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Wurmlingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg. GeografieGeografische LageDie Gemeinde Wurmlingen liegt unweit der Mündung des Faulenbachs in die Elta in einem weiten Talkessel der westlichen Schwäbischen Alb unmittelbar am 48. Grad nördlicher Breite. Die Gemarkungsfläche umfasst neben Teilen des Faulenbach- und Eltatals, die sich auf einer Höhe von ca. 650 m über NN befinden, auch Anteile an der Hochfläche der Schwäbischen Alb (ca. 850 bis 890 m über NN). NachbargemeindenDie Gemeinde grenzt im Norden an Rietheim-Weilheim, im Osten und Süden an die Kreisstadt Tuttlingen und im Westen an Seitingen-Oberflacht. GeschichteRömerzeit: Gutshof und römisches BadIn Wurmlingen befinden sich die Reste eines römischen Gutshofes sowie eines Römischen Bades (47° 59' 53,04" N, 8° 46' 12,66" O). Dieses wurde in der Zeit der Völkerwanderung durch die Alamannen in Verbindung mit einem Holzhaus verwendet, eine der seltenen gezielten Nutzung römischer Einrichtungen durch die Germanen. Die Reste des Badgebäudes sind unter einem Schutzhaus erhalten. Eine Besichtigung ist nach vorheriger Anmeldung beim Bürgermeisteramt Wurmlingen möglich. Von Mai bis September ist das Schutzhaus jeweils sonntags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. siehe auch: Römisches Bad (Wurmlingen) Mittelalter: OrtsgründungDer heutige Ort Wurmlingen wurde am 30. März 797 erstmals urkundlich in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen als Wurmeringa erwähnt. Der Name geht auf den Eigennamen Wurmhari oder Wurmheri zurück (vgl. -ingen). Frühe Neuzeit: Konzenberger LändchenWährend der Frühen Neuzeit war Wurmlingen zentraler Ort des "Konzenberger Ländchens" (vgl. Burg Konzenberg), welches im Besitz des Bischofs von Konstanz war und neben Wurmlingen noch einige benachbarte Dörfer umfasste. Diese Zugehörigkeit zum Domkapitel prägt bis heute das Ortsbild mit seinem Schloss und der klassizistischen Sankt-Gallus-Kirche neben den einfachen alten, längst als reine Wohnhäuser genutzten Bauernhäusern. 1803 fiel Wurmlingen mit Konzenberg an Baden, 1806 dann an Württemberg, mit der Verwaltung durch das Oberamt Tuttlingen. NeuzeitDer bäuerliche Charakter blieb bis zur Wende zum 20. Jahrhundert erhalten. Angesichts des starken Wachstums der Leder verarbeitenden und medizintechnischen Industrie im nahen Tuttlingen entwickelte sich Wurmlingen seit der Fertigstellung der Bahnstrecke Stuttgart-Tuttlingen-Singen (Gäubahn) (1879) zu einem Arbeiterwohnort. Nennenswerte Industrie entwickelte sich in Wurmlingen selbst erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs meist aus klein-handwerklichen Wurzeln (Graphische, Papier verarbeitende Industrie, Medizintechnik, KFZ-Zulieferer). In der Zeit der baden-württembergischen Gebietsreform (Anfang der 1970er Jahre) konnte sich Wurmlingen dem Versuch Tuttlingens, sich die Gemeinde einzuverleiben, durch geschicktes Taktieren und enormen Einsatz der Bevölkerung widersetzen. Die günstige Lage am Rand der prosperierenden Industriestadt Tuttlingen und das Wachstum der ansässigen Industriebetriebe ermöglichte der Gemeinde Wurmlingen fortan eine gedeihliche Entwicklung bei minimaler Pro-Kopf-Verschuldung. Seit 2002 ist die Gemeinde schuldenfrei. Ereignisse in der jüngeren GeschichteAm 27. Juli 1934 stürzte ein Passagierflugzeug (Curtiss Condor) der Swissair in ein Waldstück (Rußberg) östlich des Dorfes. Das Flugzeug befand sich auf dem Weg von Zürich nach Berlin. Unter den 12 tödlich Verunglückten war die erste Stewardess Europas, Nelly Diener. Dieser Absturz war einer der ersten Abstürze einer Passagiermaschine in Europa (vgl. Chronik der Luftfahrtkatastrophen bis 1950). PolitikWurmlingen gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Tuttlingen an. GemeinderatDem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 14 Mitglieder an.
Kultur und SehenswürdigkeitenBauwerke
FastnachtIn der Wurmlinger Fasnet spielen drei Figuren eine wichtige Rolle: Hansele, Fuchs und Hexe. Diese entstanden in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, z. T. nach historischen Vorbildern: Das Hansele ist ein "Weißnarr", der Fuchs ein "Blätzlenarr", der die Farben grün, gelb, blau und rot trägt. Die größte Gruppe der Wurmlinger Narren bilden die Krattenweible (Hexen). Wirtschaft und InfrastrukturNeben vier Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern gibt es eine große Zahl kleiner Betriebe. Insgesamt verfügt die Gemeinde über 1200 Arbeitsplätze. Dennoch wird die Zahl der Einpendler (880) von der der Auspendler (1080) deutlich übertroffen. VerkehrWurmlingen liegt an der Bundesstraße B 14 sowie an der Gäubahn von Singen (Hohentwiel) nach Stuttgart. Es halten die Züge des Ringzuges, die Wurmlingen werktags stündlich mit Tuttlingen, Immendingen, Leipferdingen sowie mit Spaichingen und Rottweil verbinden. Wurmlingen ist durch die Linie 8 ebenfalls an den Stadtverkehr Tuttlingen angeschlossen und in den Verkehrsverbund TUTicket eingegliedert. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
