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Würzburg ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken mit Sitz der Regierung von Unterfranken, des Bezirks Unterfranken und des Landratsamtes Würzburg. Gegenwärtig hat die Stadt am Main, die eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern ist, knapp 129.000 Einwohner (Stand: 31. März 2006) und steht damit hinter München, Nürnberg, Augsburg sowie Regensburg knapp vor Ingolstadt an fünfter Stelle unter den bayerischen Großstädten. Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Würzburg. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Frankfurt am Main, rund 120 Kilometer nordwestlich, Nürnberg 115 Kilometer südöstlich und Stuttgart 140 Kilometer südwestlich. Im Jahr 2004 konnte Würzburg sein 1300-jähriges Stadtjubiläum feiern. Die weltberühmte Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz wurde 1981 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. GeografieWürzburg liegt zu beiden Seiten des Mains im mittleren Maintal (Maindreieck). Die Stadt wird überragt von der Festung auf dem Marienberg auf der westlichen Höhe einer Muschelkalkplatte, in die sich der Main eingesenkt hat. Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Würzburg. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, genannt und gehören alle zum Landkreis Würzburg: Veitshöchheim, Güntersleben, Rimpar, Estenfeld, Rottendorf, Gerbrunn, Randersacker, Eibelstadt, Reichenberg, Eisingen, Höchberg, Waldbrunn, Waldbüttelbrunn und Zell am Main
StadtgliederungDie folgenden ehemals selbständigen Städte und Gemeinden wurden nach Würzburg eingemeindet:
Das Stadtgebiet von Würzburg ist heute in 13 Stadtbezirke eingeteilt, die sich weiter in insgesamt 25 Stadtteile gliedern. Die Stadtbezirke und Stadtteile sind fortlaufend nummeriert. Bei der folgenden Übersicht sind die Stadtteile mit ihren Nummern den 13 Stadtbezirken zugeordnet:
RaumplanungWürzburg ist das Oberzentrum der Planungsregion Würzburg, zu der die kreisfreie Stadt Würzburg und die Landkreise Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg gehören. Dem Oberzentrum Würzburg sind folgende Mittelzentren zugeordnet: Kitzingen, Karlstadt, Lohr am Main, Marktheidenfeld und Ochsenfurt. Klima
GeschichteFür die Zeit um 1000 v. Chr. ist eine keltische Fliehburg nachgewiesen. 689, noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung (1. Mai 704) erfolgte die Missionierung durch die iro-schottischen Mönche/Missionare Kilian, Kolonat und Totnan. Im Jahr 741 oder 742 wird die Gründung des Bistums Würzburg mit Bischof Burkard vermutet. Im 11. Jahrhundert gelangte eine Silbermünze aus Würzburg bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Das erste Ritterturnier auf deutschem Boden wurde im Jahr 1127 in der Stadt am Main ausgetragen.
EinwohnerentwicklungIm Jahre 1880 hatte Würzburg 50.000 Einwohner. 1934 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, wodurch es zur Großstadt wurde. Durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges verlor die Stadt zwischen 1939 (108.000 Einwohner) und 1945 (53.000 Einwohner) rund die Hälfte (55.000) ihrer Bewohner. 1957 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Ende Dezember 2004 lebten in Würzburg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 133.539 Menschen mit Hauptwohnsitz – historischer Höchststand. Mittlerweile (2007) ist die Einwohnerzahl wieder deutlich unter die Marke von 130.000 gefallen. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
¹ Volkszählungsergebnis ReligionChristentumWürzburg wurde 741/742 Sitz eines Bistums, das sich neben seinem geistlichen Gebiet bald auch ein weltliches Herrschaftsgebiet schaffen konnte (Fürstbistum ab 1168 beziehungsweise Hochstift Würzburg). Oberster Herr dieses Territoriums war der Bischof, später der Fürstbischof. Die Reformation konnte im Bistum zunächst Fuß fassen, wurde dann aber vor allem durch die Gegenreformation ab 1586 stark unterdrückt. Die Anhänger des Luthertums wurden aus der Stadt verbannt. Während der schwedischen Besatzung konnten die Protestanten vorübergehend wieder Fuß fassen. 1633 wurde ihnen für ein Jahr sogar der Dom zur Benutzung eingeräumt. Doch brachte erst das bayerische Religionsedikt von 1803 eine Gleichbehandlung beider Konfessionen. Im selben Jahr erhielten die Protestanten die Kirche des säkularisierten St.-Stephans-Klosters. Später wurden weitere Gemeinden gegründet. Alle Gemeinden gehören von Anfang an zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und sind Teil des Dekanats Würzburg innerhalb des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg. Heute haben auch verschiedene Freikirchen in Würzburg ihre Gemeinden gegründet; die meisten sind in der Evangelischen Allianz zusammengeschlossen. Das 1803 säkularisierte Fürstbistum Würzburg wurde 1821 als eigenständiges Bistum innerhalb der Kirchenprovinz Bamberg neu umschrieben. Innerhalb dieses Bistums gehören heute die Pfarrgemeinden der Stadt zu den Dekanaten Würzburg/Stadt, Würzburg links des Mains und Würzburg rechts des Mains. Jüdische GemeindeWürzburg ist Sitz einer alten jüdischen Gemeinde, die erstmals 1147 erwähnt wurde. Ihre Blütezeit hatte sie im 12. und 13. Jahrhundert. 1298, 1336/1337 und 1349 kam es zu Pogromen gegen die jüdischen Einwohner der Stadt und auch des Umlandes. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert wurden die Juden immer wieder aus der Stadt verwiesen. 1803 konnte sich nach mehr als 150 Jahren wieder eine jüdische Familie in Würzburg niederlassen. Am 2. August]1819 war Würzburg der Ausgangspunkt der Hep-Hep-Unruhen, die sich gegen jüdische Bürger richteten. Um 1900 erreichte die jüdische Gemeinde mit annähernd 2.500 Mitgliedern ihren höchsten Stand. Bei den Novemberpogromen 1938 starben in Würzburg mindestens vier Menschen. Im November 1941 begann die Deportation der verbliebenen Würzburger Juden in Konzentrationslager. Die jüdische Gemeinde hörte 1943 auf zu existieren. Bereits wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Würzburg eine neue jüdische Gemeinde gegründet, die im Jahr 1970 eine neue Synagoge erhielt. Bis zur Shoa gab es sieben Synagogen in Würzburg. Am 23. Oktober 2006 wurde nach fünfjähriger Bauzeit das neue jüdische Gemeinde- und Kulturzentrum eröffnet, das den Namen Shalom Europa trägt. Die Zahl der Gemeindemitglieder ist durch die so genannten Kontingentflüchtlinge auf ca. 1.100 gestiegen. Seit August 2001 gibt es wieder einen Rabbiner in Würzburg. IslamSeit 2005 wurde die Bait-ul-Aleem Moschee, als erste Moschee Würzburgs an der Edith-Stein-Straße eröffnet. Die Moschee wurde von der islamischen Ahmadiyya Muslim Jamaat gebaut. Somit haben auch die Muslime in Würzburg einen repräsentativen Sakralbau. Andere ReligionsgemeinschaftenWürzburg ist der Hauptsitz der Religionsgemeinschaft Universelles Leben. PolitikDie Stadt wurde schon von Anfang an vom Rat und vom Bürgermeister verwaltet. Der Rat ist seit 1256 bezeugt. An dessen Spitze stand der Schultheiß. Da Würzburg Bischofssitz war, gab es später einen so genannten „alten Rat” und einen „neuen Rat”. Der Alte Rat, auch Oberrat genannt, war die bischöfliche Aufsichtsbehörde, der neue Rat hatte kaum Befugnisse. Nach den Bauernkriegen wurden die bürgerlichen Freiheiten nahezu ganz eingeschränkt. Ein Denkmal in den Grünanlagen unterhalb der Residenz erinnert an die Bauernkriege. An der Spitze der Stadt stand fortan der vom Bischof eingesetzte Stadtschultheiß. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden der innere und der äußere Rat zu einem Kollegium vereinigt. 1818 erhielt die Stadt jedoch durch das Bayerische Gemeindeedikt wieder ihre Selbstverwaltung. An der Spitze der Stadt stand fortan der Erste Bürgermeister, der ab 1920 den Titel Oberbürgermeister erhielt. Die Stadtoberhäupter Würzburgs seit 1797
WappenDas Wappen der Stadt Würzburg zeigt in Schwarz eine schräg gestellte, eingekerbte, von Rot und Gold gevierte Fahne an silberner Lanzenstange. Die Stadtflagge ist Rot-Gelb mit aufgelegtem Wappen. Die Fahne als Ortswappen taucht seit dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts auf. Es handelt sich um die Fahne des alten Herzogtums Franken, jedoch in anderer Farbgebung. Ferner war die Fahne des Herzogtums nicht geviert. Seit 1570 wird die Fahne auch ausnahmslos in den Siegeln der Stadt verwendet. StädtepartnerschaftenDie Stadt Würzburg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
PatenschaftPatenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt und dem Kreis Trautenau (Tschechische Republik), seit 1956. SportWürzburg beheimatet den laut eigenbekunden größten Schwimmverein Europas – den SV Würzburg 05. Dessen Wasserballmannschaft ist fünfmaliger deutscher Meister und spielt derzeit in der deutschen Wasserball-Liga DWL (Saison 2006/2007). Mit Annika Lurz und Thomas Lurz stellt der SVW 05 derzeit zwei Ausnahmeathleten der deutschen Schwimmszene. Würzburg ist im Tischtennis durch die Müller Würzburger Hofbräu in der Tischtennis-Bundesliga vertreten. Die 1. Herren Mannschaft wurde am 19. Juni 2005 erstmals Deutscher Meister. Im Basketball ist der vormals langjährig in der 1. Bundesliga vertretene USC Mainfranken Baskets zu nennen, dessen Vorgängerverein, dem DJK Würzburg (XRays), unter anderem Dirk Nowitzki abstammt. Beim Fußball sind vor allem die traditionsreichen Rivalen Würzburger FV und Würzburger Kickers hervorzuheben, die beide bereits in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt haben. Alljährlich im Frühjahr locken zwei etablierte Laufveranstaltungen jeweils mehrere tausend Läufer in die Stadt. Der Residenzlauf findet regelmäßig im April statt und führt auf 10 Kilometern in vier Runden um die Würzburger Residenz. Im Mai findet der Würzburg-Marathon statt. Die Marathondistanz führt bislang in zwei Runden durch die Stadt. Zur Fußball-WM 2006 in Deutschland war Würzburg erfolgreicher Gastgeber des Nationalteams von Ghana. Wirtschaft und InfrastrukturDie Stadt ist hauptsächlich durch ihre Hochschulen, die Julius-Maximilians-Universität, die Musikhochschule und die Fachhochschule geprägt. Sie beschäftigen über 5.500 wissenschaftliche und technische Angestellte und Beamte sowie Versorgungs- und Verwaltungspersonal (Stand: 2003). Nächstgrößter Arbeitgeber mit etwa 5.000 Angestellten und Beamten ist die Stadt Würzburg selbst. Größter industrieller Arbeitgeber ist die Koenig & Bauer AG (KBA), einer der größten Hersteller von Druckmaschinen weltweit. Würzburg ist ebenso der Produktions- und Verwaltungsstandort von NOELL, einer der führenden deutschen Brückenkranhersteller. Weiterhin hat die Firma MERO, bekannt für die Raumfachwerke und Stahl-Glaskonstruktionen, ihren Hauptsitz in Würzburg. Industrie und Gewerbe sind zumeist kleine und mittelständische Betriebe in den Industriegebieten Hafen, Aumühle und Würzburg-Ost. Anders als im benachbarten Bereich Schweinfurt, wo eher Großindustrie und Maschinenbau sesshaft wurden, ist Würzburg das Dienstleistungszentrum der Region. VerkehrSiehe Hauptartikel: Nahverkehr in Würzburg Würzburg ist historisch ein bedeutender Knotenpunkt für den Verkehr. Diese ursprünglich durch den Main hervorgerufene verkehrszentrale Lage wird heute durch die Autobahnen und die Deutsche Bahn bestimmt. Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 3 Köln–Frankfurt–Nürnberg–Regensburg–Passau. Im Osten der Stadt führt die Bundesautobahn A 7 Ulm–Kassel–Hamburg vorbei (Kreuz Biebelried). Im Südwesten endet die Autobahn A 81, die von Singen–Stuttgart kommt (Dreieck Würzburg-West). Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraßen | B 8 (Emmerich am Rhein – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Limburg an der Lahn – Frankfurt – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau), | B 13 (Würzburg – Ansbach – Ingolstadt – Unterschleißheim – München – Bad Tölz), | B 19 (Eisenach – Mellrichstadt – Würzburg – Ulm – Oberstdorf) und | B 27 (Blankenburg – Göttingen – Fulda – Würzburg – Ludwigsburg – Stuttgart – Tübingen – Donaueschingen). Würzburg ist überregionaler Knotenpunkt im Personenverkehr der Deutschen Bahn. Es kreuzen sich eine Nord-Süd-Verbindung zwischen Hamburg, Hannover, Kassel und Nürnberg, München und die von Nordwest nach Südost verlaufende Trasse vom Rheinland und Frankfurt am Main nach Regensburg, Passau, Wien, Budapest. Im Eisenbahngüterverkehr hat Würzburg seine frühere Knotenpunktfunktion dagegen mit der Stilllegung seines Rangierbahnhofes im Februar 2005 vollständig verloren. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) versorgen fünf Straßenbahnlinien der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB), zahlreiche Stadt- und Regionalbuslinien der WSB, der Omnibus-Nahverkehrsgesellschaft (NVG) sowie mehrerer privater Busunternehmen, die zusammen den Verkehrsunternehmensverbund Mainfranken (VVM) bilden, innerhalb dessen alle Linien zu einheitlichen Tarifen zu benutzen sind. Sportflieger starten und landen auf dem 3,5 Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum gelegenen Flugplatz Würzburg-Schenkenturm oder dem 5 km entfernten Sonderlandeplatz Hettstadt, der von der „Fluggruppe Hermann Köhl e. V.” betrieben wird. Geschäftsreisejets können den Flugplatz Giebelstadt im Landkreis Würzburg anfliegen. Zur Zeit wird das Flugplatzgelände auch teils militärisch von der US-Armee genutzt, weswegen es einer Zugangserlaubnis und für den Flugverkehr ein Prior Permission Request (PPR) bedarf. Durch den baldigen Abzug der US-Streitkräfte wird momentan über eine zivile Weiternutzung des Flugplatzes nachgedacht, ob dies jedoch finanziert werden kann, ist noch nicht abzusehen. Des Weiteren stehen einige größere Projekte auf der Warteliste: Zum einen die geplante B 26n von der A 3 Anschlussstelle-Helmstadt über Karlstadt, Arnstein bis zur A 7 Autobahnkreuz-Werneck. Zum anderen ein neuer Anschlussknoten an der B 19 im Norden der Stadt, an welchem auch ein IKEA-Kaufhaus angesiedelt werden soll. Außerdem wird über eine Erweiterung des Straßenbahnnetzes nachgedacht, vor allem nach Gerbrunn über die Universität und nach Werneck MedienIn Würzburg unterhält der Bayerische Rundfunk (BR) das Regionalstudio Mainfranken und auf der Frankenwarte bei den geographischen Koordinaten 9° 54′ 24″ östliche Länge und 49° 46′ 50″ nördliche Breite eine Sendeanlage für UKW, Mittelwelle und DVB-T mit einem gegen Erde isolierten, abgespannten 111 m hohen Stahlfachwerkmast. Das Regionalstudio beherbergt jeweils ein Hörfunk- und Fernsehstudio. Von Montag bis Freitag (11:59 bis 12:57 Uhr) wird auf der UKW-Frequenz 90,9 MHz (Bayern 1) das Regionalprogramm „Mittags in Mainfranken” ausgestrahlt. Außerdem wird von dort jeden Dienstag und Donnerstag der „Heimatspiegel” (6:06 bis 6:55 Uhr) für Nordbayern (Franken) auf der UKW-Frequenz 90,0 MHz (Bayern2Radio) produziert. Weitere Berichte aus der Region werden nach Bedarf von Würzburg nach München zu den Studios von Bayern 3 (97,6 MHz), Bayern4Klassik (89,0 MHz) und B5 aktuell (105,7 MHz) zugeliefert. Zudem liefert das mainfränkische Fernsehstudio des BR Bilder für die öffentlich-rechtlichen (ARD, ZDF und die Dritten Programme) und privaten Anstalten (ProSieben/Sat.1/RTL). Bis 1999 wurde für den Mittelwellensender die Sendefrequenz 520 kHz genutzt. Diese Frequenz liegt nicht im offiziellen Mittelwellenband und somit konnte der nur 200 Watt starke Würzburger Sender, der zusammen mit dem gleich starken Sender in Hof im Gleichwellenbetrieb betrieben wurde, gut zum Test der Ausbreitungsbedingungen im Mittelwellenbereich genutzt werden. Da aber viele moderne Radios die Frequenz 520 kHz nicht mehr empfangen konnten, erfolgte 1999 eine Frequenzänderung auf 729 kHz. Auf der Frankenwarte betreibt auch die Deutsche Telekom AG eine Rundfunkübertragungsstelle mit zwei abgespannten Stahlfachwerkmasten von 118 und 85 Meter Höhe, die sich bei 9° 54′ 13″ östliche Länge und 49° 46′ 48″ nördliche Breite beziehungsweise bei 9° 54′ 9″ östliche Länge und 49° 46′ 49″ nördliche Breite befinden. Außerdem existiert auf der Frankenwarte noch ein Mobilfunkturm in Fertigbetonbauweise bei 9° 54′ 19″ östliche Länge, 49° 46′ 50″ nördliche Breite. Ferner besteht dort die private Funkhaus-Würzburg-Studiobetriebs-GmbH, welche die beiden Hörfunkprogramme 106,9 Radio Gong (106,9 MHz) sowie Radio Charivari mit Radio Opera (102,4 MHz) veranstaltet. Sie versorgen die Region Mainfranken mit regionalen Informationen. Des Weiteren gibt es seit 1987 noch einen lokalen Fernsehsender namens TV Touring, der nicht nur im regionalen Kabelnetz, sondern auch über einen digitalen Satellitentransponder (Franken SAT) auf ASTRA (19,2 Grad Ost) zu empfangen ist. Ehemals waren es sogar zwei Sender, die Würzburg abwechselnd mit Lokalfernsehen versorgten. In den Anfangsjahren war auch noch die RTU (Radio Television Unterfranken) zu sehen, deren Gesellschafter die Zeitungsgruppe Main-Post war. Als Rundfunksender der amerikanischen Streitkräfte sendet der AFN (American Forces Network) ebenfalls in Würzburg von einem kleinen, gegen Erde isolierten, abgespannten Stahlfachwerkmast, auf dem Areal der US-Streitkräfte (Senderstandort: 49° 47′ 26″ nördliche Breite, 9° 58′ 54″ östliche Länge) auf der Mittelwellenfrequenz 1143 kHz und der UKW-Frequenz 104,9 MHz. Bis 1992 gab es in Würzburg auch noch einen dritten Lokalsender mit dem Namen Radio W1. Der junge, hippe Sound der Stadt lief auf der UKW-Frequenz 95,8 MHz (heute ist dort Radio Melodie mit einem 24 Stunden-Volksmusikprogramm zu hören). Er startete am 8. Mai 1987 und teilte sich die UKW-Frequenz mit Main-Radio (heute: Radio Charivari) und Radio Mainland (heute: Radio Gong). Mit Musik nach Lust und Laune eroberte das Team von Radio W1 die Sympathien der Hörer. Ein beliebter Trendsetter war der wöchentliche Szenebericht „Kai war dabei”. Dieser Sender wurde aber am 1. Oktober 1992 unter anderem aus finanziellen Gründen eingestellt. Vom Sender Frankenwarte wird auch der Sender Klassik Radio auf der leistungsschwachen UKW-Frequenz 92,1 MHz ausgestrahlt. Als Tageszeitungen erscheinen die Main-Post und das katholische Volksblatt (welches aber nur eine Auflage von etwa 12.000 hat), vertrieben durch die Main-Post-Verlagsgruppe (gehört zur Verlagsgruppe Holtzbrinck) mit Sitz in Würzburg/Heuchelhof. Aus diesem Hause erschien am 29. Januar 2004 auch die erste lokale Wochenzeitung Europas im so genannten Tabloid-Format, BOULEVARD WÜRZBURG, die am 01. März 2007 in neun7 umbenannt wurde. Die Main-Post-Verlagsgruppe gibt auch markt, das größte Verbrauchermagazin in Unterfranken mit einer Gesamtauflage von über 625.000 Exemplaren, das jeden Mittwoch kostenlos an alle mainfränkischen Haushalte verteilt wird, heraus. Weitere kostenlose Anzeigenblätter sind wob (mittwochs in Stadt und Landkreis Würzburg) und primaSonntag (sonntags nur im Stadtgebiet). Über kulturelle Veranstaltungen im Raum Mainfranken informiert monatlich das Magazin Leporello. Ferner gibt es FRIZZ – Das Magazin (seit 2003), das mit einer IVW-geprüften Auflage monatlich erscheint. Für den Leser ist es kostenlos und liegt an rund 700 Auslagestellen in und um die Stadt aus. Es ist Mitglied im Bewegungsmelderverbund. Es informiert über sämtliche Veranstaltungen aus den Bereichen Lifestyle, Kultur, Musik usw und enthält unter anderem den offiziellen Mensaplan der Uni-Mensa. Daneben erscheint noch XITY, das seit dem 25. Januar 2007 mit einem kostenlosen 14-tägigen TV-Programm erscheint. Es informiert die Leser auch über Events, News und Angebote über der Stadt und bietet für sie zudem noch eine kostenlose Heftreservierung an. Zwei Mal pro Jahr (Mai und November) erscheint für Studierende der Universität Würzburg und Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt die hochschuleigene Zeitschrift Blick, die vor allem über Themen aus der Forschung informiert. Bis Juli 2006 wurde die Hochschulzeitung Julius kostenlos verteilt, jedoch ist dieses Projekt nach zwei Jahren, unter Protest der Studierenden, aus finanziellen Gründen eingestellt worden. Nachfolgerin dieser Hochschulzeitung wurde im Dezember 2006 gewürzt, die sich nun als „Erste Würzburger Studentenzeitung” bezeichnet. Wie ihre Vorgängerin informiert sie die Würzburger Studenten auch monatlich über das Hochschulgeschehen und andere wichtige Themen in der Stadt. Für die Hochschulen in Würzburg erscheint auch viermal pro Jahr das Hochschulmagazin UnimaxX (Auflage 10.000) sowie einmal pro Semester der Uniguide (Auflage 15.000) von FRIZZ – Das Magazin. Seit 6. November 2006 sendet auch das Uniradio Würzburg (abgekürzt UR Würzburg, ausgesprochen „Ju Ar Würzburg”), was klingt wie das englische You Are Würzburg – „Du bist Würzburg”. Das Uniradio Würzburg ist eine Privatproduktion, aber mit dem Wohlwollen und Webspace der Uni Würzburg. Vier Studenten bringen alle zwei Wochen eine Sendung heraus. Der Radio-Sender für Studenten ist nicht über Ultrakurzwellen zu empfangen, sondern nur über das Medium Internet. Es selbst bezeichnet sich als Podcast. Bildung und Forschung
US-StreitkräfteIn Würzburg war eine große Garnison der US-Streitkräfte. Es existierten zwei Kasernen, die Faulenberg Kaserne und die Leighton Barracks, in denen bis zum Jahr 2006 circa 6.000 Soldaten mit 3.000 Familienangehörigen angesiedelt waren. Die Leighton Barracks waren der Sitz des Hauptquartiers der 1. US-Infanteriedivision, der „Big Red One”, einem gepanzerten Großverband in Stärke von vier Brigaden, von denen zuletzt drei in Franken und der Oberpfalz (u. a. Schweinfurt, Kitzingen, Vilseck) und die 4. Brigade in Fort Riley in Kansas stationiert waren. Weitere Verbände und Dienststellen, die in den beiden Kasernen in Würzburg stationiert waren:
Im Rahmen der Reorganisierung der amerikanischen Landstreitkräfte kam es auch zu tiefgreifenden Änderungen in Würzburg. Die Umstrukturierungen betraf vor allem die 1. US-Infanteriedivision, die zu einem großen Teil in die Heimat zurückverlegt wird. Infolge dessen wird die Faulenberg Kaserne (Nürnberger Straße) geschlossen und Ende 2006 eine Rückgabe der Liegenschaft an Deutschland erfolgen. Vorerst weiter Verwendung findet die Leighton-Kaserne am Hubland in Nähe der Universität. Offiziell erfolgte der Abzug am 6. Juli 2006 mit einem Appell. Weiterhin gibt es noch ein Krankenhaus der US Army, das Würzburg Hospital, das eines von den drei Hospitälern im Verantwortungsbereich des US Army European Command ist. Das Würzburg Hospital befindet sich nur zehn Gehminuten von den Leighton Barracks entfernt und stellt mit seinen vielfältigen klinischen Einrichtungen die medizinische Grundversorgung der US-Soldaten und deren Angehörigen im kompletten fränkischen Raum sicher. Das Hospital beheimatet auch das 67th Combat Support Hospital, das mobil ist und für die Verlegung in Einsatzräume bereitsteht. Da die Soldaten mit ihren Familien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind und das Militär auch als ein nicht unbedeutender Arbeitgeber fungiert, wird die Schließung von der Stadt mit großer Sorge vor allem im Hinblick auf die mittelständischen Betriebe betrachtet. Nicht zu vergessen sind jedoch auch die unzähligen persönlichen Kontakte zwischen US-Soldaten und der Würzburger Bevölkerung, wodurch bei den Betroffenen durch den Abzug eine große Lücke entstehen könnte. Ähnlich wie in Kitzingen finden auch in Würzburg bereits Überlegungen für eine sinnvolle Konversion der Liegenschaften statt (Gewerbe, Wohnen, Startup-Firmen etc.). Kultur und SehenswürdigkeitenTheater und BühnenDas Mainfrankentheater ist das bedeutendste Theater Unterfrankens und besitzt als Dreispartenhaus ein Schauspiel-, ein Musiktheater- und ein Ballettensemble. Diesen stehen mit dem „Großen Haus” und den „Kammerspielen” zwei Auftrittsorte zur Verfügung, die beide im Gebäude des Mainfrankentheaters in der Würzburger Altstadt liegen. Im Kulturspeicher, einem ehemaligen Hafengebäude am Rande der Altstadt, sind neben einem Museum auch das „Bockshorn!” und der „tanzSpeicher” zu finden. Ersteres hat sich vor allem den Bereichen Kabarett, Chanson und Musik verschrieben, wobei sich die meisten der hier auftretenden Künstler schon zuvor durch Fernsehauftritte oder diverse Auszeichnungen einen Bekanntheitsgrad erarbeitet haben. Der tanzSpeicher dient als Veranstaltungsort sowohl für externe Tanzvorführungen als auch für Auftritte des eigenen Ensembles. Das Boulevardtheater „Chambinzky” liegt am Würzburger Stein und präsentiert vor allem Komödien, Volksstücke, Musicals und im Sommer die sogenannten „Freilichtspiele”. Für diese Zwecke stehen eine große und eine kleine Bühne sowie eine Freilichtbühne zur Verfügung. Im Chambinzky werden die Besucher parallel zur laufenden Veranstaltung bewirtet; dieses Gastronomiekonzept hat sich seit der Gründung 1983 bewährt. Dem Experimentaltheater haben sich sowohl das „Theater am Neunerplatz” als auch das „theater ensemble” verschrieben, wobei beide daneben auch noch einige andere Sparten bieten: Das Theater am Neunerplatz, in der Zellerau gelegen, präsentiert außerdem politische und satirische Stücke sowie Kindertheater. Das theater ensemble befindet sich ebenfalls in der Zellerau und widmet sich ferner dem Absurden Theater, Dramen und Komödien und bietet außerdem Theaterkurse für jedermann an. Entsprechend seiner historischen und kulturellen Bedeutung besitzt Würzburg eine Vielzahl weiterer Bühnen, die sich mit den verschiedensten Sparten des Theaters beschäftigen. Im Einzelnen sind dies das Kinder- und Jugendtheater „Spielberg”, die „Werkstattbühne”, das „Plastische Theater Hobbit”, das „Würzburger Kasperhaus”, das Tanztheater „blackboX”, das Theater „Augenblick” der Mainfränkischen Werkstätten und der „Kunstkeller Würzburg”. Museen und Galerien
Bauwerke
KirchenSiehe Artikel Kirchen in Würzburg.
Mainbrücken
Sonstige Sehenswürdigkeiten
Regelmäßige Veranstaltungen
NachtlebenAls Studentenstadt besitzt Würzburg ein aktives und vielfältiges Nachtleben mit einigen Diskotheken, Clubs, Bars, Kneipen und anderen gastronomischen Betrieben. Weit über den fränkischen Raum hinaus bekannt ist in Würzburg die Diskothek Airport, eine der ältesten Großraumdiskotheken Deutschlands, die im Oktober 1983 eröffnet wurde. PersönlichkeitenEhrenbürgerSiehe: Liste der Ehrenbürger von Würzburg Söhne und Töchter der StadtDie folgende Übersicht enthält bedeutende, in Würzburg geborene Persönlichkeiten, unabhängig davon, ob diese ihren späteren Wirkungskreis in Würzburg hatten, chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Sonstige Persönlichkeiten in Würzburg
ReiseberichtDer 1917 in der Schweiz erschienene Band Poetenleben enthält einen launigen Bericht Robert Walsers über einen Aufenthalt in der Stadt. Darin wird unter anderem der Freizeitwert mainfränkischer Weinlokale in der Altstadt und auch einschlägiger Lokalitäten in den erwanderbaren Weinbergen um Würzburg herum lobend erwähnt. Auf seiner Reise von München nach Berlin hatte der junge Schweizer Poet im Sommer 1901 bei seinem Würzburger Freund, dem Dichter Max Dauthendey, einen achttägigen Unterwegshalt eingelegt. Lokale SpezialitätenWürzburg ist das Zentrum des Frankenweins; auf dem Stadtgebiet befinden sich die bekannteste Frankenweinlage Würzburger Stein und die drei großen, traditionsreichen Weingüter mit jeweils saalartigen Weinstuben: die Hofkellereien (staatlich, früher fürsteigen), das Juliusspital (kirchlich) und das Bürgerspital (bürgerlich). Eine weitere Besonderheit der Würzburger Trinkkultur sind die Bäcken, Weinstuben, in denen man mitgebrachtes Essen verzehren darf. Außerdem hat Würzburg seit den 1980er Jahren eine eigene Würzburger Bratwurst. Beinamen und MottosBemerkenswert sind die verschiedenen, meist inoffiziellen Beinamen oder Mottos, die Würzburg in den letzten Jahrzehnten hatte:
Sonstiges
AnmerkungenLiteratur
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