jahrhunderts. Im Jahre 1610 erhielt sie einen Gottesdienstraum im Rathaus. Nach der Einnahme der Stadt durch die Spanier 1622 wurde den Protestanten die Ausübung des Gottesdienstes untersagt. Sie wichen daher nach Klaswipper und Rönsahl aus. Erst 1788 erhielten die Lutheraner Wipperfürths von der Regierung die Befugnis zur Religionsausübung. Es folgte die Gründung einer von Klaswipper eigenständigen Kirchengemeinde. 1793 wurde eine eigene Kirche am Marktplatz eingeweiht, die allerdings 1795 durch den großen Stadtbrand vernichtet wurde. Es folgte ein erneutes Ausweichen nach Klaswipper, wo 1837 die dortige im klassizistischem Stil errichtete Kirche eingeweiht wurde. Erst 1877 konnte im Hauptort die heutige Kirche am Markt eingeweiht werden. 1891 wurde die Wipperfürther Gemeinde von der Gemeinde in Klaswipper selbständig. Heute zählt die Evangelische Kirchengemeinde in Wipperfürth ca. 3.200 Mitglieder. Daneben besteht weiterhin eine eigenständige Kirchengemeinde in Klaswipper. Geschichte1131 bis zum 14. JahrhundertDie älteste urkundliche Erwähnung datiert von 1131. Im Siegburger Mirakelbuch wird der Ort bereits als Oppidum (=Stadt) bezeichnet. Schreibweise der Erstnennung: Weperevorthe. Zwischen 1217 und 1222 erhielt Wipperfürth die Stadtrechte. Die Verwaltung der Stadt wurde im Jahre 1283 von Graf Adolf V. geregelt. Schon 1275 gestattete König Rudolf von Habsburg dem Grafen, seine Münzstätte von Wildberg nach Wipperfürth zu verlegen. Hier wurden seitdem Pfennige nach Kölner Vorbild geprägt. Mit Privileg König Ludwigs des Bayern begann 1328 in Wipperfürth die erste Prägung von Groschen in Deutschland. Ab dem 14. Jahrhundert - Mitgliedschaft in der HanseSeit dem 14. Jahrhundert war die Stadt Mitglied der Hanse. Kaufleute der Stadt sind in Stockholm, Dorpat, Malmö, Nowgorod, Reval und Lübeck belegt. Das Stadtwappen von 1267 zeigt eine Kirche in zinnenbewehrter Mauer. Reste dieser Stadtmauer sind noch am Klosterberg und an der Einmündung Untere Straße - Hochstraße (Ellers Ecke) erhalten. Im Jahr 1404 wird Wipperfürth von den Kölner belagert und schließlich besetzt, von der ehemaligen Krakenburg werden die Häuser der Stadt in Brand gesetzt. Älteste Bauwerke der Stadt sind die dreischiffige romanische Pfarrkirche St. Nikolaus (um 1180) und der Marktbrunnen von 1331, der seine heutige Gestalt in der Renaissance erhielt. Die Entwicklung der Stadt wurde durch zahlreiche Stadtbrände behindert: 1333; 1352; 1368; 1383; 1404; 1412; 1465 (Siehe auch: Agathaberg); 1511; 1585; 1795. 1815 - 1918Der Wiener Kongress beschloss die Angliederung des Rheinlandes an Preußen. Im Bezug auf die Gemeinde- und Stadtgrenzen gab es keine Änderungen. Wipperfürth gehörte fortan als Kreisstadt des Kreises Wipperfürth zum Regierungsbezirk Köln. Der Kreis Wipperfürth enthielt das gesamte Gebiet des ehemaligen Kantons Lindlar mit den Kirchspielen Lindlar, Engelskirchen und Hohkeppel ohne das Kirchspiel Overath. Landräte des neuen Kreises waren Landrat Schumacher (1816-1845), Wiethaus (1846-1850), Kaiser (1850-1852) und Mersmann (1852-1855). Es folgte ein Streit der Gemeinde Lindlar mit der Stadt Wipperfürth, wo der Sitz des neuen Kreises angesiedelt werden solle. Erst 1896 wurde dieser Streit vom Minister endgültig beigelegt. Am 22. November 1876 bekam Wipperfürth seinen ersten Bahnanschluss, von Remscheid-Lennep über Hückeswagen führte die Wippertal-Bahn nach Wipperfürth. 1902 wurde diese Bahn bis Marienheide weitergeführt. Eine erste Postbusverbindung in Wipperfürth ist 1899 nach Lindlar eingerichtet worden. 1908 kam es wieder zu Auseinandersetzungen mit der Gemeinde Lindlar um die Einrichtung einer Winterschule. Der Rat der Gemeinde Lindlar vertrat die Meinung, dass Wipperfürth nicht als Ort in Frage käme da "Wipperfürth am äußersten Ende des Kreises liegt". 1909 versuchte ein Wipperfürther Landrat die Winterschule per Verfügung in Wipperfürth zu bauen, aus Protest legen sämtliche Gemeinderäte in Lindlar ihr Amt nieder. Die Schule wurde schließlich in Lindlar gebaut. Am 30. Juni 1910 wurde eine Eisenbahnverbindung zur Wuppertal-Bahn nach Anschlag eröffnet. Damit bestand ein Anschluss in die märkische Region zur Volmetalbahn. Ursprünglich sollte diese Linie zum Rhein hin nach Bergisch Gladbach weitergeführt werden, die Planung wurde aber nie umgesetzt. Vor dem ersten Weltkrieg war alternativ eine Weiterführung der Sülztalbahn (Köln–Lindlar) nach Wipperfürth geplant. Wegen des Ersten Weltkriegs wurde auch diese Bahn nicht gebaut. 1919–1945Am 5. März 1923 wurde Wipperfürth von französischen Dragonern besetzt. Landräte im Kreis Wipperfürth waren Dr. Wessel (1919-1924) zbd Huttrop (1924-1932). Am 1. Oktober 1932 wurden die Kreise Wipperfürth und Mülheim/Rhein als "Bergischer" und schließlich als "Rheinisch-Bergischer Kreis" mit Sitz in Köln-Mülheim vereinigt. Erster Landrat war Landrat Eberhard (1932-1933). 1927 werden die Pläne der Eisenbahnstrecke Wipperfürth - Lindlar zugunsten der Strecke Wipperfürth - Bergisch Gladbach fallen gelassen. Das Ende des Zweiten WeltkriegsAb Oktober 1944 wurden angesichts der näherrückenden Truppen der Alliierten so genannte "Volkssturmkompanien" aufgestellt. Vom 16. Februar 1945 bis zum 26. März 1945 wird auch Wipperfürth Ziel von Luftangriffen, wovon ein Ereignis besonders markant war: Am 22. März 1945 zerstört eine Fliegerbombe das Rathaus am Marktplatz und ein angrenzendes Hotel. Im April 1945 zerstören deutsche Truppen die Ohler Brücke, um den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten; NSDAP-Kreisleiter Aldingen aus Bergisch Gladbach erteilt dem Wipperfürther Bürgermeister und NDSAP-Ortsgruppenleiter Dr. Hankow den Befehl sämtliche Talsperren um Wipperfürth herum zu sprengen. Der Befehl wird aber nicht ausgeführt. Am 13. April 1945 rücken die US-Amerikaner von Egerpohl und Dohrgaul kommend in Wipperfürth ein. Am 7. Mai 1945 wird der von den Nationalsozialisten im Jahr 1933 aus dem Amt entfernte Bürgermeister Dr. Carl Graf wieder eingesetzt. ab 1945In Wipperfürth wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Durchgangslager für Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten eingerichtet. Täglich trafen etwa 1.000 bis 1800 Flüchtlinge ein. 1955 wurde erneut geplant die Landwirtschaftsschule, die 1910 in Lindlar errichtet worden war, nach Wipperfürth zu verlegen. Doch auch dieses scheiterte zunächst, 1971 wurde sie jedoch endgültig nach Wipperfürth verlegt. 1962 wurde in Wipperfürth eine Handelsschule errichtet. Der Berufsschulverband mit der Stadt Wipperfürth, dem Amt Engelskirchen, Amt Kürten, der Gemeinde Lindlar und der Gemeinde Klüppelberg wurde 1975 aufgelöst. Die Berufsschule wurde vom neuen Oberbergischen Kreis übernommen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung zum 1. Januar 1975 wurden die bisherige Stadt Wipperfürth mit wesentlichen Teilen der Gemeinden Klüppelberg und Wipperfeld zur neuen Stadt Wipperfürth vereinigt (§ 12 Abs. 1 Köln-Gesetz) und dem neu gegliederten Oberbergischen Kreis zugeschlagen (§ 25 Abs. 1 und 2 Köln-Gesetz). PolitikWappenIn Blau über beiderseits ansteigender silberner (weißer) Zinnenmauer mit einem dreizinnigen Torturm und geschlossenen schwarzen Tor schwebend eine dreitürmige silberne (weiße) Kirche in Seitenansicht; darüber ein silberner (weißer) Schild, darin ein zwiegeschwänzter, blau bekrönter, -bewehrter und –bezungter roter Löwe, oben überdeckt mit einem vierlätzigen schwarzen Turnierkragen. Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten(Siehe auch: Mühlen im Oberbergischen Land) Talsperren
Gebäude
Gebäude am MarktDer Marktplatz von Wipperfürth gilt mit seinem Gebäudeensemble als sehenswert. Er ist im Verhältnis zu benachbarten Städten gleicher Größenordnung auch aufgrund der Gastronomie relativ belebt.
Gebäude an der Wupper
KirchenMit Abstand die älteste Kirche von Wipperfürth ist die Pfarrkirche St. Nikolaus im Stadtzentrum. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Evangelische Kirche. Der Grundstein zum Kirchengebäude am Markt wurde am 26. April 1875 gelegt, die Einweihung erfolgte am 6. Juni 1877. Sie wurde an Stelle der ersten evangelischen Kirche erbaut, die beim Stadtbrand von 1795 zerstört wurde. Auf dem Klosterberg steht die Antoniuskirche aus dem Jahr 1674. Sie steht an der Stelle der ehemaligen Krakenburg und wurde als Klosterkirche und Teil der Klosteranlage erbaut. Weiter gibt es je eine katholischen Kirche in den umliegenden sieben Kirchdörfern Egen, Kreuzberg, Ohl, Agathaberg, Thier, Wipperfeld, Hämmern und in der Neye-Siedlung. In vielen umliegenden Dörfern findet man außerdem eine Kapelle, wie zum Beispiel in Vordermühle ParksDie Parkanlage verfügt über einen großen Rasenplatz, einen Aschenplatz und über einen großen Schotterplatz, auf dem diverse Veranstaltungen wie Kirmes, Zirkus oder auch der Florianstag der Feuerwehr stattfinden. Freizeit und SportDie Stadt verfügt über diverse Sportplätze, ein Stadion mit Rasenplatz, ein Hallenbad mit 25 Meter Bahnen incl. Sauna und Liegewiese, einen Flugplatz, Tennisplätze, Squashanlagen, Reitplätze und Kegelbahnen.
SportvereineIm Stadtsportverband Wipperfürth e.V sind über 30 Sportvereine organisiert.
Wirtschaft und InfrastrukturWährend der Industriellen Revolution entstanden mehrere Betriebe im Bereich der Textilindustrie. Das wichtigste Industrieunternehmen ist die 1904 gegründete Glühlampenfabrik Radium. Radium ist auch heute noch zusammen mit der Armaturenfabrik VOSS größter Arbeitgeber in Wipperfürth. Vorwiegend ist die elektrotechnische-, kunststoffverarbeitende-, metallverarbeitende- und papierverarbeitende Industrie hier ansässig. VerkehrBusverbindungen(VRS: Verkehrsverbund Rhein-Sieg, VRL: Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe, OVAG: Oberbergische Verkehrsgesellschaft AG, MVG: Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH, KWS: Kraftverkehr Wupper-Sieg AG)
Autobahnanschluss
BundesstraßenWipperfürth liegt im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 237 (Remscheid - Meinerzhagen) und B 506 (Köln-Wipperfürth). Die B 256 trifft aus Richtung Gummersbach in der Ortschaft Ohl auf die B 237. FlugplatzIm Ortsteil Neye an der Wupper gibt es einen Sonderlandeplatz, den Flugplatz Wipperfürth-Neye. EisenbahnBis in die 1980er Jahre hatte Wipperfürth einen Personenbahnhof an der Strecke Remscheid-Lennep - Hückeswagen - Wipperfürth - Marienheide. Auf Wipperfürther Gebiet lagen die Stationen Hämmern, Wipperfürth West, Wipperfürth, Wipperfürth Ost, Klaswipper, Egerpohl und Ohl-Rönsahl. Seit 1986 ist der Personenverkehr, seit 1996 der Gesamtverkehr stillgelegt. Die Strecke wurde größtenteils als Rad- und Fußweg ausgebaut, indem die Gleise entfernt und Feinsplitt aufgetragen wurde. Eine zweite Bahnlinie bestand bis 1960: Wipperfürth - Anschlag - Halver - Oberbrügge - Lüdenscheid. Hier gab es die Stationen Wasserfuhr und Kupferberg auf städtischem Gebiet. Öffentliche Einrichtungen
GesundheitswesenWipperfürth verfügt über das St. Josef Krankenhaus, dass die Grund- und Regelversorgung abdeckt. Das katholische Krankenhaus verfügt über 214 Betten und hat die Fachabteilugen Anästhesie, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin sowie eine Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Letztere wird von einem ortsansässigen Arzt mit Praxis in Wipperfürth wöchentlich betrieben. BildungDie Stadt hat insgesamt vier weiterführende Schulen. Das Städt. Engelbert-von-Berg-Gymnasium befindet sich an der Lüdenscheider Straße im Osten vom Stadtkern aus und das erzbischöfliche St.-Angela-Gymnasium auf dem Silberberg in gleicher Richtung. Die Realschule Wipperfürth und die Konrad-Adenauer-Hauptschule Wipperfürth liegen direkt nebeneinander auf dem Mühlenberg. Darüber hinaus gibt es eine berufsbildende Schule (Berufskolleg Oberberg), acht Grundschulen und zwei Sonderschulen. PersönlichkeitenEhrenbürger
In Wipperfürth geboren
Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
Weitere InformationsquellenLiteratur
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