Zittau in Sachsen


Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Löbau-Zittau
Koordinaten: 50° 54′ N, 14° 48′ O
Höhe: 242 m ü. NN
Fläche: 25,42 km²
Einwohner: 25.002
Bevölkerungsdichte: 984 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02763 (alt: 8800)
Vorwahl: 03583
Kfz-Kennzeichen: ZI
Gemeindeschlüssel: 14 2 86 470
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
02763 Zittau
Webpräsenz: www.zittau.de
Bürgermeister: Arnd Voigt (Freie Bürger)
Lage der Stadt Zittau im Landkreis Löbau-Zittau

Zittau als Kreisstadt des Landkreises Löbau-Zittau liegt im äußersten Südosten der Oberlausitz und Sachsens im Dreiländereck "Deutschland-Polen-Tschechien".

Geographie

Geographische Lage

Zittau liegt am Fuße des Zittauer Gebirges in einer Beckenlandschaft. Zwei Übergänge führen über das Zittau Gebirge bei Waltersdorf und bei Lückendorf nach Zittau. Durch das Neißetal besteht ebenfalls ein weiterer natürlicher Zugang. Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Mandau, der unweit in die Neiße mündet, welche das Zittauer Stadtgebiet im Osten gegen Polen begrenzt.

Nachbargemeinden

Zittau wird begrenzt im Westen durch Oybin, Olbersdorf und Bertsdorf-Hörnitz, im Nordwesten durch die Gemeinde Mittelherwigsdorf. Im Norden grenzt die Stadt an Ostritz.

Stadtgliederung und Eingemeindungen

Zittau besteht neben der Kernstadt aus 8 weiteren Stadtteilen:

  • Eichgraben - 1582 erstmals erwähnt, die ersten Häuser sollen Pesthütten gewesen sein (noch 1680 wurden 2 Pesthütten dort errichtet), um 1666 wurde die Siedlung durch böhmische Exulanten vergrößert, gehörte bis 1965 zu Olbersdorf
  • Pethau - im 19. Jahrhundert als Arbeitersiedlung von Zittau entstanden, nach 1850 wurde die Westvorstadt von Zittau auf die Pethauer Gemarkung ausgedehnt und es kam zum Bau der Hauptstraße und deren Wohnbebauung (Neu-Pethau), 1970 nach Zittau eingemeindet
  • Hartau - wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert gegründet, der Name rührt wahrscheinlich von dem deutschen Wort „Harth” her, was soviel wie Wald oder Gebüsch bedeute, am 1. Januar 1999 nach Zittau eingemeindet
  • Hirschfelde - 1351 erstmals erwähnt, 1950 kam Rosenthal zu Hirschfelde, am 1. Januar 2007 wurde der Ort nach Zittau eingemeindet
  • Drausendorf - 1366 erstmals erwähnt, im 19. Jahrhundert als Arbeitersiedlung erweitert, später nach Hirschfelde und am 1. Januar 2007 nach Zittau eingemeindet
  • Wittgendorf - im 13. Jahrhundert entstanden, 1322 erstmals urkundlich erwähnt, nach 1990 nach Hirschfelde und am 1. Januar 2007 nach Zittau eingemeindet
  • Dittelsdorf - 1369 urkundlich erstmals erwähnt, 2002 nach Hirschfelde und am 1. Januar 2007 nach Zittau eingemeindet
  • Schlegel - 1287 zum ersten Mal erwähnt, 1950 Eingemeindung von Burkersdorf, 2005 nach Hirschfelde und am 1. Januar 2007 nach Zittau eingemeindet
  • bis 1945 gab es noch den Stadtteil Großporitsch, der heute zur Gemeinde Bogatynia, Republik Polen, gehört

Geschichte

Geschichte bis 1635

Das Gebiet um Zittau gehörte zunächst zum Markgrafentum Meißen, stand aber seit der Grenzziehung 1241 unter der böhmischen Krone. Schon wenige Jahre nach der ersten Erwähnung im Jahre 1238 soll der Legende nach König Ottokar II. von Böhmen 1255 die Stadt umritten haben. Er legte so die Grenzen für die Stadtmauer fest und erhob die Ansiedlung zur Stadt. Die Wurzel des Namens Zittau geht zurück auf das slawische Wort für Roggen (vgl. tsch. zito, poln. zyto). Die Stadtmauer wurde 1513-1535 noch um eine zweite Mauer erweitert. Der Stadtmauerbau nahm viele Jahre in Anspruch. Die Stadt kam bald zu Reichtum und schon in den Jahren von 1270-1280 konnten hier große Turniere abgehalten werden, ein Beweis, in welchem Wohlstand sich die Stadt befunden haben muss. 1268 stiftet die Familie von Leipa den Franziskanermönchen in Zittau ein Kloster, im Jahre 1300 gründeten der Johanniter-Ritterorden hier eine Kommende. 1283 verpfändet der böhmische König Zittau samt seinem Berg Oybin an den Markgrafen von Brandenburg

  • Bogatynia (Reichenau), Polen
  • Liberec (Reichenberg), Tschechien
  • Pistoia, Italien
  • Portsmouth, Ohio (USA)
  • Kultur und Sehenswürdigkeiten

    Bauwerke

    • Rathaus - erbaut 1840-1845 unter der Leitung von Carl August Schramm (1807-1869) im Neorenaissancestil unter der Verwendung von Plänen von Karl Friedrich Schinkel (1791-1841), am Eingang befinden sich zwei große Sandsteinfiguren des Bildhauers Karl Gottlob Beyer (1812-1854), wobei die linke „Sophia” (Göttin der Gerechtigkeit) und die rechte „Themis” (Göttin der Weisheit) darstellen, der 50 m hohe Turm an der linken Seite ist ein dem Hauptbau angepasster Rest des 1757 zerstörten Gebäudes, 1990-2002 vollständige Sanierung, die Buntglasfenster im Innenhof von 1893 entstammen der Königlichen Hofglasmalerei & Kunstglaserei Türcke & Schlein, reich ausgestalteter Bürgersaal mit glanzvoller Holzkassettendecke von 1890/91 (1993 restauriert)
    • Salzhaus oder Marstall auf der Neustadt - erbaut 1511, diente u. a. als Rüstkammer, Pferdestall und Schüttboden, 1730 Aufsetzung eines Mansardendaches mit fünf weiteren Böden, seit dem 19. Jahrhundert Nutzung als Verwaltungsgebäude sowie als Lagerraum von Museum, Theater und städtischem Archiv, 1997 umfassende denkmalgerechte Sanierung
    • Baugewerkeschule am Theaterring - erbaut 1846-1848 im neogotischen Stil unter Leitung von Carl August Schramm (1807-1869), beherbergte die Königlich Sächsische Bauschule, ab 1947 die Staatsbauschule, heute befindet sich die "Volkshochschule Löbau-Zittau - Die Volkshochschule im Dreiländereck" in diesem Gebäude, dass 2005 komplett saniert wurde
    • Johanneum am Theaterring - erbaut 1869-1871 im spätklassizistischen Stil dessen Turm an das Bautzner Stadttor erinnern soll, benannt nach König Johann (1801-1873), beherbergte zunächst die städtische Schulanstalt, seit 1960 die Erweiterte Oberschule (EOS), die zwischen 1986-1993 den Namen Ernst Schneller (1890-1944) trug, heute Christian-Weise-Gymnasium, in der Aula befindet sich ein 1878 entstandenes Wandgemälde „Paulus predigt in Athen” von Anton Dietrich (1833-1904), dass 1962-1987 aus politischen Gründen verhangen war, 1996 vollständige Fassadenssanierung, 2006-ca. 2008 kompletter Innenausbau
    • Altes Gymnasium am Johanniskirchplatz - eines der ersten deutschen Gymnasien überhaupt - erbaut nach 1571 auf dem Grundstück des Kreuzhofes der Johanniterkommende, 1586 eingeweiht, kurz nachdem der Begründer Nikolaus von Dornspach (1516-1580) verstorben war, das heutige Aussehen basiert auf dem Umbau 1602, als das Gässchen überbrückt wurde, im 19. und 20. Jahrhundert Nutzung als Bibliothek, Schule und Internat, seit 1996 als Geschäftsräume für die Zittauer Wohnungsbaugesellschaft mbH, das Gebäude trägt unter dem Dachsims die Inschrift Nullum munus melius majusve reipublicae offerre possumus, quam si doceamus atque erudiamus juventutem, his praesertim moribus ac temporibus quibus ita prolapsa est, ut omnium opibus refrenanda atque coercenda sit.
    • Heffterbau an der Pfarrstraße - Teil des ehemaligen Franziskanerklosters, nach 1690 zur Exulantenkirche umgebaut, von 1709-1951 als Ratsbibliothek genutzt, 1977 für den Besucherverkehr von der Bauaufsichtsbehörde gesperrt, 2000-2002 vollständige Sanierung, heute Ausstellungsraum der Städtischen Museen Zittau, bekannt durch den so genannten Hefftergiebel (Spätrenaissancegiebel), der 1652-1662 von Martin Pötzsch auf Veranlassung des Bürgermeisters Heinrich von Heffter (1610-1663) geschaffen worden war
    • Stadtbad am Töpferberg - 1812 Einrichtung einer ersten Badeanstalt, 1816 zu Ehren des Königs „Augustusbad” benannt, 1869 abgebrochen, der spätklassizistische Neubau entstand 1871-1873 unter der Leitung des Zittauer Stadtbaudirektors Emil Trummler (1823-1894), der Turm soll einen Rest der alten Stadtbefestigung verkörpern, der obere Teil wurde dabei dem 1861 eingestürzten Turm des Webertores nachgebildet
    • Historische Fleischbänke an der Reichenberger Straße - 1757 von der Rathausrückseite auf die damals Böhmische Straße verlagert, 1848 als Markt eröffnet, 1986-1988 Rekonstruktion zur 750-Jahrfeier der Stadt, heute weitgehend ungenutzt
    • Fleischerbastei am Karl-Liebknecht-Ring - frühere Befestigungsanlage der Stadt, 1633 im so genannten böhmischen Zwinger erbaut, 1842-1929 als Stadtgärtnerei genutzt, 1998 saniert, seitdem Nutzung als Restaurant, an der Fleischerbastei befindet sich die Blumenuhr und das Porzellanglockenspiel
    • Dornspachhaus am Markt - Renaissancebau von 1553, dessen Name sich von dem Bauherrn, Bürgermeister Nikolaus von Dornspach (1516-1580) herleitet, der um 1610 entstandene Innenhof wird von einem Umgang mit Loggien, bestehend ionischen Säulen, umschlossen, ab 1909 als Volkslesehalle genutzt, 1998 saniert, im Erdgeschoss befindet sich ein historisches Wirtshaus
    • Schauburg am Ottokarplatz - erbaut 1828 als städtisches Mehlmagazin, 1863-1928 Reithalle, 1928-1991 Lichtspieltheater, 1977-1979 Umgestaltung und Einrichtung einer Visionsbar

    Kirchen und Gemeindehäuser

    • St. Johanniskirche - 1291 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ursprünglich eine gotische Hallenkirche, im Stadtbrand 1757 zerstört, Grundsteinlegung am 23. Juli 1766, bis 1770 Bautätigkeit, danach auf Grund von Geldmangel und Rissen im Gebäude mehrmalige Baustopps, 1833 Entwurf von Wilhelm Stier im Auftrag von Karl Friedrich Schinkel, unter der Bauleitung von Carl August Schramm fertiggestellt, 1837 Einweihung, Altarbild von 1836 von Wilhelm Bernhard Rosendal (1804-1846), segnender Christus nach Berthel Thorwaldsen (1770-1844) 1887 von dem Bildhauer Schwartz aus Dresden aus einem Sandsteinblock gearbeitet, 1843 erhielt die Kirche eine Orgel (1929 erweitert), 1991-1998 Sanierung
    • Frauenkirche an der Hammerschmiedtstraße - erste Erwähnung im Jahr 1355, durch Brände 1473 und 1535 vernichtet, bis 1572 Wiederaufbau, dann noch einmal 1607 und 1707 bauliche Erweiterungen, 1897 wurde der Fußboden erhöht und das Gestühl erneuert, 1928 erhielt die Kirche eine Orgel
    • Weberkirche oder Dreifaltigkeitskirche an der Inneren Weberstraße - 1488-1508 errichtet, weitere Umbauten erfolgten zwischen 1713-1718 und 1889, wo die Eingänge an der Nord- und Südseite verschwanden und die Kirche einen neues nach Westen ausgerichteten Eingang erhielt
    • Klosterkirche mit Klosterhof
    • katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung (Marienkirche) an der Lessingstraße
    • Hospitalkirche St. Jakob am Martin-Wehnert-Platz
    • Lutherhaus und Christliches Gemeindezentrum ELIM (Elim-Gemeinden) in der Inneren Oybiner Straße
    • Apostelkirche an der Neißstraße
    • Gemeindehaus der Siebenten-Tags-Adventisten an der Bahnhofstraße
    • Gemeindehaus der Neuapostolischen Kirche an der Leipziger Straße
    • Gemeindehaus der Katholisch-Apostolischen Gemeinde an der Marschnerstraße

    Darüber hinaus hatte Zittau auf dem Gelände der Lessingstraße 12 eine jüdische Synagoge, sie wurde 1906 geweiht, fiel jedoch 1938 während der Reichskristallnacht den Flammen zum Opfer. Heute erinnert eine 1989 angebrachte Gedenktafel an den Standort.

    Denkmäler

    • Ehrenmal für die Opfer des Faschismus auf dem Klienebergerplatz
    • Kriegerdenkmal an der Klosterkirche
    • Haberkorndenkmal und Konstitutionssäule am Haberkornplatz
    • Marschner-Denkmal, Christian-Weise-Büste und Büste von Carl Gottlob Moráwek am Karl-Liebknecht-Ring
    • Grabmal des Nikolaus von Dornspach an der Nordseite des ehemaligen Johanniskirchhofs
    • Moráwek-Gedenkstein an der Moráwekstraße
    • Stolpersteine, die an ehemalige jüdische Bürger erinnern

    Naturdenkmäler

    • versteinerter Wurzelstock (Stubben) eines Mammutbaumes am Johanneum (Christian-Weise-Gymnasium)

    Parks und Gärten

    • Weinau mit Tierpark
    • Westpark
    • Grüner Ring (entlang der ehemaligen Stadtmauer um die Innenstadt)

    Theater

    • Gerhart-Hauptmann-Theater - 1936 als „Grenzlandtheater” eröffnet, 1963-1989 mit dem Görlitzer Theater vereinigt, seit 1993 als "Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau GmbH", Zuschauerraum für 402 Personen

    Museen und Bibliotheken

    • Städtische Museen Zittau (1854 begründet)
      • Kulturhistorisches Museum Franziskanerkloster - stadtgeschichtliche Sammlung im ehemaligen Franziskanerkloster, Klosterhof und Schausammlung im Heffterbau mit Barocksaal, Ausstellung des Kleinen Zittauer Fastentuches von 1573, ständig wechselnde Sonderausstellungen
      • Museum für Geologie der Südoberlausitz „Dr. Curt Heinke” - Sammlung zur erdgeschichtlichen Entwicklung der südöstlichen Oberlausitz, Ausstellung von Mineralien, Gesteinen und Fossilien
    • Museum Kirche zum Heiligen Kreuz - Großes Zittauer Fastentuch von 1472 (das einzige seiner Art in Deutschland und mit 8,20 Meter Höhe und 6,80 Meter Breite das drittgrößte überlieferte Fastentuch überhaupt, beherbergt Deutschlands größte Museumsvitrine)
    • Christian-Weise-Bibliothek - Stadt- und Kreisbibliothek (ca. 140.000 Medien, die Bibliothek wurde 1564 erstmals erwähnt)
      • Öffentliche Bibliothek im Marstall
      • Wissenschaftlicher und Heimatgeschichtlicher Altbestand (beherbergt u. a. die Zittauer Missalien)
    • Hochschulbibliothek Zittau/Görlitz - öffentliche wissenschaftliche Fachbibliothek der Hochschule Zittau/Görlitz (ca. 188.000 Medien)

    Besonderheiten & Kuriositäten

    • Zittauer Blumenuhr (1907 entstanden) mit Meißner Porzellanglockenspiel (1966 errichtet)
    • Über die Mandau führt eine Straßenbrücke, die gleichzeitig von einer zweiten Eisenbahnbrücke gekreuzt wird.
    • Zittauer „Klingelcafé” (wenn man den am Tisch angebrachten Klingelknopf einmal drückt, bekommt man einen Kaffee und, wenn man zweimal drückt, ein Kännchen serviert)
    • Im Wildgerlostal im Nationalpark Hohe Tauern befindet sich die Zittauer Hütte, eine Schutzhütte der Sektion Warnsdorf/Krimml des Österreichischen Alpenvereins.
    • Friedrich der II. gründete 1753 Neu Zittau als Kolonistendorf, um Feinspinner aus Zittau anzusiedeln. Von den 100 geplanten Spinnerfamilien kamen jedoch nur zwei. Die anderen Kolonisten wurden aus Sachsen, Würtemberg und aus Böhmen rekrutiert.

    Regelmäßige Veranstaltungen

    • Zittauer Stadtfest
    • Spectaculum Citaviae (mittelalterliches Fest, jeweils am Abend vor Christi Himmelfahrt)
    • Jazzfestival "Mandaujazz"
    • Zittauer Musiknacht
    • Fest am Dreiländereck
    • Frühjahrs- und Herbstmarkt, Weihnachtsmarkt
    • Lückendorfer Bergrennen
    • Zittauer Gebirgslauf & Wandertreff
    • O-See-Challenge Zittau

    Wirtschaft und Infrastruktur

    Verkehr

    Schienenpersonennahverkehr (SPNV): 1848 wird die Eisenbahnverbindung Zittau-Löbau ihrer Bestimmung übergeben. Zehn Jahre später wird der Neiße-Viadukt der Eisenbahnlinie Zittau–Reichenberg fertiggestellt. 1859 eröffnet der Hauptbahnhof Zittau und die Stadt mit der Löbau-Zittauer Eisenbahn einen Bahnanschluss. Diese Strecke wurde wenig später ins böhmische Reichenberg verlängert. Die Eisenbahnlinie nach Liberec (Reichenberg) ist seit 1972 wieder grenzüberschreitend in Betrieb und gewinnt langsam als Hauptstrecke Dresden-Liberec ihre alte Bedeutung zurück. Es bestehen auch Verbindungen der tschechischen Bahn nach Varnsdorf. Dabei gibt es trotz des erweiterten EU-Gebiets eine Kuriosität: Tschechische Züge, die aus dem böhmischen Varnsdorf (Warnsdorf) nach Liberec (Reichenberg) unterwegs sind, fahren über deutsches und polnisches Staatsgebiet und passieren dabei auch den Grenzbahnhof Zittau. Umgekehrt passieren deutsche Züge, die von Zittau nach Seifhennersdorf unterwegs sind, die tschechische Stadt Varnsdorf. Ein Aus- oder Zusteigen ist dort nicht möglich, abgesehen von Sondergenehmigungen an bestimmten Feiertagen. Erst mit dem Beitritt von Tschechien in den Geltungsbereich des Schengener Abkommens (circa 2007) sollen diese Einschränkungen ein Ende haben.

    In Zittau enden mehrere Eisenbahnlinien:

    • die Neißetalbahn von Görlitz, welche über polnisches Staatsgebiet fährt
    • die Strecke Bischofswerda-Zittau (von Dresden-Neustadt kommend)
    • die Linie Eibau-Seifhennersdorf-Zittau.

    Innerstädtische Verkehrslösungen: Zwischen 1904 und 1919 fuhren in der Stadt die Bahnen der Städtischen Straßenbahn Zittau (SSZ). Die dampfbetriebene Zittauer Schmalspurbahn fährt seit 1890 vom Zittauer Bahnhof ins Zittauer Gebirge nach Kurort Oybin und Kurort Jonsdorf. Am Bahnhof Bertsdorf kommt es regelmäßig zu Parallelausfahrten zweier Züge. Die Kleinbahn gehört zu den Sehenswürdigkeiten Zittaus. Der öffentliche Personennahverkehr wird von der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck mbH betrieben.

    Grenzübergänge: Für PKW stehen die innerstädtischen Grenzübergänge Chopinstraße nach Sieniawka (Kleinschönau) in Polen und Friedensstraße (ebenfalls nach Polen mit Weiterführung in die Tschechische Republik) zur Verfügung. Am 1. Mai 2004, dem Tag der EU-Osterweiterung, wurde durch die Staatsoberhäupter von Deutschland, Polen und Tschechien symbolisch der Baubeginn für einen trinationalen Grenzübergang markiert. Radfahrer und Fußgänger können einen direkten Übergang nach Tschechien im südlichen Ortsteil Hartau ins böhmische Hrádek nad Nisou (Grottau) nutzen.

    Straßennetz: Die Stadt soll eine leistungsfähige Ortsumgehung und gleichzeitig Anschluss an das tschechische Autobahnnetz bei Liberec (Reichenberg) im Zuge der B 178n erhalten. Ferner verkürzt sich die Reisezeit ins polnische Bogatynia (Reichenau). Die komplette Fertigstellung der B 178n bis zur Autobahn A 4 bei Weißenberg ist bis 2008 vorgesehen.

    Ansässige Unternehmen

    Die Wende brachte schwere Verwerfungen in der Stadt. In den Robur-Werken beispielsweise wurden 5.389 von ehemals 5.400 Mitarbeitern entlassen. Die Stadt hat heute eine Arbeitslosenquote von etwa 25 %. Seit 1990 verließen über 10.000 Einwohner die Stadt, ungefähr 4.500 Wohnungen stehen leer. Neuansiedlungen entstanden vor allem durch Zulieferer der Automobilindustrie, die auf den Markt in Osteuropa setzen.

    Medien

    Sächsische Zeitung, Wochenkurier und der Oberlausitzer Kurier unterhalten in Zittau Redaktionen. Punkt1 Oberlausitz TV hat in Zittau seinen Sitz, produziert jedoch seit Januar 2006 fast ausschließlich in Bautzen.

    Bildung

    Bereits im Jahre 1969 wurde aufbauend auf den nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Fachschulen für Elektroenergie (gegründet 1951) und Bauwesen die Ingenieurhochschule Zittau gegründet, die im Jahr 1988 den universitären Status einer Technischen Hochschule erhielt. Mit der Gründung der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz im Jahre 1992 wurde der traditionelle Hochschulstandort Zittau gesichert. Später wurde die HTWS in Hochschule Zittau/Görlitz (FH) umbenannt. Mit dem 1993 gegründeten Internationalen Hochschulinstitut beherbergt Zittau auch die kleinste staatliche Universität Sachsens.

    In der DDR war Zittau Sitz der Offiziershochschule der Landstreitkräfte der NVA. Das Gelände beherbergt heute u. a. Teile der (HTWS) Hochschule Zittau/Görlitz, das Landratsamt des Landkreises Löbau-Zittau, den Ortsverband Zittau des Technischen Hilfswerks und das Technische Rathaus der Stadtverwaltung Zittau.

    Seit 2003 ist die Hochschule Zittau/Görlitz neben der Technischen Universität Liberec (Tschechien) und der Technischen Universität Wroclaw (Polen) engagierter Initiator der Neisse University als länderübergreifende Hochschuleinrichtung. Im April 2006 wurden zwei neue Laborgebäude für die Fachbereiche Bauwesen und Naturwissenschaften/Mathematik sowie ein neues Hörsaalzentrum eingeweiht. Die nach den vom Einfluss des Bauhaus geprägten Plänen der Berliner Architekten Tilman Bock und Norbert Sachs entstandenen Neubauten ergänzen das durch die auf inzwischen fast viertausend stetig angewachsene Studentenzahl unzureichende Raumangebot, weitere Neubaumaßnahmen sind geplant. [1]

    Persönlichkeiten

    berühmte Bürgermeister vor 1800

    • Nikolaus von Dornspach (1516-1580), Bürgermeister von Zittau
    • Johann Benedict Carpzov (1675-1739) Bürgermeister, Historiker

    Bürgermeister seit 1800

    • Christian Gottlieb Bergmann (1734-1822), Bürgermeister von 1800-1804
    • Karl Traugott Weise (1760-1832), Bürgermeister 1804
    • Karl Gottlieb Behrnauer (1765-1831), Bürgermeister von 1804-1810
    • Ernst Friedrich Haupt (1774-1843), Bürgermeister von 1810-1832
    • Ernst Wilhelm Friedrich Just (1773-1858), Bürgermeister von 1832-1856
    • Daniel Ludwig Haberkorn (1811-1901), Bürgermeister von 1857-1885
    • Hermann Johannes Oertel (1840-1916), Oberbürgermeister von 1886-1912
    • Wilhelm Külz (1875-1948), Oberbürgermeister von 1912-1923
    • Walter Zwingenberger (*1880), Oberbürgermeister von 1923-1945
    • Paul Bartneck (1902-1960), Bürgermeister von 1945
    • Otto Wegerdt (*1902), Bürgermeister von 1945
    • Max Richter (*1897), Bürgermeister von 1945-1946
    • Horst Siegemund, Bürgermeister von 1946-1947
    • Hans Bender, Bürgermeister von 1947-1950
    • Fritz Donath, Bürgermeister von 1950-1951, 1957-1961
    • Max Zentsch (+1972), Bürgermeister von 1951-1957
    • Paul Gründel, Bürgermeister von 1961-1965
    • Hans Sperlich, Bürgermeister von 1965-1972
    • Werner Schnuppe, Bürgermeister von 1972-1977
    • Christian Kappl, Bürgermeister von 1977-1981
    • Dieter Wenzel, Bürgermeister von 1982-1985
    • Hans-Peter Reitz, Bürgermeister von 1985-1989
    • Hans-Georg Kießling, Bürgermeister 1990
    • Jürgen Kloß (*1941), Bürgermeister von 1990-2001 (Oberbürgermeister 1996-2001)
    • Arnd Voigt (*1950), Oberbürgermeister seit 2001

    Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen oder dort geboren wurden

    • Petrus von Zittau (1260-1339), böhmischer Chronist
    • Andreas Hammerschmidt (1611/12-1675), bedeutender Komponist und Organist
    • Christian Weise (1642-1708), Dichter, Schulleiter, Bibliothekar, Frühaufklärer
    • Friedrich Benedict Carpzov II. (1702-1744) Jurist und Rechtswissenschaftler
    • Christian Gottlieb Prieber (1697-1744), Jurist und politischer Utopist, nahm die Sitten der Cherokee an
    • Karl Gottlieb Immanuel Acoluth (1776-1827), Apotheker
    • Carl Gottlieb Hering (1766-1853), vertonte bekannte Kinderlieder
    • Heinrich Marschner (1795-1861), Opernkomponist der Romantik
    • Carl August Schramm (1807-1869), Baumeister
    • Rudolf Hermann Lotze (1817-1881), Philosoph - verbrachte seine Jugend in Zittau
    • Richard Zimmermann (1820-1875), Maler
    • Albert Tottmann (1837-1917), Komponist
    • Richard Buchmayer (1856-1934), Musikhistoriker
    • Gustav Hiller (1863-1913) Erfinder und Industrieller - Begründer der späteren Roburwerke
    • Wilhelm Külz (1875-1948), deutscher Politiker
    • Karl Valentin (1882-1948) Komiker, Kabarettist
    • Erwin Jacobi (1884-1965), Staats- und Kirchenrechtler
    • Lisa Tetzner (1894-1963), Kinderbuchautorin
    • Frida Hockauf (1903-1974), Weberin und Volkskammerabgeordnete
    • Ernst Baier (1905 - 2001), Eiskunstläufer - Olympiasieger 1936 im Paarlauf
    • Gotthard Handrick (1908-1978), Sportler - Gewinner der ersten Goldmedaille für Deutschland bei den Olympischen Spielen 1936
    • Ernst Schnabel (1913-1986), Schriftsteller
    • Willi Meinck (1914-1993), Schriftsteller
    • Klaus Günzel (1936-2005), Schriftsteller
    • Peter Berthold (* 1939), Zoologe
    • Winfried Krause (* 1939), Komiker
    • Udo Steinbach (* 1943), Islamwissenschaftler

    Ehrenbürger

    • 1832 - Christian Friedrich Pilz, Königlich-sächsischer Rittmeister und erster Kommandant der Communalgarde; Karl Friedrich Quirner (1776-1852), Königlich Sächsischer Kommissarius, Oberamtsregierungsrat
    • 1834 - Eduard van der Beeck, Kaufmann; Karl Julius Klemm (1804-1888), Pastor Primarius
    • 1839 - Dr. Christian Adolph Pescheck (1789-1859), Theologe, Geschichtsforscher
    • 1841 - Adolph Georg Wilhelm Leopold Göphardt (*1789), Oberstleutnant, Kommandant
    • 1845 - Karl Friedrich Neubert (1792-1878), Apotheker
    • 1847 - Christian Gottlieb Hofmann (*1798), Färbereibesitzer
    • 1857 - Christian Ehrenfried Püschel (*1790), Stadtrat
    • 1861 - Philipp Ferdinand Adolph Just (1783-1868), Oberamtsadvokat, Senator, Ritter des Albrechtsordens; Eduard von Könneritz (†1875), Regierungsrat
    • 1864 - Christian Gottlob Oehme (*1793), Stadtältester; Friedrich August Schramm (1801-1883), Tischlermeister, Stadtverordneter
    • 1865 - Carl Friedrich Becker, Knopfmacher
    • 1867 - Paul Freiherr von Gutschmidt (1822-1904), Kreisdirektor in Bautzen
    • 1871 - Carl Gottlieb Döring (1807-1871), Rechtsanwalt; Dr. Daniel Ferdinand Ludwig Haberkorn (1811-1901), Bürgermeister, Geheimrat, Abgeordneter
    • 1872 - Gotthelf Lange (1796-1872), Forstverwalter; Ernst Friedrich Apelt (1798-1875), Rentier
    • 1875 - Wilhelm Adolph Opitz (1801-1884), Rechtsanwalt
    • 1879 - Heinrich Julius Kämmel (1813-1881), Lehrer; Moritz August Gelbke, Kaufmann; Ludwig Otto Ginsberg (1815-1893), Kaufmann
    • 1882 - Oskar Julius Grohmann (1808-1885), Stadtsteuersekretär; Karl Wilhelm Kühn (*1818), Oberstadtschreiber
    • 1883 - Heinrich Woldemar von Beust, Kreishauptmann in Bautzen (1872-83)
    • 1893 - Karl Heinrich Becker (1819-1908), Knopfmacher, Fabrikbesitzer; Fürst Otto von Bismarck (1815-1898), Politiker
    • 1906 - Joachim Caspar Anton Richard von Schlieben (1848-1908), Amtshauptmann
    • 1908 - Louis Heinrich Buddeberg (1836-1925), Mitglied im Deutschen Reichstag
    • 1917 - Paul von Hindenburg (1847-1934), Offizier, Politiker
    • 1926 - Adolf Zücker (1866-1931), Fabrikbesitzer
    • 1928 - Franz Könitzer (1858-1933), Fabrikbesitzer
    • 1933 - Adolf Hitler (1889-1945), Reichskanzler (Ehrenbürgerschaft 1990 für nichtig erklärt); Martin Mutschmann (1879-1950), Reichsstatthalter in Sachsen (Ehrenbürgerschaft 1990 für nichtig erklärt)
    • 1961 - Dr. Ernst Reinhard Zimmermann (1875-1964), HNO-Arzt, Sanitätsrat
    • 1974 - Erich Kindermann, (1903-1985), Arbeiterfunktionär
    • 1982 - Konstantin Fedin (1892-1977), russisch-sowjetischer Schriftsteller, 1914-1918 Zivilinternierter in Zittau (postum ernannt)
    • 1995 - Dr. Gerhard Gruner (*1916), Facharzt für Kinderheilkunde
    • 2004 - Prof. Dr. Dr.-Ing. E.h. Gottfried Kiesow, deutscher Denkmalschützer; Dr. h.c. Mechthild Flury-Lemberg, schweizer Textilrestauratorin

    Quellen

    Literatur

    • Tino Fröde: Zittau entdecken ... Ein Begleiter durch die Stadt. Oberlausitzer Verlag Frank Nürnberger, Spitzkunnersdorf 2005
    • Detlef Krell: Zittau mit Links. Ein Begleiter durch Stadt, Gebirge und Umgebung. Neisse Verlag. Zittau 2000
    • Volker Dudeck, Jos Tomlow: Der Zittauer Ring- Kunstwerk Stadt. Phantasievoller Städtebau des 19. Jahrhunderts. Verlag Gunter Oettel; ISBN 3-932693-54-X



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    Informationsportal über Zittau in Sachsen - 14.12.2017