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Wust ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Havel-Land an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Schönhausen (Elbe) hat. GeographieDas Gemeindegebiet von Wust liegt in einem von zahlreichen Gräben und Bächen durchzogenen sandigen und vornehmlich von Kiefern bestandenen Flachland im sogenannten Kattewinkel zwischen der Elbe, dem Land Schollene und dem Jerichower Land, dem Namensgeber des südlich angrenzenden gleichnamigen Landkreises. Der brandenburgische Landkreis Havelland grenzt an den Osten der Gemarkung Wust. Die Städte Stendal und Rathenow sind ca. 18 km von Wust entfernt. GemeindegliederungZu Wust gehören die Ortsteile Wust, Briest, Melkow, Sydow und Wust Siedlung. GeschichteEinmal rückte das kleine Dorf ins Blickfeld europäischer Geschichte: als 1730 der aus Wust stammende Jugendfreund Friedrichs II. Hans Hermann von Katte dem Kronprinzen zur Flucht vor der väterlichen Tyrannei verhelfen wollte und deshalb auf Urteilsspruch des Königs Friedrich Wilhelm I. am 6. November 1730 in Küstrin hingerichtet wurde. Seine Gebeine ruhen in der 1706/07 auf Geheiß seines Vaters Hans Heinrich von Kattes errichteten Kattegruft, die sich unmittelbar der romanischen Dorfkirche anschließt. Theodor Fontane hat Wust ob dieser lokalen Besonderheit besucht und in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg verewigt. PolitikGemeinderatBei den Gemeinderatswahlen am 14. Juni 2004 gab es folgende Ergebnisse:
Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrsanbindungDie Gemeinde Wust liegt an der Bundesstraße 188 von Stendal nach Rathenow. Von der B 188 zweigt in Wust die Landstraße nach Jerichow ab. In der Nachbargemeinde Schönhausen (Elbe) besteht Bahnanschluss nach Stendal, Rathenow und Berlin. SommerschuleSeit 1991 findet in Wust jährlich in der Ferienzeit eine Sommerschule für englische Sprache, Literatur, Theater und Musik statt. Studenten aus Großbritannien, Irland und den USA unterrichten in zwei je zweiwöchigen Durchgängen die Schüler im Gebäude der Grundschule - bei schönem Wetter aber auch auf dem Schulhof. Neben dem Unterricht finden zahlreiche weitere Veranstaltungen wie Dichterlesungen, Workshops, Chorsingen, Konzerte, Radtouren und als krönender Abschluss eine Theateraufführung statt; außer der Schule, die sich im ehemaligen Herrenhaus befindet, werden insbesondere die zur Tonhalle umfunktionierte Turnhalle, der alte Kornspeicher und die Baracke des Sportplatzes als stimmungsvolle Veranstaltungsorte genutzt. Einige Veranstaltungen finden auch in den Orten der Umgebung statt. Die Teilnehmer der Kurse zelten vor allem auf dem Sportplatz der Gemeinde, haben aber auch die Möglichkeit, bei Familien im Ort unterzukommen. Die Sommerschule wurde auf Initiative von Maria von Katte, Harriett Watts und anderen ins Leben gerufen. Immer noch gilt die Sommerschule als durch Mundpropaganda verbreiteter Geheimtip, ist aber mittlerweile im Kattewinkel und darüber hinaus zu einer feststehenden saisonalen Institution geworden. SehenswürdigkeitenDas Herrenhaus, ein schlichter weißgetünchter zweigeschossiger Barockbau mit zwei Seitenflügeln, ehedem Sitz der Familie v. Katte, beherbergt heute die Grundschule der Gemeinde Wust, im Sommer die Sommerschule Wust. Die einschiffige romanische Kirche, Anlaufpunkt der Straße der Romanik, liegt dieser direkt gegenüber, der Turm wurde im Barockstil mit Zwiebelhaube errichtet, im Inneren bieten die in flämischem Stil des 18. Jahrhunderts bemalte Kassettendecke und die Emporen dem Betrachter schlichte Engelsportraits dar. Ebenfalls dem Barock entstammt der Altar. Östlich direkt an die Chorapsis grenzt eine backsteinerne Gruft in quadratischem Querschnitt an, in der die Gebeine derer von Katte ruhen. Dort wurde 1730 Hans Hermann von Katte in einem schlichten Holzsarg beigesetzt, nachdem dieser auf Urteilsspruch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. hingerichtet worden war. Im Laufe der Zeit gesellten sich weitere Särge hinzu, u. a. der des närrischen Stiefelkatte. Auf der Rückseite der Schule, dem Park zugelegen, liegt das viergeschossige Backsteingebäude des Kornspeichers, errichtet von 1850 bis 1867. Dieser bietet insbesondere im Sommer Kunstausstellungen, bildnerischen Workshops und Konzerten Raum . Nahe der Kirche steht auf hohem Pfahle ein Storchennest, dessen Besucher jährlich auf einer kleinen Tafel dokumentiert werden. Texte und Bilder stammen ganz oder teilweise aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht somit ganz oder teilweise unter der GNU Lizenz. Eine Liste der Autoren und Fotografen, sowie den Originaltext finden Sie hier. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
