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Zirndorf ist die Kreisstadt des mittelfränkischen Landkreises Fürth. GeografieGeografische LageDie Stadt liegt südlich von Fürth und westlich von Nürnberg am Fluss Bibert, der im Stadtgebiet naturnah kanalisiert ist. NachbargemeindenWeitere Nachbargemeinden neben Fürth und Nürnberg sind Cadolzburg, Ammerndorf und Roßtal im Westen und Oberasbach im Süden. StadtgliederungDie Stadt gliedert sich in zwölf Stadtteile. Dazu gehören neben dem eigentlichen Ortskern die unterjochten Orte:
GeschichteZirndorf wurde erstmals am 9. September 1297 urkundlich erwähnt. 1306 gehen die Burg und der Ort in den Besitz des Burggrafen von Nürnberg über. Der Ort besteht damals aus neun Höfen, einer Schmiede, einer Mühle und dem Badehaus. 1580 erhält das Zirndorfer Gemeinderecht seine endgültige Fassung und wird durch den Markgrafen von Brandenburg), seit 1990 Patenschaft
Kultur und SehenswürdigkeitenMuseenDas Städtisches Museum Zirndorf (Spitalstraße 2) befindet sich in einem Mitte des 17. Jahrhunderts erbauten Fachwerkhaus im Zentrum der Stadt. Thematischer Schwerpunkt im Erdgeschoss bildet die Geschichte und Entwicklung der Zirndorfer Spielzeugindustrie. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den bekannten Spielzeugstädten Nürnberg und Fürth wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Zirndorf einfaches Blechspielzeug produziert. Das Obergeschoss des Museums ist der Geschichte Zirndorfs während des Dreißigjährigen Krieges gewidmet. 1632 kam es nahe der Alten Veste, wo Oberbefehlshaber Albrecht von Wallenstein ein Lager errichtet hatte, zu einer kriegerischen Begegnung mit Gustav II. Adolf von Schweden. Dioramen und Modelle sowie zeitgenössische Schilderungen über das Lagerleben, das Schicksal der Soldaten und der Zivilbevölkerung veranschaulichen dieses Kapitel fränkischer Kriegsgeschichte. Im Dachsaal des Museums finden regelmäßig Sonderausstellungen zu kulturhistorischen Themen und zeitgenössischer Kunst statt. Ein vielfältiges Führungsangebot für Erwachsene und Kinder vertieft auf interessante Weise die Einblicke in die beiden Sammlungsbereiche und Sonderausstellungen.
MusikIn Zirndorf tragen zwei Musikvereine „Stadtkapelle Zirndorf” und „Stadtjugendkapelle Zirndorf”in enger Kooperation mit der Stadt und der städtischen Sing- und Musikschule einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Leben und der Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker bei. Die Keyboardschule Mc FunKey (www.mcfunkey.de), die 2003 in der Schulstraße privat gegründet wurde, bietet jungen Menschen Unterricht in den Fächern Keyboardspiel, Musikproduktion, prof. Gesangsaufnahmen an, hat im Laufe der Zeit Kontakte zu professionellen Musikproduzenten und -firmen deutschlandweit aufgebaut. Der Unterricht ist sehr modern und medienbezogen ausgerichtet. BauwerkeDer Kern des Ortes ist reich an historischer Bausubstanz: Neben dem Kirchenhof mit Kirche, Pfarr- und Kantorenhaus sind vor allen Dingen die Brauerei und die Fachwerkhäuser des 17. sowie die giebelständigen Steinhäuser des 18. Jahrhunderts zu nennen. Die in der Substanz mittelalterliche Pfarrkirche St. Rochus (ursprünglich St. Clemens) wurde im frühen 18. Jahrhundert zu einem protestantischen Kirchenraum umgestaltet. Der in der Substanz und in den Formen spätgotische vierseitige Westturm entwickelt sich markant in die Höhe. Die Fensterlaibungen des barocken Langhauses sind mit Hilfe von bemaltem Schmuck architektonisch gegliedert (Fassadenmalerei). Das angenehme Innere der Kirche wird von einer umlaufenden Emporenanlage mit vielen Bildern an den Brüstungen bestimmt. Das Alte Schlößchen (Rote Straße 3) ist ein traufseitiges Fachwerkhaus mit massivem Untergeschoss und Zwerchhaus; es wurde 1674 errichtet. Die Alte Veste, nördlich im Wald gelegen, spielte im Dreißigjährigen Krieg eine bedeutende Rolle; einige Mauerreste aus jener Zeit sind erhalten. Von dem 1980 errichteten Aussichtsturm hat man eine gute Sicht auf Zirndorf, Nürnberg, Fürth und weitere Orte in Mittelfranken.
VerkehrStraßenverkehrDie Stadt Zirndorf liegt nicht unmittelbar an einer Bundesstraße oder Autobahn. Im Süden durchquert die Rothenburger Straße das Stadtgebiet von Zirndorf in Ost-West Richtung und stellt eine direkte Verbindung nach Nürnberg her. Die Nachbarstadt Fürth kann über die Fürther Straße bzw. die Verbindungsstraße West erreicht werden. Zum Kraftfahrstraßen- bzw. Autobahnnetz bestehen Verbindungen über die Anschlussstellen Nürnberg-Kleinreuth bzw. Fürth-Zirndorf auf die Südwesttangente. In Zirndorf beginnt (oder endet) die Deutsche Spielzeugstraße. EisenbahnDas nördliche Stadtgebiet wird von der sogenannten Rangaubahn (KBS 808) in Nordost-West Richtung durchquert. Innerhalb Zirndorfs befinden sich die drei Haltepunkte Zirndorf, Kneippallee und Weiherhof. Die Strecke wird von der VGN-Regionalbahnlinie R11 (Fürth Hauptbahnhof - Zirndorf - Cadolzburg) im 30-Minutentakt bedient. Es gab Planungen die Rangaubahn zu elektrifzieren und S-Bahn ähnlich auszubauen, diese werden in momentan nicht weiter verfolgt. Im Zirndorfer Stadtteil Anwanden liegt der gleichnamige Haltepunkt an der Kursbuchstrecke 891.7 (Nürnberg-Hauptbahnhof - Ansbach - Crailsheim) die von der VGN-Regionalbahnlinie R7 im Stundentakt bedient wird. Bis 2010 soll dort der Schienenverkehr auf S-Bahnbetrieb durch die neue Linie S5 umgestellt werden. Bis zum 25. September 1986 verkehrte im Süden Zirndorfs weitgehend parallel zur Rothenburger Straße die Bibertbahn (Nürnberg-Hauptbahnhof - Unternbibert), der Haltepunkt Zirndorf-Altenberg befand sich im Oberasbacher Stadtteil Altenberg an der Zirndorfer Straße. NahverkehrZirndorf ist in das Tarifgebiet des VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) integriert und mit zahlreichen Omnibuslinien gut erschlossen. Die VAG-Omnibuslinien 70 und 72 stellen eine direkte Verbindung zum U-Bahnhof Rothenburger Straße in Nürnberg her. Nach Fürth gelangt man neben der Rangaubahn mit den OVF-Omnibuslinien 111, 112 und 113, wobei die Linie 111 nur außerhalb der Betriebszeiten der Rangaubahn verkehrt. Zusätzlich betreibt die Stadt Zirndorf zusammen mit der Nachbarstadt Oberasbach ein Stadtbusnetz mit den drei Linien 150, 151 und 155, die alle Stadtteile mit den beiden Regionalbahnlinien R7 und R11 verknüpfen. Die private Regionalbuslinie 152 hat nur eine untergeordnete Bedeutung mit einigen wenigen Fahrten am Tag.
Es ist für die ferne Zukunft geplant, die künftige Nürnberger U-Bahnlinie U3 mit einem Abzweig bis zum Zirndorfer Bahnhof zu verlängern. Da die Strecke bis Nürnberg-Gebersdorf jedoch erst noch gebaut werden muss und auch die Finanzierung weitgehend ungeklärt ist, dürfte eine Realisierung in absehbarer Zeit kaum erfolgen. ÖPNV in Zirndorf Wirtschaft und Öffentliche EinrichtungenBeschäftigungsstrukturIn der Stadt arbeiten 2003 5697 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Davon entfallen auf die Landwirtschaft 21 Beschäftigte, im produzierenden Gewerbe sind 2644 Personen beschäftigt, im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr weitere 986 Personen und schließlich im Bereich der sonstigen Dienstleistungen 2046. Weitere 3071 Zirndorfer pendeln zu ihren Arbeitsorten. Damit haben insgesamt 8768 Einwohner Zirndorfs eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Ansässige UnternehmenDie Stadt ist bekannt durch die Spielzeugindustrie. Bereits 1840 wurde Kinderspielzeug hergestellt. So entstand durch die seit 1880 bestehende Firma Lorenz Bolz in Zirndorf im Jahr 1913 der Brummkreisel. Heute ist die Stadt z. B. Hauptsitz der Firma geobra Brandstätter, international bekannt durch die Produkte der Marke Playmobil. Seit dem Jahr 2000 betreibt die Firma den Freizeitpark Playmobil FunPark. Zu den international bekannten ortsansässigen Unternehmen gehören auch die Metz-Werke GmbH & Co. KG, die Fernsehgeräte in LCD- und 100 Hertz Technologie herstellen. Darüber hinaus produziert und exportiert das Unternehmen eine Vielzahl von Blitzgeräten innerhalb unterschiedlichster Leitzahlkategorien. Öffentliche EinrichtungenBundesamt für Migration und FlüchtlingeBundes- wenn nicht weltweit bekannt war Zirndorf als Sitz des „Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge”. 1993 verlegte die Zentrale ihren Sitz ins benachbarte Nürnberg, 1996 folgte das gesamte Amt. Im Januar 2005 erfolgte eine Namensänderung der Behörde in Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Eine Außenstelle blieb am Standort. Zentrale Aufnahmeeinrichtung für AsylbewerberNach wie vor befindet sich in Zirndorf (in der Rothenburger Straße 31) die Zentrale Aufnahmeeinrichtung (ZAE) für Asylbewerber in Bayern, ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge mit 500 Plätzen. Hierher kommen alle Ausländer, die als Asylbewerber nach Bayern gelangen, bevor sie dann nach einigen Monaten in verschiedene Gemeinschaftsunterkünfte in ganz Bayern überführt werden. Zusammensetzung der StasiaktenAußerdem werden in Zirndorf seit 1995 die Schnipsel der sogenannten Stasiakten zusammengesetzt, eine computergestützte Wiederherstellung der Fragmente findet aus Kostengründen zur Zeit (Stand 2004) nicht statt. PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
SportAngebotene Sportarten in Zirndorf sind:
SonstigesDer Ortsteil Weinzierlein ist Standort einer der fiktiven „Schafkopf-Akademien”, siehe auch Schafkopf. Auf dem Wolfgangshof bei Anwanden findet seit 2002 jährlich die Grüne Lust statt, ein dreitägiger Markt für grüne Produkte und Ideen. Zirndorf ist auch für sein Bier in Franken und wohl auch ein Stück darüber hinaus wohlbekannt, auch wenn die Zirndorfer Brauerei von Tucher aufgekauft wurde. Literatur
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